Zombie Theorien

„Zombie Theorie“ trifft die Sache ausgesprochen gut, denn diese treibt tatsächlich einfach weiter ihr Unwesen, obwohl sie schon längst widerlegt wurde.
Im Bezug auf den Kreationismus, der mir bekanntlich besonders am Herzen liegt, funktioniert diese Zombie-Metapher ironischerweise sogar noch besser, dreht sich doch die ganze Religion, die hinter diesem steckt, um einen Zombie und dessen Vater mit Allmachtsfantasien.

Wie macht man nun aber einem Anhänger einer Zombie-Theorie klar, dass seine Theorie schon ziemlich müffelt? Ein Lackmustest wäre nicht schlecht. Anbieten würde sich beispielsweise die von Marshall Shepherd angesprochene Differenz zwischen den Ansichtend der Fachwelt und jenen der Laien. Je grösser der Unterschied, desto beissender der Verwesungsduft. Dies sollte eigentlich ziemlich überzeugend sein.

Doch für die Unbeirrbaren gibt es stets eine Hintertür: Man postuliert eine grosse, böse Verschwörung durch irgendwelche Leute oder Organisationen mit Allmachtsfantasien. Und auch das kennen wir von den Zombiefilmen…

Trennung von Religion und Medizin

Auf dem Krankenschwesterstirnband in Avas Ärztekoffer ist ein rotes Kreuz. Für Ava ist das ein Symbol des Heilens, also malt sie es auf mein Bein, das sie kurz zuvor als gebrochen erklärte.
Ich finde, dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie basal diese „animistische“ Form der Medizin ist.  Und entsprechend profitiert die Religion davon, dass das Rote Kreuz auch das Kreuz des Christentums ist. Historisch wird dieses Detail der Hilfsorganisation wahrscheinlich überhaupt erst die Durchsetzung ermöglicht haben – ich vermute, weil die Trennung von Spiritualität und Medizin noch nicht so weit forgeschritten war wie heute -, doch ob es deshalb auch heute noch seine Berechtigung hat, möchte ich in Frage zu stellen.
Während sich der Säkularismus für die Trennung von Kirche und Staat einsetzt, gibt es meines Wissens kein Konzept, welches sich explizit der Trennung von Religion und Medizin annimmt. Doch die ist allein schon deshalb notwenig, weil es das religiöse Denken ist, welches Schuldzuweisungen macht. Und die sind in der modernen Medizin definitiv fehl am Platz.
Die Schuldzuweisung ist übrigens auch ein zentraler Bestandteil der  Alternativ & Komplementärmedizin, allein schon damit, dass sie sich damit zu immunisieren versucht, dass sie erklärt, dass Zweifel an der Behandlung deren Effektivität verringert, wenn nicht gar verunmöglicht.Hier spielt natürlich auch noch der Placebo-Effekt eine grosse Rolle, doch da mein als gebrochen erklärtes Bein eine weitere Behandlung bedarf, muss ich diesen Aspekt auf etwas später verschieben…

Unterschrift

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Ava kann ihren Namen nicht nur schreiben (siehe oben),
sondern auch tippen (siehe unten)

AVA

(per copy&past in den DisOrg eingefügt)

Gott mag dumme Menschen. Warum macht er sonst so viele davon?

Auf den erst Blick möchte man meinen, dass man sich damit über das Konzept eines liebenden, persönlichen Gottes lustig macht, doch wenn man sich klar macht, dass Gott tatsächlich eine Schwäche für die geistig Armen hat (Matthäus 5:3), dann wird aus der von den Kreationisten gern gegen die Evolution angeführten Degeneration, die die gesamte Schöpfung seit dem Sündenfall durchdringt, nicht etwa ein Fluch sondern ein Segen. Man könnte es schon fast als einen liebenswürdigen Plan bezeichnen, mehr und mehr Menschen den Eintritt in den Himmel zu erleichtern. Dazu würde auch passen, dass die Gewalt in der Welt – auch es vielleicht nicht den Eindruck erweckt – stetig auf dem Rückmarsch ist. Dummheit scheint also den Frieden zu fördern. So lasst uns die Schulen niederreissen!
Ist es nicht etwas irreführend den biologischen und psychologischen Heilsweg des Herren als Degeneration zu bezeichnen?

