Eda Gregr
23.05.2017 um 21:43

Ob die Geschichte des Abendlandes blutiger verlaufen wäre, wenn Jesus uns nicht geboten hätte dem Ohrfeiger die andere Backe hin zu halten, sondern ihm stattdessen den Kopf ab zu schlagen?
Ian Hazelwood, Philosoph

Nop
Milton Flannan, Experimental-Zeitreisender

Was wenn sich Jesus durch ein Wurmloch beim Masturbieren beobachten liesse? Welchen Einfluss hätte das auf die christliche Einschätzung der Selbstbefriedigung?
Oder wenn man ihn mit Judas vögeln gesehen hätte? Wäre Homosexualität dann okay?

Ich bin mir ziemlich sicher, man hätte schnell Bibelverse zur Hand, welche genau das schon seit jeher gemeint haben – bloss dass die Heilige Schrift bedauerlicherweise all die Jahre nicht gut genug gelesen wurde.
Das liesse sich sogar testen: Man nehme einen Theologen, setze ihn ein bisschen unter Drogen, präsentiere ihm gefälschte Evidenzen für die gelebte Homosexualität von Jesus sowie eine Bestätigung vom Papst höchstselbst, dass dies inzwischen allseits akzeptiert sei, und dann gibt man dem Theologen den Auftrag, er möge doch bitte einschlägige Bibel-Zitate suchen, die das erwähnen und gutheissen.

Kann Jesus überhaupt etwas moralisch verwerfliches anstellen? Ich meine natürlich nicht, dass er irgendwie mental programmiert ist, dass er beispielsweise Schweinefleisch nicht sehen kann, oder dass er aus einem Material besteht, durch welches Schweinefleisch einfach durchfällt. Das wäre zwar auch eine Möglichkeit, aber ich meine, dass Schweinefleisch, wenn er es isst, augenblicklich aufhört per se unrein zu sein. Wodurch er quasi der König Midas der Moral ist.

Die Verfluchung des Feigenbaums wäre ein anderes Beispiel. Bloss weil man hungrig ist und ein Feigenbaum aussererhalb der Erntezeit keine Früchte trägt, ist kein guter Grund diesen verdorren zu lassen. Und doch hat es Jesus getan. Und ich habe von niemandem gehört, der je Schwierigkeiten bekommen hätte, weil er einen Feigenbaum verflucht hat.

Im Beispiel, das ich mir etwas genauer ansehen will, geht es darum, dass man Jesus für seine Unnachgiebigkeit bewundert, es aber meines Erachtens genauso für dein Nachgeben hätte tun können.

Die Versuchung Jesu

Da gibt es doch diese Episode, wo Jesus für 40 Tage in die Wüste geht und dort vom Satan versucht wird. (Davon, dass niemand dabei war, der hätte bestätigen können, dass es sich tatsächlich so zugetragen hat und dass es da nicht noch ein paar weitere Versuchungen gab, denen Jesus nicht widerstand, soll hier nicht die Rede sein.)

Satan empfahl dem hungrigen Jesus, seine göttliche Macht zu nutzen und Steine zu Brot zu machen und damit seinen Hunger zu stillen (Davon, ob es auch dann eine Versuchung ist, wenn Jesus zu so etwas gar nicht in der Lage ist1, soll uns hier auch nicht interessieren.). Jesus tat es nicht2. Was aber wäre gewesen, wenn er getan hätte? Man hätte gejauchzt: Halleluja, ein Wunder! Und auf den Einwand, er habe dem Feind zugehört und eigennützig gehandelt, hätte man gekontert: Es ist gut, mit dem Feind zu reden. Das ist Nächstenliebe… Hat sich eigentlich schon mal jemand überlegt, ob die „Versuchung“ nicht vielleicht ein Angebot Satans war, sich mal zusammen an einen Tisch zu setzen und bei einem Schluck Wein (wenn schon dann schon!) zu überlegen, ob sich nicht irgendwo einen Kompromiss finden liesse, mit dem alle Seiten leben können, welches Jesus aber schnöde ausschlug?

Dann fragte Satan Jesus, wie sie so oben auf dem Tempel stehen, ob er als Sohn Gottes sich nicht von Engeln runter bringen lassen könne? (Wer noch nie nach einer durchzechten Nacht an einem völlig verrückten Ort aufgewacht ist, werfe den ersten Stein!) Jesus will  nicht3. Was aber wäre gewesen, wenn er es getan hätte? Auch hier hätte man gejauchzt: Halleluja, ein Wunder! Wie in der Schrift prophezeit, befielt er seinen Engeln, ihn auf ihren Händen zu tragen, damit sein Fuß nicht an einen Stein stößt.

Und zuletzt schlägt Jesus auf einem sehr hohen Berg4, das Angebot aus die Weltherrschaft anzutreten. Was aber wäre geschehen, wenn er sie übernommen hätte? Im alten Testament wird prophezeit, dass er Herrscher über die Welt werden würde. Und die Christen sind ohnehin überzeugt, dass er es ist. Von daher hätte es keinen Unterschied gemacht.
Wenn da nicht die Sache mit dem Niederwerfen gewesen wäre. Was wäre gewesen, wenn er sich niedergeworfen hätte? Halleluja, er zeigt Bescheidenheit und Demut. Ein König kniet nieder bei deiner Krönung.
Und das mit dem Anbeten? Hm… Es wäre ein unbequemer Kompromiss, welcher symbolisiert, dass ein König sich auch manchmal die Hände schmutzig machen muss um gutes zu tun. Doch indem er es offen tut, steht er dafür gerade. Nicht so geheime Vereinbarungen hinter verschlossenen Türen. Es ist kein Zuckerschlecken ein König zu sein. Und überhaupt, was wäre die Alternative? Soll der Gute Mann wegen einer Formalität die Herrschaft einem Strümper überlassen und damit die Welt vor die Hunde gehen lassen?

Wir sehen also: Alles wird gut, wenn Jesus es tut.

Quantitätstheorie der Unmoral

Wenn Masturbation auf einmal nicht mehr übel ist, welche theologischen Konsequenzen hätte das? Kommt einem Religion mit einer stetig schrumpfenden Zahl an Sünden zurecht? Oder ist da mehr dran?
Ich habe da eine Theorie: die Quantitätstheorie der religiösen Unmoral. Dieser zufolge braucht eine Religion immer eine kritische Masse an unmoralischen Handlungen, welche sicherstellt, dass man sich nie ganz sicher sein kann, wie es um das eigene Seelenheil bestellt ist. Religionen sind Schlepperbanden, welche die Schäfchen retten. Und das Geschäft funktioniert umso besser, je weniger man weiss, wo die Grenzen liegen5. Deshalb poppt für jedes rehabilitierte Gräuel irgendwo ein neues auf.
Es ist natürlich nicht so, dass der Papst über den Stand der Sünden Buch führt und systematisch neue einführt. Das geschieht ganz von alleine, wenn das Dogma „Wir alle sind Sünder“ ist. Wenn man Sünder sein will und einem die Sünden ausgehen, gewichtet man die übrigen neu oder schämt sich (und andere) eben für was anderes.

Andersrum

Sich verführen zu lassen ist doof und kann einen schnell mal das ewige Leben kosten6. Man kann sich allerdings auch von der anderen Seite verführen lassen (siehe Bild links) und damit gewinnt man das ewige Leben7. Verführung ist also nur dann verdammenswürdig, wenn Jesus im anderen Hosenbein der Zeit8 steckt.

Bei den Versuchungen oben verkniff sich Jesus Wunder.
Bei anderen Gelegenheiten vollbrachte er sie durchaus. Obgleich auch dort galt, dass man nicht vom „Brot“ allein lebt („Brot“ kann hier für alles stehen, was sich mit einem Wunder in Ordnung bringen lässt) und dass man Gott nicht auf die Probe stellt (ein Wunder ist nichts anderes). Hätte er sich die vollbrachten Wunder nicht konsequenterweise auch verkneifen müssen? (Die Sache sähe natürlich ganz anders aus, wenn er die Versuchungen deshalb ausgeschlagen hätte, weil er keine Wunder für sich selbst vollbring will. Doch genau das wird nicht angeführt… Sollte einen das nicht stutzig machen?)

Aber eben, es ist egal, in welchem Hosenbein der Zeit Jesus steckt, es ist immer das richtige.

