Eda Gregr
04.09.2016 um 11:43

Hier werden manche Christen einwenden, dass Gott ALLE Menschen liebt und damit die Sache als erledigt betrachten. Dabei übersehen sie aber völlig, dass Gottes Liebe tatsächlich wertlos ist, er sich wie eine verzogene High School Tussie benimmt und die Bibel ein beschämendes Zeugnis darüber ist, dass er im Unterricht nicht aufgepasst hat. (Daraus, dass eine Prämisse falsch ist, folgt nicht, dass die Konklusion nicht wahr sein kann. vgl. Fehlschluss-Fehlschluss)

Liebt Gott alle Menschen gleich fest? Und auf die gleich Art?

Wenn er manche Menschen mehr liebt als andere (und die Vorstellung, dass er ein auserwähltes Volk hatte, legt diese Schlussfolgerung zumindest für einen Grossteil der biblischen Menschheitsgeschichte durchaus nahe), dann macht man den Schnitt einfach zwischen mehr lieben und weniger lieber statt zwischen lieben und nicht lieben und schon funktioniert das Argument wieder.

Wenn er aber manche liebt wie ich Erdbeerknödel und andere wie ich die Bücher von Douglas Adams und wieder andere wie ich meinen Bruder und wieder andere wie ich meine Frau und wieder andere wie ich meine Tochter, dann funktioniert das Argument noch immer. Insbesondere, wenn die Entscheidung auf welche Art an Bedingungen geknüpft ist, wie in meinem Fall bei den Erbeerknödeln in deren Knödeligkeit oder bei Douglas Adams an seiner einzigartigen Fantasie.
Wichtig ist hierbei vor allem auch, dass die Liebe es mir im einen Fall erlaubt das Objekt meiner „Begierde“ zu kochen und zu essen, in den anderen Fällen jedoch explizit nicht1. Und selbst wenn mich die Liebe schweren Herzens zwingt, der geliebten Person, weil sie es sich wünscht, Leid zuzufügen, dann werde ich es mir nicht nehmen lassen, immer mal wieder nachzufragen, ob sie es sich inzwischen nicht anders überlegt hat2.
(Hat sich übrigens schon mal einer überlegt, ob Himmel und Hölle nicht einfach nur Zubereitungsarten sind für ein göttliches Gelage, an dem wir nicht als Gäste teilnehmen?)

Oder aber Gott liebt uns in einer allein Gott möglichen Art, die ALLEN Menschen (und Tieren? und Pflanzen? und Pilzen? und Stramenopile? und Protozoen? und Bakterien? und Ausserirdische?) auf die gleiche Weise und mit der gleichen Inbrunst zuteil wird. Eine Art von Liebe, die es ihm ermöglicht die Ewigkeit manchen zum Paradies und anderen zur Hölle zu machen.
Allerdings ist auch hier die Liebe wertlos. Vielleicht sogar noch viel weniger, weil Liebe gewissermassen eine Art von Priorität darstellt3. Und wenn ich allem die gleiche Priorität gebe, dann gibt es keine Prioritäten.

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Eda Gregr
13.11.2015 um 09:24

Schokoladeneis ist das beste Eis der Welt.
Wieso will Gott, dass ich das unterschreibe, ohne es vorher probieren zu dürfen?
Ian Hazelwood

Wieso ist es für Gott so wichtig, dass man ohne Evidenzen an ihn glaubt?
Wieso kann er sich nicht vorstellen: „Hi, mein Name ist Jehowa, ich bin der intelligente Designer dieses Universums, freut mich dich kennen zu lernen.“ und uns dann entscheiden lassen, ob wir ihm folgen wollen?
Wieso wählte er für seine Offenbarung eine dermassen unsichere Form der Kommunikation? Als allwissendes Wesen müsste er doch eigentlich wissen, was für Schindluder mit Büchern getrieben werden kann. Fälschungen, Manipulationen und Fehlinterpretationen gehören da zur Tagesordnung. Und irgend ein kleines, zurückgebliebenes Hirtenvolk in der Pampa ist vielleicht auch nicht der ideale Überbringer. Und, nun ja, eine massive Diskrepanz zwischen Text und Evidenzen ist auch nicht wirklich hilfreich.