Nicht ganz klar wird mir allerdings, wieso in Ländern und Gesellschaftsschichten mit schlechterer Bildung, was ja im Allgemeinen gern als Förderer der geistigen Armut betrachtet wird, die Gewalt höher ist? Hm… pfff… wieso zerbreche ich mir den Kopf… Gottes Wege sind unergründlich.

The Fast and the Furious Hitchhiker

Ich bin ja per Anhalter schon weit herum gekommen. Ich habe als treuer Vasall Sissy Hankshaws auf diese Weise Skandinavien, Kanada, Australien und das Entlebuch bereist. Doch auf all meinen Reisen bin ich nicht ein einziges Mal von einem Fastnfuriousen mitgenommen worden. Bin ich vielleicht doch kein so guter Autostopper? Oder wird im Handbuch für angehende Helden einfach davon abgeraten sich auf dem Weg zur Rettung der Welt mit Anhaltern aufzuhalten?
Aber wie rettenswert kann eine Welt schon sein, wenn zu deren Rettung ein Hitchhiker am Wegesrand stehen gelassen wurde?

Selbständig werden – Was braucht es?

Inserat auf RonOrp: „Du hast den brennenden Wunsch, etwas eigenes auf die Beine zu stellen? Oder ohne Geld, Idee und Businessplan ein Geschäft eröffnen. Unternehmerische Fähigkeiten entwickeln. Der eigene Chef sein. Verrückte Ideen verwirklichen. Gratis am 30. Mai 18:30 Uhr im Volkshaus. Info: www.matrix-live.ch“

Es ist nett, dass es Menschen gibt, die engagierten Leuten umsonst helfen wollen unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln, doch wenn man sich die Webseite anschaut und mal dreist annimmt, dass die dort vorgestellten Konzepte auch bei der Veranstaltung im Volkshaus  Programm sind, dann trübt sich das Bild leider ein bisschen.  Denn Matrix Live ist reinste Esoterik und spezialisert darauf mittels Quantenheilung und anderem Schabernack dieser Art Menschen in jeder denkbaren Art besser zu machen. Sei es gesünder, erfolgreicher, glücklicher oder was auch immer man optimineren will. (Und für den Fall, dass sich kein Erfolg einstellt, dies der magelnden Bereitschaft des Heilssuchenden anzulasten.)
Und einmal mehr zeigt sich mit dieser Veranstaltung, dass Arbeitssuche und der Schritt in die Selbstständigkeit offensichtlich ein lukratives geschäft für Drittpersonen ist. Ich will den Initianten hier keinerlei böse Absichten unterstellen, doch würde ich drauf wetten, dass es sich am Ende für sie doch finanziell gelohnt haben wird.

Ein Event, den ich nicht besuchen werde.

Das Leben ist wie eine Pampelmuse. Außen Orange-gelblich mit Pickeln, feucht und tintenfischartig in der Mitte. Innen sind auch noch Kerne.
Oh, und manche Leute essen eine Halbe davon zum Frühstück.
(Douglas Adams)

Wie wahrscheinlich ist die Existenz der Zahnfee?

Ein Aufruf zur Partizipation der DisOrg-Leser.

Bitte begründet eure Einschätzung.
Und beachtet dabei, dass man aus Nichtwissen keine Schlüsse ziehen kann. Und bedenkt auch, dass es Leute gibt, die eine persönliche Erfahrung mit dieser gemacht zu haben glauben.

Vielen Dank für eure Antworten

Spinner auf Kaffee

In seiner Einleitung zum ersten ZmittagsLabors erwähnte Stephan Sigrist die berühmten koffeinierten Spinnennetze. Eine durchaus amüsante Anekdote, insbesondere wenn man unauffällig einfliessen lässt, dass das World Wide Web von einer Horde kaffeesüchtiger Nerds gewoben wurde, nichtsdestotrotz ist Vorsicht angebracht.
Daraus, wie etwas aussieht, lassen sich nämlich nicht immer Rückschlüsse darauf ziehen, wie dieses etwas entstanden ist. In diesem Fall ist nicht gesagt, dass das Koffein mehr schaden angestellt hat als das Cocain, denn womöglich hat das Koffein nur eine Funktion beeinträchigt, deren Konsequenzen gross war, während ein anderer Stoff viele Funktionen beeinträchigt hat, die einfach im Zusammenhang mit der Netzkonstruktion nicht so zum Tragen kam.
Auch sollte man sich hüten daraus Rückschlüsse auf die Menschen zu ziehen, denn die Metabolismen reagieren womöglich auf verschiedene Inputs womöglich völlig verschieden. Man denke nur daran wir unterschiedlich allein schon in der Spezies Mensch verschiedene Populationen auf verschiedene Einflüsse wirken, beispielsweise Alkohol.