Wenn ich etwas für ethisch richtig halte und das Gegenteil davon tue, dann ist das böse.
Wenn Jesus etwas für moralisch richtig hält und das Gegenteil davon tut, dann ist das immer noch gut. Weil er es tut9.
Die Konsequenzen können aber verschieden sein. Auf der einen Seite könnte der Himmel auf Erden stehen und auf der anderen Nordkorea. Beides unausweichliche Folge der Vorbildfunktion seiner Taten. Und doch ist Jesus lieb und alles was er macht, moralisch spiegelniegel.

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Eda Gregr
07.05.2017 um 01:30

Die Liebe ist etwas wunderbares. *seufz*
Doch wenn man versehentlich die falschen Werte vertritt, kann es auch übel ins Auge gehen…

Es gibt verschiedene Arten von Liebe. Wenn man als Liebender jedoch von einer wichtigen Sache um Grössenordnungen mehr versteht als der Geliebte, dann haben wir es ganz klar mit einer Art von Elternliebe zu tun, bei welcher der Liebende eine Verantwortung dem Geliebten gegenüber übernimmt, die er einem Fremden gegenüber so nicht hätte.

Deshalb hält der Wahre Christ schliesslich auch dem Fremden die andere Wange hin (Matthäus 5,39), während er beim Sohn seine Liebe mit der Rute praktiziert (Sprüche 13,24).

Wenn ich Rauchen für schädlich halte, werde ich es nur dann allgemein zu verbieten versuchen, wenn es auch für mich als Unbeteiligten schädlich ist und/oder wenn ich fürchten muss, dass ich später für die Kosten werde aufkommen müssen. Sollte Passivrauchen jedoch auf wundersame Weise weder schädlich noch störend sein und sollten durch den verfrühten Tod der Raucher die Kosten im Gesundheitswesen angenehm sinken und es allgemein keine negativen Folgen für die Gesellschaft haben, dann habe ich als rationaler Mensch eigentlich keine Gründe mehr den Leuten das Rauchen auszureden. Ausser ich bin ein empathischer, netter Mensch. Dann werde ich es ihnen zwar trotz des für mich daraus resultierenden wirtschaftlichen Nachteils ausreden, aber ich werde nicht versuchen, ihnen das Nichtrauchen per Gesetz aufzuzwingen. Weil ich als empathischer, netter Mensch ihre Meinung, auch wenn ich sie für falsch halte, respektiere und überzeugt davon bin, dass niemand das Recht hat anderen seinen Willen aufzuzwingen.
Wenn ich Rauchen für schädlich halte und meinen Sohn dabei erwische, wie er eine Zigarette pafft, dann ist es mir egal, ob Passivrauchen weder schädlich noch störend ist. Und es ist mir egal, ob Rauchen die Gesundheitskosten sinken lässt. Und ganz besonders egal ist mir, ob man als empathischer netter Mensch eigentlich kein Recht hat jemandem seinen Willen aufzuzwingen. Ich werde ihm in seine Angelegenheiten reinreden. Und zwar sehr deutlich.

Beim Thema Rauchen gibt es Studien, die meine Position stützen. Beim Thema Masturbation fehlen jedoch Studien, welche die Schädlichkeit belegen. Und wenn ich meine ganze Macht einsetze um die von mir geliebten Personen von dieser meiner festen Überzeugung nach verheerenden Beschäftigung abzuhalten, kann ich damit einen beachtlichen Schaden anrichten. Wohlgemerkt, ich bin nicht naiv, ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass ich mit meinen masturbationsverhindernden Massnahmen den Betroffenen ein gewisses Leid bereite, doch bin ich felsenfest überzeugt davon, dass es deutlich kleiner ist als das Leid, welches das Masturbieren verursacht hätte. Bloss dass ich damit nicht recht habe und das vermeintlich kleinere von zwei Übeln das einzige Übel ist.

Das ist zwar traurig für die Betroffenen, doch sind es wenigstens nur relativ wenige Menschen, deren Wohl mir wichtiger ist als mein eigenes und für die ich demzufolge eine Verantwortung trage, welche ihre Selbstbestimmung jederzeit ausser Kraft zu setzen vermag.
Ausser natürlich ich bin von Nächstenliebe erfüllt, dann ist keiner vor meinem Besserwissen sicher…

Mit der Nächstenliebe verlegt man sich von der anderen Wange zur Rute.

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Eda Gregr
15.04.2017 um 15:35

 

ALLE Kriege stoppen??
Geht das überhaupt?

Aufhören die Anderen umzubringen. Das ist machbar. Sogar ziemlich schnell. Einfach die Waffen nicht mehr benutzen. Und diese – nur für alle Fälle – in die (dafür vorgesehenen Recycling-)Tonnen werfen. Dafür braucht es keine 365 Tage.
Aufhören die Anderen umbringen zu wollen. Das ist der schwierige Teil.

Selbst wenn wir das Problem, dass womöglich zu viel geschehen ist, um dem Anderen einfach so verzeihen zu können, beiseite lassen, so bleibt doch die Meinungsverschiedenheit bestehen, welche – weil sie nicht auf eine für alle Seiten akzeptable Weise aufgelöst werden konnte – überhaupt erst zum Krieg geführt hat. Die Meinungsverschiedenheit kann darüber bestehen, wem ein gewisser Landstrich gehört, wieviel ein verzweifelt benötigtes Produkt kosten darf, welchen Gott man anbeten soll oder ob man eine unbeliebte Bevölkerungsgruppe einfach eliminieren kann.
Ich will nicht bestreiten, dass man sich in viel zu vielen Fällen nicht genug Mühe gegeben hat, einen Kompromiss zu finden. Manchmal gibt es allerdings auch keinen Raum für Kompromisse. Wenn ein Land alle Juden vernichten will, dann ist auch selbst nur die Hälfte nicht akzeptabel.

Oder vielleicht doch?
Die Organisation, in welcher der Freund, der am 1. Januar auf Facebook den Aufruf alle Kriege zu stoppen gepostet hat, als Funktionär tätig ist, hält beispielsweise den an den Amalekitern verübten Genozid für okay. Und diese Organisation wird gemeinhin als Hüter der Moral des Abendlandes betrachtet! Was dann wohl heisst, dass wenn es darum geht eine verfahrene Meinungsverschiedenheit beizulegen, der moralisch akzeptable Handlungsspielraum erstaunlich gross sein kann…

Wenn wir also den Krieg mit dem IS beenden wollen, welche Kompromisse sind wir bereit dafür einzugehen?
Opfern wir die Frauen- und die Schwulenrechte?
Kein Problem. Die sind dem Hütern der Moral eh schon lange ein Dorn im Auge.
Übernehmen wir Sharia und den Wahabismus?
Sharia okay, schliesslich umfasst sie mehr oder weniger die gleichen Regeln, wie sie auch im Handbuch jener Organisation zu finden sind. Aber zum Islam konvertieren? Ausgeschlossen! Nicht mal wenn sich damit ein Blutbad verhindern liesse! Oder vielleicht sogar eben gerade deshalb nicht, weil es ein Blutbad verhindern würde? Nichts unterstreicht schliesslich Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit besser der geschundene, blutige Körper eines Märtyrers.

Von daher bin ich mir – ehrlich gesagt –  nicht ganz sicher, wie ernst das mit dem Frieden gemeint ist. Getötete Missionare heilig zu sprechen, erscheint mir nicht gerade förderlich für den bitter nötigen Dialog, wenn diese von der anderen Seite als Provokateure betrachtet werden.

Nun ja, vielleicht sollten wir uns lieber nicht an Religionen orientieren, wenn wir Kriege beenden wollen. Schliesslich verdankt sich ihr kompromissloses Einstehen für den Frieden weniger ihrer Menschenliebe, als viel mehr dem Umstand, dass man es ihnen seit der Aufklärung einfach nicht nicht mehr erlaubt, offen zur Gewalt aufzurufen…

 

ALLE Kriege stoppen??
Klar! Aber zu welchem Preis?

Es gibt bekanntlich Dinge, die man nicht tolerieren darf.
Darin sind sich alle einig. Nicht ganz so einig sind sich alle jedoch darin, welche Sachen das konkret sind, die nicht toleriert werden dürfen. Das unterscheidet sich von „Kultur“ zu „Kultur“. Was dem einen bis zum äussersten schützenswert erscheint, mag für den anderen bis zum äussersten nicht tolerierbar sein.
Und da gibt es schnell mal keinen Spielraum für Kompromisse.

