Eda Gregr
10.03.2017 um 13:26

 

Abschaffung aller Hausaufgaben
Einstellung aller Waffenproduktionen
Bedingungsloses Grundeinkommen
Aufnahme von Flüchtlingen
Vaterschaftsurlaub
Tierrechte
1 : 12

 

Die Ideen mögen verrückt sein und vielleicht sogar verhängnisvoll, doch ändert das nichts daran, dass sie LIEB sind.
Ich denke nicht, dass das irgendwer bestreiten würde.
Doch Vorsicht, nicht jede Idee, mit der man nur das Beste für die Menschen und die Schweiz will, ist auch LIEB. Jeder denkt das zwar von seinen Ideen – bloss stimmen dem nicht alle zu. Das Burkaverbot beispielsweise hilft nach den Vorstellungen der Initianten die Werte der Schweiz zu sichern und es befreit auch muslimische Frauen aus der Unterdrückung einer archaischen Religion. Edle Absichten, doch die Kritiker bezweifeln diesen Effekt.
LIEBE Ideen sind hingegen solche, auf die ausschliesslich mit „WER SOLL DAS BEZAHLEN?“ reagiert wird. Eine Reaktion die bei Kritikern des Burkaverbots eigentlich nie zu hören ist.

Würden wir nicht alle gerne LIEB sein?
Wenn wir es uns leisten könnten…..

Wenn man sich diese Ideen genauer anschaut, dann sind sie auf einmal nicht ganz so umfinanzierbar, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint.

Warum probieren wir sie dann nicht einfach?
Wenn es sich jemand leisten kann LIEB zu sein, dann doch die Schweiz?
Okay, sie kann es sich leisten, weil sie es in der Vergangenheit nicht war. Aber das ist kein Argument, dass man nicht auch auf LIEBE Weise prosperieren kann!

Wenn wir es umsetzen, wird man uns für unseren Mut bewundern. Uns um unsere Güte beneiden. Und sicher auch für verrückt halten, weil wir so leichtsinnig unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unseren Wohlstand riskieren. Doch man würde es uns gönnen, wenn es klappt. Und sicherlich schon bald nachziehen.

Lasst und utopisch sein!
Lasst es uns versuchen!
Schliesslich wollen doch alle LIEB sein, oder etwa nicht?

Zugegeben, die Kommentarsektionen in Online-Medien vermitteln eher den Eindruck, dass es den Leuten zutiefst zuwider läuft, wenn es anderen gut geht. Insbesondere wenn diese nichts dafür zu tun brauchen1. Allerdings fürchten diese Leute bloss, dass in diesem Fall sie dafür aufkommen müssen und dass es am Ende einem, der nichts tut, besser geht als einem, der sich den Arsch aufreist. Das wäre natürlich durchaus falsch. Wenn es jedoch jenem besser geht, ohne dass es diesem dadurch schlechter geht, dann wäre nichts dagegen einzuwenden. Nun ja, auch nicht ganz. Dem, der mehr dafür tut, dass es ihm gut geht, sollte es schon besser gehen als dem, der weniger dafür tut. Was auch durchaus vernünftig klingt – auch wenn diese Forderung allein für sich schon utopisch ist.
Insofern denke ich nicht, dass die Leute nicht LIEB sind. Sie sind bloss auch GERECHT. Zwei Konzepte, die bekanntlich nicht so problemlos unter einen Hut zu bringen sind. Schliesslich ist Verzeihen ein Wesensmerkmal der LIEBE und gleichzeitig eine Suspension der GERECHTIGKEIT.

Dass die obigen Forderungen auch GERECHT umgesetzt werden können, bestreitet niemand. Bloss ihre Finanzierbarkeit.

Von daher…

Lasst uns utopisch sein!
Lasst es uns versuchen!
Lasst uns die Vorreiter sein!
Ist es nicht sympathischer, wenn man etwas LIEBES probiert und dabei scheitert, als wenn man in allem LIEBEN stets nur (viel zu spät) nachzieht?

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Eda Gregr
15.10.2016 um 14:30

Muslima-Bikini„Wenn jemand denkt, dass die Integration dieser Kulturen möglich ist, ist er ein Idiot.“, heisst es als Kommentar zum Bild links.
Genau das gleich könnte man auch von zwei Punks meinen, die zwischen ein paar im Gras liegenden Anzugträgern hindurch spazieren.

Aber was ist eigentlich diese Kultur, in die sich die beiden Muslimas auf dem Bild nicht zu integrieren fähig sind?
Das Tragen von Bikinis im Sommer?
Niemand muss im Sommer einen Bikini anziehen.

Aber man kann! Und genau das ist unsere Kultur: Ich kann tun und lassen, was ich will – sofern ich damit nicht einen anderen in seiner Freiheit behindere.
Andere Kulturen behaupten zwar auch, dass man bei ihnen alles tun und lassen könne, was man wolle – sofern man damit nicht einen anderen in seiner Freiheit behindere – , doch unterscheiden sich dort oft die Freiheiten, in der man behindert werden kann, je nach Ethnie, sozialer und wirtschaftlicher Herkunft, Sprache, Alter, Geschlecht, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, sexueller Orientierung, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, körperlichem Erscheinungsbild und Artzugehörigkeit.
Unsere Kultur ist dagegen zunehmend blind auf diesen Augen. Sie macht keinen Unterschied zwischen den Unterschieden. Und das ist gut so.
Das heisst, in unserer Kultur ist es für Frauen genauso okay Burkas zu tragen, wie für Männer Bikinis.

Fahnenschwingen, Fondue und Fasnacht sind lokale Folklore. Hübsch und zweifellos wichtig für unsere Identität als Teil der Kultur, doch brauchen nicht alle die gleichen Sitten, Lebensweisen, Traditionen, Bräuche und Gewohnheiten zu zelebrieren um ein Teil der gleichen Kultur zu sein.

Ein Gedanke am Rande: Von welcher Kultur sprechen wir eigentlich, wenn wir von UNSERER Kultur1 reden? Kreis 5? Zürich? Kanton Zürich? Deutschschweiz? Schweiz? Mitteleuropa? Europa? Oder die Fans von Züri West? Berner Mundartrock? Berner Musik? Schweizer Musik? Europäischer Musik? Europäisch-amerikanischer Musik? Oder meinen wir die Kirchgemeinde St. Josef? Bistum Chur? Katholische Kirche? Christentum? Oder FCZ? SFV? UEFA? FIFA? Oder die Verehrung von langhaarigen Brünette? Brünette? Behaarte? Oder Spieler von Ego-Shootern? Shootern? Actionspielen? Computerspielen? Spielen? Oder Anhänger von Komplexmittelhomöopathie? Homöopathie? Alternativmedizin? Medizin? Und meinen wir diesen Sommer? Dieses Jahr? Dieses Jahrzehnt? Dieses Jahrhundert? Dieses Jahrtausend?
Es gibt so viele Möglichkeiten eine Kultur zu bestimmen, dass es für beliebige drei Menschen auf der Welt immer eine Kultur mit ihrer eigenen Folklore gibt, der zwei von ihnen angehören, der dritte aber nicht.

Obschon sie um ihr Brauchtum fürchten, wird niemand ernsthaft die Abschiebung von jemandem verlangen, nur weil dieser nicht hornussen tut. Es sind andere Gefahren, die besorgte Bürger heraufziehen sehen, wenn sie vor der Masseneinanderung warnen – insbesondere vor jener aus dem arabischen Kulturkreis.

Sie fürchten um ihren Wohlstand.
Das ist zwar von allen Gründen der jämmerlichste, weil er dem Leid anderer gegenüber gleichgültig ist, aber okay, man kann nicht ausschliessen, dass die Einwanderung tatsächlich den Wohlstand reduziert. Andere sehen darin zwar vielleicht sogar eine Chance für den Wohlstand, das spielt aber eigentlich keine Rolle. Wichtig ist, dass die gleiche „Gefahr“ von Einwanderern aus dem Nachbarland oder Nachbarkanton ausgeht, die genau die gleiche „Kultur“ haben, und demzufolge eigentlich nichts mit der Kompatibilität von Kulturen zu tun hat.

