Allgemein ausgedrückt geht es um die Frage, ob etwas deswegen ethisch richtig ist, weil es dem Willen einer Gottheit entspricht, oder ob es an und für sich ethisch richtig ist und aus diesem Grund von der Gottheit gewollt wird. Wenn das ethisch Richtige als das Gottgefällige definiert wird, haben Begriffe wie „gut“ und „richtig“ keinen eigenen Inhalt, sondern besagen nur, dass etwas von einer Gottheit gewollt wird. Dann sind alle ethischen Aussagen auf Aussagen über den göttlichen Willen reduzierbar und die Ethik hat keine eigenen Kriterien, nach denen sie etwas beurteilen könnte. In diesem Fall gibt es keine Ethik als eigenständige philosophische Disziplin. Wenn hingegen das ethisch Richtige eigene Merkmale aufweist, aus denen sich seine Definition ergibt, dann ist die Gottgefälligkeit kein Teil der Definition und somit kein Kriterium für ethische Urteile. In diesem Fall existiert eine ethische Norm, an die auch die Gottheit gebunden ist, sofern die Aussage „Gott ist gut“ bzw. „Die Götter sind gut“ zutreffen soll. Dadurch erscheint diese Norm als höchste Instanz, die sogar dem göttlichen Willen übergeordnet ist.
Wikipedia : Das Euthyphron-Dilemma
Female Role Model

Als Kontrapunkt zu den Pontifex-Dialogen möchte heute die Frage in die Runde werfen, inwiefern diese Dame, die offensichtlich in den eigenen vier Wänden gewissenhaft für Sauberkeit sorgt und nicht übermässig viel für ihre Beschuhung ausgibt, nicht dem weiblichen Ideal der abrahamitischen Religionen entspricht?
Jetzt mal abgesehen davon, dass man eine solche Frage nicht illustrieren sollte, respektive sich nicht für eine solche Frage als Illustration zur Verfügung stellen sollte:
Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das unten auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist.
2. Mose 20:4
Doch die Frage bleibt. Die Frau beweist Unterwürfigkeit, Hygiene-Bewusstsein, Sparsamkeit und Schönheit. Was, um Gottes Willen kann man da noch mehr verlangen?
An Hochmut leidet sie nicht. Sie ist schön, doch ist sie nicht zu stolz um selbst zu putzen.
An Geiz auch nicht. Sie ist sich nicht zu schade dafür ihre schönsten Kleider zu ruinieren.
An Wollust auch nicht. Sie tut schliesslich alles nur um ihrem Mann zu gefallen und so optimale Voraussetzungen für eine gelungene Fortpflanzung zu schaffen.
An Zorn auch nicht. Sie scheint eher überrascht als wütend zu sein. Ihr scheint das Putzen Spass zu machen.
An Völlerei auch nicht. Schaut euch nur mal diese Figur an.
An Neid auch nicht. Das beweist eindeutig der gelbe Eimer.
Und an Faulheit offensichtlich auch nicht.
Okay, sie macht offensichtlich keine Karriere, ist nicht selbstbestimmt und gleichberechtigt und scheint auch nicht besonders klug zu sein (sie hat nämlich keine Brille), doch das kann man ihr aus biblische Sicht nicht wirklich vorwerfen. Ganz im Gegenteil.
Fundament unseres Rechtssystems
Die 10 Gebote sind das Fundament unseres Rechtssystems.
Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
1. Gebot
Ein klares Votum gegen die Religionsfreiheit… Kein guter Start.
Die ultimative Erklärung
Wenn man den Religionen zuhört, dann läuft eigentlich alles auf eins hinaus: Wir sterben, weil wir zu viel denken.
2 + 2 = 5
If somewhere within the Bible, I were to find a passage that said two plus two equals five, I wouldn’t question what I’m reading in the Bible. I would believe it, accept it as true, and then do my best to work it out and understand it.
Pastor Peter LaRuffa

in voller Auflösung
Also hier muss ich Pastor Peter LaRuffa wirklich in Schutz nehmen. Das klingt zwar ausserordentlich absurd, was er da sagt, doch da es sich gewissermassen um das Daily Business eines Theologen handelt, scheinbare Widersprüchlichkeiten aufzulösen, ist es nicht absurder als vieles andere, was er sonst so auflöst, und von daher wohl auch nicht wirklich ausserordentlich.
Absurd natürlich schon, aber eben nicht ausserordentlich.
