Ist der Weltfriede wirklich zu viel verlangt?

Skeptiker fragen oft, ob ein lieber Gott nicht für den Weltfrieden sorgen müsste?
Und die Christen antworten immer, dass ihm da aufgrund der Willensfreiheit leider die Hände gebunden seien.
Und die Skeptiker fragen dann, ob da wirklich rein gar nichts sei, was ein allmächtiger Gott tun könne?
Und die Christen antworten: Nö.

Ich vermute, dass die Christen dann ziemlich vom Himmel enttäuscht sein werden, wenn sie feststellen, dass es dort entweder keinen Himmelsfrieden oder keine Willensfreiheit oder aber nur bescheidene Seelen gibt, die nichts weiter zum Glücklichsein brauchen als die Gewissheit, das viele, viele, viele Seelen gerade in der Hölle gefoltert werden.


Eigentlich ziemlich spiessig von uns Skeptikern.
Gott schenkt uns Willensfreiheit und wir beklagen uns darüber, dass wir damit auf die Schnauze fallen.

Allerdings ist auf die Schnauze fallen eine Sache.
Krieg, Hunger, Seuchen und Tod dagegen eine ganz andere…

Ein Deal, bei dem man sich die vier apokalyptischen Reitern einhandelt, ist nie ein guter Deal!

The Art of the Deal. S. 124

Wie dem auch sei. Schauen wir uns mal an, wie es um unserem Deal bestellt ist. Man kann die Willensfreiheit aus zwei Perspektiven betrachten: a) Aus jener von denen, denen sie gewährt wird (uns), und b) aus jener vom dem, der sie gewährt (Gott).

a) Über die Beschenkten

Wenn mir Freiheit geschenkt wird, dann bedeutet das, dass ich dann tun und lassen kann, was ich will, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können.
Fürs Tun selbst wohlgemerkt, für die negativen Konsequenzen dieses Tuns dagegen durchaus! Das sind nämlich zwei gänzlich verschiedene Sachen.

Ich will es an einem Beispiel demonstrieren: Wenn man mir einen Apfel schenkt, dann ist er meiner und ich kann mit ihm tun, was immer ich will. Es wäre natürlich möglich, dass man mir den Apfel nur unter der (gern auch unausgesprochenen) Bedingung gibt, dass ich ihn höchstselbst esse, vielleicht weil es Teil eines bestimmten Rituals ist. Dann wurde mir aber mit dem Apfel nicht die Freiheit geschenkt, ihn auf jede beliebige Art und Weise zu verwenden.
Wenn ich den Apfel aber mit der Freiheit erhalte mit ihm anzustellen, was auch immer ich will, und wenn ich den Apfel im Wissen um ihre Apfel-Dysphahie einer hübschen Prinzessin weiter schenke und die sich dran verschluckt und in ein Koma fällt, dann kann man mir zwar durchaus vorwerfen, dass ich sie vergiftet habe um selbst die schönste Prinzessin zu werden, nicht aber, dass ich den Apfel weitergegeben habe.

Kurz: An Freiheit sind keine Bedingungen geknüpft.

Wie – bitteschön – ist dann die Willensfreiheit eine Freiheit, wenn meine Entscheidung, wenn sie anders ist, als die von Gott gewünschte, mich in die Hölle bringt?

Die Advokaten Gottes sind geschickt. Sie formulieren es nicht als Strafe, sondern als Konsequenz. Sie versuchen uns weiss zu machen, dass die Entscheidung von Anfang an allein zwischen Himmel und Hölle war und ich mich eben für das eine oder andere zu entscheiden habe.
Wenn ich also (aus welchen Gründen auch immer) erregt bin, dann ist die Entscheidung nicht: „Soll ich jetzt masturbieren oder nicht?“ sondern „Will ich in den Himmel oder nicht?“.
Okay, kann man so sehen. Dann stellen sich mir aber zwei Fragen: Erstens, wieso fragt mich Gott eine so wichtige Frage, wenn ich gerade an was völlig anderes denke? Und zweitens, warum muss ich die immer gleiche Frage immer und immer und immer wieder beantworten? (Nicht dass ich sie nicht gern beantworten würde.)

b) Über den Schenker

Die Freiheit hat einen Preis für den, dem sie gewährt wird. Er muss damit leben, dass er Dinge akzeptieren muss, die ihm eigentlich nicht gefallen.
Doch auch das Gewähren von Freiheit hat einen Preis: Es macht einem das Leben schwerer.