Sie fürchten um ihre Sicherheit.
Die Kriminalitätsrate scheint allerdings mehr von sozioökonomischen Faktoren abhängig zu sein als von kulturspezifischen2 – was bedeutet, dass wenn man die Einwanderer aufs gleiche Bildungsniveau hebt und ihnen auf dem Arbeitsmarkt die gleichen Chancen gibt wie den Einheimischen, dass sich die Kriminalitätsraten zwischen diesen nicht unterscheiden werden. Die Kultur stellt also keine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit dar – sondern der Rassismus.

Den Terror als Sicherheitsrisiko klammere ich hier explizit aus, weil der Terror nur ein Mittel ist, mit dem etwas erzwungen werden soll, was wir ansonsten grundsätzlich ablehnen. Insofern fürchten wir uns eigentlich weniger vor dem Terror selbst, sondern nehmen diesen eher widerwillig in Kauf, während wir uns eigentlich vor der Umsetzung dessen fürchten, was die Terroristen fordern. Würden wir es nicht fürchten, würden wir es umsetzen und der Terror wäre nicht nötig.
Knifflig ist aber, dass es oft nicht so leicht ist eine Ungerechtigkeit vom natürlichen Lauf der Dinge zu unterscheiden. Nur weil etwas schon immer so war, muss nicht heissen, dass es so auch richtig ist. Und deshalb braucht die Sache, welcher mit Gewalt Nachdruck verliehen wird, nicht notwendigerweise immer schlecht zu sein. Und möglicherweise liesse sich mit der Umsetzung der anscheinend absurden Idee vielleicht sogar das Wohlergehen und Sicherheit insgesamt steigern. Ich denke da beispielsweise an die Sklaverei, wo die Sklavenaufstände durchaus ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Befreiung darstellen. Diese Revolten wurden zweifellos als terroristische Akte betrachtet, legten aber dennoch den Grundstein für einen wichtigen sozialen Fortschritt. Das Problem damals war, dass offenbar keine politischen Mechanismen zur Verfügung standen, soziale Ungerechtigkeiten effizient zu identifizieren und zu eliminieren.
Die Frage ist, ob sich mit unseren heutigen Rechtsmitteln Zustände wie Sklaverei oder ein fehlendes Frauenstimmrecht auf institutionellem Weg beseitigen lassen? Und das schnell genug, dass es sich nicht lohnen würde die Sache mit Gewalt zu beschleunigen? Ich hoffe schon.
Liesse sich auf die gleiche Weise auch die klare Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern (wieder) einführen, wie sie von der Sharia verlangt wird? Und das Verbot der Homosexualität? Und der Blasphemie – zu der in gewissem Sinne auch die Apostasie gehört?3 Ja, ich denke auch das liesse sich auf friedlichem, demokratischem Weg erreichen. Es bräuchte Zeit4 und sehr viel Überzeugungsarbeit5 und vielleicht sogar eine Verfassungsänderung und die Minderheit der Gegner wäre dann wesentlich unglücklicher als die Minderheit der Befürworter dieser Konzepte heute, aber es liegt wohl im Bereich des Möglichen.

Sie fürchten also um ihre Freiheit.
Insbesondere um jene ihrer Frauen. Weil wenn so viele Muslime hierher kommen, werden sie selbstverständlich früher oder später die Sharia einführen und unsere Frauen unterdrücken wollen. Und das ist doch eigentlich schön – also dass sich die Schweizermänner so vehement für die ausserordentlich jungen Rechte ihrer Frauen einsetzen! (Es bleibt zu hoffen, dass sich die Schweizermänner genau so gegen den Brazilian wehren werden, wenn ihn die Südamerikaner einzuführen versuchen werden…)
Die Freiheit ist natürlich eins unserer wertvollsten Güter, die es unbedingt zu schützen gilt. Sie erlaubt den Menschen ohne Zwang zwischen mehreren Möglichkeiten zu wählen, sollte aber nur so weit gehen, wie sie die Freiheit anderer nicht einschränkt. Obwohl diese Einschränkung eigentlich von allen akzeptiert wird, kann die Umsetzung manchmal ziemlich tricky sein, denn in vielen Fällen scheint nicht ganz klar zu sein, wessen Freiheit es nun ist, die in einer konkreten Situation eingeschränkt wird: Wenn ein Mädchen hochallergisch auf Nüsse ist, wird dann die Freiheit des Mädchens eingeschränkt, wenn man allen anderen Schülern der Schule weiterhin erlaubt Nüsse zu essen, oder wird allen Schülern die Freiheit Nüsse zu essen eingeschränkt, wenn man in der Schule zur Sicherheit des Mädchens eine Nussverbot ausspricht? Oder wenn eine Gerichtsschreiberin eine Christin ist, wird dann ihre Freiheit eingeschränkt, wenn sie gezwungen wird eine Hochzeitsbescheinigung zu unterschreiben, die entsprechend ihrem Glaubens nicht gültig sein kann, oder wird das homosexuelle Paar in seiner Freiheit beschränkt, wenn ihm die Heirat verweigert wird?
Tatsächlich könnte an dieser Befürchtung aber was dran sein – sogar abgesehen davon, dass wir uns aus Angst vor den Flüchtlingen durch Überwachungs- und sonstige Gesetze selbst die Freiheit einschränken. Den Flüchtlingen stehen nämlich, wenn sie nur lange genug hier bleiben, unsere Rechtmittel zu Verfügung, welche Veränderungen entsprechend ihrer Vorstellungen in Gang setzen können, welche, wie die besorgten Bürger glauben, sicherlich in Richtung Sharia weisen werden. Es ist zwar nicht ganz klar, warum sie hier Zustände einführen wollen, vor denen sie aus ihrer Heimat geflohen sind, aber immerhin muss man dann anerkennen, dass sie – so sie tatsächlich die demokratischen Mittel einsetzen um ihre Agende durchzuziehen – dann unsere Kultur wohl besser verinnerlicht haben als jene, welche ihnen die demokratischen Mittel vorzuenthalten versuchen?
Im Zusammenhang mit der Anziehungskraft der Sharia auf Muslime sollte man vielleicht noch eine Sache bedenken: Niemand hindert jemanden daran sich nach allen Regeln zu richten, nach denen er sich zu richten wünscht. Wenn eine Frau sich verschleiern und ein Dieb sich selbst die Hand amputieren will, so sind sie frei das zu tun. Weil Handlungsfreiheit. Sie dürfen einfach nicht andere diesen Regeln unterwerfen. Weil Religionsfreiheit. Nicht mal ihre Kinder. Weil Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit.

Unsere Werte sind in Gefahr!
Echt? Unsere Werte sind ein buntes Sammelsurium von sich entwickelnden und zum Teil sogar widersprechenden Einschätzungen. In unserer Gesellschaft reichen dir Werte von alttestamentarischen bis hin zu transhumanistischen Vorstellungen und unterscheiden sich in Europas wahrscheinlich innerhalb der Ländern mehr als zwischen den Ländern. Wenn wir uns nicht einig sind über Vegetarismus, Abtreibung oder soziale Verantwortung, wie sollte dann eine weitere Position eine Gefahr für unsere Werte darstellen?
Wenn man unter Werten aber Dinge wie „Du sollst nicht grundlos lügen, stehlen und töten“ versteht, dann teilen die eigentlich alle Kulturen. Also auch in diesem Fall keine Gefahr für unsere Werte.
Die Angst um die Werte ist eigentlich das grössere Gefahr, weil sie an den jetzigen Werten umsverrecken festhalten will. Werte sind aber nicht in Stein gemeisselt. Sie sollen diskutierbar und verbesserbar sein. Neue Inputs können da nicht schaden.

