Eda Gregr
30.09.2016 um 22:25

Too often we judge other groups by their worst examples, while judging ourselves by our best intentions.
George W. Bush

Hätte nicht gedacht, dass das mal passieren würde, aber hier hat Jabba the Bush tatsächlich mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Respekt!

Genau vor diesem Problem steht man auch in der Wissenschaft. Jeder Wissenschaftler ist von 2 Sachen felsenfest überzeugt: Erstens dass seine Hypothese super ist. Und zweitens dass alle anderen Idioten sind.
Auch jeder Apologet teilt diese Ansichten.
Allerdings haben sich die Wissenschaftler darauf geeinigt, dass etwas erst dann als okay gilt, wenn dem auch die Idioten zustimmen.
Und genau das fehlt in der Religion.

Auch Religionen sollten sich der wissenschaftlichen Methode bedienen und nur die Dogmen propagieren dürfen, die von den Peers aus anderen Religionen nicht als unhaltbar verworfen wurden.
Als Atheist gehe ich natürlich davon aus, dass auf diese Weise alle religiösen Ansichten für absurd erklärt werden, doch selbst wenn sich alle Religionen in stiller Übereinkunft gegenseitig den Bauch pinseln würden – schliesslich ist das erklärte Ziel einer jeden Religion Friede, Freude, Eierkuchen -, wäre das noch immer ein gewaltiger Fortschritt, weil sie in allen zentralen Fragen einer Meinung wären und weil Einigkeit weniger Opfer fordert als Uneinigkeit.

Wäre das aber wirklich ein Fortschritt? Klar, verschiedene aufeinander prallende Wertesysteme stellen ein gewaltiges Konfliktpotential dar. Die Angst, die zur Zeit in Europa um geht, gründet sich genau in den unvereinbaren Wertvorstellungen. Andererseits gäbe es, wenn nur ein einziges Wertesystem gelten würde, keine Spannung und kein Verbesserungspotential. Homogene Gesellschaften neigen nicht gerade dazu soziale Probleme schnell zu lösen. Heterogene Gesellschaften dagegen, wo man Leben und Leben lassen praktiziert, sind in dem Punkt wesentlich effizienter.

Allerdings leben Religionen davon, dass man das auserwählte Völkchen ist, das die Zeichen als einzige richtig verstanden hat, und mit dem Peer Review ginge das natürlich flöten.

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Eda Gregr
31.10.2015 um 13:36

es ging um die Frage, ob die Medien und Wissenschaft hinsichtl der vermeintlich zufälligen Entstehung des Lebens eine unzulässige Gehirnwäsche betreiben
das Diskussionsthema in einem Traum von du weisst schon wem1

First things first. Wenn Medien und Wissenschaften eine unzulässige Gehirnwäsche betreiben, dann gibt es also auch eine zulässige Gehirnwäsche. Aha…

