Ist der Weltfriede wirklich zu viel verlangt?

Skeptiker fragen oft, ob ein lieber Gott nicht für den Weltfrieden sorgen müsste?
Und die Christen antworten immer, dass ihm da aufgrund der Willensfreiheit leider die Hände gebunden seien.
Und die Skeptiker fragen dann, ob da wirklich rein gar nichts sei, was ein allmächtiger Gott tun könne?
Und die Christen antworten: Nö.

Ich vermute, dass die Christen dann ziemlich vom Himmel enttäuscht sein werden, wenn sie feststellen, dass es dort entweder keinen Himmelsfrieden oder keine Willensfreiheit oder aber nur bescheidene Seelen gibt, die nichts weiter zum Glücklichsein brauchen als die Gewissheit, das viele, viele, viele Seelen gerade in der Hölle gefoltert werden.


Eigentlich ziemlich spiessig von uns Skeptikern.
Gott schenkt uns Willensfreiheit und wir beklagen uns darüber, dass wir damit auf die Schnauze fallen.

Allerdings ist auf die Schnauze fallen eine Sache.
Krieg, Hunger, Seuchen und Tod dagegen eine ganz andere…

Ein Deal, bei dem man sich die vier apokalyptischen Reitern einhandelt, ist nie ein guter Deal!

The Art of the Deal. S. 124

Wie dem auch sei. Schauen wir uns mal an, wie es um unserem Deal bestellt ist. Man kann die Willensfreiheit aus zwei Perspektiven betrachten: a) Aus jener von denen, denen sie gewährt wird (uns), und b) aus jener vom dem, der sie gewährt (Gott).

a) Über die Beschenkten

Wenn mir Freiheit geschenkt wird, dann bedeutet das, dass ich dann tun und lassen kann, was ich will, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können.
Fürs Tun selbst wohlgemerkt, für die negativen Konsequenzen dieses Tuns dagegen durchaus! Das sind nämlich zwei gänzlich verschiedene Sachen.

Ich will es an einem Beispiel demonstrieren: Wenn man mir einen Apfel schenkt, dann ist er meiner und ich kann mit ihm tun, was immer ich will. Es wäre natürlich möglich, dass man mir den Apfel nur unter der (gern auch unausgesprochenen) Bedingung gibt, dass ich ihn höchstselbst esse, vielleicht weil es Teil eines bestimmten Rituals ist. Dann wurde mir aber mit dem Apfel nicht die Freiheit geschenkt, ihn auf jede beliebige Art und Weise zu verwenden.
Wenn ich den Apfel aber mit der Freiheit erhalte mit ihm anzustellen, was auch immer ich will, und wenn ich den Apfel im Wissen um ihre Apfel-Dysphahie einer hübschen Prinzessin weiter schenke und die sich dran verschluckt und in ein Koma fällt, dann kann man mir zwar durchaus vorwerfen, dass ich sie vergiftet habe um selbst die schönste Prinzessin zu werden, nicht aber, dass ich den Apfel weitergegeben habe.

Kurz: An Freiheit sind keine Bedingungen geknüpft.

Wie – bitteschön – ist dann die Willensfreiheit eine Freiheit, wenn meine Entscheidung, wenn sie anders ist, als die von Gott gewünschte, mich in die Hölle bringt?

Die Advokaten Gottes sind geschickt. Sie formulieren es nicht als Strafe, sondern als Konsequenz. Sie versuchen uns weiss zu machen, dass die Entscheidung von Anfang an allein zwischen Himmel und Hölle war und ich mich eben für das eine oder andere zu entscheiden habe.
Wenn ich also (aus welchen Gründen auch immer) erregt bin, dann ist die Entscheidung nicht: „Soll ich jetzt masturbieren oder nicht?“ sondern „Will ich in den Himmel oder nicht?“.
Okay, kann man so sehen. Dann stellen sich mir aber zwei Fragen: Erstens, wieso fragt mich Gott eine so wichtige Frage, wenn ich gerade an was völlig anderes denke? Und zweitens, warum muss ich die immer gleiche Frage immer und immer und immer wieder beantworten? (Nicht dass ich sie nicht gern beantworten würde.)

b) Über den Schenker

Die Freiheit hat einen Preis für den, dem sie gewährt wird. Er muss damit leben, dass er Dinge akzeptieren muss, die ihm eigentlich nicht gefallen.
Doch auch das Gewähren von Freiheit hat einen Preis: Es macht einem das Leben schwerer.

Wenn ich ein Café habe und meinen Kunden die Wahl geben will sich zwischen Apfel- und Birnenwähen entscheiden zu können, dann muss ich – wohl oder übel – zwei Kuchen backen. Ohne Auswahl kann nämlich nicht wirklich von Freiheit die Rede sein.

Auch wenn es vielleicht so klingt, hat man hier keine Wahl-Freiheit.

Ob meine Kunden jedoch zu ihrer Wähe einen Latte macchiato oder einen Cappuccino nehmen, macht für mich aber keinen Unterschied, wenn ich eine Kaffeemaschine habe, wo ich lediglich den rechten oder den linken Knopf drücken muss. Die Kunden haben dann zwar die Wahl, aber zu behaupten, ich hätte ihnen eine Freiheit gewährt, ist in einem solchen Fall schon ein bisschen überrissen. Die Kunden wissen es zwar zu schätzen, doch ist diese „Freiheit“, ob sich die Kunden dessen nun bewusst sind oder nicht, eigentlich völlig belanglos. Die Wahl zwischen belanglosen Optionen sollte man daher nicht als Freiheit bezeichnen.

Deshalb müssen wir fragen: Macht es Gott das „Leben“ schwerer, wenn wir unsere Willensfreiheit wahrnehmen?

Wenn nicht, dann sind unsere Entscheidungen für Gott belanglos. Sprich, es ist ihm egal, ob wir in den Himmel oder in die Hölle kommen, was in Anbetracht des Leids, das hier auf dem Spiel steht, eine moralisch höchst verwerfliche Einstellung wäre.

Ich denke aber schon, dass es ihm das „Leben“ schwerer macht1. Irgendwie. Wenn wir uns anders entscheiden, als von ihm erhofft, dann macht ihn das – wie es heisst – traurig.

Dass er traurig darüber ist, dass wir die schlechtere Wahl getroffen haben, ist sympatisch. Es zeigt, dass er Mitgefühl hat. Wenn er aber anfängt, uns unsere Entscheidung übel zu nehmen, wird es problematisch.

Rächt (Gott) sich (für) die Enttäuschung?

Wenn ich es so anlege, dass allen, die in einer mir nicht genehmen Art handeln, etwas übles zustösst, was mit der Handlung selbst eigentlich gar nichts zu tun hat (sprich nicht deren Konsequenz ist), dann kommt es Rache schon ziemlich nahe.

