Eda Gregr
27.06.2017 um 23:19

Früher schrieb man offenbar:

Er mähte den Rasen, und sie kochte das Mittagessen.
(mit Komma)

und:

Es ist eine Tatsache, dass er den Rasen mähte und sie das Mittagessen kochte.
(ohne Komma)

Kommaregeln scheinen sich früher nicht nach Chomskys Universalgrammatik gerichtet zu haben!

Ich bin empört!
(Mein Bürokollege übrigens auch.)

Wenn das kein Grund ist, das Rumfummeln an der Geschichte zu erlauben, …
dann weiss ich auch nicht …

 

.
.  .  .
.  .  .  .  .
.  .  .
.

 

Aber natürlich muss man geschickt rumfummeln!
Meist passiert gar nicht: Beispielweise war der Strategie, einen Kampfroboter durch die Zeit zu schicken um eine Schlüsselperson zu ermorden und damit der Geschichte eine neue Wendung zu geben, bisher noch nie Erfolg beschieden (Terminator). Und selbst der Versuch, einen Ingenieur ins Mittelalter zu schicken um eine steamgepunkte Renaissance zu ermöglichen, hinterliess keinen bleibenden Eindruck (Ein Yankee am Hofe des König Artus).
Manchmal schiesst man aber auch weit übers Ziel hinaus: Als beispielsweise ein viktorianischer Gentleman in einer fernen Zukunft die Hübschen rettete, indem er die Hässlichen massakrierte, beraubte er die Hübschen ihrer Lebensgrundlage und musste für sie die Zivilisation mit all den damit verbundenen Mühen komplett neu aufgleisen (Die Zeitmaschine). Oder weil mal ein Teenager durch die Zeit stolperte und seiner Mutter den Kopf verdrehte, landete ein Trump im Weisse Haus (Zurück in die Zukunft).

Grundsätzlich gilt, dass wenn man die Leute „austauscht“, dass sich nichts gross ändert. Für eine andere Zukunft bedarf es nicht anderer Leute, sondern anderes Denken!
Technologie beeinflusst das Denken (The Medium is the Message). Das tut sie allerdings nur, wenn sie noch irgendwie fassbar ist. Entzieht sie sich zu sehr dem Verständnis der Benutzer, wird es zur Magie. Ich denke da beispielsweise an den Cargo-Kult in Melanesien, aber eigentlich auch an die Mehrheit der iPhones-User, wo die Leute die Bedienungsrituale ausführen, dann aber bloss enttäuscht, nicht aber gross überrascht sind, wenn das Resultat ein gänzlich anderes ist als erhofft.
Sprache beeinflusst das Denken!
Was liegt dann näher, als Linguisten durch die Zeit zu schicken um die Dinge gerade zu biegen? Sie ändern die Sprache und damit das Denken. Und wer würde schon im Rat für deutsche Rechtschreibung, in der Académie française oder in der Redaktion des Oxford English Dictionary Zeit-Agenten vermuten?

Rat für deutsche Rechtschreibung

Rat für deutsche Rechtschreibung

 Académie française

Académie française

Natürlich ist die Macht dieser Institutionen nicht verborgen geblieben. Man vermutet schon länger, dass beispielsweise politische Korrektheit, welche zu einem bestimmten Grad auch von diesen „Sprachpolizisten“ abgesegnet wurde, ein Manipulationswerkzeug ist. Was man jedoch nicht bedacht hat, ist, dass wenn jemand die Folgen eines „Eingriffs“ abzuschätzen fähig ist, dann Zeitreisende. Wenn man sich also gegen die politische Korrektheit auflehnt, dann weil sie es so wollen…

Mir ist kein Zeitreise-Science-Fiction-Werk bekannt, in dem diese Möglichkeit ausgelotet würde. In Arrival ist Amy Adams alias Dr. Louise Banks zwar Linguistin und irgendwie geht es da auch ums Zeitreisen, doch es besteht keine Verbindung zwischen diesen beiden Dingen. Was dem Grundgedanken, dass man die Geschichte durch Tweaken der Sprache nachhaltig verbessern kann, noch am nächsten kommt, ist Bill & Ted’s verrückte Reise durch die Zeit, wo mit Hilfe von granatenstarker Musik ein globales Umdenken eingeleitet wird, welches dann zu einer Welt voller Wasserrutschen führt.