Der einzige Kontext, in dem offensichtlich üble Taten als als lieb interpretiert werden können, ist die Religion. Und in Anbetracht des religiösen Hintergrunds von du weisst schon wem, würde es mich nicht wundern, wenn er ein gewisses Mass an psychologischer Manipulation, die dem Zweck dient eine Person (wieder) auf den Weg zu Gott zu führen, als zulässig betrachtet. Er würde sich zwar dagegen wehren, es eine Gehirnwäsche zu nennen, was aber nichts daran ändert, dass es die genau gleiche Vorgehensweise ist: Man sucht sich ein schwaches und verletzliches Opfer (notfalls sorgt man dafür, dass es schwach und verletzt ist2), man isoliert es, man macht kaputt, was es zu wissen glaubt, man nimmt es grosszügig in die Gruppe auf, man erklährt ihm, wie es wirklich ist, und man stellt ihm eine wundervolle Belohnung in Aussicht.
Zugegeben, es ist auch die Vorgehensweise im Schulunterricht. Auch dort hat man es mit schwachen und verletzlichen Individuen zu tun (Kindern), wo man diese isoliert (Schulzimmer), ihnen ihre Fehler aufzeigt (Rotstift), sie in die Gruppe integriert (Klasse), ihnen erkärt, wie es richtig ist (Schulstoff), und ihnen eine Belohnung verspricht (Pony). So mag es zumindest erscheinen. Es besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied: Der Umgang mit kritischen Fragen. In der Schule sind diese eigentlich willkommen – auch wenn sie hie und da zugunsten des Lehrplans etwas gedrosselt werden müssen. Wenn es um Gehirnwäsche alias den Weg zu Gott geht, sind kritische Fragen das Werkzeug, wie der Teufel einen vom rechten Weg abbringt. Das soll nicht heissen, dass sie nicht willkommen sind, ganz im Gegenteil. Jede kritische Frage bietet nämlich die Gelegenheit dem Teufel die Stirn zu bieten. Insofern sind nicht so sehr die Fragen verboten als vielmehr die Antworten vorgegeben, während in der Schule die Lehrerschaft – so es die Evidenzen verlangen3 – durchaus gewillt ist, ihre Meinung zu ändern4.

Die Offenheit kritischen Einwänden gegenüber, respektive die Bereitschaft gegebenenfalls seine Antwort zu revidieren, ist das Fundament der modernen Wissenschaft. Sie ist die Voraussetzung für die Bestrebung falsche Überzeugungen aufspüren und über Bord zu werfen, also für die wissenschaftliche Methode selbst. Zu wissenschaftlichen Ehren kommt man daher heute auch nicht mehr, indem man Theorien verteidigt, sondern indem man sie zerstört5. Gehirnwäsche mag zwar ein Thema sein, das die Wissenschaft untersucht, sie anzuwenden würde aber heissen, sich ins eigene Fleisch zu schneiden.
Bei den Medien sieht es schon etwas ander aus. Obwohl man auch dort vor allem damit zu Ehren kommt, dass man irgendwas ausgräbt, was andere lieber verscharrt gelassen sehen möchten, so konzentriert man sich meist doch lieber auf die Sicherung der nächsten Ausgabe. Immerhin gehört aber dort die Fähigkeit das Denken des Publikums zu beeinflussen zum täglichen Handwerkszeug.

Medien und Wissenschaft arbeiten also zusammen um eine Lüge zu propagieren.
Tun sie das gemeinsam als eine Interessengemeinschaft oder werden die einen vom anderen manipuliert?

Auf den ersten Blick bietet sich natürlich an, dass die Wissenschaft die Medien wie Marionetten tanzen lässt. Dafür spricht, dass die Medienleute nicht wirklich verstehen, was da in der Wissenschaft abgeht. Sie mit Blödsinn zu füttern ist daher nicht weiter schwer und hat deshalb auch schon eine lange Tradition. Pseudowissenschaften versuchen sich auf diesem Weg schon seit langem zu profilieren. Leider erstaunlich erfolgreich.
Aber auch umgekehrt wäre es denkbar. Durch gezielte Fehlinformation versehen die Medien die heranwachsende neue Generation von Wissenschaftlern mit einem Bias, der sie blind macht für jede andere Möglichkeit. Der Erfolg des Kreationismus in den Vereinigten Staaten verdankt sich übrigens tatsächlich genau dieser Strategie: Da ihre Argumente die Wissenschaftler nicht überzeugen, verlangen sie das Recht es Kindern eintrichtern zu dürfen (vgl. „„Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so läßt er auch nicht davon, wenn er alt wird.““ Sprüche 22, 6).
Es gibt da aber noch einen weiteren Verdächtigen. Du weisst schon wer hat diesen zwar nicht erwähnt, doch es wäre auch möglich, dass die Pharma-Industrie dahinter steckt und alle beide, Wissenschaft und Medien, für ihre finsteren Machenschaften einspannt.