Und seien wir ehrlich, dass Gott Züge hat, die man als rachsüchtig bezeichnen könnte, ist nicht wirklich neu…

Zur Illustration: Ich bin Handgranatenbauer und das Wohl meiner Kunden liegt mir am Herzen (das ihrer Feinde offensichtlich weniger). Deshalb habe ich die Handgranaten, die ich verkaufe, so konstruiert, dass sie ihre verheerende Wirkung nur exakt genau dann entfalten, wenn der Kunde sie entfesseln will. Sprich, wenn man den Sicherheitsstift der Handgranate rauszieht. Das steht so auch unmissverständlich und in Grossbuchstaben in der Gebrauchsanleitung. Und da ich ein verantwortungsvoller Waffenproduzent bin, müssen meine Käufer immer erst eine halbtägige Schulung über sich ergehen lassen, bei der ich sicherstelle, dass sich jeder der Sache mit dem Sicherheitsstift klipp und klar bewusst ist. Damit stelle ich sicher, dass mein geschätzer Kunde sich nicht selbst in die Luft sprengt2. Nur so nebenbei: Durch diese „Sicherheitsmassnahmen“ nehme ich ihm in keinster Weise die Freiheit jede beliebige Person in die Luft zu sprengen.
Wenn ich die Handgranaten jedoch so konstruieren würde, dass sie hochgehen, wenn der Besitzer masturbiert, und ich das nur kryptisch irgendwo in der Gebrauchsanleitung erwähne und ich jede Handgranaten in Playboy-Papier wickle, dann sieht die Sache etwas anders aus. Weil es nicht naheliegend ist, dass Explosion und Masturbation etwas miteinander zu tun haben könnten…
Nun ja, wenn man es sooo betrachtet…
Okay, das Beispiel ist vielleicht nicht ganz optimal…

Anders:

Warum handelt man sich beim Verzehr von Schweinefleisch Peitschenhiebe ein, bei dem von Rindfleisch aber nicht? Wo ist die Verbindung zwischen Schweinefleisch und Peitschenhieben, wo sie zwischen Rindfleisch und Peitschenhieben nicht ist?
Wenn Schweinefleisch ein höheres Risiko einer Lebensmittelvergiftung mit sich bringen würde, dann wäre die Strafe dafür doch eigentlich die Lebensmittelvergiftung (und der tadelnde Blick des Ehepartners, der die ganze Schweinerei hinter einem aufwischen musste).
Wieso dann einen gebeutelten noch nachtreten? Respektive wieso einen Menschen, der das Fleisch gut genug gekocht hat und bei dem infolge dessen nichts passiert ist, auspeitschen? Weil Nachahmer vielleicht nicht gleich gut genug kochen könnten?
Und überhaupt ist es ja nicht so, dass man zur Zeit, als dieses Gesetz erlassen wurde, als Kranker der Gesellschaft gross auf der Tasche gelegen wäre. Man war bestenfalls kurzfristig nicht für den Kriegsdienst (gegen das Volk der Schweinefleischesser) zu gebrauchen…

Oder warum bringt einen Masturbation in die Hölle und Nasepopeln nicht? Ich meine, da gibt es ja kaum einen Unterschied (zumindest, wenn man es richtig macht).

Oder warum bringt einen das Töten eines anderen Menschen in die Hölle, nicht aber, wenn der Tote einen anderen Gott verehrt hat?
Ich meine, dass das Töten eines Menschen übel ist und einen in massive Schwierigkeiten bringen sollte, ist mir klar. Schliesslich tut man damit dem anderen etwas an, was dieser sehr, sehr, sehr fest nicht angetan bekommen möchte. Und dass er es nicht angetan bekommen möchte, könnte ich eigentlich ahnen, weil auch ich selbst es sehr, sehr, sehr fest nicht angetan bekommen möchte. Und weil eine Verallgemeinerung von mir auf andere in diesem Fall (zumindest bis zu einer allfälligen Richtigstellung) dem anderen nicht zum Nachteil gereicht.
Ganz und gar nicht klar ist mir dabei aber, inwiefern der Umstand, dass das Opfer einen anderen Gott (oder – Gott behüte – gar keinen) anbetet, es offensichtlich machen soll, dass das Töten dann okay sein soll? Schliesslich will auch in diesem Fall das Opfer nicht getötet werden.

Nichts am „verwerflichen“ Schweinefleisch, Masturbieren und Judenmorden deutet darauf hin, dass sie anders bewertet werden sollen als „harmloses“ Rindfleisch, Nasepopeln und Heidenmorden. Um das zu wissen, braucht es eine Offenbarung.

Es liegt offensichtlich nicht in der Natur der Sache, ob die Entscheidung für oder gegen diese Sache mich in die Hölle bringt. Sondern einzig und allein am Wesen, das entscheidet, ob eine Entscheidung für oder gegen diese Sache etwas ist, wofür man in die Hölle kommt.

Und da wäre es dann natürlich auch möglich, dass die „göttliche Moral“ sich an den Entscheidungen einer bestimmten Person (oder einer Gruppe von Menschen) orientiert, die das besagte Wesen ums Verrecken nicht im Himmel haben wollte…

Dieser Gedanke ist gar nicht so abwegig, schliesslich ist der Zweck des Diesseits ja die Spreu vom Weizen zu trennen (und die Rache an den Vorfahren, indem die Kinder und Kindeskinder bis ins vierte Glied verflucht werden)3 Kann Gott da wirklich traurig sein, wenn jemand wie ich in der Hölle landet? Ich meine, ja, es tut ihm für mich leid. Man wünscht schliesslich niemandem was böses. Nichtsdestotrotz scheint es so für ihn das kleinere Übel zu sein, als mich bei sich im Himmel zu haben.4

Eine solche Willensfreiheit ist ein Test.
Wenn eine Freiheit gewährt wird um jemanden zu testen, dann ist es keine Freiheit.

Die Art von „Freiheit“, die uns Gott mit der Willensfreiheit gewährt, gewährt selbst Nord Korea seinen Bürgern, wenn es ihnen versichert, dass sie „frei“ sind ihre ehrliche Meinung über Kim Jong-un öffentlich Kund zu tun.

Unser Fazit

Wir konnten zweifelsfrei nachweisen, dass die Willensfreiheit keine Form von Freiheit ist.
Und das ist eigentlich ganz gut so!
Denn da Sicherheit immer auf Kosten der Freiheit geht und Freiheit immer auf Kosten der Sicherheit, steht die Willensfreiheit, da sie ja keine Freiheit ist, dem Weltfrieden nicht zwangsläufig im Weg.

Das heisst aber leider nicht, dass demzufolge ein von aussen gestifteter Weltfriede keine Abstriche an andere Freiheiten verlangen würde.
Aber Gott kann sein Nichtstun nicht länger mit der Willensfreiheit begründen.
Und das ist schon mal wenigstens etwas.

Unsere Forderung

Wir wollen den Weltfrieden! Punkt!
Doch was ist das? Respektive, was wollen wir, dass es ist? Respektive wie viel Leid sind wir bereit innerhalb von diesem zu tolerieren?