Allerdings – quasi als Silberstreifen am Horizont – neigen die Menschen im grossen und ganzen zum Prinzip „Leben und Leben Lassen“. Wenn man sie nicht zum Gegenteil anstachelt (sei es aus wirtschaftlichen, folkloristischen oder religiösen Gründen), ist es ihnen eigentlich ziemlich egal, was die Anderen treiben.
Die Anderen sind übrigens alle, die nicht zur Familie gehören. Und das ist im übertragenen Sinn die dunkle Wolke vor dem Silberstreifen am Horizont, denn die Anderen können das eine oder andere moralisch nicht so gefestigte Familienmitglied auf doofe Gedanken bringen. Und in einem solchen Fall muss man aktiv werden. Dass Fremde den Weg zur Hölle beschreiten, ist zwar bedauerlich, aber sie sind frei, es zu tun. Wenn aber einem Schutzbefohlenen eine solche Gefahr droht, sieht die Sache gaaanz anders aus…

Um alle Kriege zu stoppen, muss man alle auf die gleiche Seite kriegen. Man muss dazu nicht in jedem Punkt einer Meinung sein, aber die Spielräume für Kompromisse der Meinungen müssen eine Schnittfläche haben.
Ich mag mich irren, aber mir scheint es plausibel, dass dafür Meinungen prädestiniert sind, die einen grossen Spielraum für Kompromisse haben. Und auch wenn Religionen selbst den Genozid an von Gott gehassten Völkern zu akzeptieren bereit sind, denke ich, dass sie grundsätzlich zu eher engen Spielräumen neigen…

 

ALLE Kriege stoppen??
Indem wir diesen Auftrag nicht nur liken, sondern teilen! ♥♥♥

Ich nehme an, weil einen Facebook-Posts zu teilen wesentlich schneller den Frieden herbeiführt als wenn man ihm bloss likt. Wohl weil Teilen eine christliche Tugend ist?
Ich frage mich, über welchen Mechanismus das funktionieren soll?
Wenn der Post ein simples Rezept für ein waffenzersetzendes Gas enthalten würde, könnte ich es mir vorstellen.
Oder wenn das Bild mittels neurolinguistischer Programmierung die Aggressivität beim Betrachter nachhaltig senken könnte.
Aber einfach durch das Teilen eines Mems, dem wir eh alle eigentlich grundsätzlich zustimmen? Wohlgemerkt, das Mem enthält nicht den geringsten Anhaltspunkt darüber, wie man das konkret bewerkstelligen soll. Auf die übliche Weise, also dass man den Krieg ein für alle Mal zu beenden gedenkt, indem man ihn gewinnt, funktioniert es ja offensichtlich nicht so gut.

Also durchs Teilen/Liken! Was sowas wie Beten ist: Man unterstreicht dadurch seinen dringenden Wunsch und hat das Gefühl etwas Gutes getan zu haben ohne dabei selbst aktiv werden zu müssen.
Allerdings… Teilen/Liken wird im Gegensatz zum Beten nachweislich erhört!
Nicht von den Kriegstreibern (zu denen wir mit unseren wirtschaftlichen Interessen eigentlich auch selbst gehören.) Auch nicht von Gott. Aber durchaus von den Algorithmen… Und die antworten sogar. (Noch) nicht indem sie den gewünschten Frieden herstellen, dafür aber indem sie uns mehr von solchem Zeug und dazu passender Werbungen zeigen…

 

Aber okay, stoppen wir ALLE Kriege!!
Wir haben 365 Tage Zeit dafür.
Wieso nicht 234 Tage?
Oder 42?

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Eda Gregr
12.03.2017 um 14:59

Eine ziemlich lästige Eigenschaft der deutschen Sprache ist das Problem mit dem inklusiven und dem exklusiven Wir.
Als Angesprochener weiss man nie genau, ob man nun dazugehört oder nicht. Diese doofe sprachliche Eigenart ermöglicht es auch, jemanden nachträglich auszuschliessen ohne dass man sich damit in Widersprüche verwickeln würde. Es zwingt den Angesprochenen in eine lästige, unterwürfige Position.

Kein Wunder macht sich das die Religion zunutze.
„Vater unser im Himmel…“
Wenn ein Priester das vorbetet, rechnet er mich auch dazu? Wenn es um die Kirchensteuer geht, wahrscheinlich schon…
Wen rechnet er aber nicht dazu? Es können ja nicht alle gemeint sein, sonst würde es „Vater aller im Himmel… “ heissen.

Ich plädiere daher für die Ersetzung von „unser“ durch „dwir“, wenn du dazugehörst, und „mwir“, wenn es nur mich betrifft, aber nicht dich. So herrscht Klarheit!
Analog „duns“ und „muns“, respektive „dunser“ und „munser“.

„Vater munser im Himmel…“

Ein ähnliches Problem ergibt sich mit Drittpersonen, welche mal dazu gezählt werden und mal nicht.
Man betrachte die beiden folgenden Sätze: „Wir Christen sind die grösste Religionsgemeinschaft der Welt.“ und „Wir Christen lehnen jede Form von Gewalt ab.“
Die „wir Christen“ in den beiden Sätzen sind offensichtlich nicht die gleichen. Die „wir Christen“, die die Gewalt ablehnen, sind wahrscheinlich nicht mehr die grösste Religionsgemeinschaft.
Ist es zu viel verlangt, dass „wir“ im gleichen Kontext immer die gleiche Zahl von Menschen repräsentiert? Respektive, dass es erkennbar ist, wenn sich die Zahl ändern könnte.

Ich plädiere daher für die Ersetzung von „wir“ durch „wirf„, wenn die Zahl fix ist, und „wirw„, wenn sie variabel ist (w weil das v in variabel als w ausgesprochen wird).
Analog unsf und unsw, respektive unsfer und und unswer.
Das müsste natürlich mit dem inklusiven und exklusiven Wir kombiniert werden.

„Vater munswer im Himmel…“

Dann gibt’s da noch die Priorisierung, welche manchmal innerhalb der Gruppe auf die sich das wir bezieht, gegeben ist (vgl. Alle sind gleich, doch manche sind gleicher.). Das sollte auch berücksichtigt werden.

Ich plädiere daher für die Ersetzung von „wir“ durch „wier“, wenn die Gruppe egalitär strukturiert ist, und „wiar“, wenn sie hierarchisch ist.
Analog unes und unas, respektive uneser und und unaser.
Auch das müsste natürlich mit dem inklusiven und exklusiven und dem fixen und variablen Wir kombiniert werden.

„…und vergib munasw munaswere Schuld, wie auch wir vergeben munasweren Schuldigern…“
(weil es andere wesentlich nötiger als ich, dass ihnen vergeben wird…)

Auf diese Weise hätten es Bigotterie und Heuchelei wesentliche schwerer. Und das ohne die politische Korrektheit bemühen zu müssen.
Zugegeben, es wäre zumindest in der Eingewöhnungsphase wohl etwas kompliziert. Andererseits würde es nicht schlecht tun, wenn die Leute etwas weniger für andere sprechen täten.
Das ist zumindest munesfere Ansicht.

Gezeichnet, die DisOrganizer Redaktion

 

 

Und wenn wir schon daran sind, die Sprache von ihren Macken zu befreien, hier ein weiterer Vorschlag: Lasst uns „jungfräulich“ durch „jungfreudig“ ersetzen. Das ist das gleiche Vergnügen, bloss dass man es durchaus auch mehrmals haben kann. Ist doch viel besser!

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Eda Gregr
10.03.2017 um 13:26

 

Abschaffung aller Hausaufgaben
Einstellung aller Waffenproduktionen
Bedingungsloses Grundeinkommen
Aufnahme von Flüchtlingen
Vaterschaftsurlaub
Tierrechte
1 : 12

 

Die Ideen mögen verrückt sein und vielleicht sogar verhängnisvoll, doch ändert das nichts daran, dass sie LIEB sind.
Ich denke nicht, dass das irgendwer bestreiten würde.
Doch Vorsicht, nicht jede Idee, mit der man nur das Beste für die Menschen und die Schweiz will, ist auch LIEB. Jeder denkt das zwar von seinen Ideen – bloss stimmen dem nicht alle zu. Das Burkaverbot beispielsweise hilft nach den Vorstellungen der Initianten die Werte der Schweiz zu sichern und es befreit auch muslimische Frauen aus der Unterdrückung einer archaischen Religion. Edle Absichten, doch die Kritiker bezweifeln diesen Effekt.
LIEBE Ideen sind hingegen solche, auf die ausschliesslich mit „WER SOLL DAS BEZAHLEN?“ reagiert wird. Eine Reaktion die bei Kritikern des Burkaverbots eigentlich nie zu hören ist.