Wenn ich ein Café habe und meinen Kunden die Wahl geben will sich zwischen Apfel- und Birnenwähen entscheiden zu können, dann muss ich – wohl oder übel – zwei Kuchen backen. Ohne Auswahl kann nämlich nicht wirklich von Freiheit die Rede sein.

Auch wenn es vielleicht so klingt, hat man hier keine Wahl-Freiheit.

Ob meine Kunden jedoch zu ihrer Wähe einen Latte macchiato oder einen Cappuccino nehmen, macht für mich aber keinen Unterschied, wenn ich eine Kaffeemaschine habe, wo ich lediglich den rechten oder den linken Knopf drücken muss. Die Kunden haben dann zwar die Wahl, aber zu behaupten, ich hätte ihnen eine Freiheit gewährt, ist in einem solchen Fall schon ein bisschen überrissen. Die Kunden wissen es zwar zu schätzen, doch ist diese „Freiheit“, ob sich die Kunden dessen nun bewusst sind oder nicht, eigentlich völlig belanglos. Die Wahl zwischen belanglosen Optionen sollte man daher nicht als Freiheit bezeichnen.

Deshalb müssen wir fragen: Macht es Gott das „Leben“ schwerer, wenn wir unsere Willensfreiheit wahrnehmen?

Wenn nicht, dann sind unsere Entscheidungen für Gott belanglos. Sprich, es ist ihm egal, ob wir in den Himmel oder in die Hölle kommen, was in Anbetracht des Leids, das hier auf dem Spiel steht, eine moralisch höchst verwerfliche Einstellung wäre.

Ich denke aber schon, dass es ihm das „Leben“ schwerer macht1. Irgendwie. Wenn wir uns anders entscheiden, als von ihm erhofft, dann macht ihn das – wie es heisst – traurig.

Dass er traurig darüber ist, dass wir die schlechtere Wahl getroffen haben, ist sympatisch. Es zeigt, dass er Mitgefühl hat. Wenn er aber anfängt, uns unsere Entscheidung übel zu nehmen, wird es problematisch.

Rächt (Gott) sich (für) die Enttäuschung?

Wenn ich es so anlege, dass allen, die in einer mir nicht genehmen Art handeln, etwas übles zustösst, was mit der Handlung selbst eigentlich gar nichts zu tun hat (sprich nicht deren Konsequenz ist), dann kommt es Rache schon ziemlich nahe.

Und seien wir ehrlich, dass Gott Züge hat, die man als rachsüchtig bezeichnen könnte, ist nicht wirklich neu…

Zur Illustration: Ich bin Handgranatenbauer und das Wohl meiner Kunden liegt mir am Herzen (das ihrer Feinde offensichtlich weniger). Deshalb habe ich die Handgranaten, die ich verkaufe, so konstruiert, dass sie ihre verheerende Wirkung nur exakt genau dann entfalten, wenn der Kunde sie entfesseln will. Sprich, wenn man den Sicherheitsstift der Handgranate rauszieht. Das steht so auch unmissverständlich und in Grossbuchstaben in der Gebrauchsanleitung. Und da ich ein verantwortungsvoller Waffenproduzent bin, müssen meine Käufer immer erst eine halbtägige Schulung über sich ergehen lassen, bei der ich sicherstelle, dass sich jeder der Sache mit dem Sicherheitsstift klipp und klar bewusst ist. Damit stelle ich sicher, dass mein geschätzer Kunde sich nicht selbst in die Luft sprengt2. Nur so nebenbei: Durch diese „Sicherheitsmassnahmen“ nehme ich ihm in keinster Weise die Freiheit jede beliebige Person in die Luft zu sprengen.
Wenn ich die Handgranaten jedoch so konstruieren würde, dass sie hochgehen, wenn der Besitzer masturbiert, und ich das nur kryptisch irgendwo in der Gebrauchsanleitung erwähne und ich jede Handgranaten in Playboy-Papier wickle, dann sieht die Sache etwas anders aus. Weil es nicht naheliegend ist, dass Explosion und Masturbation etwas miteinander zu tun haben könnten…
Nun ja, wenn man es sooo betrachtet…
Okay, das Beispiel ist vielleicht nicht ganz optimal…