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Eda Gregr
12.03.2017 um 14:59

Eine ziemlich lästige Eigenschaft der deutschen Sprache ist das Problem mit dem inklusiven und dem exklusiven Wir.
Als Angesprochener weiss man nie genau, ob man nun dazugehört oder nicht. Diese doofe sprachliche Eigenart ermöglicht es auch, jemanden nachträglich auszuschliessen ohne dass man sich damit in Widersprüche verwickeln würde. Es zwingt den Angesprochenen in eine lästige, unterwürfige Position.

Kein Wunder macht sich das die Religion zunutze.
„Vater unser im Himmel…“
Wenn ein Priester das vorbetet, rechnet er mich auch dazu? Wenn es um die Kirchensteuer geht, wahrscheinlich schon…
Wen rechnet er aber nicht dazu? Es können ja nicht alle gemeint sein, sonst würde es „Vater aller im Himmel… “ heissen.

Ich plädiere daher für die Ersetzung von „unser“ durch „dwir“, wenn du dazugehörst, und „mwir“, wenn es nur mich betrifft, aber nicht dich. So herrscht Klarheit!
Analog „duns“ und „muns“, respektive „dunser“ und „munser“.

„Vater munser im Himmel…“

Ein ähnliches Problem ergibt sich mit Drittpersonen, welche mal dazu gezählt werden und mal nicht.
Man betrachte die beiden folgenden Sätze: „Wir Christen sind die grösste Religionsgemeinschaft der Welt.“ und „Wir Christen lehnen jede Form von Gewalt ab.“
Die „wir Christen“ in den beiden Sätzen sind offensichtlich nicht die gleichen. Die „wir Christen“, die die Gewalt ablehnen, sind wahrscheinlich nicht mehr die grösste Religionsgemeinschaft.
Ist es zu viel verlangt, dass „wir“ im gleichen Kontext immer die gleiche Zahl von Menschen repräsentiert? Respektive, dass es erkennbar ist, wenn sich die Zahl ändern könnte.

Ich plädiere daher für die Ersetzung von „wir“ durch „wirf„, wenn die Zahl fix ist, und „wirw„, wenn sie variabel ist (w weil das v in variabel als w ausgesprochen wird).
Analog unsf und unsw, respektive unsfer und und unswer.
Das müsste natürlich mit dem inklusiven und exklusiven Wir kombiniert werden.

„Vater munswer im Himmel…“

Dann gibt’s da noch die Priorisierung, welche manchmal innerhalb der Gruppe auf die sich das wir bezieht, gegeben ist (vgl. Alle sind gleich, doch manche sind gleicher.). Das sollte auch berücksichtigt werden.

Ich plädiere daher für die Ersetzung von „wir“ durch „wier“, wenn die Gruppe egalitär strukturiert ist, und „wiar“, wenn sie hierarchisch ist.
Analog unes und unas, respektive uneser und und unaser.
Auch das müsste natürlich mit dem inklusiven und exklusiven und dem fixen und variablen Wir kombiniert werden.

„…und vergib munasw munaswere Schuld, wie auch wir vergeben munasweren Schuldigern…“
(weil es andere wesentlich nötiger als ich, dass ihnen vergeben wird…)

Auf diese Weise hätten es Bigotterie und Heuchelei wesentliche schwerer. Und das ohne die politische Korrektheit bemühen zu müssen.
Zugegeben, es wäre zumindest in der Eingewöhnungsphase wohl etwas kompliziert. Andererseits würde es nicht schlecht tun, wenn die Leute etwas weniger für andere sprechen täten.
Das ist zumindest munesfere Ansicht.

Gezeichnet, die DisOrganizer Redaktion

 

 

Und wenn wir schon daran sind, die Sprache von ihren Macken zu befreien, hier ein weiterer Vorschlag: Lasst uns „jungfräulich“ durch „jungfreudig“ ersetzen. Das ist das gleiche Vergnügen, bloss dass man es durchaus auch mehrmals haben kann. Ist doch viel besser!

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Eda Gregr
31.03.2015 um 20:34

babelKennt ihr die Geschichte vom Turmbau in Babel? Wo die Menschen gottgleich zu werden versuchten und Gott sie zurechtstutzen musste? Habt ihr euch schon mal die Geschichte in der Bibel selbst angeschaut? Irgendwie klingt es da ganz anders:

  1. Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte.
  2. Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an.
  3. Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel.
  4. Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.
  5. Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten.
  6. Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.
  7. Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort ihre Sprache, sodass keiner mehr die Sprache des anderen versteht.
  8. Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen.
  9. Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der Herr die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut.