Vielleicht schafft in diesem Punkt Klarheit, wenn wir wissen, wieso sie das tun?
Welches Ziel verfolgen sie damit?
Welchen Nutzen können sie daraus ziehen, wenn die Leute fälschlicherweise glauben, dass das Leben auf natürliche Weise entstanden ist?

Wenn die Pharma dahinter steckt, ist das Ziel offensichtlich (deshalb habe ich sie auch noch ins Spiel gebracht): Profit. In einer Welt, in der Gebete funktionieren, braucht es weniger Medikamente. Und in einer Welt ohne Gott kommt niemand auf die Idee, dass sie funktionieren könnten. Insofern ist die Abiogenese (neben dem Urknall) tatsächlich der archimedische Punkt über den sich Gott aus der Welt katapultieren liesse (vgl. „δος μοι που στω και κινω την γην“ Archimedes).

Was aber haben Wissenschaft und Medien vom Verschwinden Gottes? (Jetzt mal ungeachtet dessen, dass dort sehr viele (wenn auch nicht überdurchschnittlich viele) Gläubige arbeiten.)
Werden mehr Gelder in die Forschung fliessen? Das wäre ein Motiv für die Wissenschaft!
Wird die Welt in Chaos versinken? Das wären Schlagzeilen! Und ein Motiv für die Medien!
Oder vielleicht tun sie es auch nur, weil all die Wissenschaftler und/oder Medienleute aus den verschiedensten Kulturen einfach dem Teufel in den Arsch kriechen wollen. Auch das wäre ein Motiv!

Okay, ein paar plausible Motive hätten wir also gefunden. (Wenn auch die Drahtzieher noch nicht eindeutig identifiziert.)

Jetzt stellt sich die Frage, wieso nur ein paar ausgewählte Bereiche der Wissenschaft betroffen sind? Wenn die wissenschaftliche Methode nicht zuverlässig funktioniert, dann müssten doch eigentlich auch andere Disziplinen betroffen sein als bloss jene, wo es Gott an den Kragen geht. Doch das scheint nicht der Fall zu sein, in allen anderen Disziplinen funktioniert sie einwandfrei. Das heisst, nur in der Abiogenese (und in der Kosmologie) wird böswillig gepfuscht. Das mag vielleicht weit entfernten Disziplinen entgehen, doch in den Nachbardisziplinen, welche ja eng mit diesen zusammen arbeiten, müsste das doch eigentlich sehr schnell auffallen. Fehler in der Methodologie sind schliesslich auch für Aussenstehende erkennbar. Hm…

Ich weiss, die Frage ist abwegig, doch könnte der unbedingte Wunsch, dass es einen Gott gibt, die Gläubigen nicht vielleicht das eine oder andere missverstehen lassen? (vgl. „Libenter homines id, quod volunt, credunt.“ Caesar 3:16:6)
Ne, sowas kann gottesfürchtigen Menschen nicht passieren.

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Eda Gregr
16.05.2013 um 23:00

Ein paar Gedanken zum heutigen NZZ am Sonntag Artikel „Die Politik muss sich nicht immer nach den Erkenntnissen der Wissenschaft richten, sie darf die Forscher aber nicht zu blossen Hampelmännern machen“ von Patrick Imhasly

Politiker müssen nicht nur die wissenschaftlichen Fakten im Auge behalten, sondern auch deren gesellschaftliche Akzeptanz und die Finanzierbarkeit. Daraus ergeben sich zwangsläufig unschöne Kompromisse.
Wie weit darf man den Wissenschaftlern aber vorwerfen, dass sie ihre Erkenntnisse etwas zu pointiert formulieren um sich gegenüber der ihrer Meinung nach schnarchenden Politik Gehör zu verschaffen?
Damit verlassen sie in der Tat das Terrain der Wissenschaft und begeben sie sich in die politischen Gefielde, doch wieso sollten sie das nicht tun? Auch sie sind politische Individuen und absolut legitime Stimmen im Meinungsbildungsprozess. Genau wie die Exponenten aus Kultur und Wirtschaft.
Daraus, dass sich einige zu etwas überrissenen Aussagen hinreissen lassen, eine Unglaubwürdigkeit der Wissenschaft ableiten zu wollen, ist genauso absurd, wie aus kulturellen Missgriffen und wirtschaftlichen Fehlschlägen die Legitimität von Kultur und Wirtschaft in Frage zu stellen, und zeugt in hohem Masse von einem Unverständnis dessen, was Wissenschaft ist und wie sie funktioniert.
Statt also den Wissenschaftlern einen Maulkorb anzulegen, sollte man vielleicht lieber etwas mehr Zeit darauf verwenden die Missverständnisse bezüglich der Wissenschaft auszuräumen.

