googeln verboten

Google befürchtet angeblich, dass sein Markenname durch die saloppe Verwendung des Verbs „googeln“ für jedwelches Suchen im Internet, mag es zu Beginn auch noch so schmeichelhaft erscheinen und die Konkurrenz vor Neid erblassen lassen, die Exklusivität und Markenidentität ins Wanken bringen könnte. Es könnte dann nämlich durchaus auch passieren, dass Altavista mit dem Slogan „Googeln Sie doch mit Altavista“ wirbt.
Ich persönlich bezweifle, dass dies die wahren Beweggründe der allseits beliebten „Don’t be evil“-Suchmaschine für die eingeleiteten rechtlichen Schritte sind. Ich bin überzeugt, dass sie es nur tun, um Wortkreationen wie „altavistagoogeln“, welche dann zwangsläufig auch entstehen würden, daran zu hindern sich in unseren Nachschlagewerken breit zu machen. Und mit der Zeit vielleicht „yahooaltavistagoogeln“ und dann „mcdonaldsyahooaltavistagoogeln“, was selbstredend etwas  ganz anderes ist als „mcdonaldsaltavistayahoogoogeln“.
Die „Don’t be evil“ Suchmaschine versucht also sicherlich nur unseren Wortschatz vor bedrohlichen Teleskopwörtern zu schützen.
Zur Schlichtung biete ich daher allen Seiten einen – wie mir scheint – ziemlich vernünftigen Kompromiss an: Verwendet doch einfach statt „googeln“ „SmUPpen“.
Ich hätte auch überhaupt nichts dagegen, wenn jemand irgendwo schreiben würde: „Ich habe Uma Thurman geSmUPpt.“
Oder: „Allem kann ich widerstehen, nur der VerSmUPpung nicht. (Oskar Wild)“
Oder: „Wer den Himmel auf Erden SmUPpt, hat im Erdkundeunterricht geschlafen. (Stanislaw Lerzy Lec)“
Oder: „Wer einen Engel SmUPpt und nur auf die Flügel schaut, könnte eine Gans nach Hause bringen. (Georg Christoph Lichtenberg)“
Oder zu guter letzt: „SmUPpet so werdet ihr finden.“

Und dass irgendeine Firma daran Interesse haben könnte, mit dem SmUP ein Kompositum einzugehen, bezweifle ich doch sehr stark. Also keine Bedrohung für unsere Lexika.

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