1. Mose 11,1-9 / Einheitsübersetzung

Die Absicht der Menschen war es, ein Monument ihrer Einheit zu errichten, auf dass sie auch in Zukunft eine Einheit blieben. Eigentlich ein hübsches Unterfangen, finde ich. Kommt dem humanistischen Ideal ziemlich nahe. Ob dieses Monument nun ein Turm, eine Bibliothek oder ein Raumschiff ist, ist zweitrangig. Was zählt, ist das gemeinsam erreichte Ziel to boldly go where no one has gone before.

Und dann steigt Gott herab, um sich die „Sandburg“ mal anzuschauen1. Und Gott sieht, dass der Mensch Potential hat. Und er kriegt es mit der Angst zu tun.

Es passt ihm offensichtlich nicht, dass die Menschen sich verstehen, zusammen arbeiten und „alles“ zu erreichen fähig sind. Wieso nicht?
Fürchtete er, dass wir ihm den Himmel verbauen könnten? Wohl kaum, denn sein Himmel ist ja nicht wirklich in den Wolken2.
Fürchtete er, dass wir damit gottgleich werden könnten? Wäre das so schlecht? Gott ist ja superlieb, oder? Und sollten sich nicht alle Eltern wünschen, dass ihre Kinder sie dereinst überragen werden? Aber besteht überhaupt die Möglichkeit, dass wir gottgleich werden? Gott ist nicht von dieser Welt, wie könnte man dann mit irdischen Mitteln werden wie er?
Was also fürchtete er dermassen, dass es sich genötigt sah, Zwist unter den Menschen zu säen?

Gott verbannte Adam und Eva aus dem Paradies, weil sie ungehorsam waren, und er schickte die Sintflut, weil die Menschen verderbt waren. Ein bisschen drastisch, aber okay. In Babel jedoch bestraft er die Menschen3 nicht für etwas, das sie getan haben, sondern für etwas, das sie womöglich irgendwann man tun könnten. Müsste Gott, wenn er den Freien Willen respektieren will, die Fehlentscheidung der Menschen nicht erst abwarten?

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Eda Gregr
22.03.2014 um 20:39

Ein Text den ich beim Aufräumen immer wieder gern finde.



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Eda Gregr
04.12.2013 um 15:34

Ich frage mich, welches der beiden Artefakte

qr-packungsbeilage

oder

http://disorganizer.meskinaw.net/blog/2013/11/24/packungsbeilage/

in 42’000 Jahren wohl leichter zu entziffern sein wird?

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Eda Gregr
07.11.2013 um 09:35

Ausgangspunkt war der Rant einer Freundin auf Facebook:

„Ausrufezeichen hinter jedem Satz sind so ein Unding. Ich mag einfach nicht den ganzen Tag von irgendwelchen Leuten angeschrien werden.
Vielleicht sollte mal ein Mit-Nachdruck-Zeichen eingeführt werden, da alles mögliche scheinbar so unheimlich wichtig ist$“

Es stimmt schon, das Ausrufezeichen wird bisweilen etwas inflationär benutzt, doch so wenig ernst man die entsprechenden Autoren auch nehmen kann, das eigentliche Problem mit dem Ausrufezeichen liegt ganz woanders. Und zwar am Ende.
Wir erfahren nämlich erst am Ende eines bisweilen höllisch langen, mitunter auch ziemlich verwinkelten Satzes, dass er geschrien war! Eine Erkenntnis, die einen in der gesprochenen Sprache von der ersten Silbe an begleitet.

!Ein sinnvoller Ausrufesatz müsste daher ohnehin wie eben dieser aussehen
.
.
.
.
.
Ein Ausrufesatz hat gefälligst nicht mit einem Satzzeichen sondern mit einem Tinnitus zu enden!
.
.
.
.
.

Die klerikale Methode kriegt es auch ohne Tinnitus hin. Denn nicht der Tinnitus ist ja das eigentliche Ziel…
Als Ritual verpackt, lässt man sein Gegenüber nach jedem zur Denkwürdigkeit bestimmten Satz ein inbrünstiges Amen juchzen. Und da „Amen, aber…“ nun mal nicht geht, hat man sein Gegenüber – ohne dass es diesem auch nur aufgefallen wäre – effektiv der Möglichkeit zu einer kritischen Erwiderung beraubt.