Würden wir nicht alle gerne LIEB sein?
Wenn wir es uns leisten könnten…..

Wenn man sich diese Ideen genauer anschaut, dann sind sie auf einmal nicht ganz so umfinanzierbar, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint.

Warum probieren wir sie dann nicht einfach?
Wenn es sich jemand leisten kann LIEB zu sein, dann doch die Schweiz?
Okay, sie kann es sich leisten, weil sie es in der Vergangenheit nicht war. Aber das ist kein Argument, dass man nicht auch auf LIEBE Weise prosperieren kann!

Wenn wir es umsetzen, wird man uns für unseren Mut bewundern. Uns um unsere Güte beneiden. Und sicher auch für verrückt halten, weil wir so leichtsinnig unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unseren Wohlstand riskieren. Doch man würde es uns gönnen, wenn es klappt. Und sicherlich schon bald nachziehen.

Lasst und utopisch sein!
Lasst es uns versuchen!
Schliesslich wollen doch alle LIEB sein, oder etwa nicht?

Zugegeben, die Kommentarsektionen in Online-Medien vermitteln eher den Eindruck, dass es den Leuten zutiefst zuwider läuft, wenn es anderen gut geht. Insbesondere wenn diese nichts dafür zu tun brauchen1. Allerdings fürchten diese Leute bloss, dass in diesem Fall sie dafür aufkommen müssen und dass es am Ende einem, der nichts tut, besser geht als einem, der sich den Arsch aufreist. Das wäre natürlich durchaus falsch. Wenn es jedoch jenem besser geht, ohne dass es diesem dadurch schlechter geht, dann wäre nichts dagegen einzuwenden. Nun ja, auch nicht ganz. Dem, der mehr dafür tut, dass es ihm gut geht, sollte es schon besser gehen als dem, der weniger dafür tut. Was auch durchaus vernünftig klingt – auch wenn diese Forderung allein für sich schon utopisch ist.
Insofern denke ich nicht, dass die Leute nicht LIEB sind. Sie sind bloss auch GERECHT. Zwei Konzepte, die bekanntlich nicht so problemlos unter einen Hut zu bringen sind. Schliesslich ist Verzeihen ein Wesensmerkmal der LIEBE und gleichzeitig eine Suspension der GERECHTIGKEIT.

Dass die obigen Forderungen auch GERECHT umgesetzt werden können, bestreitet niemand. Bloss ihre Finanzierbarkeit.

Von daher…

Lasst uns utopisch sein!
Lasst es uns versuchen!
Lasst uns die Vorreiter sein!
Ist es nicht sympathischer, wenn man etwas LIEBES probiert und dabei scheitert, als wenn man in allem LIEBEN stets nur (viel zu spät) nachzieht?

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Eda Gregr
06.03.2017 um 00:22

Gruppen. Es gibt viele verschiedene Gruppen. Alles was Menschen verbindet, macht sie zu einer Gruppe. Männer sind eine Gruppe. Blonde auch. Brillenträger und Postbooten sind Gruppen. Schwangere, Volvo-Fahrer, Stiere im Sternzeichen und Tennisspieler ebenso. Und auch Philatelisten und Rassisten.

Wenn ein Politiker eine Gruppe komplett hinter sich zu scharen vermag…
dann stinkt da was!

 

Ausgenommen sind natürlich sehr kleine Gruppen, weil es da schon mal zufällig passieren kann.
Und natürlich auch die Gruppe derer, die diesen Politiker gewählt haben.

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Eda Gregr
05.03.2017 um 16:01

Man kann durchaus meinen, dass die Grenzen zu verriegeln und alle Muslime zu überwachen, das Leben der Amerikaner sicherer macht. Das halte ich zwar für ausgemachten Blödsinn und ich kann gerne darlegen, warum ich es für ausgemachten Blödsinn halte, aber man kann es tatsächlich meinen. Und wenn man das meint, können einem Trumps Handlungen als Präsident durchaus sinnvoll und richtig erscheinen. Das will ich gar nicht bestreiten.
Doch wie um alles in der Welt kann man nicht den Kopf über das Lügen schütteln?

Okay, vielleicht schütteln auch seine treuesten Anhänger darüber den Kopf, genau wie sie über Trumps Pussy Gate den Kopf geschüttelt haben. Das sei falsch, das hätte er nicht tun und sagen dürfen, aber hey, wenn seine politischen Entscheidungen die richtigen sind, sei’s drum. Es gibt wichtigeres. Das kann ich nachvollziehen.
Nicht ganz so gut kann ich zwar nachvollziehen, dass die gleichen Leute, die heute grosszügig über solche unmoralischen Ausrutscher hinwegsehen, vor noch gar nicht so langer Zeit sehr empört darüber waren, dass ein Präsident über einen ausserehelichen Blowjob log und die Frau eines anderen Präsidenten ein ärmelloses Kleid trug, aber hey, in diesen beiden Fällen waren auch die politischen Entscheidungen der Präsidenten offensichtlich nicht die richtigen und so haben die Präsidenten weder durch gute Arbeit noch durch Ehrlichkeit (respektive durch angemessen gekleidete Begleitung) die hohen Werte der USA zu repräsentieren geschafft.

Hinzu kommt, dass Präsidenten manchmal keine andere Wahl bleibt als zu lügen. Sei es um Agenten zu schützen. Oder um eine Massenpanik zu verhindern. Oder auch nur um die Leute zu etwas wichtigen zu motivieren. Das ist zwar nicht ganz koscher, aber es ist von allen schlechten Wegen womöglich der am wenigsten schlechte. Ich bin daher gern bereit hier den „Benefit of the doubt“ gelten zu lassen.

Aber – und das ist ein grosses Aber – die Lügen sollte so stichhaltig sein, dass sie erst rauskommen, nachdem sie ihren (guten!!!) Zweck erfüllt haben.
Also beispielsweise erst nachdem der Irak vom üblen Despoten befreit und ein stabiles politisches System etabliert wurde. Dann kann sich gern herausstellen, dass da nie Massenvernichtungswaffen waren. Wie gesagt, das ist nicht okay, ganz und gar nicht, aber wenn das Ergebnis besser ist als alles, was man von allen denkbaren Varianten hätte erwarten können, dann soll es mir recht sein.
Wohlgemerkt, das Ergebnis des Irakkrieges war nicht gut. Aber zumindest hat man damit gerechnet oder zumindest inständig gehofft, dass es gut rauskommt. Der Wille war da. Und die Lüge verschaffte die zur Erfüllung erforderliche Zeit.

Aber hier und heute? Trump sagt Dinge, die an Ort und Stelle offensichtlich nicht der Wahrheit entsprechen. Damit kauft er keine Zeit.
Darf man wirklich so leichtfertig mit der Wahrheit umgehen?
Okay, vielleicht sind es Nebelgranaten, mit denen er von den wichtigen Dingen ablenkt… Was dann gewissermassen eine Lüge 2. Ordnung wäre, welche der Regierung Zeit verschaffen soll, damit sie die (guten!!!) Ergebnisse erzielt, bevor sie durch die Aufmerksamkeit verunmöglicht werden. Vielleicht ist das Vertrauen in die Politik inzwischen so geschwächt, dass man die Lüge 2. Ordnung braucht, weil die der 1. Ordnung eh nicht mehr abgekauft wird?

 

Allerdings… Ich bin mir nicht sicher, ob es „das gute Ergebnis“ wirklich gibt, welches man mit den bedenklichen Methoden errungen hat.
Klar, das Unrechtsregime wurde ersetzt durch ein so vorbildliches, wie man es sich nur wünschen kann. Alle Kriterien für einen Erfolg sind mehr als übertroffen, doch man weiss, dass es mit einem Trick erreicht wurde, was das Vertrauen in die Politik schmälern wird. Was einen dann womöglich den nächsten Erfolg kosten wird. Man erkauft sich damit den Erfolg auf Kosten der zukünftigen Erfolge. Das ist nicht nachhaltig.
Mit einem Trick zu gewinnen, funktioniert, ist aber nicht nachhaltig.