Die Bibel steckt nämlich voller „scheinbarer“ Widersprüche. Im Bild links sind 439 davon aufgeführt. Und wenig überraschend wird ein jeder sattelfeste Theologe für jeden einzelnen dieser Fälle eine völlig plausibel klingende Auflösung parat haben.
Okay vielleicht nicht für jeden, doch wenn man 400 aufgelöst hat, dann liegt es nahe anzunehmen, dass das auch für die restlichen funktionieren wird. Irgendwie. (Die gleiche Einstellung haben wir Naturalisten je bezüglich noch ungelöster Fragen in der Wissenschaft. Hier nehmen wir auch an, dass unsere Erfolgssträhne beim Finden von Antworten wohl schon noch etwas anhalten wird und dass wir eine offene Frage in der Wissenschaft noch nicht als eine Bedrohung des gesamten Gebäudes zu fürchten brauchen.)
Dass sich alle Widersprüche – sei es in der Bibel oder sonstwo – irgendwie auflösen lassen, bestreitet niemand. (Man kann mich diesbezüglich gern auf die Probe stellen!) Es fragt sich bloss, ob die Auflösung auch Sinn macht? Wenn man nämlich an der möglichen Bedeutung der Begriffe zu sehr herumschraubt, wird das Ergebnis beliebig. Denn wenn man diese in die eine Richtung biegt, dann kann man es genauso gut in die andere. Und dann sind nicht mehr die Worte, die etwas sagen, sondern die Absicht des Interpretierers, die den Worten ihren Sinn geben. Und das ist eben beliebig.
Dies ist eine bekanntes und gefürchtetes Problem, das sich nur durch den Konsens verschiedener Leser in Schach halten lässt. Verschiedener Leser im Sinne von Lesern mit verschiedenen weltanschaulichen Hintergründen und Interessen.
2 + 2 = 5 wird jeder Gläubige irgendwie rechtfertigen können. Bloss, dass es jeder von ihnen auf eine andere Weise tun wird.
Die Entstehung der Arten wird nach der Lektüre von Darwin demgegenüber nur auf sehr wenige verschiedene Arten verstanden.
Wer ist wessen Abbild?
Gott erschuf den Menschen nach seinem Abbild. Wenn man nun aber sagt, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, heisst das, dass Gott ein Tier ist?
irgendein Kreationist
Nein, es würde heissen, dass er auch die Tiere nach seinem Abbild erschaffen hat. Genau so wenig wie offenbar Details wie Brüste oder Pimmel oder Hautfarbe bei der „Nachbildung“ eine Rolle spielten, würden auch auch Rüssel oder Flosse oder Flügel keine Rolle spielen.
Sollte jedoch die Schlussfolgerung, dass dann Gott ein Tier sein müsste, stimmen, dann müsste er konsequenterweise auch ein Mensch sein, wenn der Mensch sein Abbild ist.
Vorschriften
Dass die Vorschrift „Zwischen zwei Operationen Hände waschen!“ mehr Leben gerettet hat als der Imperativ „Liebe deinen Nächsten!“, könnte sogar stimmen. Es könnte aber durchaus auch sein, dass das Nichterwähnen von „Liebe deinen Nächsten!“ mehr Leben hätte retten können, als die Erwähnung es tat. Weil – nun ja – weil der Satz so beeindruckend ist, dass er es wert ist, dafür ein paar Köpfe einzuschlagen.
Gottes CV
Die Bibel ist Gottes CV.
Klar flunkert er, was das Zeug hält.Fragt sich nur, für welche Stelle er sich damit beworben hat.
Super Owl

Für alle von uns, die die Bibel lesen, war der Ausgang des Superbowl natürlich von vornherein klar:
Okay, dass es genau dieser Superbowl sein würde, wussten wir nicht so genau. Es hätte genauso gut andere Mannschaften mit anderem Federvieh in anderen Jahren sein können:
| Game | Date | Winning Team | Losing Team |
| XV | January 25, 1981 | Oakland Raiders | Philadelphia Eagles |
| XXXIII | January 31, 1999 | Denver Broncos | Atlanta Falcons |
| XXXV | January 28, 2001 | Baltimore Ravens | New York Giants |
| XXXIX | February 6, 2005 | New England Patriots | Philadelphia Eagles |
| XL | February 5, 2006 | Pittsburgh Steelers | Seattle Seahawks |
| XLIII | February 1, 2009 | Pittsburgh Steelers | Arizona Cardinals |
| XLVII | February 3, 2013 | Baltimore Ravens | San Francisco 49ers |
| XLVIII | February 2, 2014 | Seattle Seahawks | Denver Broncos |
Soweit prophezeihen die ornitologischen Prophetien eher bescheiden.