Man könnte fast meinen, Gott hat es drauf angelegt, dass es so wenige wie möglich schaffen…

Wieso ist es nun also Gott so wichtig, uns die Evidenzen vor zu enthalten?
Wieso will er, dass ich glaube, dass Schokoladeneis das beste Eis der Welt ist, ohne es vorher probiert zu haben?

Das macht nur Sinn, wenn die Chance, dass ich das glaube, grösser ist, wenn ich es vorher nicht probiere. Was dann aber schon ein sehr deutliches Indiz für die Qualität seines Eises ist.
Für diese (also die bescheidene Qualität seines Schokoladeneises!) gibt’s dagegen durchaus Indizien:

  • All die gefallenen Engel zu Beispiel. Laut der Offenbarung 12:4 zog es immerhin ⅓ aller Engel vor das Weite zu suchen.
  • Adam und Eva. War das wirklich eine Vertreibung? Und nicht vielleicht eher eine Flucht? Die Berichte von dieser Episode stammen aus einer Zeit mehrere Tausend Jahre später, nachdem alle noch verbliebenen forensisch verwertbaren Spuren von einer Sintflut beseitigt wurden, die nur eine Handvoll treuer Anhänger Gottes überlebt hatten.
  • Die Popularität des Schokoladeneises fing erst an zu wachsen, als es keine öffentlichen Degustationen mehr gab.

Also entweder weiss der liebe Gott, dass er der guten Sache irgendwie im Weg steht, oder aber es gibt wirklich nur 144’000 Plätze im Himmel und die Zeugen Jehowas haben recht.

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Eda Gregr
30.10.2015 um 12:10

So sicher wie das Amen in der Kirche, wird jeder Apologet, auf das Thema Glauben angesprochen, verkünden, dass auch die Wissenschaft ohne Glauben nicht auskomme. Dass dem Wissenschaftler einfach nichts anderes übrig bleibe als zu GLAUBEN, dass beispielsweise die Naturgesetze immer und überall gültig seien.

Doch es gibt da einen entscheidenden Unterschied zwischen dem „Glauben“ des Wissenschaftlers und jenem „Glauben“, wie ihn sich Gott diesen angeblich von uns wünscht:
Wenn ein Wissenschaftler aus einer Beobachtung schliesst (und dann „glaubt“), dass es sich dann wohl überall und immer so verhält, dann kann er damit natürlich falsch liegen, doch unbestritten gründet seine Annahme in der Evidenz der Beobachtung. Und sollte er damit tatsächlich falsch liegen, dann werden es Evidenzen gewesen sein, die ihm das unter die Nase gerieben haben. Und so der Wissenschaftler weiterhin von sich behaupten will, dass seine Erkenntnisse in Evidenzen gründen, muss er seine Schlüsse von nun an wohl oder übel aus dem erweiterten Set von Beobachtungen ziehen.
Der selig machende, religiöse Glaube braucht dagegen vielmehr die Abwesenheit von Evidenzen (vgl. „selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ – Johannes 20:29)1 Viel mehr soll man einfach sein Herz öffnen und den Schritt ins Ungewisse wagen… Die Sache ist aber leider etwas tricky, denn es heisst, dass wer diesen Schritt wagt, dem wird sich Gott persönlich „zeigen“ (vgl. „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ Matthäus 7:7). Und wenn das geschieht, dann verfügt man tatsächlich über sowas wie Evidenz. Das Problem ist einfach, dass auf persönliche Erfahrungen nachweislich nicht wirklich verlass ist. Und „Suchet, so werdet ihr finden“ mag in der Religion selig machen, in der Wissenschaft ist es allerdings ein Garant für Fehler.
Und will man mit seinem Glauben selig bleiben, empfielt es sich einen weiten Bogen um die Weisen und Klugen mit ihren Evidenzen zu machen (vgl. „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast!“ Matthäus 11:25), denn die Klugheit wird allzu leicht zu einer Falle (vgl. „Die Weisen erhascht er in ihrer Klugheit.“ 1.Korinther 3:19)2. Hier scheinen also die Evidenzen der Garant für Fehler zu sein. Was aber nicht heisst, dass nach einer vollständigen Analyse, zu welcher wir Menschen aufgrund unserer beschränkten geistigen Fähigkeiten womöglich nie in der Lage sein werden, die Evidenzen nicht doch die Glaubensinhalten bestätigen werden.