Deshalb sollten Politiker und Präsidenten zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn sie beim Lügen erwischt werden. Selbst dann, wenn es gut raus gekommen ist. Damit will ich den Politikern nicht ihre politische Immunität streitig machen, denn die brauchen sie natürlich. Es ist ihr Job, wenn nötig, auch sehr unpopuläre Entscheidungen umsetzen. Doch sie müssen belegen können, dass sie stets nach besten Wissen und Gewissen gehandelt haben. Und das tun sie indem sie die Gründe für ihre Entscheidungen offen legen. Und wenn sie lügen, also falsche Gründe angeben, und für diese Lügen, wenn die dann mal ans Licht kommen, keine wirklich guten Gründe anführen können (welche es durchaus geben kann), dann untergraben sie damit das Vertrauen in Politiker insgesamt und das sollte strafbar sein. Strafbar in einer Art und Weise, dass die Bevölkerung das Gefühl hat, dass die zu erwartenden Konsequenzen die Politiker vom Lügen abhalten werden und damit das Vertrauen in deren Ehrlichkeit wiederherzustellen fähig sind. Weil wir können es uns nicht leisten, den Politikern nicht zu trauen.

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Eda Gregr
17.02.2017 um 10:03

Zusammen essen bringt die Menschen zusammen.
Und jetzt sage einer die Speisevorschriften der verschiedenen Religionen erschweren das rein zufällig.

Dass man etwas nicht mag, ist ja okay, schliesslich sind die Geschmäcker verschieden, aber es nicht mal probieren zu dürfen, ist eine sehr bewusst nicht überwindbare Abgrenzung.

 

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Eda Gregr
20.01.2017 um 00:16

Wie Gott und die Gläubigen in seinem Schlepptau den Sünder lieben und die Sünde hassen, so liebe ich die Gläubigen und hasse den Glauben.

Ich bin neugierig, wie Gläubige auf sowas reagieren?
Verstehen sie den Angriff auf das, was sie glauben, auch als Angriff auf die, die sie sind?
Nicht doch, oder?

Wenn einer meinen Atheismus für falsch hält, dann lässt mich das ziemlich kalt. Meine Ansichten über die Existenz Gottes stehen schliesslich zur Diskussion und ich halte es für durchaus möglich (wenn auch nicht für sehr wahrscheinlich), dass sie nicht stimmen. Ich bin also offen für Argumente.
Wenn einer meinen Atheismus sogar hasst, … Kann man eine Idee wie den Atheismus überhaupt hassen? Man kann sie für bescheuert, ja sogar für brandgefährlich halten und man kann ES hassen, wenn sie einem dauernd unter die Nase gerieben wird. Aber die Idee selbst hassen? Wenn sie niemand vertritt, dann könnte sie einem doch eigentlich ziemlich egal sein. Nur indem jemand eine Idee umzusetzen versucht, kann sie überhaupt erst gefährlich werden. Dafür braucht es also erst mal jemanden. Hasse ich dann aber wirklich die Idee? Und nicht viel eher den Menschen, der die Idee vertritt, weil er die Idee vertritt? Ist nicht der Mensch, der versucht die Idee umzusetzen, der eigentliche Gehasste, den ich in meinem Hass als Rache für das zugefügte Leid vernichten will? Natürlich brauche ich die Person deswegen nicht gleich umzubringen. Es reicht sie zu „kastrieren“, sprich ihr die Möglichkeit zu nehmen die verhasste Idee weiter zu verbreiten. Allerdings ist eine um eine Idee beraubte Person nicht mehr die gleiche Person. Unter dem Strich dürfte es also nahezu unmöglich sein, den Hass gegenüber einer Idee von der Person, die diese vertritt, trennen zu wollen. Aber egal. Wir praktizieren Nächstenliebe und mit der ist alles möglich…
Wenn also einer meinen Atheismus hasst, weil er diesen für eine Gefahr für seinen Glauben hält, dann ändert auch das nichts an meiner Haltung. Höchstens, dass ich bei einer Diskussion mit ihm ausserhalb seiner Steinwurfdistanz zu bleiben versuchen werde.
Wenn einer meinen Atheismus hasst, weil ich wegen diesem unschuldige Babies zur Frühstück esse, dann … hm … ernsthaft?

Wenn allerdings einer Doctor Who für Mumpitz hält, dann lässt das – unter der (durchaus plausiblen) Voraussetzung, dass die Qualität von Doctor Who objektiv gegeben ist – nur zwei Schlüsse zu: Entweder ist er ausgesprochen blöd, weil er die objektive Grandiosität nicht erkennt. Oder ich bin ausgesprochen blöd, weil ich nachweislichen Mumpitz für Grandiosität halte. Meine Überzeugung, dass Doctor Who grandios ist, steht nämlich nicht zur Debatte.
Selbstverständlich fühle ich mich nicht beleidigt, wenn jemand sagt, dass Doctor Who doof sei. Wieso sollte ich, schliesslich ist seine Aussage viel mehr ein Coming-Out in Sachen Blödheit. Und das kann man keinem Menschen übel nehmen.
Anders sähe die Sache vielleicht aus, wenn ich leise(!) Zweifel an der Qualität der Serie hegen würde (welch absurder Gedanke!), dann wäre eine Kritik an ihr selbstverständlich Salz in einer offenen Wunde. Und da könnte man wohl mit der Zeit schon ein bisschen aggressiv werden…
Interessanterweise bräuchte ich mir der Zweifel noch nicht mal wirklich bewusst zu sein. Ich kann überzeugt sein, dass mein Glaube felsenfest sei. Es reicht, wenn meine aus der Serie abgeleiteten Erwartungen nicht mit der Realität übereinstimmen. Oder nur in mühseliger Interpretation mit ihr in Übereinstimmung gebracht werden können. Allerdings würde die Enttäuschung, dass die Sache nicht von Anfang an so formuliert wurde, wie ich es mit Hilfe von rhetorischen Tricks zum Ausdruck zu bringen versuche, mehr als wett gemacht durch den Effekt, dass die mentale Anstrengung, die ich in diese Verteidigung gesteckt habe, mich umso mehr an deren Wahrheitsgehalt glauben lässt. Vom Zweifeln ist im Fall des nicht bewussten Zweifels also weit und breit nichts zu sehen. Nur die gerechte Wut könnte einen stutzig machen…

Und wenn einer Vanille-Eis besser findet als Schokoladen-Eis, dann ist mir auch das egal, weil es Geschmacksache ist und ich weiss, das Geschmäcker verschieden sein können und folglich zu verschiedenen Priorisierungen von Eissorten führen.

Wir haben es also mit drei Arten von Ideen zu tun:

  1. Ideen, deren objektiver Wahrheitsgehalt noch nicht endgültig bestimmt ist. (z.B. Der gemeinsame Vorfahre von Elefant und Fledermaus lebte vor 90 Millionen Jahren.)
  2. Ideen, deren objektiver Wahrheitsgehalt endgültig bestimmt ist. (z.B. Elefanten sind grösser als Fledermäuse.)
  3. Ideen, die keinen objektiven Wahrheitsgehalt haben. (z.B. Elefanten sind schöner als Fledermäuse.)

Die Wissenschaft macht es sich einfach und steckt alle Ideen in die erste Kategorie.
Die Religion macht es sich auch einfach und steckt alle Ideen in die zweite.