Auch die Tourettsmethode hat es in sich. Mit einem so deftigen Fluch, dass einem vor Scham die Ohren bimmeln, lässt man auch keinen Zweifel an der Nachdrücklichkeit eines Satzes offen, Sackzement!
Um der Eleganz Willen und um nicht als unkultiviert betrachtet zu werden, darf man allerdings NIE! NIE! NIE! das gleiche Fluchwort ein zweites Mal benutzen.

Und damit wären wir bei der Bellman-Methode

„Just the place for a Snark!“ the Bellman cried,
As he landed his crew with care;
Supporting each man on the top of the tide
By a finger entwined in his hair.

„Just the place for a Snark! I have said it twice:
That alone should encourage the crew.
Just the place for a Snark! I have said it thrice:
What i tell you three times is true.“

(Lewis Carroll / The Hunting of the Snark / Fit the First – The Landing)

Die obigen Methoden sind zwar durchaus charmant und haben in der Vergangenheit ohne Zweifel wertvolle Dienste geleistet, doch zeigen sie in unserer technisch optimierten, aufgeklärten und toleranten Gesellschaft einfach nicht mehr den gleichen Biss. (Ausser der Bellman-Methode natürlich, doch die wirkt im Gegensatz zu den anderen Methoden nicht unterschwellig, sondern benötigt das bewusste Wissen um deren Gültigkeit.)
Lasst uns also was neues entwickeln. Lasst uns die Evolution selbst in die Hand nehmen!

Wir wollen die Aufmerksamkeit an der richtigen Stelle. Deshalb wollen wir den Lesefluss derart zu regulieren, dass er seine Kraft punktgenau entfesseln versteht.
Hierbei helfen beispielsweise die typographischen Methodologien, wenn man denn unbedingt mehr als das wichtige schreiben will:

  • M man kann das wichtige durch Fettdruck hervorheben.
  • Oder man kann das w i c h t i g e durch Abstände hervorheben.
  • Oder man kann das wichtige durch die Schriftgrösse hervorheben.
  • Oder man kann das wichtige durch Farbe hervorheben.
  • Oder man kann das WICHTIGE durch Grossbuchstaben hervorheben.
  • Oder man kann das wichtige durch Unterstreichen hervorheben.
  • Oder man kann das wichtige durch Kursiva hervorheben.
  • Oder man kann das W I C H T I G E durch alles zusammen hervorheben.

 

okay, das war jetzt alles furchtbar langweilig…
jetzt wird’s aber spannender, denn jetzt regulieren wir andersrum:

  • MaN kANn DaS wichtige dUrCH nOrmAle gRossKLeInsChrEiBunG heRVoRhEbeN.
  • Ober mann chan tass wichtige druch voll Choregte Ordografy herforhepen.
  • Oder man kann das wichtige durch eine leserlichere Schriftart hervorheben.
  • ಅಥವಾ ನೀವು wichtige ತಿಳಿಯಬಹುದು ಒಂದು ಭಾಷೆ ಹೈಲೈಟ್ ಮಾಡಬಹುದು.
  • Dr mn knn ds wichtige drch Bntzng vn Vkln hrvrhbn.
  • redO nam nnak sad wichtige chrud gitchir mur nebiersch nebehrovreh.
  • Oder aber man kann das
wichtige auch durch fehlende Ablenkung hervorheben.
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Eda Gregr
29.09.2013 um 23:31

Pinky: Frag mich irgendwas und ich werde antworten.
Brain: Was soll ich fragen?
Pinky: Frag, was du wissen willst.
Brain: Du sagtest, ich solle irgendwas fragen. Das tat ich, also antworte.
Pinky: Ich habe auch geantwortet.
Brain: „Frag, was du wissen willst“ ist keine Frage.
Pinky: Nein es ist eine Antwort.
Brain: Aber ich fragte nach einer Frage und da ist die Antwort eine Frage. Und du hast keine Frage als Antwort gegeben, also hast du die Frage nicht beantwortet.
Pinky: Ich habe sie sehr wohl beantwortet. Bloss nicht so, wie du wolltest. Aber es war auch eine Antwort, denn sie beantwortet deine Frage.