Ob es den besorgten Bürgern gefällt oder nicht, wir sind bereits Multikulti. Wir haben Stadt und Land, wir haben Akademiker und Bauarbeiter, wir haben Katholiken und Reformierte, wir haben Fleischesser und Vegetarier, wir haben Bier- und Cüplitrinker. Die Philosophie haben wir von den Griechen, die Zahlen von den Arabern, die Religion von den Italienern, die Kartoffeln von den Amerikanern und die Pokémon von den Japanern. So etwas wie eine Leitkultur, die ein Zuzügler übernehmen könnte gibt es gar nicht.
Wie soll dann eine Integration möglich sein? Woran liesse sich erkennen, dass die Integration der verschleierten Frauen auf dem Bild oben geglückt ist?

Integration in UNSERE Kultur bedeutet nicht, dass Frauen keine Burkas mehr tragen, sondern dass es keine Rolle spielt, ob sie eine tragen. Und wenn die Frauen in der Burka oder die Männer, deren Frauen eine Burka tragen, in ihrem Verhalten keinen Unterschied machen zwischen burka- und mankinitragenden Menschen, dann haben sie sich in unsere Kultur integriert. Und das sogar wesentlich besser als manch ein Eingeborener, der den Frauen das Recht das Kleidungsstück ihrer Wahl zu tragen streitig zu machen versucht.

Das heisst nicht, dass ich eine Einstellung gutheisse, welche Frauen nahelegt eine Burka zu tragen (übrigens genauso wenig wie eine, die ihnen nahelegt einen Bikini zu tragen), doch ich werde es keiner Frau übel nehmen, wenn sie es dennoch tut. Ich werde es mir aber auch nicht verkneifen sie darauf hin zu weisen, dass ungeachtet ihrer besten Absichten und der gänzlich eigenständigen Entscheidung sie mit dieser zur Schau getragenen Keuschheit der Sache der Frauen, die vielleicht andere Überzeugungen haben als sie, keinen guten Dienst erweist.

Das wirft ein paar interessante Fragen auf: Wenn ein freiwilliges Verhalten anderen als Motivation zur Unterdrückung Dritter dient, ist es dann ethisch okay, sich so zu verhalten?
Wenn eine Frau aus freien Stücken6 eine Burka anzieht um Gott zu gefallen und sie weiss, dass ein Vater seine Tochter gegen ihren Willen zwingen wird eine Burka anzuziehen um Gott zu gefallen und sie dabei als Referenz anführt, kann sie dann die Burka guten Gewissens tragen? Unterstützt sie damit dann nicht ein System, welches anderen Frauen die Freiheit nimmt, welche ihr überhaupt erst die Möglichkeit gegeben hat, sich freiwillig für die Burka zu entscheiden? Müsste Sie dann nicht zumindest öffentlich erklären, dass am Nichttragen einer Burka aus ihrer Sicht überhaupt nichts auszusetzen sei?7
Das ist allerdings ein bisschen paradox, denn eigentlich ist sie ja überzeugt davon, dass es Gott nicht gefällt. Aber das muss jedes Mädchen selbst mit Gott ausmachen und es liegt nicht am Vater diese Frage für die Tochter zu entscheiden.
Und das ist übrigens auch das Hauptproblem der Religionen: Sie drängen erziehen komplimentieren die Leute zu Entscheidungen, die sie angeblich aus freien Stücken treffen sollen.

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Eda Gregr
02.08.2016 um 15:53

Bierdusche für Erich Hess
Ein Gast im Garten der linksalternativen Beiz Luna Llena leerte SVP-Nationalrat Erich Hess ein Bier über den Kopf. Danach folgte ein Spiessrutenlauf durchs halbe Berner Nordquartier.
bazonline.ch

Meine Schwiegergrossmutter schwört auf Bier als Shampoo, doch weder entschuldigt das die Tat, noch tut es hier irgendetwas zur Sache! Sowas macht man nicht – auch wenn es eine wunderbare Hommage an die Tagesanzeiger-Schlagzeile vom 13.4.2016 ist: „Auch im Schweizer Bier steckt Unkrautvernichter“.

Ich nahm die Geschichte – leicht amüsiert – zur Kenntnis, sah dann aber auf Facebook, dass ein Freund eines Freundes in ihr genau das wiederzuerkennen glaubt, was in der Schweiz falsch läuft und was ihn – wohl aus ethischen Gründen (?) – zwingt konsequent rechts zu wählen:

Genau aus solchen Gründen bin ich Trotzwæhler und stimme konsequent und unbesehen nur noch rechts – Gewalt und Intoleranz kommt heutzutage grossmehrheitlich von links!
ein Kommentar zum Artikel auf Facebook

Die Strategie, seine Stimme unbesehen jener Seite zu geben, deren Anhänger seltener zur Gewalt1 greifen, halte ich zwar für etwas naiv, weil eine Seite nur begrenzt für die Idiotie ihrer Anhänger verantwortlich gemacht werden kann (dazu weiter unten mehr), aber okay. Es gibt noch wesentlich schlechtere Strategien als die – ich nenne sie mal – konsequent pazifistische um sich für eine Seite zu entscheiden.

Eine Frage muss vorher aber noch geklärt werden: Wie wichtig sollen die Fakten sein bei der Beurteilung, welche Seite mit weniger Gewalt und Intoleranz in Verbindung gebracht werden kann?
Vielen reicht das intuitive Gefühl über die Zahl der Übergriffe, persönlich lege ich da schon aber schon grossen wert auf Statistiken. Ich sehe nämlich keine andere Möglichkeit einem allfälligen Bias vorzubeugen.
Schauen wir uns deshalb mal die Datenlage an: Laut Sicherheit Schweiz – Lagebericht 2016 des Nachrichtendienstes des Bundes 2 sieht die Entwicklung in der Zeit von 2006 bis 2015 wie folgt aus:

Dem NDB gemeldete rechts- oder linksextrem
motivierte Ereignisse seit 2010 (ohne Schmierereien)

Links- und Rechtsextrem motivierte Ereignisse

Quelle: http://www.news.admin.ch

In der Schweiz kommt politisch motivierte Gewalt, welche insgesamt zurück zu gehen scheint, also tatsächlich deutlich häufiger aus dem linken Lager3. Ob man das Verhältnis aber „grossmehrheitlich“ nennen kann und ob die Zahl von Straftaten gross genug ist um eine ausschliesslich konsequent pazifistische Strategie zu rechtfertigen, sei mal dahingestellt.
Erwähnenswert ist hier aber, dass die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer rechtsextremistischen Straftat Gewalt zur Anwendung kommt, wesentlich höher ist als bei einer linksextremistischen. Sprich die Linke „mobilisiert“ zwar mehr Krawallmacher, die rechte dafür unter ihren mehr gewaltbereite.

Was meines Erachtens auch noch berücksichtigt werden sollte, ist die Frage, welche politischen Forderungen die beiden extremistischen Lager haben, welche sie mit den Krawallen zu erzwingen versuchen4? Respektive wessen Forderungen bereits politisch umgesetzt werden?
Mit dem immer fremdenfeindlicheren Klima in der Schweiz, welches von der Rechten geschürt wird, werden immer mehr menschenverachtende Gesetze erlassen und alle feuchten Träume der Rechtsextremisten erfüllen sich von ganz allein. Für sie erübrigen sich also weitere Krawalle5.
Das heisst dann also, dass die Gewalt der Linksextremen auf deren Frustration darüber zurück zu führen ist, dass die Menschenrechte zugunsten des Profits mit Füssen getreten werden. Und das geschieht, weil Leute wie der Kommentator von oben unbesehen der rechten Seite seine Stimme gaben. Wenn er etwas gegen die Gewalt der Linksextremen hätte tun wollen, hätte er deren Krawallen durch seine Stimme den Wind aus den Segeln nehmen können. Was dann allerdings wohl wieder die Rechtsextremen aus der Reserve gelockt hätte…
Was lernen wir draus? Dass man die Gewaltbereitschaft der Anhänger nur dann angemessen vergleichen kann, wenn ihre Empörung über die vorhandenen Zustände ungefähr gleich gross ist.