Ich würde sagen es gibt grob vier Kategorien von Leid.

  1. Sich den Zeh stossen.
  2. Jemand anderem unabsichtlich den Zeh stossen.
  3. Jemand anderem absichtlich den Zeh stossen.
  4. Jemanden foltern und umbringen.

Ein philosophisches Dilemma ist, dass wenn man die folgende Kategorie nicht kennt, dann erscheint einem die letzte bekannte als einfach unerträglich.
Folglich könnte man sich natürlich fragen, ob uns Gott in seiner Allgüte nicht die 5. Kategorie erspart hat. Das ist denkbar, doch wie könnte die aussehen? Jemanden ewiglich foltern ohne die Erlösung des Todes? … Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?

Ich denke, in einer Welt, in der Weltfrieden herrscht, wird es jede dieser vier Kategorien von Leid geben. Keine davon wird aber „legal“ sein im Sinne von „durch einen höheren Sinn erlaubt, wenn nicht gar gefordert“5.
Und wenn jeder Versuch zwei „Gruppen“ (was sich selbst als Gruppe versteht, überlasse ich jetzt mal jeder Gruppe selbst) gegeneinander aufzuhetzen erfolgreich unterbunden wird, dann haben wir den Weltfrieden erreicht.

Und wie soll das durchgesetzt werden? Hier meine Vorschläge:

A. Gott als Exekutive

Ganz einfach: Gott weiss (dank seiner Allwissenheit), wenn irgendwo jemand Leute dazu anstiftet, anderen im Interesse einer höheren Sache an den Gurgel zu gehen. Und Gott kann (dank seiner Allmacht) einschreiten, die Beweise sichern und die betreffende Person vor Gericht bringen. Er wäre die Exekutive. Insbesondere in Völkerrechtsangelegenheiten.

Legislative und Judikative müssten dagegen unbedingt bei den Menschen bleiben. Denn darin ist Gott wirklich übel.

So oder so müsste er an einer sehr kurzen Leine gehalten werden, wenn man unverhältnismässige Gewaltanwendung verhindern wollte. #nongodsmatter

Und wenn Gott nebenbei ein paar Kandidaten für sein Paradies-Projekt rekrutieren will, kann uns das egal sein.

B. Gott als globaler Feind

Auch ganz einfach: Wie die Geschichte zeigt, fällt es verfeindeten Lagern in der Regel nie sehr schwer angesichts eines gemeinsamen übermächtigen Feindes die Zwistigkeiten zeitweilig beiseite zu legen. Wieso stellt sich Gott uns also nicht als übler Schurke entgegen, gegen den zu bestehen, wir nur dann eine Chance haben, wenn wir alle zusammen arbeiten?
Nicht ganz so einfach ist dabei aber, die Notwenigkeit für das Bündnis über längere Zeit aufrechtzuerhalten, ohne dass irgendjemand deswegen wirklich leiden müsste (oder das Gefühl hätte deswegen zu leiden). Aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Vielleicht reicht es, wenn der Feind nur in kritischen Situationen auftaucht und sich dann etwas später dezent wieder zurückzieht.

(Genauer betrachtet, ist der Gott der Bibel eigentlich exakt so, wie man sich einen üblen Schurken, gegen den man sich zusammen tun sollte, vorstellen würde. Seltsam…)

C. Gott als Korrektor

Vielleicht würde es aber auch schon reichen, wenn Gott jeden Blödsinn, der ihm in den Mund gelegt wird, umgehend in aller Deutlichkeit dementiert. Damit würde er zwar nicht den Weltfrieden einläuten, aber wenigstens würde kein Skeptiker fragen, ob da wirklich nichts sei, was er tun könnte.

D. Gott als Dementor

Was wenn er nicht nur den Blödsinn dementieren würde, der ihm „irrtümlich“ in den Mund gelegt wird, sondern auch die Sachen, die die er tatsächlich so meint?

D. Gott im Paradox

Sollte ein allwissender, allmächtiger und allnetter Gott diesen Artikel nicht voraussehen? Ich meine, hier wird das Problem mit der Willensfreiheit aufgedeckt un das Rezept für den Weltfrieden auf dem Tisch gelegt. Wieso um Himmels Willen hat das nicht berücksichtigt?
Allerdings… Hätte er es umgesetzt, dann würde ich hier einen anderen Artikel geschrieben haben. Und er hätte nie aus meiner Erfarhung lernen können. Und er hätte wieder mit Adam und Eva begonnen…


Damit bleibt eigentlich nur noch eine Frage unbeantwortet:
Wenn die Willensfreiheit keine Freiheit ist, was ist sie dann? Ein Fahrrad! Man kann damit schliesslich auf die Schnauze fallen.

Quantität und Qualität im Garten Eden?

Menschen sind Herdentiere. Manche ziehen vielleicht vor etwas Abstand zur Herde zu haben, das ändert aber nichts daran, dass der Mensch als Spezies allem Anschein nach die Gruppe braucht.

Wieso erschuf dann Gott Adam und Eva alleine?
Wohl wissend (?), dass das keine artgerechte Haltung ist!
Sich darauf zu verlassen, dass sie sich ihre Wohlfühlgruppengrösse schon selbst selbst werfen werden, halte ich für problematisch angesichts der existenziellen Frage, ob Adam und Eva in ihrem prae-epistemologischen Zustand überhaupt der Sinn nach Sex stand?

Hätte er statt nur zwei Menschen eine Gruppe von Menschen erschaffen, dann wäre die Sache mit der Erbsünde zweifellos etwas kniffliger geworden, aber das war auch nicht der Grund für die Schöpfung der Menschheit, ODER?
(So knifflig wäre es dann auch wieder nicht gewesen, denn man braucht ja nicht zwangsläufig alle Menschen gleich zu behandeln – vgl. Das verborgene Drittel)

Und wenn wir schon dabei sein…
Da die neolithische Revolution, also das erstmalige Aufkommen von Ackerbau, Viehzucht und Sesshaftigkeit, erst mit Kain und Abel erfolgen wird, mussten sich Adam und Eva folglich noch im Mesolithikum befunden haben. 
Warum erschuf Gott die Menschen ausgerechnet auf mesolithischem Niveau und nicht noch auf paleolitischem? Ich meine, wieso gab er ihnen einige Kenntnisse direkt in die Wiege, andere aber nicht? Oder anders: die Menschheit musste sich den Ackerbau ausdenken, die Idee dass man aus Geweih Angelhaken machen kann, scheint jedoch bereits da gewesen zu sein.
Wieso erschuf Gott den Menschen dann nicht im computerisierten Impfzeitalter?  Die Mühe mit der Geburt gilt schliesslich auch heute noch. Und auch die Gleichstellung ist noch nicht wirklich in allen Köpfen drin. Von daher hätte es ihm die (geplante?) Strafe nicht vereitelt.