In ihrer Verteidigung der Unumgänglichkeit des Glaubens ignorieren die Apologeten, dass es auch gute Gründe geben kann, etwas zu glauben. Es ist ihr gutes Recht, keine solchen zu haben, jedoch zu behaupten, dass es ein guter Grund ist, aufgrund des Gefahrenpotentials guter Gründe, keine guten Gründe zu haben, ist schon ein bisschen absurd.

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Eda Gregr
06.06.2013 um 21:33

Ist es nicht besser aus guten Gründen das falsche zu glauben, als aus schlechten Gründen das richtige?

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Eda Gregr
15.04.2013 um 17:26

Schauen wir uns mal den folgenden Satz an:
„Die Erde dreht sich um die Sonne, der Mond ist aus Käse und Karl Hammerschmied ist der Vater von Theodor Hammerschmied.“
Er besteht aus drei Aussagen, wobei wir mal annehmen, dass die erste stimmt, die zweite falsch ist und von der dritten wir nicht wissen, ob sie stimmt oder nicht.
Das Problem ist, dass man nicht vom Wahrheitsgehalt der einen Aussage auf den einer anderen schliessen kann. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als jede Aussage für sich selbst zu betrachten und zu beurteilen.
Wenn überhaupt, dann kann man aus dem Vorhandensein einer falschen Aussage – insbesondere dann, wenn sie offensichtlich ist – darauf schliessen, dass der Sprecher keine allzu grossen Skrupel hat etwas falsches als etwas wahres auszugeben, was einen dann bei den anderen Aussagen etwas misstrauischer werden lassen darf. Umgekehrt sollte aus dem Vorhandensein einer wahren Aussage aber nicht automatisch auf die Ehrlichkeit des Sprechers geschlossen werden, denn die kann ja nur eine Finte sein.

Was heisst das nun aber für die Bibel und die Erkenntnisse, die man aus ihr ziehen will?
Indem es offenbarte Erkenntnisse sind, bleibt einem nichts anderes übrig, als sie zu glauben. Das ist an sich noch okay, zumindest solange man das Terrain des Glaubens nicht verlässt und jenes des Wissens betreten möchte. Denn man kommt ohne eine faktische Überprüfung einer Aussage nicht zu deren Wahrheitsgehalt. Und dadurch, dass sich einzelne Aussagen tatsächlich bestätigen lassen, wird es um keinen Deut vernünftiger auch die anderen Aussagen zu akzeptieren.
Selbst wenn – um eine unter Kreationisten populäres Beispiel zu nehmen – alle Prophetien stimmen sollten, so mag das zwar beweisen, dass sie von einem übernatürlichen Autor stammen (und entsprechend auch, dass es einen übernatürlichen Autor gibt), doch es bedeutet nicht, dass auch die Aussagen, die dieser Autor über sich selbst und die Welt gemacht hat, ebenfalls stimmen. Man kann ihm vielleicht zugute halten, dass er womöglich über die Möglichkeit verfügen könnte, die Wahrheit zu kennen, doch dass er die auch mit uns teilt, ist keine logisch zwingende Schlussfolgerung.
Und der Umstand, dass viele Sachen in der Bibel auf den ersten Blick falsch erscheinen und erst nach einem ziemlichen denkerischen Kraftakt, zu dem längst nicht jeder in der Lage ist, plausibel werden, lässt den Autor, vor allem wenn man bedenkt, dass er die Fakten in einer Form, die die ganze Zeit über verstanden wird, während der er erwartet, dass sie geglaubt werden, auf den Tisch hätte legen können, schon etwas verschlagen wirken. Und das darf einen durchaus misstrauisch machen.

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Eda Gregr
09.03.2012 um 22:10

„Wo das Wissen endet, fängt der Glaube an.“
Wie meinen??
Wo das Wissen endet, fängt die Forschung an!

(mal irgendwo gelesen)

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