Schauen wir uns jetzt aber mal die Situation in Deutschland an. Die Partei, die am ehesten mit der SVP vergleichen kann, welche das rechte Spektrum abdeckt, ist die AfD, die zur Zeit aber nur etwa 11% der Bevölkerung hinter sich vereint – verglichen mit den rund 30% der SVP. Dort haben die Rechtsextremen also weit weniger Gesinnungsgenossen in der Regierung6. Wie steht es dort um die Straftaten aus Links- und Rechtsextremismus?

Die Entwicklung sieht in Deutschland laut dem Statistik-Portal [hier und hier] ganz anders aus als in der Schweiz:

Polizeilich erfasste politisch motivierte Kriminalität und Gewalttaten
in Deutschland seit 2001 (ev. mit Schmierereien?)

AnzStrDE_2_2001-2015

Quelle: http://de.statista.com

Hier haben eindeutig die Rechtsextremen mehr auf dem Kerbholz, allerdings ist dafür der Anteil der Gewalttaten kleiner7. Und die Tendenz ist eher steigend.
Zusätzlich habe ich hier auch noch eine Aufteilung der Straftaten nach Art des Delikts:

Anzahl der politisch motivierten Straftaten
mit rechts- und linksextremistischem Hintergrund
in Deutschland im Jahr 2015:

Politisch motivierte Straftaten in Deutschland

Etwas unbefriedigend, dass der mit Abstand grösste Posten „Andere Straftaten“ nicht aufgedröselt wird.
Quelle: http://de.statista.com

Wie ist es möglich, dass sich das Verhältnis zwischen der Kriminalität von Rechts und Links sich zwischen Schweiz und Deutschland so unterscheidet? Ist Rechts nicht überall Rechts? Und Links nicht überall Links? Sind nicht Rechtsextremisten in der Schweiz und Rechtsextremisten in Deutschland nicht von der gleichen Idee beseelt?
Unser Facebook-Kommentator lehnt das linke Gedankengut ja ab, weil es angeblich deren Anhänger dazu bringt Gewalt auszuüben. Wenn das gleiche Gedankengut aber anderswo eine andere Zahl von Menschen dazu bringt ein unwürdiges Verhalten an den Tag zu legen, dann spielen vielleicht noch andere Faktoren eine Rolle und nicht nur das Gewaltpotential der Idee.

Wie weit kann also eine Partei für die Idiotie ihrer Anhänger verantwortlich gemacht werden? Vielleicht wäre das auch so ein Punkt, den man sich hätte ansehen müssen, bevor man sich für die konsequent pazifistische Strategie entscheidet.
Von welcher Seite bekommen die Krawallmacher (deutlichere) Anweisungen?8
Rechts dürften es wohl rassistische Äusserungen von Rechtspolitikern sein, welche die Rechtsextremen motivieren könnten gegen Ausländer vor zu gehen. Solche Äusserungen gibt es.
Links dürften es dagegen eher kapitalismuskritische Äusserungen von Linkspolitikern sein, welche die Linksextremen motivieren könnten die Schaufenster von Konsumtempeln einzuschlagen. Kapitalismuskritische Tweets werden sich sicher finden lassen, doch aus diesen eine Legitimation für Gewalt gegen Kapitalisten abzuleiten, wird wohl eher schwierig. Was Links angreift ist ein in ihren Augen schlechtes System, während das, wovor sich Rechts fürchtet, schlechte Menschen (aus dem Ausland) sind.
Ich denke, um zu Entscheiden, welche Seite den schlechteren Einfluss hat, sollte man sich deren Äusserungen auf Social Media anschauen. Wer weiss, vielleicht stellt sich dann heraus, dass Rechts eng verbandelt ist mit den Neonazis. Und dass Links und der Schwarze Block völlig unabhängig voneinander sind. Oder vielleicht stellt sich auch heraus, dass es genau umgekehrt ist. Oder vielleicht auch was ganz anders. Je nach Antwort müsste man sich dann vielleicht nochmals die Strategie überdenken, oder?

 

Bezeichnend finde ich übrigens auch, dass im Kommentar nicht nur von (politischer) Gewalt die Rede war, sondern auch von Intoleranz. Ist es nicht gerade die Rechte, die es nicht so mit der Toleranz hat? Minarett- und Burkaverbot sind fast schon Inbegriff der SVP-Politik und ganz klar intolerant. Auch das Ächzen beim Thema gleichgeschlechtliche Ehe ist intolerant. Ich sage nicht, das Toleranz immer die angemessene Haltung ist, ich stelle nur fest, dass die Rechte wenig Hemmungen hat die Entfaltungsfreiheit anderer Kulturen einzuschränken. Toleranz ist Duldung. Insbesondere von Fremdem. Wenn man also gegen Intoleranz ist, kann man gar nichts rechts stimmen.

 

 

Und ganz zum Schluss. Ganz ehrlich. Hätte jemand Cédric Wermuth ein Bier über den Kopf geschüttet, hätte der Facebook-Kommentator dies nicht auch bloss amüsiert zur Kenntnis genommen?

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Eda Gregr
26.02.2016 um 10:17

Es gibt zwei Arten von Gästen: die, dich ich auch mal besuchen kann, und die, die mich dafür bezahlen, dass ich es nicht tue. Abgesehen davon, gibt es keine Unterschiede. Sie brauchen weder im Haushalt zu helfen, noch sich Sorgen zu machen, dass ich über ihre Witze nicht lache.
Ian Hazelwood

In den Kommentarspalten zu Artikeln über die Durchsetzungsinitiative liest man oft, dass wenn sich ein Gast nicht benimmt, es nur recht und billig sei, ihn vor die Tür zu setzen.

Hm… Ist es nicht in gewissem Sinne die Pflicht der Gäste sich ein bisschen neben der Spur zu bewegen? Schliesslich sind sie ja „Fremde“, was sich eben genau durch ihr anderes Verhalten äussert. Und genau deshalb beherbergen wir sie ja, um ein bisschen mit dem Exotischen konfrontiert zu werden und idealerweise unsere etwas eingefahrene Vorstellungen zu hinterfragen. (Oder einfach um bessere Geschäftsbedingungen zu schaffen…)
Und mal abgesehen davon ermöglicht es uns, wenn wir selbst mal irgendwo Gäste sind, auch etwas neben der Spur zu sein…

Nicht umsonst ist das Gastrecht eines der ältesten Gesetze überhaupt. Und ich würde sogar kühn behaupten, auch eins der effektivsten. Dass man nicht töten oder stehlen soll, braucht man einem nicht erst zu erklären. Das ist selbstredend. Dass es von Vorteil sein kann, einem Fremden sicheres Geleit zu gewähren und ihm gegenüber tolerant zu sein, ist dagegen nicht mehr so intuitiv. Und doch ist genau dies stets der erste Schritt, wenn man sich zusammen setzt und miteinander zu reden beginnt.

Wieviel neben der Spur man sich zu bewegen erlauben darf, ist natürlich eine andere Frage, doch meines Erachtens stellt sich die im Kontext der Durchsetzungsinitiative gar nicht, denn Ausländer, die hier den grössten Teil ihres Lebens verbracht haben, sind nicht mehr wirklich Gäste.

Gehört man nicht irgendwann einmal zum Inventar?