Gott hat Sterne mit deren Licht bereits unterwegs erschaffen, Bäume mit Jahresringen und Menschen ohne Kindheit und Jugend (und vielleicht mit einer Erinnerung an diese?). Warum dann nicht auch eine technologisch hochentwickelte Zivilisation mit dem Rokoko nur in Büchern?

Echt jetzt?

Der Sündenfall

Prolog : Genesis, Kapitel 2

9 Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. […]
16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

Ich fasse zusammen: Gott legte einen Garten an mit zwei besonderen Bäumen in der Mitte. Von einem davon verbot er Adam zu essen, weil er dann am gleichen Tag sterben würde. Sprich: sein Metabolismus würde noch vor Sonnenuntergang zum Erliegen kommen (oder zumindest vor dem nächsten Sonnenaufgang – weil alles was danach kommt, definitiv nicht mehr der gleiche Tag ist).
Ob der Tod eine natürliche Reaktion ist auf die Frucht ist, oder ob es sich dabei um eine Strafe für den Verstoss gegen das Gebot handelt, bleibt offen. Für die Leiche kommt es am Ende eigentlich auch aufs gleiche raus.
Für seine Nachbaren aber nicht. Wenn es eine Strafe war, werden sie irgendwann zum Schluss kommen, dass sie unnötig grausam war. Wenn es jedoch Gift war, werden sie sehr schnell lernen, wie man die Frucht zubereiten muss, um dieses unschädlich zu machen.

22 Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.

Hat Gott auch der Frau das Gebot mitgeteilt? Davon steht da nichts.
Er hatte zu Adam gesagt: „sollst du nicht essen“ und nicht „soll deinesgleichen nicht essen“ oder „soll niemand essen“. Man kann also nicht automatisch davon ausgehen, dass das Verbot allgemeingültig gemeint war. Die Bibel kennt ja durchaus „akteurbedingte“ Gebote, also beispielsweise solche, die sich nur an die Frau oder nur an den Mann richten (z.B. gewisse Reinheitsgebote).

24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.

Kann das gut gehen? Ist hier der Ärger nicht vorprogrammiert?
(Darüber, wer kurz nach der Vertreibung und der Sintflut wen verlassen muss um wem anzuhängen und ein Fleisch zu werden, wollen wir lieber gar nicht erst nachdenken.)

25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.

Achtung, das wird sich noch als wichtig erweisen!

Genesis, Kapitel 3

1 Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Ich will ja nicht bestreiten, dass die Schlange schlauer war als andere Tiere, doch das macht sie noch nicht automatisch zu einem Bösewicht, oder?
Deshalb möchte ich, dass man beim Lesen von dem, was jetzt folgt, zwei Fragen im Hinterkopf behält: 1) Hätte die Schlange so auch aus anderen als niederen Motiven handeln können? Und 2) Nutzte die Schlange Kenntnisse, die über die eines Garten-Eden-Bewohners deutlich hinausgehen?
Wenn nämlich eins davon zutrifft, dann haben wir es hier höchstwahrscheinlich mit einem Justiz-Irrtum zu tun.

Eine Überlegung am Rande: Ich nehme nicht zu viel voraus, wenn ich erwähne, dass Eva nicht sonderlich überrascht schien, als ein Schlange das Wort an sie richtete. Daraus schliesse ich, dass die Sprachbegabung unter den Tieren im Garten Eden wohl keine Seltenheit war.
Ob die Tiere wie Adam so erschaffen wurden oder ob es eine Folge vom Konsum der Frucht der Erkenntnis war, sei dahingestellt. Fakt ist, dass sie diese Fähigkeit heute nicht mehr besitzen. Da nirgends erwähnt wird, dass Gott abgesehen von Adam und Eva und der Schlange auch die restlichen Tiere bestrafte, vermute ich, dass die Stummheit der Tiere der Episode mit dem hohen Turm geschuldet ist, wo sie womöglich gar als gleichberechtigte Partner am Bau beschäftigt gewesen waren. Aber wie gesagt, das ist nur Spekulation.

Oder vielleicht konnten die Tiere auch nie sprechen und Eva war bloss so dumm wie Blumenkohl.

2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

An einem Ort ohne Tod, konnte da Eva überhaupt begreifen, was sie erwartete, wenn sie in die Frucht der Erkenntnis beisst?

btw. Sie hat Gott falsch zitiert (vgl. Gen 2,17)

 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Und damit hatte die Schlange doch eigentlich recht, oder?
Der Metabolismus von Adam und Eva kam nicht vor dem nächsten Sonnenuntergang zum Erliegen und auch erkenntnistheoretisch bewegte sich was.
So wie Eva eben das Gebot zitierte, klang es so, als ob sie die Früchte nicht essen sollen, weil sie giftig sind, und nicht danach, dass es sich lediglich um eine allgemein bekannte Schikane handelte, mit der Gott den Gehorsam seiner Kreaturen zu testen pflegt.
Da die Schlange (wie alle anderen Tiere auch) gelegentlich die Früchte vom Baum der Erkenntnis frass, wusste sie, dass man davon nicht stirbt.
Und sie wusste aus eigener Erfahrung auch, dass einem davon tatsächlich „die Augen aufgehen“. Ich meine, sie konnte sprechen, obgleich ihr alle dafür notwendigen Organe fehlten.
Die Schlange hat hier also nur gesagt, was sie zu wissen glaubte. Ein Beweis für Böswilligkeit ist das noch keiner.

Ausser natürlich unsere Prämisse ist falsch und die Tiere machten instinktiv einen Bogen um den Baum der Erkenntnis. (Das wäre dann übrigens die Blumenkohlvariante.)
In diesem Fall aber, scheint die Schlange mehr gewusst zu haben als sie als normales, bestenfalls ausgesprochen listiges Tier hätte wissen können. Sie erwähnte Details, die zu dieser Zeit noch nicht bekannt sein konnten. Zum Beispiel, dass ihnen die Augen aufgehen würden. So im Nachhinein scheint es beim Namen „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ auf der Hand zu liegen, doch hätte das auch ein bedeutungsirreführender Namen wie „Vergissmeinnicht“ sein können.
Das heisst also, die Schlange hatte entweder eine Informanten im Gefolge Gottes, oder jemand hat sich ihrer bemächtig, resp. sich als diese ausgegeben.
Dass die Schlange der Drahtzieher gewesen sein soll mit Kontakten bis in die oberste himmlische Führungsebene, scheint mir allerdings weniger plausibel als anzunehmen, dass einer der vielen Widersacher Gottes die Schlange als Marionette verwendet hat.
Ausser natürlich der Verzehr der Frucht der Erkenntnis katapultierte die Schlange in die intellektuelle Liga von Luzifer und Co. Das gleiche müsste dann aber auch mit den anderen Tieren geschehen sein, als sie zufällig mal vom Baum der Erkenntnis frassen. Doch über eine Rebellion der Tiere ist zumindest mir nichts bekannt – und zu einer Rebellion gegen Gott kam es noch jedes Mal, sobald sich irgendwo Erkenntnis einstellt. 