Hat Pinky Brains Frage wirklich beantwortet? Damit meine ich nicht, ob die Antwort korrekt ist, sondern ob man das überhaupt als Antwort gelten lassen kann.
„Sorry, ich habe dich nicht verstanden.“ ist auch keine Antwort auf eine Frage, sondern eine Feststellung, dass man seinen Gegenüber nicht gehört, resp. verstanden hat.  Direkt im Anschluss an eine Frage formuliert zu sein, macht einen Satz deswegen noch nicht zu einer Antwort auf diese Frage. Eine Antwort ist keine Frage der Position, sondern des Inhalts, der jenen der Frage aufnimmt und weiterführt.
Insofern ist auch ein „Ja.“ keine Antwort auf die Frage „Wo ist das Klo?“. Nicht mal eine falsche, denn es ist offensichtlich, dass die Frage nicht verstanden wurde.
Eine Antwort muss also, um als Antwort durchgehen zu können, zumindest implizit eine Bestätigung enthalten, dass die Frage verstanden wurde.

Die Frage „Was soll ich fragen?“ kann aber auf zwei Arten interpretiert werden. Zum einen als eine Aufforderung eine Frage als Antwort zu geben, so die Brain beabsichtigte. Und zum anderen als eine Bitte um Wiederholung oder Präzisierung, wie es offenbar Pinky zunächst verstanden hat.
Beides wären an sich durchaus legitime Möglichkeiten, doch da die Ursprungsfrage alle nur denkbaren Fragen zur Auswahl stellt und sie zu beantworten verspricht, muss er, sofern eine Frage als Frage interpretierbar ist, diese als Frage interpretieren und beantworten. Und nicht davon ausgehen, dass die Frage nicht verstanden wurde.

Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
A) NIEMAND erwartet die Spanische Inquisition!
B) Und jetzt zu etwas völlig anderem.
C) Wie lautet die Frage?
D) Ich werde diese Schallplatte nicht kaufen, sie ist zerkratzt.
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?
Jauch: Was heißt ‚What’s the question?‘ auf deutsch?
Kandidat: Wie lautet die Frage?

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Eda Gregr
04.09.2013 um 22:56

Vögel fliegen.
Menschen gehen.
Wenn Menschen mit einem Flugzeug fliegen, dann sitzen sie eigentlich. Fliegen tut das Flugzeug. Deshalb heisst es auch so. Ein Zeug zum Fliegen, Fliegzeug.
Fahren tut das Auto, während der Fahrer eigentlich sitzt.
Reiten hingegen tut der Mensch, denn reiten heisst ja auf einem gehenden Pferd (oder ähnlichem) zu sitzen. Deswegen reitet auch nicht das Pferd, das ja nicht auf einem gehenden Pferd (oder ähnlichem) sitzt.
Fliegen aber heisst nicht in einem fliegenden Fliegzeug sitzen, denn das tun fliegende Vögel ja nicht.
Räder rollen. Und das Auto liegt auf ihnen. Und wir sitzen im Auto. Heisst nun fahren auf rollenden Rädern liegen, was das Auto fahren lassen würde, nicht jedoch den Fahrer, oder in einem auf rollenden Räder Liegenden sitzen, was den Fahrer fahren lassen würde, nicht jedoch das Auto? Ausser das Auto steht in einem Autotransporter…
Menschen können schwimmen, was ja eigentlich auch eine Art Fliegen ist.

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Eda Gregr
03.07.2008 um 17:56

Als Bewiis, dass s’SmUP zwar universalisiert deför aber ned globalisiert isch und d’Artikel do im DisOrganizer ned öpe in Bangalore verfasst und in Kuala Lumpur redigiert wärdet, schriib ech dä text jetzt uf buuretüdsch. Das wörd die Offshore-Hoschis doch dörenand bringe, oder?
Ond wenn das tatsächlich so isch – ech meine das met dem durenandbringe vo de Offshore-Hoschis – denn wär veelecht de Lokalkolorit s’ultimative Heilmittel gäge d’Globalisierig.
Wenn alli numeno di glich Sproch rede wördet, was heti das wohl för Folge? Massetierhaltig wär jo au en glatti Sach, wenn die ned au de Afang vo Epidemie wär. Bedütet das, dass wenn aui nume no änglisch parlieret, dass denn so öpis wien en sprochliche Virus chönt usbräche? Was wörd dä wol aastelle mit üs? Ond wie wörd ers wol tue?
Es anders Problem isch, dass en grossi Population en langsameri genetischi Entwicklig het, well d’Mutatione i de Gen eher weder neutralisiert wärdet. Entsprächend glingt denn au d’Aapassig nöme so schnell. Öbertreit chönt das heisse, dass sech denn d’Sproch nöme a di sech änderndi Umwält chan aapasse und mer denn meh und meh müe werdet ha eus träffend uszdröcke. Und dass es denn irgendwenn emol zumene Kollaps wird cho, welle d’Mönschheit weder in chlini Steizithorde zerfalle loht, wo eri Sproche werdet rede, wien ine d’Schnörre gwachse isch.
Okay, das isch natürlech s’Wörschtkeisszenraio. Wenn mer Glöck hend fömmer au eifach alli a z’lisple.