Ich denke, der exakte Zeitpunkt, ab welchem man nicht mehr bloss Gast in einem Land ist, ist, wenn man seinen Wohnsitz nach Art. 23 ZGB in diesem Land bezieht. Je nach Aufenthaltsbewilligung darf man mehr oder weniger arbeiten, Militärdienst leisten und abstimmen, ansonsten aber geniesst man die exakt gleichen Pflichten und Rechte wie jeder andere Schweizer auch.

Man könnte einwenden, dass die Schweiz (wie wohl auch so gut wie jedes andere Land) mit diesen Einschränkungen gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verstosse. Laut Artikel 23 hat nämlich jeder das Recht auf Arbeit, dies beinhaltet keinen individuellen Anspruch auf einen Arbeitsplatz, sondern das Recht auf einen Schutz vor unverschuldeter Arbeitslosigkeit – wie hier aufgrund des fehlenden Schweizer Passes, da man zufälligerweise irgendwo anders zur Welt kam oder Eltern hat, die zufälligerweise irgendwo anders zur Welt kamen. Laut Artikel 21 hat jeder das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken, sprich zu wählen – was Ausländer aber nicht dürfen. Und laut Artikel 20 darf niemand gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören – in diesem Fall wird dies gegenüber den Schweizer Männern verletzt, da diese unter Androhung von Konsequenzen gezwungen werden der Vereinigung Armee anzugehören.
Doch da die Verweigerung der in den Artikeln 23 und 21 erwähnten Rechte offensichtlich durch das exklusive Recht, nicht dem Militärverein angehören zu müssen, kompensiert wird, hat wohl alles schon seine Richtigkeit. Und überhaupt geht es, wie sich kürzlich mal jemand im Zusammenhang mit der Durchsetzungsinitiative geäussert hat, nun langsam wirklich zu weit mit den sich ständig ausweitenden Menschenrechten!

Hört man sich bei den Befürwortern der Durchsetzungsinitative ein bisschen um, so erfährt man, dass abgesehen davon, dass Unschuldigen eh keine Ungemach droht, Ausländer sich auch längst hätten einbürgern lassen können. Und dass sie das nur deshalb nicht tun, weil sie sich vor dem Militärdienst drücken wollen. Und dass wer nicht bereit sei im Notfall Blut für die Schweiz zu vergiessen, nun mal nicht wie ein Schweizer behandelt werden könne.

Das stimmt schon, wenn die Ausländer den Schweizer Pflichten nicht nachkommen, dann müssen sie mit Konsequenzen rechnen genau wie auch jeder Schweizer bei Pflichtverletzung mit Konsequenzen zu rechnen hat. Dass die Ausländer nicht Militärdienst leisten dürfen, spielt hier keine Rolle, denn sie könnten, weil sie müssten, wenn sie Schweizer werden würden, wenn sie wollten.
Und im Moment bestehen diese Konsequenzen eben aus dem Verbot zu wählen und in Zukunft im Falle einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit in besonderem Masse aus einer kompromisslosen Abschiebung1.

Bloss, dass Schweizer Männer, die sich vor derselben Pflicht drücken (die Unfähigen und die Memmen also), weder Stimmverlust noch Landesverweis fürchten müssen. Bei ihnen ist es mit einem Wehrpflichtersatz getan.
Und Frauen müssen gar nicht erst ins Militär2 und brauchen wie die Ausländer auch keinen Wehrpflichtersatz zu zahlen. Ergo haben Ausländerinnen exakt die gleichen Pflichten wie die Schweizerinnen, aber nicht die gleichen Rechte – was, wie mir scheint, irgendwie nicht ganz koscher ist3.
Witziges Detail nebenbei: Während Frauen und Männer in der Schweiz vor dem Gesetz nicht wirklich gleich sind, es sei hier als Beispiel nur die Wehrpflicht angeführt, sind männliche und weibliche Ausländer in der Schweiz vor dem Gesetz zumindest im diesen einen Punkt gleicher, ergo einen Schritt voraus.

Wieso verlangen wir eigentlich nicht von jedem, der nicht Militärdienst leistet, den Wehrpflichtersatz? Egal ob Mann oder Frau oder Schweizer oder Ausländer. Zu diesem Wehrpflichtersatz müsste – schliesslich geht es beim Militär um die Bereitschaft Blut zu vergiessen – natürlich auch noch eine Blutspende-Pflicht hinzu kommen!4

Okay, das nahm jetzt eine selbst für mich überraschende Wendung.

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Eda Gregr
18.12.2015 um 17:41

Mit den Edelweisshemden wollen sie nur zeigen, dass sie stolz sind auf die Schweiz. Und stolz zu sein auf sein Vaterland ist doch nichts schlimmes. Das ist doch kein Rassismus. Sagen die Edelweisshemdträger, die Edelweisshemden tragen um zu zeigen, dass sie stolze Eidgenossen sind.

Eine Frage am Rande:
Wann wäre es denn Rassismus?

Aber sie haben natürlich schon recht, stolz auf sein Vaterland zu sein ist für sich betrachtet nichts schlimmes. Und es braucht schon gar kein Rassismus zu sein.
Es ist aber nichtsdestotrotz etwas fragwürdig. Nicht, weil die Schweiz nicht ein wundervolles Land wäre, dessen Traditionen es nicht zu schützen lohnen würde1. Ganz im Gegenteil. Die Schweiz ist super. Und daran ändert auch nichts, dass gewisse Dinge noch arg verbesserungsbedürftig sind. Aber stolz auf sie zu sein?
Ich kann stolz auf etwas sein, das ich selbst geleistet habe, oder das zumindest durch meine Mithilfe grossartig wurde2. Ohne Blut und/oder Schweiss dafür vergossen zu haben, kann man nicht wirklich stolz auf etwas sein. Ich meine, klingt es nicht seltsam, wenn ich verkünde stolz auf die Relativitätstheorie zu sein? Dass sie von einem Angehörigen der selben Spezies entwickelt wurde, reicht einfach nicht. Es reicht auch nicht, wenn ich im selben Gebäude arbeite, wie Albert Einstein von 1909-1911.
Steuern zu zahlen und ab und zu abzustimmen, reicht ebenfalls nicht. Nicht weil man damit nichts bewirken würde, sondern weil es meine Pflicht ist, das zu tun. Um auf etwas stolz sein zu können, sollte es schon über die normale Pflichterfüllung hinaus gehen.

Es gibt aber durchaus Möglichkeiten etwas für die Schweiz zu leisten, was eine Wirkung zeigt und was einen dann berechtigen würde auf das Ergebnis und die daraus hervorgehende Version der Schweiz stolz zu sein: Etwa indem man durch sein Verhalten ein Klima schafft, welches Ausländer davon abhält in die Schweiz zu kommen. Beispielsweise mit dem provokativen Tragen von Edelweisshemden. Doch das geht bereits deutlich in Richtung Xenophobie und Rassismus.
Das Problem ist einfach, dass ich die Qualitäten der Schweiz nicht im reinen Blut sehe, sondern eher in ihrer humanitären Tradition. Und dazu gehört auch Fremde willkommen zu heissen und sich gemeinsam mit ihnen weiter zu entwickeln. Worauf die Edelweisshemdträger also stolz sind, eine politisch abgeschottete und auf ihr Vermögen und ihre Folklore fixierte Schweiz, halte ich eher für einen Schandfleck eben dieser. Nicht weil ich sie nicht lieben würde, sondern weil ich einfach andere Qualitäten der Schweiz für bewundernswert halte.

Unter dem Strich sind Leute, die unterstreichen stolz auf die Schweiz zu sein, in aller Regel aber eben doch Rassisten. Nicht weil eine Kausalität bestehen würde, sondern weil irgendwie nur Rassisten wert darauf legen zu erwähnen, dass sie stolze Eidgenossen sind.