6 Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 

„dass von dem Baum gut zu essen wäre“?
„dass von dem Baum GUT zu essen wäre“?
Wie bitte soll das gehen, wenn sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, was gut und böse ist?

7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. 

Hat die Frucht aber wirklich funktioniert?
Wenn man sich die Konsequenzen für die Menschheit bedenkt, dann sollte sie das verdammt noch mal!

Ja, Adam und Eva wissen jetzt, dass sie nackt sind, aber ist das tatsächlich übel?
Ich meine, vorher hat es Gott nicht gestört, wieso sollte sich daran auf einmal etwas ändern? Er hat sie schliesslich genau so erschaffen!
Ausser natürlich die Nacktheit war ein eingebauter Lackmustest, an dem sich leicht erkennen lässt, ob jemand vom Baum der Erkenntnis gegessen hat. Das wirft natürlich die Frage auf, ob ein allwissendes Wesen eines solches Indikators bedarf?

Wenn sie funktioniert hat, dann sind wir jetzt (zumindest ins Sachen Ethik) wie Gott und wissen, ob etwas Gut oder Böse ist. Auch ich. Mein eigener, persönlicher Moral-Instinkt ist also jenem von Gott gleichwertig.
Dass zu morden und zu lügen „böse“ ist, auch wenn es in der entsprechenden Situation praktisch sein kann, weiss ich instinktiv. Dass das gleiche aber auch für Masturbieren und das Tragen von Kleidung aus mehr als einem Stoff gelten solle, kann ich definitiv nicht bestätigen. Doch das müsste ich, wenn es tatsächlich falsch ist und ich über die Fähigkeit verfüge zu erkennen, was gut und was böse ist.

8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN zwischen den Bäumen im Garten.

Wieso haben sie nicht versucht Gott zu täuschen? Sie wussten (jetzt), dass  sie etwas falsches gemacht haben. Doch sie wussten auch, dass sich Gott zuvor nicht an ihrer Nacktheit gestört hat. Wieso also taten sie nicht so, als sei alles in bester Ordnung? Es sieht ja nicht so aus, als ob Gott in den Garten reingestürmt wäre, weil irgendeine Alarmanlage losgegangen ist.
Sicher, früher oder später wäre es raus gekommen, aber wer zieht es nicht vor die Strafe hinauszuzögern? Und es hätte ihnen etwas Zeit gelassen nach der Frucht des Lebens zu suchen…

9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 

Hört sich so Allwissenheit an?

10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 

Sie trugen Lendenschurze! Sie waren nicht mehr nackt!
Was hätte er anziehen müssen, um sich vor Gott nicht nackt zu fühlen? Einen Frack?
Oder war es die Ehrfurcht vor Gott? Aber das hat doch nichts mit Gut und Böse zu tun, oder? Man verneigt sich vor einer Königin. Es nicht zu tun, wird als ein Zeichen des mangelnden Respekts verstanden. Etwas böses hat man damit aber nicht gemacht. Respekt ist schliesslich eine Art Geschenk und jemandem kein Geschenk zu machen, kann wohl kaum als ein böser Akt betrachtet werden, oder?

Und warum zum Teufel hat er nicht geblufft???

11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?

Scheint so ein Tick von Gott zu sein, sich all das Offensichtliche (aus der allwissenden Perspektive ist alles offensichtlich!) ganz genau erklären zu lassen.

12 Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. 

Petze!

13 Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. 

Hat die Schlange sie wirklich betrogen?
Dafür wäre doch eigentlich Betrugsabsicht nötig gewesen. Doch daran, ob diese tatsächlich vorhanden war, bestehen ja berechtigte Zweifel.
Und Adam und Eva leben ja noch. Es hat sich also noch nichts von dem, was die Schlange voraussagte, als unwahr herausgestellt.

Jetzt wird Gott doch sicher auch noch die Schlange ins Kreuzverhör nehmen und sie fragen, warum sie es gemacht hat…

14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. 

Kein Kreuzverhör. Kein überprüfen, ob es die gleiche Schlange war. Kein Gutachten, ob sie besessen war. Kein Angebot einer Strafmilderung für das Verpfeifen von Komplizen. Nicht mal ein Pflichtverteidiger.
Von der Aussage der falsch zitierenden (!) Zeugin direkt zum Bestrafen der ganzen Sippe.

16 Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

Der Verzehr der Frucht der Erkenntnis führt zum Tod. Ist es da wirklich nötig noch Folter hinzuzufügen? Ist der Tod nicht schlimm genug? (Und vor allem: Davon war zuvor nirgends dir Rede! Man kann doch als Richter nicht einfach nach Gutdünken die vom Gesetz vorgeschrieben Straffe verschärfen!)
Was auch stutzig macht, ist, dass Gott, statt das Todesurteil sofort zu vollstrecken, erst noch Adam und Eva Nachwuchs zeugen lässt, damit er auch diesen noch den Fehler ihrer Eltern nachtragen kann…
Das weckt bei mir den Verdacht, dass der Baum der Erkenntnis (ob er nun funktioniert hat oder nicht) eine von Gott installierte Massnahme gegen die Überbevölkerung im Garten Eden darstellte (eine Alternative zum Konzept des Alterns?). Früher oder später wird schliesslich jeder mal von ihr essen. Dummerweise taten das Adam und Eva aber früher als geplant. Deshalb konnte Gott die angedrohte Todesstrafe nicht sofort vollstrecken und musste stattdessen improvisieren.

Geburten sind bei Menschen schwieriger als bei anderen Tieren, weil das Becken der Frau zu schmal ist. Heisst das, dass Eva vor den Sündenfall eine wesentlich breiteres Becken hatte und dieses dann von Gott geschrumpft wurde? Sind Männer deshalb so von Ärschen besessen? Oder heisst das, dass die Babies mit kleineren Köpfen auf die Welt kommen sollten?
Eva hat, soviel ich weiss, im Garten Eden nie Kinder zur Welt brachten. Woher wissen wir dann, dass die Geburt nicht auch dort schmerzhaft gewesen wäre?
Vielleicht war sich Gott des Design-Fehlers bewusst und veranstaltete mit der Geschichte um den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse auch einfach eine False-Flagg Operation.

 17 Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.

„Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau?“
Irgendwie klingt es so, als ob Gott Adam vor allem vorwirft, dass er der Frau gehorcht hat.

20 Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben.

Hat sie erst jetzt einen Namen bekommen?
Wie lange haben sie zusammen im Garten Eden gelebt?
Wie hat er sie da gerufen?
Ej, Alde?

21 Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Gott machte Adam und Eva Röcke aus Fellen?

Also hat Gott mindestens ein Eden-Tier umgebracht um Adam und Eva einzukleiden? Ob das Tier wohl sprechen konnte?
Und bedeutete das das Aussterben dieser Tierart?
Schlangenleder-Röcke hätte ich ja noch verstanden…

22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.