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Eda Gregr
06.06.2008 um 13:19

Ich habe gestern im Geschäft einem Walliser etwas ausgeliehen und als Motivation es mir auch ja wieder zurück zu geben, habe ich ihm gedroht andernfalls meine Ninjas auf ihn zu hetzen. Statt vor entsetzen zu erstarren, begann er jedoch zu strahlen. Wie sich dann herausstellte, war er überzeugt davon, dass Ninjas hübsche Frauen seien. Kein Wunder laufen die Walliser mit einem solch sonnigen Gemüt durch die Gegend: Wenn sie schon das Trübsal dieser grausamen Welt verdrängen, dann aber mit Stil!
Vielleicht hat er aber auch einfach Ninjas mit Geishas verwechselt (oder ich in einem schwachen, freudschen Moment). Wie auch immer, ich finde die Idee Klasse und werde mir gleich morgen ein eigenes Killer-Geisha-Kommando zusammenstellen. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.

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Eda Gregr
06.07.2007 um 01:00

„Dieses Wochenende“ oder doch lieber erst das „nächste“? Oder läuft gar beides auf das gleiche raus? Tatsächlich ist das Dilemma, dass dieses und das nächste das gleiche sind, eine der lästigsten Unzulänglichkeiten unserer Sprache .
Wenn ich daher ein Gesetzt einführen dürfte, so würde ich diese Verwirrung ein für alle mal aus der Welt schaffen. Per Dekret sozusagen. Und damit eine Ära der Harmonie und Güte einläuten.
Es ist nämlich so, dass so gut wie jeder Lösungsansatz zu einem beliebigen Problem auf dieser Welt daran scheiterte, dass man sich nicht einigen konnte, ob man es diesen oder nächsten Donnerstag in Angriff nehmen sollte. Oder ob man sich an dieses oder das nächste Dogma halten sollte. Oder ob man diesen oder den nächsten Baum fällen sollte. Statt sich auf eins zu einigen hat man kurzerhand gleich beides umgesetzt und damit nur noch mehr Problemen verursacht.
Schluss damit!

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Eda Gregr
03.07.2006 um 15:42

Dass alle Interrogativpronomen im Deutschen mit einem „w“ beginnen ist mir ein Mysterium. Doch damit kann ich leben. Was mir aber regelrecht den Schlaf raubt, ist das Auseinanderdriften der Bedeutung bei der Bildung der Fragewörter „wer“, „wie“ und „was“ aus den bestimmten Artikeln „der“, „die“ und „das“.
Dass aus „der“ „wer“ wird, scheint mir noch halbwegs einzuleuchten, denn auf der einen Seite steht „der (Mann)“ und auf der anderen die Frage nach diesem als Urheber, also „wer“.
Dagegen wird aus „die (Frau)“ das modale Adverb „wie“, welches nach der Art und Weise fragt. Fast ist man geneigt zu denken, dass man bei Maskulinum nach der Person fragt, beim Femininum jedoch nach dem Äusseren.
Der konservativ patriarchalische Charakter der deutschen Grammatik zeigt sich jedoch auch bei der Bildung von „was“ aus „das (Kind)“, wo der Frager offenbar verdutzt zu fragen scheint: „Was ist den das?“ Das Neutrum ist in gewissem Sinne ja ohnehin nur ein Zwischenstadium des Neuen und Unbekannten, von dem man das Schnäbbi noch nicht gefunden hat.

Es stellt sich auch die Frage, weshalb von den Artikeln nur die bestimmten zu Fragenwörtern werden können? Es hindert mich natürlich niemand daran, vor das „ein“ einfach ein „w“ zu setzen, doch statt einer Antwort erhalte ich in diesem Fall meist nur einen vergorenen Beerensaft. Zumindest hilft dieser die Ungerechtigkeit der Syntax zu vergessen.