Wenn man jedoch auch Federschmuck durchgehen lässt, sieht sie Erfolgsbilanz wieder ein klitzekleines Bisschen besser aus:
| VII | January 14, 1973 | Miami Dolphins | Washington Redskins |
| XVII | January 30, 1983 | Washington Redskins | Miami Dolphins |
| XVIII | January 22, 1984 | Los Angeles Raiders | Washington Redskins |
| XXII | January 31, 1988 | Washington Redskins | Denver Broncos |
| XXVI | January 26, 1992 | Washington Redskins | Buffalo Bills |
Der Trick an den Prophetien ist – genau wie bei allen anderen Scharlatanerien – , dass man es weiss, wenn man es sieht.
Andererseits, wenn man sich anschaut, wie reich diese christlichen Apologeten sind, dann könnte man schon meinen, sie hätten ihr Bibelwissen in Wettbüros in bare Münze umgewandelt.
*Die New England Patriots, die fast die Parrots klingen, habe ich in meine Überlegungen mal nicht einbezogen.
Fazit aus der Einheit der Religionen
Wenn der Grossteil der Differenzen nicht zwischen Religionen sondern zwischen den Konfessionen innerhalb einer Religion bestimmt wird, dann könnte das Fazit doch eigentlich lauten, dass es – obschon es so aussieht – genauso wenig Religionen wie Rassen beim Menschen gibt.
Pontifex-Dialoge: Einheit der Religion
Seit mir der Papst für ein Twitter-Follow einen Ablass vom Fegefeuer offeriert hat, führe ich von Zeit zu Zeit kleinere Dialoge mit dem Pontifex. Dies ist ein weiterer davon:
28. Januar 2014
Papst Franziskus @Pontifex_de
Beten wir für die Einheit unter den Christen. Es gibt Vieles und sehr Wertvolles, was uns verbindet!
Das Christentum ist stolz drauf mit seinen ca. 2.26 Milliarden Anhängern die grösste Religion der Welt zu sein. Dass sich die vielen, vielen verschiedenen christlichen Konfessionen aber in kaum einem Punkt einig ist, tut dem keinen Abbruch.

Eda Gregr @meskinaw
@Pontifex_de Meine Vermutung: Die Differenzen innerhalb der Religion sind grösser als zwischen den Religionen. Das Wertvolle aber haben alle Religionen.
Was die Rassenfrage betrifft, ist man sich inzwischen ziemlich einig, dass eine solche Einteilung aus genetischer Sicht beim Menschen nicht haltbar ist. Die genetischen Differenzen zwischen den Individuen innerhalb einer angeblichen Rasse sind nämlich deutlich grösser als die zwischen den Rassen selbst [Wikipedia, raceandgenomics.org]. Bei echten Unterarten ist das andersrum.
Parallel dazu könnte man doch mal die Differenzen zwischen den Konfessionen innerhalb der Religionen mit denen zwischen den Religionen vergleichen.
Religion zu definieren ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, doch kann man sich sicher drauf einigen, dass sie menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägt und Wertvorstellungen normativ beeinflusst. Das tut sie in der Regel, indem sie innerhalb der Gruppe, welche sich um ein Set von Dogmen schart, diese Verhalten und Wertvorstellungen fördert.
Ob das Dogma nun lautet „Jesus ist ein cooler Typ“ oder „Mohammed ist eine cooler Typ“ oder „Krishna ist ein cooler Typ“ und die Verhaltensweisen darin bestehen, dass man sich bekreuzigt, صلى الله عليه وسلم sagt oder Räucherstäbchen anzündet, ist eigentlich unerheblich, denn es sich nur Oberflächlichkeiten. Wesentlich wichtiger für das Zusammenleben sind die Wertvorstellungen, nach denen man lebt.
- Stellung zur Homosexualität?
- Stellung zum Ehebruch?
- Stellung zum Haareschneiden?
- Stellung zur Arbeit am Sonntag?
- Stellung zur Sklaverei?
- Stellung zu Tierrechten?
- Stellung zum Führerschein für Frauen?
- Stellung zur Polygammie?
- Stellung zur Vergewaltigung?
- Stellung zur Inzest?
- Stellung zur Masturbation?
- Stellung zum Frauenstimmrecht?
- Stellung zur Abtreibung?
- Stellung zur Todesstrafe?
- Stellung zur Beschneidung?