„Der Mensch ist geworden wie unsereiner“?
Klingt das nicht so als gäbe es mehrere seinereiner?
Weiter oben sagt er „von dem ich dir geboten habe“ und nicht „von dem wir dir geboten haben“ – den Pluralis mayestatis können wir hier also ausschliessen.

Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!

„Dass er nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch vom Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich“?
Dass ein allmächtiges Wesen kein viereckiges Dreieck machen können muss, verstehe ich, aber dass die Frucht vom Baum des Lebens gegen seinen Willen das Todesurteil aufheben kann?

Und waren Adam und Eva vorher wirklich unsterblich? Oder waren sie es nur, weil sie hie und da zufällig vom Baum des Lebens assen?
Für mich sieht das so aus, als ob die einzige Möglichkeit für Gott das Todesurteil zu vollstrecken darin bestand, sie aus dem Einflussbereich vom Baum des Lebens zu entfernen.

Es scheint also so, dass Gott zwar durchaus allmächtig ist, der Baum des Lebens aber noch etwas allmächtigerer.

btw. Dass Gott einfach einen Zaun um den Baum des Lebens hätte errichten können, fiel ihm offenbar nicht ein. (Einfache Lösungen ohne Kollateralschäden werden allerdings noch lange nicht sein Ding sein.)

23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. 24 Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.

Hört, hört, davon, dass auch die Schlange verbannt worden wäre, kein Wort. Wieso haben dann auch unsere Schlangen keine Beine? Die können dieses  Merkmal ja nicht von ihr geerbt haben.
Oder hat Gott in seiner Allwissenheit die Schlangen ausserhalb des Garten Edens vorausplanend schon beinlos erschaffen?

Epilog : Nochmals kurz Genesis, Kapitel 2

15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 

Verbannte Gott Adam nicht aus dem Garten Eden, dass er bebaute die Erde, von der er gekommen war? Das sollte er auch schon im Garten Eden tun!

 20 Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach.

Das scheint Gott überrascht zu haben?
Musste er deshalb sein Rezept von Erd- zu Rippenschöpfung ändern?

23 Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.

Männin?

Und die Moral von der Geschicht…

Der Verzehr der Frucht der Erkenntnis von Gut und Böse bringt also den Tod?
Wenn Adam und Eva es in den Himmel geschafft haben, dann frohlocken sie ewig. Sprich: Kein Tod.
Wenn Adam und Eva es nicht in den Himmel geschafft haben, dann leiden sie ewig. Sprich: Ebenfalls kein Tod.
Hätte es vielleicht so heissen sollen:

„Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn eines Tage, da du von ihm isst, wirst du dir wünschen tot zu sein.

Und dass die Schlange nur der Sündenbock war, erübrigt sich hoffentlich nochmals extra erwähnen zu müssen.

Einsteins Zapfen Brüder

Sind zwei Äpfel vom selben Baum Brüder?

Der Legende nach war es ein Apfel, der Isaak Newton auf den Kopf fiel und ihn damit auf die Idee mit der Schwerkraft brachte. War der Apfel ein Ausnahmetalent oder hat es die ganze Familie1 drauf?

Eine ähnliche Legende über Einstein und speziell über die Relativitätstheorie gibt es zwar nicht, doch ich weiss, dass zu der Zeit als diese in ihm reifte, gleich neben dem Gebäude, in dem er lehrte, ein Mammutbaum stand. Und er steht dort noch heute. Und ein Bruder des Zapfens, der Einstein seinerzeit auf die richtige Spur hätte gebracht haben können, liegt nun vor mir auf dem Tisch.

EinsteinZapfen

Will ihn jemand kaufen?

Es gibt keine Vegetarier im Paradies

Adam und Eva lebten nach dem Sündenfall noch gut 1000 Jahre – und das trotz Gottes Zusicherung des unmittelbaren Todes nach dem Verzehr der Frucht vom Baum der Erkenntnis. Hätte Eva sich zurück gehalten, wären sie gar nicht gestorben (und mit ihnen nicht alle Menschen und Tiere und Pflanzen und Pilze und Sterne). Sie hätten statt zu sterben ewig gelebt, so wie es die Bakterien, Archeen und einzelligen Eukarionten hier auf der Erde und Adam und Eva im Paradies 1 (bloss ohne viele der Menschen2 und alle Tiere3 und Pflanzen4 und Pilze5 und Sterne6) noch immer tun.

Folgendes macht mich aber stutzig: Woher wissen wir, dass Adam und Eva nicht von Anfang an sterblich waren? Bei 1000 Jahren Lebenserwartung wird man nach den ersten paar Tagen noch nicht viel von dem langsamen Zerfall bemerken, der am Ende zum Tod führen wird.
Ohne eine gründliche medizinische Untersuchung7 (im Idealfall über einen längeren Zeitraum hinweg), lässt sich so etwas unmöglich bestimmen. Sollen wir also wirklich auf die Selbsteinschätzung von ein paar Teenagern vertrauen? Mit 158 fühlt sich auch heute noch jeder unsterblich – wie muss es da erst gewesen sein, als es noch keine Alten (und Horrorfilme) gab, die einen lästigerweise dauernd daran erinnern, dass es vielleicht doch nicht so ist?

Die Raubtiere waren bis zum Sündenfall Vegetarier! Ja, das deutet tatsächlich darauf hin, dass im Paradies irgendetwas anders lief.
Doch wie lange brauchten Adam und Eva um es zu verkacken? Wenn es ein paar Stunden oder Tage waren9, dann hatten die Raubtiere vielleicht einfach noch keinen grossen Hunger? Die wussten damals ja noch nicht, wie lecker Fleisch ist, und versuchten sich in ihrer Unwissenheit von Pflanzen und Früchten zu ernähren. Das funktioniert durchaus eine Weile lang.
Für eine zuverlässige Analyse braucht es auch in diesem Fall etwas mehr anatomisches Know how und definitiv mehr Zeit.

Das verborgene Drittel

Zwischen Genesis und Sintflut liegen kapp 2000 Jahre.
Zwischen Sintflut und Jesus liegen knapp 2000 Jahre.
Zwischen Jesus und heute liegen knapp 2000 Jahre.

6000 Jahre Menschheitsgeschichte, von deren erstem Drittel wir so gut wie nichts wissen.

Im 5. Kapitel der Genesis lernen wir zwar die Namen von etwa zehn Menschen der vorsintflutlichen Äre kennen, doch von der damaligen Kultur, Politik und ihren technischen Errungenschaften erfahren wir nichts. Wir wissen nur, dass „der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar“.