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Eda Gregr
24.02.2006 um 15:46

Als ich heute in den Zug einstieg, lächelte mir ein hübsches Mädchen zu.
Sie war irgendwo zwischen 16 und 19, schätze ich, also sollte ich wohl eher „eine hübsche junge Frau“ sagen, nicht? Für eine „Dame“ war sie zu jung und darüber hinaus trug sie keine Perlen, was sonst ein untrügerisches Zeichen für Damenhaftigkeit gewesen wäre. Aber „Frau“ klingt hier irgendwie zu reif und auch zu biologisch, so als ob ich anhand ihrer primären Geschlechtsmerkmale ihr Geschlecht bestimmt hätte, dabei hatten diese absolut keinen Einfluss auf meine Zuweisung des verwendeten ästhetischen Attributs. Ich könnte natürlich auch sagen, dass es „ein hübsches Ding“ gewesen ist. Das ist zwar ein niedlicher Ausdruck, doch kaum brauchbar auf einer etwas formelleren Ebene. Und „Tussi“, obgleich in diesem Fall vielleicht sogar zutreffend, lenkt die Gedanken in eine unbeabsichtigte Richtung. Ideal wäre an sich „Fräulein“, das klingt zwar hässlich, doch trifft es exakt die gesuchte Altersgruppe, nur leider ist das mittlerweile regelrecht verboten. Und „Mademoiselle“, „Signorina“, „Señorita“ oder „Slecna“ zu verwenden, wäre zwar an sich erlaubt – ja, es würde sogar irgendwie ziemlich hübsch klingen -, aber es ist leider viel zu gewöhnungsbedürftig.
Und überhaupt, „Frau“ ist eigentlich ein äusserst problematischer Begriff. Er bezeichnet nämlich vier völlig verschiedene Kategorien: die des biologischen Geschlechts („Frauen haben Eierstöcke.“), die der ehelichen Besitzanzeige („Meine Frau kocht.“), die der Art und Weise wie man über eine Frau spricht („Frau Hablützl singt.“) und in der Art und Weise, wie man eine Frau anspricht („Guten Tag, Frau Hablützl!“). Interessanterweise bestreitet der Mann diese vier Kategorien mit zwei verschiedenen Begriffen: „Mann“ und „Herr“.
Und wenn ich mich in der Phrase „eine hübsche, junge Frau“ auf die erste Kategorie beziehe, dann schimmern nichtsdestotrotz die anderen auch noch ein bisschen durch.
Und während ich so darüber das alles nachdenke, höre ich auf einmal wie sie über ihr Handy ihrem Chef zu erklären versucht, dass sie eben gerade jetzt bemerkt habe, dass sie ihr Werkzeug zuhause vergessen hat. Und dass sie überlege, nochmals schnell umzukehren und es zu holen. Doch leider ging das nicht, denn schon um neun würde sie Waschen und Legen müssen. Zum Glück etwas, wozu man kein Werkzeug brauche.
Wie es das Schicksal dann weiter mit ihr gemeint hat, weiss ich nicht, aber offenbar galt ihr entzückendes Lächeln weniger mir, als vielmehr meiner Frisur. Respektive deren Abwesenheit in Kombination mit dem Angebot ihrer kunsthandwerklichen Dienste.

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Eda Gregr
22.02.2006 um 17:29

Und wieder mal wurde mir an einem grauen Tag die Maiausgabe vom „Erwachet“ abgeboten. Doch diesmal war die Zeugin weder jung noch der deutschen Sprache mächtig – es klang irgendwie nach Salvatore im „Der Name der Rose“. Aber wozu lernt man Fremdsprachen, wenn nicht um auch mit welschen Missionaren über Gott und den Teufel plaudern zu können? Also erklärte ich ihr in meinem eben in Südamerika erworbenen Pidgin, dass die Welt zweifellos bellissimo sei, es aber meiner Meinung keinen dios brauche um sie zu construiere. Fisika y evolution seien im Grunde suffisante forte dafür. Sie aber erwiderte, dass es offensichtlich no evolution gäbe, habe sich doch der Homo seit seiner creation im paradiso nicht mutare. Und überhaupt, sonst würde es ja in der Biblo stehen. Creo ergo logico.

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