Wenn die Wissenschaft herausfindet, dass von gentechnisch veränderten Pflanzen keine Gefahr für die Umwelt ausgeht, oder dass die Homöopathie nicht funktioniert, dann kann man dies in der Politik nicht ignorieren mit dem Vorwand, dass die Bevölkerung dies nun mal so wolle. Dies mag vielleicht noch vertretbar sein bei der Frage, ob man das Hornussen weiter fördern wolle, doch bei gesundheitlichen und finanziellen Fragen, sollte man schon eine Grenze ziehen. Wir werden ja auch nicht die Todesstrafe wieder einführen nur weil dies in der Bevölkerung gut ankommen würde.

Gern wird in diesem Zusammenhang auf sich dauernd ändernden Vorzeichen verschiedener wissenschaftlicher Erkenntnisse verwiesen, doch kann man dies nicht wirklich gelten lassen, denn das aktuelle Resultat ist der aktuelle Stand der Kenntnis. Etwas besseres haben wir zur Zeit nicht. Und darauf zu setzen, dass es sich schon noch mal wenden wird, basiert nicht auf Logik, sondern auf einer unhaltbaren Extrapolationen.
Auch hier gründet es sich in einem fundamentalen Unverständnis dessen, was die Wissenschaft ist und wie sie funktioniert und wie man mit deren Erkenntnissen umgehen muss.

Das Fazit ist: Die Politik muss auch unbequeme Wege einschlagen. Selbst dann, wenn er es gar nicht möchte. Und den Rat der Wissenschaft zu ignorieren, darf nicht sein, denn sie repräsentiert das beste Wissen, das zur Zeit zur Verfügung steht. Ob man es sich allerdings leisten kann, dem Rat nachzukommen, steht selbstverständlich auf einem anderen Blatt. Doch wenn dies nicht geht, bedarf es einer sehr guten Begründung und einer öffentlich Diskussion darüber.

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Eda Gregr
06.05.2013 um 17:20

Die Wissenschaft kann nicht erklären, warum eine Hummel fliegt. Und doch tut sie es.
Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn, denn das kann die Physik (inzwischen) durchaus.
Nichtsdestotrotz wollen wir mal so tun als ob, denn ungeklärte Fragen gibt es in der Wissenschaft beiliebe noch genug.
Die Sache ist die, dass die Wissenschaft, wenn ihr der Hummelflug unerklärlich ist, nicht einfach die Augen vor ihm verschliesst und postuliert, Hummel könnten gar nicht fliegen, und alle, die etwas anderes behaupten, für verrückt erklärt. In einem solchen Fall stellt sie fest, dass sie die Antwort nicht kennt, und verstärkt im Idealfall die Bemühungen eine solche doch noch zu finden.
Anders sieht es jedoch aus, wenn noch nie irgendwo Hummeln fliegen gesehen wurden. Und wenn alle Demonstrationen sich nachweislich als mehr oder weniger raffinierte Taschenspielertricks entpuppen. Dann besteht kein Grund den Hummelflug als ein ungeklärtes wissenschaftlichen Phänomen zu bezeichnen.
Zumindest so lange nicht, bis tatsächlich mal eine nachweislich unfrisierte Hummel gesichtet wird.
Genau so verhält es sich mit der Homöopathie.
Sie ist ein schwebender Elefant.
Dass man sich nicht erklären kann, wie ein Elefant schweben können soll, hat keinen Einfluss darauf, ob es dieses Phänomen überhaupt gibt oder nicht.
Diese Frage stellt sich nur dann, wenn man schon einen schweben gesehen hat.
Und das hat man leider nicht.