Ich neige natürlich sehr zur Vorgehensweise der Wissenschaft, doch ich muss durchaus eingestehen, dass das nicht immer unproblematisch ist.
Alles für noch offen zu halten, ist nicht ideal, weil es für ein harmonisches Zusammenleben schon etwas Stabilität braucht. Man sollte sich darauf verlassen können, dass Regeln und Werte auch morgen noch gelten. Allerdings ist es schon auch nicht schlecht, wenn nachweislich üble Regeln und Werte es übermorgen nicht mehr tun.
Wenn man stattdessen alles in die zweite Kategorie steckt, dann können Regeln und Werte gar nicht nachweislich übel sein. Denn der einzige Grund, dass sie gerechtfertigterweise in der zweiten Kategorie sind, kann nur sein, dass sie von einem vertrauenswürdigen und unfehlbaren Wesen offenbart wurden1. Und wenn die Regeln und Werte optimal sind, dann werden sie auch das gewünschte Ergebnis 2 herbeiführen. Allerdings nur dann, wenn sich auch wirklich alle dran halten3.
Und wenn man weiss, welches der richtige Weg ist, dann ist kein Opfer zu gross, diesen durchzusetzen, weil egal wie gross das Opfer ist, wenn täglich 380’000 Menschen geboren werden, dann hat man das Leid ziemlich schnell amortisiert. Zur Illustration (und als als Demonstration, dass diese Art von Denken Gott nicht fremd ist): Während der Sintflut sind schätzungsweise 10 Millionen Menschen samt ihrer unverbesserlichen (?) Lasterhaftigkeit von der Erde getilgt worden. Denn ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen und soll abgehauen und ins Feuer geworfen werden. Damit wird Platz für besseres gemacht. Und die „Verluste“ hätte man heute in knapp einem Monat wieder drin. Und natürlich kann man Menschenleben einfach so gegeneinander abwägen, schliesslich ersetzte Gott die sieben Söhne und drei Töchter von Hiob, die er sterben liess um Satan irgend etwas zu zeigen, durch neue sieben Söhne und drei Töchter.

Das heisst, auch wenn Gott die Sünde hasst und den Sünder liebt, so bekämpft er die Sünde, indem er die Sünder über die Klinge springen lässt, weil damit verhindert wird, dass sie mit der sündigen Idee weitere Menschen zu Sündern machen.

Wie man es auch dreht und wendet, die Deontologie ist eben doch konsequentialistisch – bloss dass man das Abwägen und Beurteilen der Konsequenzen „beyondsourct“.

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Eda Gregr
09.01.2017 um 00:10

Eine Brasilianerin betete jeden Tag inbrünstig zu einer kleinen Elrond-Figur, in der Annahme sie stelle Sankt Antonius dar, den Schutzheiliger der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, der Pferde und Esel.

Eine gewisse Ähnlichkeit ist tatsächlich nicht zu leugnen. Ist sie aber gross genug, dass der heilige Antonius über der Irrtum hinwegsehen und ihre Gebete erhören kann?
Wie tolerant sind die Schutzheiligen eigentlich?
Wie viel Unähnlichkeit lassen sie gerade noch durchgehen?
Ab wann werden sie muffig?

Wäre Pippin auch noch drin gelegen? Ist ja aus dem gleichen Epos und zumindest kein Ork.
Oder Bob Marley? Die Oma war doch Brasilianerin, vielleicht eine Dunkelhäutige, und die Götter und Heiligen werden schliesslich gern hautfarblich angepasst.

Oder dürfte man vielleicht sogar eine Esel-Figur für den heiligen Antonius halten? Immerhin ist er ja auch der Schutzheilige der Esel.

Wenn man sich mit seinen Sorgen an den Antonius wendet, dann sollte es eigentlich egal sein, wessen Bildnis einem dabei hilft sich voll und ganz auf ihn einzustimmen. Sollte er sich durch solche Äusserlichkeiten beleidigt fühlen, dann hat er definitiv Hybris-Issues und wäre wohl kaum des Heiligenscheins würdig.

Wenn es aber die Heiligen den Betenden nicht übel nehmen, dass sie falsche Heiligenfigürchen verwenden, wieso schafft es dann Gott nicht, das Gebet zu einem anderen Gott grosszügig als eigentlich an ihn gerichtet zu verstehen? Genau wie im einen Fall die Betenden Opfer von einem dilettantischen Künstlers wurden, sind sie es im anderen von falsch informierten Erziehern. Man kann den Leuten doch nicht etwas übel nehmen, was sie nicht besser wissen konnten.

 

Ist euch übrigens schon mal aufgefallen, dass der heilige Antonius (von Padua) (* ca. 1195, † 13. Juni 1231) auf Abbildungen oft neben dem Jesuskind auch oft einen Rosenkranz mit einem Kreuz trägt? Ist das nicht makaber? Einem Baby das Werkzeug vor die Nase zu halten, mit dem es dann mal zu Tode gefoltern wird?

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Eda Gregr
01.01.2017 um 00:42

OK. We let George RR Martin have a turn. I want 2017 to be written by JK Rowling.
Heroic Girls

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Eda Gregr
30.11.2016 um 00:11

Das Postfach quillt über und der Chef liegt einem in den Ohren, dass dieses und jenes noch immer nicht fertig ist. Was tun?

Ein Seminar besuchen zum Thema Arbeitsmethodik und Zeitmanagement! Das liegt doch auf der Hand, oder nicht?
Wenn man seine Arbeit effizienter gestaltet, schafft man mehr und alles ist gut!
Und wenn man mehr schaffen will, machen einen die Coaches früher oder später auf das Pareto-Prinzip aufmerksam. Also dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Aufwandes erreicht werden.

Was aber lässt sich aus dem Pareto-Prinzip ableiten? Wie kann man dieses Muster, das man tatsächlich überall im Arbeitsalltag finden kann, zu seinen Gunsten nutzen?

Natürlich darf man das Pareto-Prinzip nicht allzu wörtlich nehmen. Es ist schliesslich lediglich ein Muster unter vielen, denen man in der Arbeitswelt begegnet.
Ein anderes Muster wäre beispielsweise – ich nenne es mal – das Marathon-Prinzip: Für jede aufgegebene Arbeit hat man nur ein beschränktes Pensum am Energie zu Verfügung, welche es weise aufzuteilen gilt. Hie und da ein kurzer Sprint liegt durchaus drin, ob man damit aber schneller im Ziel ist, steht auf einem anderen Blatt. Vor allem kann man aber vergessen die ganze Strecke in diesem Tempo durchhalten wollen.
Aus dieser Metapher lässt sich ableiten, dass der Umstand, dass die Ferienabwesenheit eines Kollegen nicht zu einem Kollaps der Firma führt, noch kein Grund sein kann, dessen Stelle abzubauen. Das leuchtet im Grossen und Ganzen auch jedem ein.

Und was lässt sich dann aus dem Pareto-Prinzip ableiten?

Ist das nicht offensichtlich?

Es ist nicht die unter Managern populäre Strategie, 125% zu den neuen 100% zu erklären. Man könnte zwar meinen, dass man auf diese Weise mit 20% Aufwand die alten 100% erreicht, was eigentlich im Interesse des Arbeiter sein sollte, doch das ist natürlich Blödsinn. Indem man in eine grosse Schüssel Bockmist ein Schild steckt, auf dem „Kleine Schüssel Bockmist!“ steht, löffelt man diese deswegen noch lange nicht schneller aus.

Nein, es ist folgende Strategie: Man erklärt sich mit 80% zufrieden! Und kriegt im Gegenzug 400%. Tadaaa! Man kann nämlich statt einmal 100% auch fünfmal 20% leisten, welche an 5 verschiedenen(!) Projekten je 80% der Ergebnisse liefern. Und wenn man so viel Wert auf die jeweils restlichen 20% legt, dann kann man eine weitere Person einstellen, die dann mit je 20% ihres Aufwands wieder je 80% des Rests erledigt1. Damit wäre man dann schon bei fünfmal 96%, also insgesamt 480%. Damit senkt man zwar die vorher 4-fache Leistung pro Person auf eine 2.4-fache, aber okay, wenn man das unbedingt will… Man kann sich übrigens auf diese Weise beliebig nah an die 100%, resp. 500% herantasten: Mit 1000 Leuten ist die Differenz beispielsweise nur noch 21000*10-1000%, das ist ungefähr ein Zehncentsexdezilliardstel oder ein Irgendwas-mit-700-Nullen-stel, was den meisten Controllern eigentlich nicht mehr auffallen sollte.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein Manager, der innerhalb der 80%-sind-genug-Strategie die Perfektion sucht, wirklich seinen Bonus Wert ist…

Mir stellt sich sogar die grundsätzliche Frage, ob es gerechtfertigt ist Boni an Bosse auszuzahlen, wenn diese ihre Angestellten in Kurse zu Arbeitsmethodik und Zeitmanagement schicken? Ist das nicht ein Eingeständnis dafür, dass sie zu knausrig sind um einen weiteren Mitarbeiter einzustellen um die völlig erschöpften zu entlasten? Dass sie ihrer Untergebenen schamlos ausbeuten, weil sie nicht nur keine Rücksicht auf deren Leid nehmen, sondern viel mehr weil sie daraus Profit schlagen?
Dass sich die Überforderten ihre Überforderung selbst zum Vorwurf machen, zeugt zwar von der Brillanz der Vorgesetzten, ändert aber nichts daran, dass ein solches Arbeitsmodell aus ethischer Sicht eigentlich nicht belohnt werden sollte.