Nun ja, nicht ganz aller Menschen Bosheit war gross. Noah fand Gnade vor dem Herrn. Doch entgegen dem Eindruck, der bei der Lektüre der Bibel vielleicht entstehen könnte, war Noah keine zufällige Person war, der es entgegen aller Wahrscheinlichkeit gelang ein gottgefälliges Leben zu führen. Vielmehr handelte es sich bei ihm um das Endprodukt eines ausgeklügelten göttlichen Zuchtprogramms. Jeder einzelne in der Ahnenlinie, die direkt von Adam zu Noah führte, brachte nämlich locker 500 Jahre auf die Waage, während bei allen anderen schon bald mal die Lebenszeit auf 120 Jahre gestutzt wurde – angeblich weil Gott missfiel, dass sie sich nach Belieben ihre Partner suchten. (Genau betrachtet, heisst das, dass demzufolge nicht Noah das Produkt einer genetischen Optimierung war, sondern alle anderen durch gezielte Pfuscherei disqualifiziert wurden, doch läuft das im Grunde aufs Gleiche hinaus.)

Das erste Drittel hätte dabei eigentlich der reinste Zuckerschlecken sein müssen. Die Gene waren so frisch nach der Schöpfung noch tiptop – die degenerierende Wirkung des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik setzte erst almählich ein1. Und die Geschichte von der Verbannung aus dem Paradies kannte man während der ersten Hälft von Adam aus erster Hand und während der zweiten Hälfte von Methusalem aus zweiter Hand. Optimale Voraussetzungen also.
Und es würde mich nicht wundern, wenn Gott auch immer mal wieder vorbei geschaut und die Menschen bei Kaffee und Kuchen mit ein paar hilfreichen Tips unter die Arme gegriffen hätte2.

Und doch fuckten sie es ab. Kolossal sogar.

Wie genau, erfahren wir indessen nicht? Auch nicht, wonach sie trachteten. Was haben sie also bloss angestellt, dass Gott sich gezwungen sah, nicht nur die Schuldigen auszuradieren, sondern auch alles, was im entferntesten Rückschlüsse auf die Art des Verbrechens zulassen würde? Eine globale Sintflut wäscht schliesslich auch das letzte Indiz vom Tatort. 3 4 5

Ich kapier das einfach nicht. Wie konnte man es mit solchen Voraussetzungen bloss verbocken? Sie waren genetisch nicht vorbelastet, waren wahrscheinlich auch geistig noch top drauf, hatten direkte Augenzeugen und wohl auch immer mal wieder direkten Kontakt mit Gott. Was um Himmels Willen konnte da bloss schief gehen?
Nun ja, geistig top drauf zu sein, ist eigentlich auch heute noch in Sachen Gottgläubigkeit eher ein Hindernis… Luzifer war schliesslich auch der intelligenteste Engel und der kannte Gott sogar persönlich… Es scheint fast so, als ob es die Persönlichkeit Gottes ist, die die meisten vergrault…

Dazu passt auch, dass die Leute irgendwie besser zu wissen scheinen, was Gott will, seit er es ihnen nicht mehr persönlich sagt.

 

Biblische Domino Hypothese

Wussten die kurzlebigen Menschen von der Langlebigkeit der Adam-Noah-Linie? Wussten sie, dass diese Leute im Gegensatz zu ihnen gesegnet waren?

Wenn ja, dann machte sie vielleicht genau das so stinkig. Dann stellt sich aber die Frage, warum sie kein Massaker anrichteten? Respektive wenn doch, wieso die Auserwählten dieses überlebten? Da konnte doch nicht alles mit rechten Dingen zu gehen… Haben sich womöglich die Erben Adams in guter alter Schwarzenegger-Manier aus der Bredouille gemetzelt?
Oder aber sie stellten die Herrscherfamilie dar, wobei das lange Leben gewissermassen die Legitimierung von höchster Stelle darstellte? Doch dann frage ich mich, wieso ihnen, wenn sie so toll waren, die Sache dermassen aus dem Ruder lief? Respektive warum sie für die Verfehlungen ihrer Untertanen nicht zur Rechenschaft gezogen wurden?

Wenn die Langlebigkeit unbemerkt blieb – und das erscheint mir, obgleich es eine ausgewachsene Verschwörung gewesen wäre, wahrscheinlicher (weil gerechter6) -, dann wirft das eine andere Frage auf: Wodurch unterschied sich Personen in der Adam-Noah-Linie von allen anderen? War es jeweils der älteste Sohn des ältesten Sohnes des ältesten Sohnes (die klassische Erbfolge eben7)? Oder war es jeweils der Spross mit der grössten moralischen Integrität? Sei es nun so oder so, wenn nur die exakte Linie mit der Langlebigkeit gesegnet wurde, bedurfte es dauernder genetischer Justierungen Gottes bei allen anderen Geschwistern8, was diese sicher nicht mit Begeisterung quitiert haben… (ausser natürlich man begnügte sich immer nur mit einem einzigen Nachkommen?)

Unter solchen Voraussetzungen wundert es mich eigentlich nicht wirklich, dass die Kacke da am Dampfen war…

Warum aber bestand Gott trotz all dieses offensichtlichen Konfliktpotentials auf der Langlebigkeit der „Gesegneten“? Dass er sich an ihnen erfreute, ist ja schön und recht, doch wenn er mit der Sonderbehandlung soziale Unruhen in Kauf zu nehmen bereit war, dann sollte er schon wirklich gute Gründe dafür haben. Dass er sich so länger an seinen treuen Schäfchen ergötzen konnte, zählt da sicher nicht dazu.

Hier meine Hypothese: In seiner Allwissenheit wusste Gott, das Leben ist ein Dominospiel (nicht die Lege-, sondern die Umfallvariante). Sowohl Leben wie auch Ideen werden von Generation zu Generation weitergegeben (und ändern sich gelegentlich) und es besteht immer die Gefahr, dass sie irgendwo mal stecken bleiben.9
Wie sorgt man dann dafür, dass das gewünschte Gen/Mem das Ziel erreicht?
Da mit jeder weiteren Generation die Wahrscheinlichkeit steigt, dass was schief geht, sollte man sich lieber auf ein Minimum an Steinen beschränken – was bei einer fixen Distanz bedeutet, dass man sie gross macht. Sprich langlebig.
Das heisst, die Adam-Noah-Ahnenreihe war die redundante Sicherheitslinie, welche dafür sorgte alle nötigen Gene und Meme das Ziel erreichen, selbst wenn der ganze Rest zum Teufel gehen sollte.

Da fragt sich’s natürlich, ob Gott diese Strategie auch im zweiten und dritten Drittel der Menschheitsgeschichte verwendet hat10 und ob es irgendwo eine langlebige Linie gibt, welche als Backup für den Notfall dient11. Das würde dann auch die kryptische Bemerkung von Jesus erklären, dass er wiederkommt noch bevor der letzte Anwesende gestorben sei.

Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan

Am sechsten Tag erschuf Gott also den Menschen…

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
1. Mose 1;28

Diese Anweisung war das erste, was er zu ihnen sagte. Kann man dann davon ausgehen, dass Gott dem einiges Gewicht beimass?