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Eda Gregr
10.01.2013 um 19:01

Einer erzählt dir eine durchaus plausibel klingende Theorie. Dann stell dir die folgenden zwei Fragen:

1. Erfreut sich die Theorie breiter Zustimmung in der Wissenschaft?
2. Publiziert die Person in peerreviewten Journalen?

Wenn auf beide Fragen die Antwort Nein lautet, dann kannst du eine ganze Stange Geld drauf wetten, dass es ausgemachter Blödsinn ist.

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Eda Gregr
04.01.2013 um 13:59

Sollte an der Evolutionstheorie wirklich etwas faul sein, dann kann man was dagegen tun.
Dazu sind aber die folgenden Regeln minutiös und exakt in der vorgegebenen Reihenfolge einzuhalten:

1. Hat die Theorie eine Schwachstelle? Dann zeig sie auf.

Das wars schon.

Eine alternative Theorie ist nicht nötig. Im Gegenteil, wenn diese Lücken hat, lenkt das nur von den Fehlern der eigentlich kritisierten Theorie ab.
Es empfiehlt sich im Vorfeld abzuklären, ob die vermeintliche Schwäche nicht bereits formuliert und von der Fachwelt zurückgewiesen wurde. Das erspart allen Seiten Arbeit. Es ist in der Wissenschaft nämlich leider nicht so, wie beispielsweise in der Religion, dass durch Wiederholung die Gültigkeit steigen würde. Von daher, sollte man eine Schwachstelle gefunden haben, die bereits zurückgewiesen wurde, dann sollte man die Begründung so formulieren, dass alle Fehlschlüsse und falschen Annahmen des Vorgängers elegant umschifft werden. Denn in der Tat bedeutet ein ungültiger Schluss nicht notwendigerweise, dass das Ergebnis auch falsch sein muss.
Noch ein Tipp am Rande: Bevor man damit an die Öffentlichkeit geht, lieber erst mal von einer Drittperson checken lassen. Mit Drittperson ist nicht ein Drittklässler gemeint, sondern eine neutrale bis skeptische Fachperson. Das kann Peinlichkeiten ersparen. Und wie will man die Fachwelt überzeugen, wenn es einem noch nicht mal bei einem einzelnen gelingt?

Ach ja und noch eins: Für den Fall, dass der Einwand stimmig ist, lieber schon mal den Frack in die Reinigung geben, denn ein Nobelpreis ist da auf sicher.

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Eda Gregr
20.11.2012 um 23:54

Ein Vortrag an der Uni Zürich darüber, was die Bibel über die ersten Zeitalter der Erde sagt.
Gehalten von Tobias Widmer, Dipl.-Math. vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik 2 der Universität Hohenheim
Organisiert durch den Verein „Christen an den Hochschulen“