Ist diese Haltung, dass der Grund für das Nichterfüllen des Pensums die suboptimale Arbeitsweise ist, nicht Victim-Blaming?
Wenn jemand sein Pensum kaum zu stemmen vermag, wessen Schuld ist das? Und bei wem liegt die Beweislast? Beim Angestellten, der nachweisen muss, dass es unter den gegebenen Umständen tatsächlich physikalisch nicht zu schaffen ist? Oder beim Vorgesetzten, der nachweisen muss, dass der Angestellte2 einfach ein fauler Sack ist?

Vielleicht liesse sich die 80-zu-20-Regel ja nutzen um festzustellen, ob man dem Angestellten zu viel aufgehalst hat? Wenn dieser nach ungefähr 2 Stunden3 nicht 80% seines Tagessolls erfüllt hat, stimmt das Pensum nicht4. Ich bezweifle jedoch, dass sich ein Vorgesetzter finden lässt, der diesen Indikator akzeptieren würden…

Ganz anders sieht die Situation natürlich aus, wenn man die Leute in diese Kurse schickt um das Defizit an Arbeit auf eine befriedigende Art und Weise über den ganzen Tag zu verteilen, denn auch Langeweile und Unterforderung besitzen Stresspotential, auf welches es zu reagieren gilt.
Jemandem mehr Arbeit zu geben, als er zu erledigen fähig ist, ist ethisch bedenklich. Ihm dagegen weniger zu geben, mag wirtschaftlich uninteressant und psychologisch zersetzend sein, doch daran ist ethisch nichts auszusetzen. Wenn Kurse zu Arbeitsmethodik und Zeitmanagement sich also nicht auf dem gleichen Niveau wie Schmink-Tips für verprügelte Frauen wiederfinden wollen, sollten sie sich das vielleicht zu Herzen nehmen.

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Eda Gregr
18.11.2016 um 22:34

Und dauernd liken Freunde irgendwelchen Blödsinn…

Zugegeben, manchmal sind die Sachen einfach zu schön um nicht wahr zu sein. Trotzdem,  ein „Gefällt mir“ ist ein Akt mit viel zu weitreichenden Folgen, als dass man leichtfertig mit ihm umgehen sollte.
Zunächst beeinflusst es, was ich selbst in Zukunft sehen werde. Die Algorithmen, die in den sozialen Medien bestimmen, welche Inhalte mir präsentiert werden, orientieren sich an dem, wovon sie wissen, dass es mir gefällt. Und entsprechend werden sie mir Sachen, die meine Ansichten hinterfragen, – obgleich ich diese am bittersten nötig hätte – nicht mehr zeigen.
Und indem meine Freunde sehen, was ich like, werden auch sie den Sachen mehr Glauben schenken – zumindest die Ansichten für salonfähig halten.

Unter dem Strich heisst das: Vorsicht vor dem Like, denn es verstärkt die eigene Blödheit und macht sie ansteckend. Es macht zwar auch das ansteckend, was richtig ist, was an sich nicht schlecht ist, doch da auch diesem nicht kritisch begegnet wird, mutiert es über kurz oder lang ebenfalls in Blödheit.

Das heisst nicht, dass es nicht bisweilen dennoch geboten ist etwas zu liken oder zu teilen.
Auch wenn es riskant sein mag.
Allerdings sollte man sich schon die Zeit nehmen erst mal zu überprüfen, ob da wirklich was dran ist.

Entsprechend sollten wir uns auch fragen, wie lange man von jemandem erwarten darf, dass er recherchiert, bevor er etwas likt?

Ich habe mir hier mal einen auf Facebook gelikten Artikel angeschaut und mit der Quelle verglichen, auf die er sich bezieht.
Ich habe mir angeschaut, ob, wo und wie der Bullshit sich dort reingschlichen hat.
Und um es gleich vorweg zu nehmen, er rutschte nicht zufällig rein, sondern wurde sehr bewusst und zielorientiert hineinmontiert.

Bevor ich Artikel und offizielle Pressemitteilung einander gegenüber stelle, möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass der Artikel aus dem Jahr 2012 stammt und noch immer durch die sozialen Medien spukt.

auf FB gelikter Bullshit-Artikel (BSA) _ _ offizielle Pressemitteilung (PM)
Science Finally Confirms That People Absorb Energy From Others  Algae can draw energy from other plants
22. November 2012 20. November 2012
 Die Einleitung
A biological research team at Bielefeld University has made a groundbreaking discovery showing that plants can draw an alternative source of energy from other plants. This finding could also have a major impact on the future of bioenergy eventually providing the evidence to show that people draw energy from others in much the same way. Die BSA-Einleitung setzt sich aus Versatzstücken der Einleitung der PM zusammen. (fett markiert)
Von der Evidenz, dass Menschen auf die gleiche Weise anderen Energie entziehen können (unterstrichen), ist in der Einleitung der PM jedoch erst mal nichts zu sehen.
Astonishing research finding by biologists at Bielefeld University published in the online journal Nature Communications

Flowers need water and light to grow. Even children learn that plants use sunlight to gather energy from earth and water. Members of Professor Dr. Olaf Kruse’s biological research team at Bielefeld University have made a groundbreaking discovery that one plant has another way of doing this. They have confirmed for the first time that a plant, the green alga Chlamydomonas reinhardtii, not only engages in photosynthesis, but also has an alternative source of energy: it can draw it from other plants. This finding could also have a major impact on the future of bioenergy. The research findings have been released on Tuesday 20 November in the online journal Nature Communications published by the renowned journal Nature.
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 Der Artikel selbst
Members of Professor Dr. Olaf Kruse’s biological research team have confirmed for the first time that a plant, the green alga Chlamydomonas reinhardtii, not only engages in photosynthesis, but also has an alternative source of energy: it can draw it from other plants. The research findings were released this week in the online journal Nature Communications published by the renowned journal Nature.
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In der Eröffnung der BSA bedienen sie sich nochmals aus der Einleitung der PM. (kursiv) Until now, it was believed that only worms, bacteria, and fungi could digest vegetable cellulose and use it as a source of carbon for their growth and survival.
Flowers need water and light to grow and people are no different. Our physical bodies are like sponges, soaking up the environment. “This is exactly why there are certain people who feel uncomfortable in specific group settings where there is a mix of energy and emotions,” said psychologist and energy healer Dr. Olivia Bader-Lee. WOW! Jetzt geht’s zur Sache!

Blumen brauchen Wasser und Licht (und CO2). Stimmt. Menschen brauchen Wasser und Licht (und O2 und Nahrung, von der das Wasser eigentlich nur ein Teil ist). Stimmt auch. Wenn auch aus einem gänzlich anderen Grund. Die Pflanzen brauchen Wasser und Licht (und CO2) zur Erzeugung energiereicher Biomoleküle = organische Kohlenstoffverbindungen = „Energie“. Wir Menschen brauchen Wasser und Licht nicht dazu, wir erzeugen die „Energie“ nicht, wir essen sie.
Wenn man unbedingt will, kann man den Akt des Essen schon mit dem Aufsaugen der Umgebung bei einem Schwamm vergleichen, aber eine Brücke zwischen Tier- und Pflanzenwelt schlägt das nicht, denn Schwämme sind keine Pflanzen. Ein Detail, das dem Autoren, wie ich vermute, entgangen ist.
Die „Energie“, von der bei Prof. Kruse die Rede ist, sind Kohlenstoffverbindungen, bei deren Zerlegung Energie  freisetzt wird, während die „Energie“, auf die sich Dr. Olivia Bader-Lee bezieht, Wohl- und Unwohlbehagen auslöst und nicht selten einfach unterschwellige Gerüche sind.