Das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft

Ein paar Gedanken zum heutigen NZZ am Sonntag Artikel „Die Politik muss sich nicht immer nach den Erkenntnissen der Wissenschaft richten, sie darf die Forscher aber nicht zu blossen Hampelmännern machen“ von Patrick Imhasly

Politiker müssen nicht nur die wissenschaftlichen Fakten im Auge behalten, sondern auch deren gesellschaftliche Akzeptanz und die Finanzierbarkeit. Daraus ergeben sich zwangsläufig unschöne Kompromisse.
Wie weit darf man den Wissenschaftlern aber vorwerfen, dass sie ihre Erkenntnisse etwas zu pointiert formulieren um sich gegenüber der ihrer Meinung nach schnarchenden Politik Gehör zu verschaffen?
Damit verlassen sie in der Tat das Terrain der Wissenschaft und begeben sie sich in die politischen Gefielde, doch wieso sollten sie das nicht tun? Auch sie sind politische Individuen und absolut legitime Stimmen im Meinungsbildungsprozess. Genau wie die Exponenten aus Kultur und Wirtschaft.
Daraus, dass sich einige zu etwas überrissenen Aussagen hinreissen lassen, eine Unglaubwürdigkeit der Wissenschaft ableiten zu wollen, ist genauso absurd, wie aus kulturellen Missgriffen und wirtschaftlichen Fehlschlägen die Legitimität von Kultur und Wirtschaft in Frage zu stellen, und zeugt in hohem Masse von einem Unverständnis dessen, was Wissenschaft ist und wie sie funktioniert.
Statt also den Wissenschaftlern einen Maulkorb anzulegen, sollte man vielleicht lieber etwas mehr Zeit darauf verwenden die Missverständnisse bezüglich der Wissenschaft auszuräumen.

Wenn die Wissenschaft herausfindet, dass von gentechnisch veränderten Pflanzen keine Gefahr für die Umwelt ausgeht, oder dass die Homöopathie nicht funktioniert, dann kann man dies in der Politik nicht ignorieren mit dem Vorwand, dass die Bevölkerung dies nun mal so wolle. Dies mag vielleicht noch vertretbar sein bei der Frage, ob man das Hornussen weiter fördern wolle, doch bei gesundheitlichen und finanziellen Fragen, sollte man schon eine Grenze ziehen. Wir werden ja auch nicht die Todesstrafe wieder einführen nur weil dies in der Bevölkerung gut ankommen würde.

Gern wird in diesem Zusammenhang auf sich dauernd ändernden Vorzeichen verschiedener wissenschaftlicher Erkenntnisse verwiesen, doch kann man dies nicht wirklich gelten lassen, denn das aktuelle Resultat ist der aktuelle Stand der Kenntnis. Etwas besseres haben wir zur Zeit nicht. Und darauf zu setzen, dass es sich schon noch mal wenden wird, basiert nicht auf Logik, sondern auf einer unhaltbaren Extrapolationen.
Auch hier gründet es sich in einem fundamentalen Unverständnis dessen, was die Wissenschaft ist und wie sie funktioniert und wie man mit deren Erkenntnissen umgehen muss.

Das Fazit ist: Die Politik muss auch unbequeme Wege einschlagen. Selbst dann, wenn er es gar nicht möchte. Und den Rat der Wissenschaft zu ignorieren, darf nicht sein, denn sie repräsentiert das beste Wissen, das zur Zeit zur Verfügung steht. Ob man es sich allerdings leisten kann, dem Rat nachzukommen, steht selbstverständlich auf einem anderen Blatt. Doch wenn dies nicht geht, bedarf es einer sehr guten Begründung und einer öffentlich Diskussion darüber.

Auf der Flucht

Ava packte eine Tüte (Bio)Chips und rannte aus dem Laden raus und rein ins Spielzeug(flucht)auto.

Nun ja, irgendwie hat sie es ja schon ganz richtig gemacht.

Space Oddity

In die Sammlung der besten Lieder aller Zeiten gehört natürlich auch Space Oddity von David Bowie. Besser als Bowie kriegt dieses Lied auf der ganzen Erde keiner hin.

Commander Chris Hadfield ist nicht auf der Erde.