Wieso? Wieso ist es Gott so wichtig, dass die Menschen sich vermehren? Wäre ein „Seid glücklich und habt Spass!“ nicht ein irgendwie liebenswürdiger Willkommensgruss gewesen? Insbesondere da Adam und Eva zu diesem Zeitpunkt noch unsterblich waren und sich damit, die Welt zu bevölkern, ruhig noch etwas Zeit hätten nehmen können. Wieso von Anfang an diese Fixierung auf die Fortpflanzung?
Wie dem auch sei, Vermehrung ist toll – und nicht nur weil sie Spass macht1 – , hat aber die überraschende Konsequenz, dass es dann immer mehr Menschen gibt. Wieso hat Gott nirgends erwähnt, ab welchem Moment wir das Gebot uns zu mehren „on hold“ stellen sollten? Ich meine, eine Überbevölkerung hat – zumindest aus der postparadiesischen Perspektive – schliesslich auch ihre Schattenseiten.

Aber okay, Gott wird schon seine Gründe dafür gehabt haben.

Warum sollen wir uns die Erde Untertan machen? Warum sollen wir nicht im Einklang mit der Natur leben? Eine solche Lebensform würde ich nicht als Herrschaft bezeichnen. Okay, als derjenige, der in ferner Zukunft vielleicht mal imstande sein wird verletzte Tiere zu heilen2, trägt man schon eine gewisse Verantwortung, doch sie waren im Paradies und da sollten Unfälle eigentlich seltener passiere. Wie legitimiert sich also die Herrschaft der Menschen über die Fische im Meer, über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht? Da die Menschen und alle Tiere und Pflanzen zu jener Zeit Vegetarier waren, gab es abgesehen von einer gelegentlichen Bewunderung eigentlich keinen Grund zur Interaktion. Wieso dann überhaupt Herrschaftsstrukturen. Da hätte Gott auch gleich noch die Wookies auf die Liste setzen können.
Okay, damit gehe ich wohl etwas zu weit. Die Interaktion konnte natürlich auch in Form von gemeinsamem Spiel stattfinden. Und in diesem Fall macht es durchaus Sinn den Menschen quasi als von Gottes gnaden eingesetzten Schiedsrichter zu etablieren – wobei mir nicht ganz klar ist, wieso Gott das mit seinen Allfähigkeiten nicht selbst machen will3. Den Schiri als Herrscher über den Fussballplatz zu bezeichnen finde ich – ehrlich gesagt – aber trotzdem etwas absurd. Insbesondere wenn einer der Spieler Maradona ist.
Ich hätte die Herrschaft wohl je nach Gebiet aufgeteilt. Wenn es ums Postwesen geht, wären wohl Tauben oder Eulen oder Raben besser geeignet gewesen. Was das Transportwesen betrifft Elefanten. Einen kurzbeinigen Menschen zum Vorgesetzten eines Adlers in der Kartografie zu machen ist auch kein sehr schlauer Schachzug, ihr versteht was ich meine?
Und der Chef ist nicht Adam allein, sondern die Menschheit als ganzes, was – nun ja – auch ein gewisses Konfliktpotential beinhaltet 4.
Wenn es nun einen Interessenkonflikt gibt zwischen den Menschen und einer anderen Art und der Mensch der Boss ist, dann wird die andere Art, sofern deren Niederlage dem Menschen auf lange Sicht nicht noch mehr schadet, immer den kürzeren ziehen56.

Aber okay, Gott wird wohl auch hier seine Gründe dafür gehabt haben.
Wobei ich aber wirklich nicht verstehe, wieso er uns diese nicht erklärt. Ich sag ja nur.

Wir sollen uns also mehren. Gut. Als Mann kann und will ich diesem Gebot bis an mein Lebensende nachkommen. Frauen werden aber ab der Menopause in dieser Hinsicht überflüssig. Anders als bei den anderen Tieren sterben die Frauen aber noch nicht gleich, sondern kümmern sich um den Nachwuchs ihres Nachwuchses, wodurch sie ihrem Nachwuchs etwas Freiraum verschaffen, den dieser zur weiteren Fortpflanzung nutzen kann. Die Unfruchtbarkeit ist also keine Bremse für die Vermehrung, sondern bisweilen sogar ein Turbobooster.
Wieso ist das bei Homosexuellen nicht das gleiche? Ihre Effizienz beim Fortpflanzen mag kleiner sein aufgrund ihrer Neigung, welche – wohlgemerkt – keine freie Entscheidung ist, ihr Wunsch sich um Kinder zu kümmern aber ganz und gar nicht. Von daher kann die Erziehung des Nachwuchses genau wie an die Grosseltern auch an Homosexuelle ausgelagert werden7.

Wenn sich also Gläubige gegen die Adoption von Kindern durch Homosexuelle aussprechen, dann verstossen sie damit, selbst wenn sie irgendwelche Bibelverse zitieren, gegen das erste und wichtigste Gebot Gottes: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.

Die unkämmbare Kugel

godGott ahnte von vornherein, dass das mit den Menschen nicht gut kommen würde, und so hat er schon mal vorgesorgt und für sie eine Welt erschaffen, die allein durch ihre Form die Menschen umbringen würde.
Eine Kugel lässt sich nämlich nicht kämmen. Da bleibt immer irgendwo ein Wirbelsturm übrig…

Ich frage mich, was passiert wäre, wenn Adam und Eva die Sache nicht verbockt hätten?
Sie hätten sich fortgepflanzt und früher oder später wäre das Paradies aus allen Nähten geplatzt. Vielleicht wäre es aber auch schon vorher zu Hungersnöten gekommen, weil die Nachfrage der sich exponentiell mehrenden Fauna irgendwann das Angebot der Flora überstiegen hätte. Und wenn sich während einer solchen einer der Bewohner Edens an der Frucht der Erkenntnis vergriffen hätte – als wegen Hunger und nicht aus Neugier – wie hätte Gott da wohl reagiert?
Hätte er ihn trotzdem mit Tod und Verbannung bestraft?
Oder hätte er gleich alle Menschen so bestraft? Von jemandem, der die Erbsünde erfunden hat, würde einen das gar nicht mal überraschen.
Und wären Tod und Verbannung unter solchen Umständen nicht vielleicht sogar eine willkommene Erlösung von der paradiesischen Sardinenbüchse?

Wenn ich mal ne Zeitmaschine habe, reise ich zurück an den Anfang und erkläre der Schlange, dass sie wesentlich mehr Unheil anrichtet, wenn sie Eva nicht verführt. Was hätte sie zu verlieren? Wenn sich meine Prognosen nicht bestätigen, kann der Teufel es ja noch immer auf seine Art durchziehen. Ist ja nicht so, dass es eine Dead-Line geben würde.

 

Okay, ich weiss, oberste temporale Direktive und so.
Aber ist es nicht eine noch heiligere Pflicht der Sternenflotte, wann immer es geht, den Qs eins auszuwischen?

Hat sich schon mal ein Mathematiker die Mühe gemacht zu berechnen, wie gross die Unwahrscheinlichkeit ist, dass ein intelligentes Wesen einen Schöpfungsprozess wie jenen in der Bibel beschriebenen entwickelt1?