Hier stellt sich mir übrigens die Frage, wieso genau man ausgerechnet von Frau Dr. Bader-Lee eine Expertise eingeholt hat? Einer Expertin, die irgendwie in keinem anderen Zusammenhang als diesem im Internet zu existieren scheint (oder aber ich stelle mich blöd beim Suchen an).

Prof. Kruse und sein Team haben entdeckt, dass gewisse Pflanzen andere Pflanzen fressen (ohne auf die Hilfe von Mikroorganismen angewiesen zu sein!) und so auf die Photosynthese verzichten können. Das ist überraschend!
Halbschmarotzer und Fleischfressene Pflanzen fressen ihre Beute der Nährstoffe wegen, auf die Photosynthese können sie damit aber nicht verzichten, denn sie entnehmen der Beute nicht die Kohlenstoffverbindungen. (Vollschmarotzen hingegen tun genau das, allerdings tun sie es mit Hilfe von Mikroorganismen.)

Also NEIN, das ist ganz und gar nicht exact why!
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Plants engage in the photosynthesis of carbon dioxide, water, and light. In a series of experiments, Professor Dr. Olaf Kruse and his team cultivated the microscopically small green alga species Chlamydomonas reinhardtii and observed that when faced with a shortage of energy, these single-cell plants can draw energy from neighbouring vegetable cellulose instead. The alga secretes enzymes (so-called cellulose enzymes) that ‘digest’ the cellulose, breaking it down into smaller sugar components. These are then transported into the cells and transformed into a source of energy: the alga can continue to grow. ‘This is the first time that such a behaviour has been confirmed in a vegetable organism’, says Professor Kruse. ‘That algae can digest cellulose contradicts every previous textbook. To a certain extent, what we are seeing is plants eating plants’. Currently, the scientists are studying whether this mechanism can also be found in other types of alga. Preliminary findings indicate that this is the case. Hier wurde quasi 1:1 der Text von der PM übernommen.
Weggelassen wurde – abgesehen von der (komplizierten?) Erwähnung, dass es sich um eine CO2-arme Umwelt handelte -, lediglich dass es sich um eine Art Kannibalismus handelt. (unterstrichen)
Plants, in contrast, engage in the photosynthesis of carbon dioxide, water, and light. In a series of experiments, Professor Dr. Olaf Kruse and his team cultivated the microscopically small green alga species Chlamydomonas reinhardtii in a low carbon dioxide environment and observed that when faced with such a shortage, these single-cell plants can draw energy from neighbouring vegetable cellulose instead. The alga secretes enzymes (so-called cellulose enzymes) that ‘digest’ the cellulose, breaking it down into smaller sugar components. These are then transported into the cells and transformed into a source of energy: the alga can continue to grow. ‘This is the first time that such a behaviour has been confirmed in a vegetable organism’, says Professor Kruse. ‘That algae can digest cellulose contradicts every previous textbook. To a certain extent, what we are seeing is plants eating plants’. Currently, the scientists are studying whether this mechanism can also be found in other types of alga. Preliminary findings indicate that this is the case.
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“When energy studies become more advanced in the coming years, we will eventually see this translated to human beings as well,” stated Bader-Lee. “The human organism is very much like a plant, it draws needed energy to feed emotional states and this can essentially energize cells or cause increases in cortisol and catabolize cells depending on the emotional trigger.” Und hier geht es wieder weiter mit der Expertise von Frau Dr. Bader-Lee. Sie schätzt, dass Folgestudien zu jener von Prof. Kruse zeigen wird, dass sich dieses Verhalten auch bei Menschen beobachten lassen kann.
Das heisst: Wenn ich keinen Hunger habe, lege ich jemandem meine Hand auf und verdaue ihn über die Haut.
Das ist vielleicht tatsächlich gar nicht so abwegig. Wir scheiden über die Haut Sekrete aus, die durchaus auch zersetzend wirken können. Und wir können durchaus auch allerlei Sachen über die Haut aufnehmen. Wieso also nicht?
Ich denke aber nicht, dass das das ist, was Bader-Lee meint ;)
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Bader-Lee suggests that the field of bioenergy is now ever evolving and that studies on the plant and animal world will soon translate and demonstrate what energy metaphysicians have known all along — that humans can heal each other simply through energy transfer just as plants do. “Human can absorb and heal through other humans, animals, and any part of nature. That’s why being around nature is often uplifting and energizing for so many people,” she concluded.
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Ich freue mich auf die Studien, die diesem Phänomen auf den Grund gehen wollen. Die von Prof. Kruse gehört da aber definitiv nicht dazu.
Dieser Teil fehlt wieder im BSA. Wahrscheinlich weil er zeigt, dass die Energie in der Zellulose steckt und dass man – so es uns gelingt sie anzuzapfen – sie eher zum Betanken von Autos nutzen kann als zur Heilung von Krankheiten. In the future, this ‘new’ property of algae could also be of interest for bioenergy production. Breaking down vegetable cellulose biologically is one of the most important tasks in this field. Although vast quantities of waste containing cellulose are available from, for example, field crops, it cannot be transformed into biofuels in this form. Cellulose enzymes first have to break down the material and process it. At present, the necessary cellulose enzymes are extracted from fungi that, in turn, require organic material in order to grow. If, in future, cellulose enzymes can be obtained from algae, there would be no more need for the organic material to feed the fungi. Then even when it is confirmed that algae can use alternative nutrients, water and light suffice for them to grow in normal conditions.
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Here are five energy tools to use to clear your space and prevent energy drains while releasing people’s energy:
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 Und jetzt kommt Werbung…
Stay centered and grounded. If you are centered within your spiritual self (instead of your analyzer or ego) you will sense right away when something has moved into your space. If you are fully grounded, you can easily release other people’s energy and emotions down your grounding cord with your intention.

Be in a state of non-resistance. What we resists sticks. If you feel uncomfortable around a certain person or in a group, don’t go into resistance as a way to protect yourself as this will only keep foreign energy stuck in your space. Move into a state of non-resistance by imagining that your body is clear and translucent like clear glass or water. This way, if someone throws some invalidation at you, it will pass right through you.

Own your personal aura space. We each have an energetic aura surrounding our body. If we don’t own this personal space we are vulnerable to foreign energy entering it. Become aware of your aura boundaries (about an arms length away from your body all the way around, above and below) as a way to own your personal space.

Give yourself an energy cleanse. The color gold has a high vibration which is useful for clearing away foreign energy. Imagine a gold shower nozzle at the top of your aura (a few feet above your head) and turn it on, allowing clear gold energy to flow through your aura and body space and release down your grounding. You will immediately feel cleansed and refreshed.

Call back your energy. When we have our energy in our own space there is less room for other’s energy to enter. But as we focus on other people and projects we sometimes spread our energy around. Create an image of a clear gold sun several feet above your head and let it be a magnet, attracting all of your energy back into it (and purifying it in the gold energy). Then bring it down through the top of your aura and into your body space, releasing your energy back into your personal space.

Originally written by Michael Forrester and published on Prevent Disease

Jetzt müsste man nur noch zeigen, dass Chlamydomonas reinhardtii diese „Energy Tools“ verwendete um an die Energie seiner Opfer zu gelangen, respektive diese die Opfer davor bewahrt hätten.

Es ist der Hammer! Die Pressemitteilung wurde wortwörtlich übernommen und um ein paar Zitate ergänzt, die überhaupt erst eine Verbindung zum gewünschten Thema herstellen. Und dann wurden wurden noch ein paar Stellen gestrichen, die nicht passten. Und fertig. Das ist nicht selektive Wahrnehmung, welche in einem Text nur das sieht, was sie in dem Text sehen will. Es ist in höchstem Masse berechnende Irreführung. Und sie sollte für jeden, der auch nur einen flüchtigen Blick drauf verschwendet offensichtlich sein.

Das ist dermassen krumm, dass es selbst jemandem, der ansonsten mit der Esoterik liebäugelt, zu unseriös wäre!
Keiner, der 5 Minuten recherchiert hätte, hätte sowas gelikt.
Und doch spuckt es schon seit 5 Jahren durchs Netz.

 

Liken sollte man nur, was man vorher nicht gewusst hat. Was die eigene Meinung nicht bestärkt, sondern erschüttert und geändert hat.
(Es bleibt zu hoffen, dass nur solide Argumente die eigene Meinung erschüttern und verändern.)
Likes, die bestätigen, was man schon wusste, sollte man sich sparen!

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