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Eda Gregr
21.05.2014 um 10:35

20min fragt, warum die Schweizer auf Mindestlohn und mehr Ferien verzichten?
Und Experten antworten, dass diese offenbar eine gewisse ökonomische Vernunft walten liessen.
Es wird das Bild des arbeitsamen Schweizers heraufbeschworen, der im Interesse der Wirtschaft auch bereit ist auf gewisse Dinge zu verzichten, weil er ja wisse, dass was der Wirtschaft hilft, auch gut für alle sei.

Die Sache ist aber die, dass jeder Mensch seine eigene Position für die vernünftige hält. Und selbst wenn er die Entscheidung per Münzwurf gefällt hat, so ist er immerhin davon überzeugt, dass es sich dabei um eine vernünftige Strategie handelt.
Wenn die Experten also zum Schluss kommen, dass die Schweizer Vernunft walten liessen, dann nicht, weil sie die kognitiven Prozesse der Stimmenden analysiert hätten, sondern allein weil sie das Ergebnis für die vernünftigere Variante halten.
Damit suggerieren sie aber auch, dass das andere Ergebnis der Wirtschaft geschadet hätte. Darin, ob dem wirklich so ist, gehen aber die Meinungen auseinander.
Niemand will der Wirtschaft schaden. Auch die Befürworter von Mindestlohn und mehr Ferien sind überzeugt davon, dass diese Massnahmen der Wirtschaft und damit allen geholfen hätten. Und entsprechend werden diese bei der Einschätzung, wie viel ökonomische Vernunft die Schweizer haben walten lassen, zu einem etwas anderen Ergebnis gelangen.

Aber es stimmt schon, die Schweizer sind ihrer Linie schon treu, doch ich fürchte, die treibende Kraft dahinter ist nicht die Verinnerlichung von vernünftigem, unternehmerischem Handeln.

Die erste Reaktion auf all diese utopisch anmutenden Gedanken ist immer: Wer soll es bezahlen?
Unsere Experten werden darin zweifellos die wirtschaftliche Besorgnis erkennen, doch genauso gut  könnte es die Furcht davor sein, dass sie selbst es tun werden müssen.
Ökonomisch wäre diese Frage allerdings nur, wenn der Fragende es sich nicht leisten könnte.
Wenn aber nur ein moderates Stutzen des eigenen Wohlstandes droht, ist die Frage egoistisch.
Die Schweizer wollen nicht, dass auf ihre Kosten anderen geholfen wird. Diese Einstellung wird auch durch die stets präsente Furcht vor Schmarotzern bestätigt.

Man könnte jetzt daraus schliessen, dass es den Schweizern wichtiger ist, anderen nicht zu helfen, als selbst auch davon zu profitierten. Das würde das Abstimmungsverhalten zwar noch etwas besser beschreiben als der Homo oeconomicus, doch so weit möchte ich nicht gehen. Ich denke, es ist ein Mittelweg. Man weiss, dass man bisweilen dem Erfolg der Wirtschaft etwas opfern muss. Und was liegt da näher als auf Dinge zu verzichten, die man gar nicht hat? Wie beispielsweise die eine zusätzliche Woche Ferien.

Warum die Schweizer auf Mindestlohn und mehr Ferien verzichten?
Weil es mehr schmerzt einen Tag Ferien abzugeben als es freut eine Woche zusätzlich zu bekommen. Dieses emotionale Missverhältnis ist die treibende Kraft und nicht die Vernunft.

Im Interesse eine utopischen Politik sollten wir daher nicht darüber abstimmen, ob wir etwas haben wollen (von dem wir übrigens noch gar nicht mit Sicherheit sagen können, ob es sich bewähren würde), sondern man sollte es einführen und nach einer gewissen Zeit fragen, ob man es lieber wieder abschaffen will, weil es sich nicht bewährt hat.

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Eda Gregr
20.09.2013 um 17:54

Die grossen Firmen drohen damit das Land zu verlassen, wenn die 1:12 Initiative angenommen werden sollte.

Ich frage mich, wie die CEOs es ihren Aktionären verklickern werden, dass sie aus einem Land mit niedrigen Steuern in eins mit möglicherweise höheren Steuern umsiedeln müssen, damit der Laden, abgesehen von dem Steuerzuwachs, auch noch mehr für Löhne ausgeben muss, als es in dem gegenwärtigen Land neu nötig wäre.

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Eda Gregr
19.09.2013 um 00:34

Die Zettelverteiler sind wieder unterwegs, diesmal um gegen die Revision des Epidemiengesetzes Stimmung zu machen.

Zettelverteiler: Ich bin nicht gegen das Impfen, sondern für die Freiheit.
Ich: Wer seine Kinder nicht impft, handelt verantwortungslos gegenüber seinen Kindern und der ganzen Gesellschaft.

Zugegeben, das hat eigentlich gar nichts mit der Abstimmung zu tun, doch es bringt – wenn vorhanden – den latenten Impfgegner an die Oberfläche. Und das tat es wenig überraschend wirklich:

Zettelverteiler: Aber in den Impfungen ist Quecksilber drin.
Ich: Inzwischen gibt es für alle empfohlenen Impfungen auch quecksilberfreie. Und mal abgesehen davon, enthält jeder Fisch, den du isst, ein Vielfaches dieser Dosis.
Zettelverteiler: Ich esse keinen Fisch.

Ist das Veganzwang durch die Hintertür? Ich muss sagen, das mir das die Sprache verschlagen hat…
Zum Glück fuhr er selbst fort. Und zwar mit den üblichen Verdächtigen:

Zettelverteiler: Die Pharma…
Ich: Dass in der Pharma geldgeile Säcke sitzen, die an einem akuten Mangel an Skrupel leiden, bestreitet keiner. Auch nicht, dass man ihnen genau und noch genauer auf die Finger schauen muss. Doch nur weil die Pharma böse ist, heisst das nicht, dass ihre Gegner lieb sind. Geschweige denn, dass die Gegner recht haben.

Zettelverteiler: Impfungen verursachen Autismus…
Ich: Wakefield, der Kerl, der dies rausgefunden hat, wurde wegen gröbsten Verstössen gegen die wissenschaftliche Sorgfaltspflicht unehrenhaft entlassen. Seine Studie wird inzwischen nur noch von einem ehemaligen Playboy-Bunnie verbreitet.

Zettelverteiler: Es waren nicht die Impfungen, sondern die Hygiene, die zum Rückgang der Epidemien geführt haben.
Ich: Das stimmt nicht.

Meine letzte Erwiederung war zugegebenermassen argumentativ etwas dürftig, doch da zerrte mich Ava schon weg.

Zettelverteiler: Was bist du von Beruf?
Ich wette, er ist überzeugt, ich sei von der Pharma bezahlt.

Für das Impfen und gegen das Impfobligatorium?

Ob das Gesetz optimal formuliert ist, darüber kann man diskutieren. Wenn es das nicht ist, könnte die Gefahr bestehen, dass es die entsprechenden Organe daran hindert effizient ihrer Aufgabe nachzugehen. Das wäre natürlich doof und nicht im Interesse des Souveräns. Es könnte allerdings auch die Gefahr bestehen, dass es den Organen zu viel Freiheiten lässt und diese dann Sachen anstellen könnten, denen der Souverän nie zustimmen würde. Was natürlich auch doof wäre.
Beides kann sich einschleichen, Fehler passieren, wir sind ja auch nur Menschen. Man braucht jedoch weder im einen noch im anderen Fall eine böse Absicht zu unterstellen.

Aber man kann! Und man tut es!

Die meisten Gegner des Revision betrachten sich als Impfskeptiker (Frage am Rande: Kann jemand, der halbwegs versteht, wie Impfungen funktionieren, deren prinzipielle Wirksamkeit bezweifeln?). Mittelfristig planen sie den Impfausstieg der Schweiz, daher wehren sie sich naturgemäss gegen eine effizientere Epidemien-Organisation des Gesundheitswesens, wie sie die Revision vorsieht. Darüber hinaus würde die Bodigung der Revision als ein starkes Misstrauensvotum gegen das Impfen per se propagiert werden. Was zwar nicht stimmen, nichtsdestotrotz aber plausibel klingen würde.

