Auszug aus einem Dialog mit einer alternativen Apothekerin

Ich: Haben Sie gute Erfahrungen damit gemacht?
Apothekerin: Ja, jede Menge. Bei mir selbst genauso wie bei meinen Kunden
Ich: Würde man es merken, wenn mal aus Versehen bloss die Trägersubstanz ohne den Wirkstoff geliefert würde?
Apothekerin: Aber natürlich.

Ich: Wurde es denn mal mittels Doppelblindstudie auf seine Wirksamkeit getestet?
Apothekerin: Die Sache ist die, dass auch Doppelblindstudien ihre Grenzen haben. Insbesondere wenn es um individualisierte Therapieformen wie diese geht. Da funktionieren Doppelblindstudien nicht.

Ich: Und inwiefern Unterscheidet sich das Versehen bei der Lieferung von einer Doppelblindstudie?

 

Ob sie das Mittel auch verkaufen würde, wenn die versehentlich falsche Lieferung erst mal unbemerkt bliebe, konnte ich sie leider nicht mehr fragen, wir blieben nämlich an der Frage hängen inwiefern das Mittelchen, das sie mir empfahl und mit dem sie nach eigenem Bekunden sehr gute Erfahrungen gemacht hat – sowohl selbst als auch bei ihren Kunden -, eine individualisiertere Therapieform sei als ein Aspirin, das sie allein mir aufgrund der Erwähnung, dass ich Kopfweh habe, ebenfalls hätte anbieten können. Sie erklärte etwas von ganzheitlich und natürlich und frei von Nebenwirkungen, den einzigen wirklichen Ausweg aus ihrer Zwickmühle, dass sie als Apothekerin ihre Abwägungen durch das Taxieren der Erscheinung (oder Aura) ihrer Kunden mit Individualität anreichere, wollte sie indessen nicht nehmen.

Eine Antwort auf „Auszug aus einem Dialog mit einer alternativen Apothekerin“

  1. Frei von Nebenwirkungen und sonstigen Wirkungen.

    Aber Eda, warum immer so skeptisch. Diese Frau wollte dir vermutlich wirklich nur helfen…
    ;-)

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