Sound-Design

Man kauft sich schöne Weingläser und wenn man dann mit ihnen anstösst, ertönt lediglich ein dumpfes „plak“. Das nächste Mal ist man schlauer und kontrolliert den Klang noch im Laden. Mit diesem zufrieden, kauft man sich die Gläser und freut sich schon auf die nächste Gelegenheit. Doch lässt auch hier die Enttäuschung nicht lange auf sich warten, denn mit Wein gefüllt entlockt man auch diesen Gläsern nur ein müdes „klak“. Zu guter Letzt füllt man im Laden die Gläser umständlich unauffällig mit Wasser und testet sie so unter fast authentischen Bedingungen.
Nur schade, dass niemand einen darauf aufmerksam gemacht hat, dass auch die Öchsle und der Kohlensäuregehalt in der Flüssigkeit einen Einfluss auf den Klang haben kann.

Eine andere Gelegenheit, bei der man den Klang wie die Katze im Sack kauft, sind Schuhe – vor allem solche mit höheren Absätzen. Natürlich müssen Schuhe bequem sein und das Auge ansprechen, doch was man von diesen, zumindest als D(T)ritt-Person, in der freien Wildbahn am häufigsten wahrnimmt, ist deren bezauberndes Stakkato – so es denn bezaubernd ist.
Meine lieben Damen unter den Lesern dieses Beitrags, testet ihr eure Schuhe bevor ihr sie kauft auf deren Klangeigenschaften?
Ich persönlich tue es durchaus, weil ich – wie man so schön sagt – ein gebranntes Kind bin. Über kurz oder lang haben bei mir, wie ich es in meinem schuhakustisches Tagebuch bereits ausgeführt habe, nämlich noch alle Schuhe eine Form der akustischen Expressionismus entwickelt.

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