Aber es gibt auch Gegner, die durchaus die Verdienste der Impfung anerkennen und sich trotzdem gegen die Revision aussprechen.
Doch wie kann man ernsthaft für das Impfen und Gegen die Revision sein, welche unter anderem den Einsatz von Impfungen optimiert? Bei Epidemien muss man heute schnell, informiert und effizient reagieren. Dazu braucht es eine klare Organisation und entsprechende gesetzliche Grundlagen, die mit dem heutigen Epidemiengesetz so noch nicht vorhanden sind.

Dieser Spagat macht nur Sinn, wenn man kein Vertrauen in die Regierung hat. Wenn man ihr unterstellt, dass sie das eine sagt, aber was völlig anderes plant. Die Gegner der Revision des Epidemiegesetzes und allen voran der Verein Bürger für Bürger unterstellen tatsächlich den Verfassern,

  1. dass sie die Schweiz der WHO unterwerfen wollen.
  2. dass sie die Kantone entmachten wollen.
  3. dass sie alle Bürger fichieren wollen.
  4. dass sie die persönliche Entscheidungfreiheit einschränken wollen.
  5. dass sie die Kinder sexuell umerziehen wollen.

Ob mit einer Annahme der Revision unterworfen, entmachtet, fichiert, eingeschränkt und umerzogen werden könnte, darüber kann man diskutieren, ob unterworfen, entmachtet, fichiert, eingeschränkt und umerzogen wird, ist dagegen eher zweifelhaft, dass unterworfen, entmachtet, fichiert, eingeschränkt und umerzogen werden soll, ist paranoid.

Sie sehen die Schweiz durch dieses Revision mehr gefährdet als durch drohende Epidemien. Und dafür sind sie sogar bereit die unheilige Allianz mit den Impfskeptikern einzugehen und damit zu riskieren der verhängnisvollen Impfmüdigkeit noch Vorschub zu leisten.

unterworfen, entmachtet, fichiert, eingeschränkt und umerzogen?

1. Unterwerfen wir uns wirklich der WHO?

Unterwerfen impliziert doch, dass mir keine andere Wahl bleibt als die Anweisungen des Usurpators auszuführen, oder?

Art. 4 Ziele und Strategien

  1. Der Bundesrat legt unter Einbezug der Kantone die Ziele und Strategien der Erkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten fest.
  2. Bei der Festlegung der Ziele und Strategien sind insbesondere zu berücksichtigen:
    1. die Erkenntnisse der Berichterstattung nach Artikel 76;
    2. internationale Empfehlungen und Richtlinien;
    3. der aktuelle Stand der Wissenschaft.
  3. Bund und Kantone überprüfen aufgrund der Berichterstattung, ob die Ziele erreicht sind, und ergreifen bei Bedarf entsprechende Massnahmen.

Dass man sich vor einer Entscheidung informiert, finde ich jetzt nicht sooo schlimm. Mir den Rat von jemandem anhören und dann entscheiden, ob ich ihm folgen will oder nicht, erfüllt nach meinem Verständnis nicht wirklich das Kriterium einer Unterwerfung.

2. Werden die Kantone wirklich entmachtet?

Die Frage müsste eher lauten, ob es Sinn gemacht hat, dass die Kantone am Drücker sind? Dass uns bisher eine Katastrophe erspart blieb, liegt nicht an dieser Regelung, sondern daran, dass es keine Katastrophe gab.
Ich will es mal ein bisschen pathetisch ausdrücken: Wir befinden uns schon seit jeher im Krieg mit den Viren. (Eine Erklärung hierfür kann ich auf Wunsch gern nachliefern.)  Und entsprechend müssen wir uns fragen, mit welcher Strategie wir uns am besten gegen deren Angriffe schützen können.

3. Werden wir fichiert?

Wenn wir die Metapher mit dem Krieg ein bisschen weiterspinnen, so kann man das von den Gegnern verteufelte Informationssystem mit dem Nachrichtendienst vergleichen. Seine Verwendung ist vielleicht nicht ehrenhaft, doch er ist für das Kriegsglück essentiell.

„Militärgeheimdienstliche Aktivitäten sind wohl so alt wie die Kriegführung, da die Gewinnung von Informationen über Bewaffnung, Stärke, Taktik, Pläne und Standorte gegnerischer Truppen immer ein grundlegendes Bedürfnis im Krieg ist.
Viele der schwersten Niederlagen in der Kriegsgeschichte beruhten auf einer falschen Einschätzung der Lage, aufgrund fehlender oder falscher Informationen über die tatsächliche Lage. Viele Siege wurden errungen, weil es den Heerführern gelang, den Feind aktiv zu täuschen.“
(Wikipedia – Militärnachrichtendienst)

Wem die Kriegsmetapher nicht gefällt soll sich doch mal überlegen, welchem Umstand die Medizin einen grossen Teil ihres Erfolgs verdankt? Dem unersättlichen Sammeln von Daten!
Wie soll man effektiv gegen eine Epidemie vorgehen, wenn man die Überträger nicht kennt? Klar hier ist von Personen, die krank sind oder krank sein könnten, die Rede, was man durchaus auf die gesamte Bevölkerung ausweiten könnte. Doch wie liesse sich das besser formulieren, dass nur die Kranken und die möglicherweise Kranken aber sicher nicht alle fichiert werden? Ich fürchte, hier bleibt einem nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass die entsprechenden Organe Mass halten werden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind ja gegeben.
Und wenn man dem Bundesrat, der für die vertrauliche Behandlung der Daten verantwortlich ist, prinzipiell nicht vertraut, dann soll man sich auch mal fragen, ob er dann nicht jetzt schon viel schlimmeres anrichten könnte?

Und um die Metapher mit dem Krieg nochmals aufzuwärmen: Mir wäre es neu, wenn das VBS nicht über eine Liste aller wehrtauglichen Männer verfügen würde. Ist ja nicht so, dass sie am Tag des Einrückens in die RS einfach mal schauen wer auftaucht.

4. Wird unserer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt?

Ich kann mich auch weiterhin gegen eine Impfung entscheiden und sie verweigern. Insofern kann von einem Impfobligatorium keine Rede sein. Wird ohne Impfung alles normal weitergehen? Ja, ausser im zeitlich und örtlich begrenzten Krisenfall. Weil man dann eine Gefahr für seine Mitmenschen darstellt.
Man hat zwar das Recht sich nicht impfen zu lassen, aber man hat kein Recht andere mit Krankheiten anstecken zu dürfen.

Wenn man so für die Entscheidungsfreiheit ist, wieso wettert man dann nicht auch gegen die Gurtenpflicht, artgerechte Tierhaltung, Steuern, Gleichstellung und Monogamie? Auch hier werde ich in meiner Freiheit eingeschränkt. Und hier gefährde ich noch nicht mal andere Menschen.
„Freiheit“ ist ein Wort, das zieht, denn in unserem Empfinden sollte sie unantastbar sein. Dabei wird aber gern vergessen, dass wir, wie gerade gesehen, eine ganze Reihe von Freiheiten zum Wohl der Gesellschaft und aller in ihr lebenden Menschen (und Tiere) einvernehmlich aufgegeben haben.