- Stellung zur Speisevorschriften?
- Stellung zu Kleidervorschriften?
- Stellung zur Wissenschaft?
- Stellung zu allen anderen Themen?
- Stellung zu anderen Stellungen.
- Stellung zu Sexstellungen?
Jede Konfession innerhalb einer Religion hat andere Antworten auf diese Fragen.
Da die Antworten immer okay oder nicht okay lauten, liesse sich eine Clusteranalyse über alle Religionen und Konfessionen erstellen und mal überprüfen, ob mehr Differenzen zwischen den Konfessionen oder den Religionen bestehen.
Ich tippe darauf, dass die Antworten keine deutliche Trennung zwischen den Religionen auszumachen erlauben werden. Aber wie gesagt, es ist nur eine Vermutung. Doch müsste es eigentlich möglich sein hier Fakten sprechen zu lassen.
Und sollte ich recht haben, dann verbindet das Wertvolle nicht Religionen sondern die Menschheit – denn ein Monopol auf etwas bestimmtes Wertvolles besitzt ja keine Religion. Ausser man betrachtet den Pileolus (das weisse, päpstliche Scheitelkäppchen) als etwas vom Wertvollen.
Eda Gregr @meskinaw
@Pontifex_de Mir scheint es auch, dass die Differenzen so gross sind, dass nur noch beten hilft.
Wenn der Papst eine Einheit will, dann müssen sich alle christlichen Konfessionen über die Antworten zu den Wertefragen einig werden. Doch da es hier nicht Argumente waren, welche die Position einer bestimmten Konfession festgelegt haben, werden es auch nicht Argumente sein, welche die Position der Konfessionen ändern werden. Hier helfen in der Tat nur die klassischen Methoden: Köpfeeinschlagen und/oder Beten.
Offenbarte Geheimnisse
Nach Ansicht der Christen enthält und ist die Bibel eine Offenbarung. Das heisst, dass dem geneigten Leser darin die WAHRHEIT enthüllt wird. Je nach christlicher Couleur mehr oder weniger wörtlich.
Was mich indessen interessiert, ist, wie viel der Schöpfung wird offenbart, respektive wie viel der Schöpfung bleibt selbst dem aufmerksamsten Lesen ein Geheimnis? Ist es die vollständige und absolute Offenbarung oder ist es nur eine für die Menschen zusammengestellte Auswahl? Steht da alles, was man wissen kann oder alles was man wissen muss?
„Wie blass und langweilig wäre die Welt ohne Geheimnisse.“
(Abū Alī al-Husain ibn Abdullāh ibn Sīnā alias Ben Kingsley)
Scheisse werfende Verwandte

Warum erfüllt es manche Leute mit Entsetzen, dass wir von Affen abstammen könnten?
Was ist schlimm dran einen Bettler, Henker oder Rechtsanwalt unter den Ahnen zu haben?
Wollen wir nicht besser sein als unsere Vorfahren ?
Wollen wir nicht für unsere Nachfahren, dass sie besser sind als wir?
Was ist da als so schlimm dran Scheisse werfende Verwandte zu haben?
Haben wir die nicht so oder so?
in dubio pro reo
Converting an indian to christianity – don’t let the devil win
Zur Zeit spukt mal wieder ein Video von Molly Miller aus dem Jahr 2009 durch die atheistischen Foren, in dem sich zwei christliche Teenager dadurch lächerlich machen, dass sie ihre indische Freundin zum Christentum bekehren wollen.
Wieso denken so viele, dass es sich nicht um eine Satire handeln könnte?
Klar, hie und da begegnet man tatsächlich solchen Exemplaren. Doch der Wunsch diese endlich mal auf frischer Tat ertappt zu haben, darf uns unsere gesunde Skepsis nicht vernebeln.
Ist es nicht peinlicher sich öffentlich über eine nichtverstandene Satire zu ärgern als irrtümlich eine ernst gemeinte, bekloppte Botschaft als Satire zu verstehen?
Ergo: Wenn auch der Hauch einer Chance besteht, dass etwas eine Satire ist, dann geht davon aus, dass es eine Satire ist. Allein schon aus Respekt vor dem Autor, dem man mit der Satire eine grössere Intelligenz attestiert als dem, der es tatsächlich ernst meint.
In dubio pro reo!
Das ganze Œuvre von Molly Miller und ihren Freundinnen findet man auf ihrem youtube-Channel und ein paar weitere als verschollen geltende Werke findet man auch noch auf der Encyclopedia Dramatica.