Anders:

Warum handelt man sich beim Verzehr von Schweinefleisch Peitschenhiebe ein, bei dem von Rindfleisch aber nicht? Wo ist die Verbindung zwischen Schweinefleisch und Peitschenhieben, wo sie zwischen Rindfleisch und Peitschenhieben nicht ist?
Wenn Schweinefleisch ein höheres Risiko einer Lebensmittelvergiftung mit sich bringen würde, dann wäre die Strafe dafür doch eigentlich die Lebensmittelvergiftung (und der tadelnde Blick des Ehepartners, der die ganze Schweinerei hinter einem aufwischen musste).
Wieso dann einen gebeutelten noch nachtreten? Respektive wieso einen Menschen, der das Fleisch gut genug gekocht hat und bei dem infolge dessen nichts passiert ist, auspeitschen? Weil Nachahmer vielleicht nicht gleich gut genug kochen könnten?
Und überhaupt ist es ja nicht so, dass man zur Zeit, als dieses Gesetz erlassen wurde, als Kranker der Gesellschaft gross auf der Tasche gelegen wäre. Man war bestenfalls kurzfristig nicht für den Kriegsdienst (gegen das Volk der Schweinefleischesser) zu gebrauchen…

Oder warum bringt einen Masturbation in die Hölle und Nasepopeln nicht? Ich meine, da gibt es ja kaum einen Unterschied (zumindest, wenn man es richtig macht).

Oder warum bringt einen das Töten eines anderen Menschen in die Hölle, nicht aber, wenn der Tote einen anderen Gott verehrt hat?
Ich meine, dass das Töten eines Menschen übel ist und einen in massive Schwierigkeiten bringen sollte, ist mir klar. Schliesslich tut man damit dem anderen etwas an, was dieser sehr, sehr, sehr fest nicht angetan bekommen möchte. Und dass er es nicht angetan bekommen möchte, könnte ich eigentlich ahnen, weil auch ich selbst es sehr, sehr, sehr fest nicht angetan bekommen möchte. Und weil eine Verallgemeinerung von mir auf andere in diesem Fall (zumindest bis zu einer allfälligen Richtigstellung) dem anderen nicht zum Nachteil gereicht.
Ganz und gar nicht klar ist mir dabei aber, inwiefern der Umstand, dass das Opfer einen anderen Gott (oder – Gott behüte – gar keinen) anbetet, es offensichtlich machen soll, dass das Töten dann okay sein soll? Schliesslich will auch in diesem Fall das Opfer nicht getötet werden.

Nichts am „verwerflichen“ Schweinefleisch, Masturbieren und Judenmorden deutet darauf hin, dass sie anders bewertet werden sollen als „harmloses“ Rindfleisch, Nasepopeln und Heidenmorden. Um das zu wissen, braucht es eine Offenbarung.

Es liegt offensichtlich nicht in der Natur der Sache, ob die Entscheidung für oder gegen diese Sache mich in die Hölle bringt. Sondern einzig und allein am Wesen, das entscheidet, ob eine Entscheidung für oder gegen diese Sache etwas ist, wofür man in die Hölle kommt.