5. Werden die Kinder sexuell umerzogen?

Also ich finde, dass wenn Kinder Fragen zur Sexualität stellen, dass man sie ihnen altersgerecht beantworten sollte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf „altersgerecht“. Und ich finde auch, dass man einen Menschen nicht daran hindern sollte seine sexuelle Identität selbst zu bestimmen. Das ist schliesslich ganz allein seine Sache.
Dass Sexualfoscher heute elf Gender identifizieren können, heisst nicht, dass daraus ein Klassensoll abgeleitet wird, welches es durch entsprechende Massnahmen zu erfüllen gilt. Das heisst einzig und allein, dass man mit elf Gendern umgehen können muss ohne irgendjemanden zu diskriminieren.
Die Gegner fürchten einfach, dass allein schon die Erwähnung von etwas anderem als dem „Normalen“ die Kinder dazu veranlasst abnorm zu werden. Doch selbst wenn dem so wäre, bliebe es das gute Recht eines jeden abnorm zu sein.

x. Müssen Vegetarier die Revision ablehnen, weil Impfungen tierische Eiweisse enthalten?

Nein, weil geimpft wird auch weiterhin, egal ob die Revision angenommen wird oder nicht.

Fazit

Die Frage ist nicht, ob die Schweinegrippe gefährlich war, sondern ob sie hätte gefährlich sein können! Ob das, was die Schweinegrippe aufbot, das grösste den Viren zur Verfügung stehendes Geschütz ist oder ob sie auch Massenvernichtungswaffen im Arsenal haben!
Dass ein im Nachhinein doch harmloser Virus wie H1N1 die WHO in Panik versetzt hat, bedeutet nicht, dass von Viren keine Gefahr aus geht oder dass man auf die WHO verzichten kann. Und es bedeutet auch nicht, dass wir Alternativen zu Impfungen haben, welche uns effektiv vor Viren schützen können.

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Eda Gregr
15.09.2013 um 18:10

Demokratie ist das Konzept, dass man über eine Sache diskutiert und sich dann dem Mehrheitsentscheid anschliesst – ob dieser einem nun gefällt oder nicht. Das ist nicht immer einfach. Insbesondere wenn man weiss, dass die getroffenen Entscheidungen falsch und vielleicht sogar verhängnisvoll sind. Und man muss sich damit begnügen, dass einem als einzige Form des Protestes die Diskussion bleibt, die vielleicht irgendwann ein mal die Meinung der Mehrheit ändern wird.
In der Zwischenzeit muss man mit jedem Ergebnis leben können. Der einzige Trost dabei ist, dass, obgleich die politischen Gegner alles falsch machen, sie es immerhin mit den besten Absichten zum Wohl der Schweiz tun.

Wenn man sich heute aber etwas umhört, so entsteht schnell der Eindruck, als ob grundsätzliche Zweifel an den guten Absichten der gegnerischen Politiker bestehen würden. Und nicht nur an denen, selbst die eigenen sind vom Verdacht nicht befreit. Es geht ihnen nur um den eigenen Profit und um die Karriere, so heisst es, und sie wollen uns verkaufen an die WHO.
Mit diesem Generalverdacht bröckelt aber einer einer Grundpfeiler der Demokratie, nämlich dass wir trotz aller Differenzen über den Weg doch das gleiche Ziel vor Augen haben: Das Wohl der Schweiz und der ganzen Welt.

Alle Wege führen nach Rom

Die letzen, beunruhigenden Gedanken mal beiseite gelegt, was können wir aus diesen Überlegungen festhalten? Dass für einen echten Demokraten das Ergebnis einer Abstimmung eigentlich egal ist, er wird so oder so dahinter stehen.
Alle Wege sind schliesslich nach Rom projektiert. Manche haben eine etwas geschicktere Wegführung als andere.

Was also spricht gegen das e-Voting? Wenn es ja egal ist, welche Entscheidung getroffen wird, dann sind auch Sicherheitslücken im Grunde kein Problem. Wir stimmen ja nicht über das Ziel ab, sondern über den Weg dorthin. Und jede einzelne Wahlmöglichkeit ist in den Augen vieler Patrioten eine gute Wahl.
Ausser natürlich der beunruhigende Gedanke von oben sollte wirklich wahr sein. Dann ist e-Voting aufgrund seiner Anfälligkeit natürlich sehr problematisch. Allerdings auch nicht viel mehr als das klassische, in keiner Weise anfällige Wahlverfahren. Denn obgleich die Absichten hinter manchen zur Abstimmung stehenden Gesetzestexte diabolisch sein können, so sind es aber nicht die Absichten jener, die mit bestem Wissen und Gewissen und in grosser Zahl für diese stimmen. (Vorausgesetzt, dass bei Abstimmungsergebnis von 60:40 nicht wirklich 40% der Bürger die Schweiz vorsätzlich zugrunde richten wollen.)

Der Statistischer Aspekt

Wo man nicht betrügen kann, betrügt man nicht. Und wo man betrügen kann, betrügt man. Wahlbetrug lässt sich aber mittels Benford’s Gesetz nachweisen.  Insofern wäre es doch mal lustig zu schauen, welche Interessen hinter der Politik stehen.

 

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Eda Gregr
20.06.2007 um 07:01

In der Schweiz praktizieren wir die direkte Demokratie und jede Änderung der Verfassung unterliegt dem obligatorischen Referendum. Sollte man in dem Fall nicht annehmen, dass dann auch die Änderung der Verfassung unseres Klimas vors Volk kommen sollte?

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Eda Gregr
29.03.2007 um 17:37

Die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) hat gestern eine Petition mit 49’000 Unterschriften gegen DJ Bobos Vampirsong eingereicht. Er verletze ihre religiösen Gefühle und wirke sich durch Textzeilen wie „Verkauf deine Seele“ negativ auf die Gesellschaft aus.
Fürchtet die EDU etwa die Konkurrenz?
Droht der Vampirismus das Monopol der Religion auf den schlechten Einfluss zu sprengen?
Mal abgesehen von dem Mangel an Respekt vor etwas, das den Respekt gar nicht verdient, würde mich interessieren, wie dieses Lied konkret dem Schweizer Image schaden sollte? Befürchtet die EDU tatsächlich, dass die Abermillionen von Zuschauern nach der Eurovision Song Contests ihre Schweizer Konti auflösen werden?
Ist es nicht viel eher so, dass Vampire geradezu prädestiniert dafür sind die Finanzblutsauger zu representieren? Man würde sein Geld doch nicht ernsthaft bei Elfen anlegen wollen, oder?

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Eda Gregr
01.06.2006 um 17:26

„Nach langem Streit gehört die Internetadresse schweiz.ch nun doch der Eidgenossenschaft. Die Weltorganisation für geistiges Eigentum hat dem Bund die Adresse zugesprochen, weil der bisherige Eigentümer der Adresse keine Rechte am Namen geltend machen könne.“
Ich bin ein erklärter Gegner von geistigem Eigentum (mit dem materiellen komme ich klar) und da überrascht es mich natürlich ungemein, dass die Weltorganisation für geistiges Eigentum, die sich diesen Nonsens sogar auf die Fahne geschrieben hat, zum genau gleichen Schluss kommt wie ich. Nämlich, dass es tatsächlich ganz richtig ist, dass schweiz.ch der Eidgenossenschaft zugesprochen wird.
Geradezu lächerlich finde ich aber, dass es so lange gedauert hat. Ob das dem Einfluss des Glaubens an das geistige Eigentum zuzuschreiben ist?

Da ist aber noch eine andere Sache die ich an dieser Stelle loswerden möchte.
Habt ihr euch schon mal ein paar Minuten lang auf das Wort „Schweiz“ konzentriert? Vertieft euch einfach mal für eine Weile in das Schriftbild des Wortes:

Schweiz

Bei mir fängt es bald an irgendwie seltsam auszusehen. Völlig wirre Assoziationen stellen sich ein und ich habe das Gefühl als versuche sich mir das Wort zu entziehen. Spookie!
Ist das mit jedem Wort so?

Käsekuchen

Nein. Hier bleibt alles normal.
Seltsam…

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Eda Gregr
10.03.2006 um 00:59

Was ist das für ein Land, das sich ein abstraktes Pflaster ins Wappen nimmt? Also ich glaube, dass es kein Zufall sein kann.

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