Die Intention dieses Vortrages war es eine Lösung zu bieten, wie die Genesis als Tatsachenbericht aufrechterhalten werden kann, ohne mit den Erkenntnissen der Wissenschaft in Konflikt zu geraten.
Als der archimedische Punkt hierbei entpuppt sich Gen 1:2 „Und die Erde war wüst und leer,…“, wo das „war“ eigentlich auch „wurde“ heissen könnte und – tadaaa – auch sollte. Das bedeutet, dass zwischen Gen 1:1 „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ und dem Tohuwabohu im 2. Vers ungefähr 4.5 Milliarden Jahre liegen und es sich mitnichten um die aktuelle Beschreibung des Zustandes handelt, in dem sich die Erde befand, nachdem Gott die Erde erschaffen hat. Dadurch stellen natürlich auch all die alten Fossilien kein Problem mehr dar, denn es sind Überbleibsel einer Welt, die zwischen der Erschaffung der Welt und dem 6-Tagewerk vor 6152 Jahren lag, wo die Evolution das tat was die Evolution eben so tut und der Satan der Chef des ganzen war. Und dann platze Gott der Kragen und richtete das im 2. Vers erwähnte Tohuwabohu an um dann quasi aus der Asche alles neu zu erschaffen. Dass nach der Neuerschaffung alles gleich aussah wie vor dem Tohuwabohu, muss wohl daran liegen, dass es der gleiche Schöpfer war. Und da die Tageszählung erst im 5. Vers beginnt, haben wir auch in dieser Beziehung keine Probleme.
Im Grunde läuft dieses Konzept also darauf hinaus, dass alles so abläuft wie die Wissenschaft es sich vorstellt, doch vor 6152 Jahren gibt es einen mindestens 6 Tage breiten Schnitt, wo alles zerstört und exakt gleich wieder neu erschaffen wurde.

Eine Frage, die mir aber leider erst jetzt auffällt, wäre, wieso die menschlichen Überreste sich nicht ab dem Stichdatum vom Paradies aus wieder neu über die Erde verteilen mussten. Ich schätze aber, dass dies dadurch erklärt worden wäre, dass sich lediglich der Geist (wie ein Virus) von dort aus verteilte – was man ja anhand der Überreste relativ schwer beurteilen kann. (Bestenfalls anhand der durch den Geist ermöglichten Kulturgüter, wie dem Ackerbau, der sich ja dann irgendwann entwickelte und aus eben jener Region seinen Siegeszug antrat.)
Und da sich Adam und Eva nicht allzu viel Zeit genommen haben, um zu sündigen und damit den Tod in die Welt zu bringen, wird es wohl auch keinem gross aufgefallen sein, dass während ein paar Tagen die Tiger Vegetarier waren.

Bezeichnend war auch die Antwort von Tobias Widmer auf die Frage, ob denn die Sintflut ebenfalls eine Tatsache sei? Er berief sich darauf in diesem Punkt kein Experte zu sein und enthielt sich lieber einer Antwort.

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Eda Gregr
08.07.2012 um 23:09

Es ist jene Weltanschauung die plausibelste, die mit den wenigsten Idioten und Lügnern auskommt.

Kreationisten: Alle anderen sehen die offensichtlichen Widersprüche der Evolutionstheorie nicht, resp. sind mit dem Teufel im Bunde.
Verschwörungstheoretiker: Alle anderen durchschauen die offensichtlichen Lügen der Verschwörer nicht, resp. sind mit den Verschwörern verschworen.
Esoteriker: Alle anderen wollen nicht erkennen, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als die Schulweisheit sich träumen lässt, und dass man daher Evidenzen und Logik getrost ignorieren kann.
Wissenschaft: Die anderen Sichten machen durchaus Sinn, wenn man diese oder jene Evidenz nicht kennt. Man muss kein Idiot sein um Kreationist, Verschwörungstheoretiker und Esoteriker zu sein, doch es hilft dabei die Evidenzen weiter zu ignorieren.

Man kann zwar mit unvollständigen Daten ganz legitim zu falschen Ergebnissen kommen, doch mit vollständigen Daten sollte man eigentlich nur zum richtigen Ergebnis gelangen. Bedauerlicherweis kann man sich aber leider nie ganz sicher sein, ob die Daten bereits vollständig sind oder nicht. Doch braucht man deshalb die Flinte noch lange nicht ins Korn werfen, denn die falschen Ergebnisse aus den unvollständigen Daten machen innerhalb der Ergebnisse, die auf mehr Daten basieren, immer noch Sinn. Das heisst, diejenige Sicht ist die plausiblere, die auch die andere Sicht erklären kann, und zwar ohne dabei auf Idioten und Lügner zurückgreifen zu müssen.

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