Und da wäre es dann natürlich auch möglich, dass die „göttliche Moral“ sich an den Entscheidungen einer bestimmten Person (oder einer Gruppe von Menschen) orientiert, die das besagte Wesen ums Verrecken nicht im Himmel haben wollte…

Dieser Gedanke ist gar nicht so abwegig, schliesslich ist der Zweck des Diesseits ja die Spreu vom Weizen zu trennen (und die Rache an den Vorfahren, indem die Kinder und Kindeskinder bis ins vierte Glied verflucht werden)3 Kann Gott da wirklich traurig sein, wenn jemand wie ich in der Hölle landet? Ich meine, ja, es tut ihm für mich leid. Man wünscht schliesslich niemandem was böses. Nichtsdestotrotz scheint es so für ihn das kleinere Übel zu sein, als mich bei sich im Himmel zu haben.4

Eine solche Willensfreiheit ist ein Test.
Wenn eine Freiheit gewährt wird um jemanden zu testen, dann ist es keine Freiheit.

Die Art von „Freiheit“, die uns Gott mit der Willensfreiheit gewährt, gewährt selbst Nord Korea seinen Bürgern, wenn es ihnen versichert, dass sie „frei“ sind ihre ehrliche Meinung über Kim Jong-un öffentlich Kund zu tun.

Unser Fazit

Wir konnten zweifelsfrei nachweisen, dass die Willensfreiheit keine Form von Freiheit ist.
Und das ist eigentlich ganz gut so!
Denn da Sicherheit immer auf Kosten der Freiheit geht und Freiheit immer auf Kosten der Sicherheit, steht die Willensfreiheit, da sie ja keine Freiheit ist, dem Weltfrieden nicht zwangsläufig im Weg.

Das heisst aber leider nicht, dass demzufolge ein von aussen gestifteter Weltfriede keine Abstriche an andere Freiheiten verlangen würde.
Aber Gott kann sein Nichtstun nicht länger mit der Willensfreiheit begründen.
Und das ist schon mal wenigstens etwas.

Unsere Forderung

Wir wollen den Weltfrieden! Punkt!
Doch was ist das? Respektive, was wollen wir, dass es ist? Respektive wie viel Leid sind wir bereit innerhalb von diesem zu tolerieren?

Ich würde sagen es gibt grob vier Kategorien von Leid.

  1. Sich den Zeh stossen.
  2. Jemand anderem unabsichtlich den Zeh stossen.
  3. Jemand anderem absichtlich den Zeh stossen.
  4. Jemanden foltern und umbringen.

Ein philosophisches Dilemma ist, dass wenn man die folgende Kategorie nicht kennt, dann erscheint einem die letzte bekannte als einfach unerträglich.
Folglich könnte man sich natürlich fragen, ob uns Gott in seiner Allgüte nicht die 5. Kategorie erspart hat. Das ist denkbar, doch wie könnte die aussehen? Jemanden ewiglich foltern ohne die Erlösung des Todes? … Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?

Ich denke, in einer Welt, in der Weltfrieden herrscht, wird es jede dieser vier Kategorien von Leid geben. Keine davon wird aber „legal“ sein im Sinne von „durch einen höheren Sinn erlaubt, wenn nicht gar gefordert“5.
Und wenn jeder Versuch zwei „Gruppen“ (was sich selbst als Gruppe versteht, überlasse ich jetzt mal jeder Gruppe selbst) gegeneinander aufzuhetzen erfolgreich unterbunden wird, dann haben wir den Weltfrieden erreicht.

Und wie soll das durchgesetzt werden? Hier meine Vorschläge:

A. Gott als Exekutive

Ganz einfach: Gott weiss (dank seiner Allwissenheit), wenn irgendwo jemand Leute dazu anstiftet, anderen im Interesse einer höheren Sache an den Gurgel zu gehen. Und Gott kann (dank seiner Allmacht) einschreiten, die Beweise sichern und die betreffende Person vor Gericht bringen. Er wäre die Exekutive. Insbesondere in Völkerrechtsangelegenheiten.

Legislative und Judikative müssten dagegen unbedingt bei den Menschen bleiben. Denn darin ist Gott wirklich übel.

So oder so müsste er an einer sehr kurzen Leine gehalten werden, wenn man unverhältnismässige Gewaltanwendung verhindern wollte. #nongodsmatter

Und wenn Gott nebenbei ein paar Kandidaten für sein Paradies-Projekt rekrutieren will, kann uns das egal sein.

B. Gott als globaler Feind

Auch ganz einfach: Wie die Geschichte zeigt, fällt es verfeindeten Lagern in der Regel nie sehr schwer angesichts eines gemeinsamen übermächtigen Feindes die Zwistigkeiten zeitweilig beiseite zu legen. Wieso stellt sich Gott uns also nicht als übler Schurke entgegen, gegen den zu bestehen, wir nur dann eine Chance haben, wenn wir alle zusammen arbeiten?
Nicht ganz so einfach ist dabei aber, die Notwenigkeit für das Bündnis über längere Zeit aufrechtzuerhalten, ohne dass irgendjemand deswegen wirklich leiden müsste (oder das Gefühl hätte deswegen zu leiden). Aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Vielleicht reicht es, wenn der Feind nur in kritischen Situationen auftaucht und sich dann etwas später dezent wieder zurückzieht.

(Genauer betrachtet, ist der Gott der Bibel eigentlich exakt so, wie man sich einen üblen Schurken, gegen den man sich zusammen tun sollte, vorstellen würde. Seltsam…)

C. Gott als Korrektor

Vielleicht würde es aber auch schon reichen, wenn Gott jeden Blödsinn, der ihm in den Mund gelegt wird, umgehend in aller Deutlichkeit dementiert. Damit würde er zwar nicht den Weltfrieden einläuten, aber wenigstens würde kein Skeptiker fragen, ob da wirklich nichts sei, was er tun könnte.

D. Gott als Dementor

Was wenn er nicht nur den Blödsinn dementieren würde, der ihm „irrtümlich“ in den Mund gelegt wird, sondern auch die Sachen, die die er tatsächlich so meint?

D. Gott im Paradox

Sollte ein allwissender, allmächtiger und allnetter Gott diesen Artikel nicht voraussehen? Ich meine, hier wird das Problem mit der Willensfreiheit aufgedeckt un das Rezept für den Weltfrieden auf dem Tisch gelegt. Wieso um Himmels Willen hat das nicht berücksichtigt?
Allerdings… Hätte er es umgesetzt, dann würde ich hier einen anderen Artikel geschrieben haben. Und er hätte nie aus meiner Erfarhung lernen können. Und er hätte wieder mit Adam und Eva begonnen…


Damit bleibt eigentlich nur noch eine Frage unbeantwortet:
Wenn die Willensfreiheit keine Freiheit ist, was ist sie dann? Ein Fahrrad! Man kann damit schliesslich auf die Schnauze fallen.

  1. Respektive machen würde, wenn es ihn gäben täte.
  2. und folglich dass bei einer Detonation nicht ich verantwortlich für den angerichteten Schaden bin
  3. Wer in der Bibel bei Gott in Ungnade ist, dessen Nachfahren konnten leicht unter den Konsequenzen eines Fluches zu leiden haben. Ob ihnen damit ihre Fähigkeit zum freien Willen und die Change zum Seelenheil genommen wurde, sei mal dahin gestellt. Ohne Frage ist aber, dass ihnen „raue Zeiten“ blühten. Und da ich nicht annehme, dass Gott davon absah, verfluchte Menschen nochmals bis ins x-te Glied zu verfluchen, gehe ich davon aus, dass sich die Verfluchungen über die Jahrhunderte massiv aufkumuliert haben. Was dann die Frage aufwirft, wie viel vom Leid auf der Welt nicht eine Konsequenz des freien Willens ist, sondern viel den „rauhen Zeiten“ geschuldet ist, mit denen er die Verfehlungen unserer Ahnen bestrafte.
  4. Jetzt aber im Ernst: Von welcher Seite mag wohl der grösste Widerstand kommen gegen das Konzept, dass im Jenseits niemand leidet? Für welchen Stakeholder wäre das am schlimmsten? Für mich? Für Gläubige? Für den Teufel? Für Gott?
  5. Ich bin mir durchaus bewusst, dass Bestrafungen für das Verstossen gegen das Unterlassungsgebot der Anwendung einer dieser Kategorien aus einer diese Kategorien (idealerweise nicht einer höheren) stammen kann. Auf Anfrage kann ich dieses scheinbare Dilemma leicht lösen.

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