Eda Gregr
27.11.2013 um 13:17

Wenn die Religionen mit ihren Evangelien hausieren gehen, dann machen sie das doch aus der Überzeugung, dass sie damit den Menschen helfen. Vor allem natürlich in Sachen Seelenheil und Jenseits, doch sicher schwingt da auch noch die Überzeugung mit, dass wenn erst mal alle Schäfchen in der Herde vereint sind, dass dann die gemeinsamen Werte eine vielversprechende Grundlage für eine funktionierende, friedliche und fröhliche Gesellschaft darstellen.

Auf jeden Fall sehen sie keinen Widerspruch zwischen Weltfrieden und „alle unter der einen richtigen Religion“.

Doch stimmt das aus wirklich?
Jemanden zu missionieren zeugt doch von einer gewissen Verachtung gegenüber seiner ursprünglichen Weltanschauung und der Bereitschaft entsprechende korrigierende Massnahmen einzuleiten. Klingt nicht gerade nach Einstellungen, die einem friedlichen Zusammenleben besonders förderlich wären.

Das humanistische Ideal, jedem seine Freiheit zu lassen und sich so wenig wie möglich in seine Angelegenheiten einzumischen, erscheint mir etwas erfolgsversprechender zu sein. Wenn ich mich nicht dran störe, was der andere tut, sagt und denkt, dann habe ich auch nicht das Bedürfnis ihm den Kopf einzuschlagen in der Bemühung das zu korrigieren.

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Eda Gregr
09.09.2013 um 10:45

SupermanClark Kent hadert mal wieder mit seinem Schicksal. Fragt sich, was er mit seinem Leben und seinen Superkräften anfangen soll. Sein (irdischer) Vater Jonathan (Kevin Costner) empfielt ihm Bauer zu werden. Das seien die Kents schon seit fünf Generationen.
Das ist es es aber nicht so ganz in den Laseraugen vom Mann aus Stahl.
Doch könnte er als Superbauer nicht mehr Menschen retten als wenn er hie und da ein Kätzchen vom Baum rettet?

Klar, Superman wurde mit seinen Fähigkeiten erfunden, damit er spektakulär dem Bösen entgegentreten kann. Doch braucht es, um einem Schurken wie Lex Luther das Handwerk zu legen, wirklich Stärke? Reicht nicht auch solide Polizeiarbeit und die Steuerfahndung?
Im Prinzip schon, so wird Supermans Verteidiger einwenden, doch da Polizei und Politik korrupt sind, funktioniert das eben leider nicht.
Sollte dann Superman sich nicht eher der Korruption annehmen als der Verbrecherjagd? Als Reporter beim Daily Planet wäre Clark Kent da sogar an der richtigen Adresse. Und wenn der Zeitung von zwielichtigen Interessengruppen Steine in den Weg gelegt würde, wer wäre da besser geeignet, diese wieder aus dem Weg zu räumen, als Superman? Er könnte im Notfall sogar die Zeitung selbst verteilen…

Reale Bedrohung

Gehen wir die Sache pragmatisch an. Welches sind die grössten Bedrohungen der Menschheit? Das Millenium Project listet die folgenden 15 Punkte auf:

  1. Nachhaltige Entwicklung der Welt und Klimawandel
  2. Versorgung mit sauberem Wasser
  3. Bevölkerungswachstum und Ressourcen
  4. Autoritäre Regime und Demokratie
  5. Langfristige Ziele in der Politik einführen
  6. Informationsgesellschaft für alle
  7. Ethisches Wirtschaften, das die Kluft zwischen Arm und Reich verkleinert
  8. Bedrohung durch Krankheitserreger
  9. Behörden und Institutionen handlungsfähiger machen
  10. Ethnische Konflikte, Terrorismus, Massenvernichtungswaffen
  11. Rechte der Frau
  12. Organisierte Kriminalität
  13. Steigender Energiebedarf der Menschheit
  14. Wissenschaftliche und technologische Innovationen zur Verbesserung des Lebens
  15. Ethische Standards als Grundlage globaler Entscheidungen

 

Reale Lösungen

Manches davon sollte sich doch eigentlich relativ leicht mit Hilfe von Supergeschwindigkeit entschärfen lassen: Lieferung von Kondomen, Pizzas und Informationen, resp. Abtransport von Waffen, Viren und Demagogen (zugegeben, ein Abtransport ist ethisch nicht völlig unbedenklich, doch eine harmlose Verschiebung um jeweils 2 Meter sollte es eigentlich auch tun.)
Zur Lösung der Energieprobleme könnte man Superman in einen leistungsfähigen Laufrad-Strom-Generator stecken.
Auch artgerechte und risikofreie Landwirtschaft sollte dank Superman kein Problem mehr darstellen. Massentierhaltung und Monokulturen sind nicht mehr nötig. Geerntet wird individuell und aus dem höchst eigenen heimeligen Habitat.
Bergbau betreibt Superman im Asteroidengürtel, geliefert wird über den Weltraumlift, den Superman zu installieren geholfen hat.
Superman übernimmt die Müllabfuhr. Global. Und entsorgt auch den ganzen Müll, der die Umwelt belastet.
Und irgendwie wird sich sicher auch die eine oder andere seiner Fähigkeiten zum Reziklieren eignen. Und ich bin sicher, Superman könnte auch mal für die Bienen einspringen und ihnen ihren wohlverdienten Urlaub ermöglichen.
Auch als Wahlbeobachter oder als Blauhelmstrumpf könnte er tätig werden und allein durch seine Präsenz so manche politische Situation entschärfen. Wenn er einfach vor Ort ist, wenn irgendwo Unrecht passiert, sollte das schon seine Wirkung zeigen. Vor allem, wenn er gleich eine Delegantion des UN-Tribunals mit sich führt.
Selbst als Versicherungsvertreter hätte er grosses Potential, denn ihm entgeht kein Betrug und alle bekommen, was ihnen wirklich zusteht – selbst wenn sie es selbst nicht wissen.
Und wenn er keine Skrupel hat Menschen auch gegen ihren Willen zu helfen, dann könnte er alle Menschen impfen.
Oder er könnte auch an Weihnachten den Santa Claus spielen.

So gut wie alle Probleme auf der Bedrohungs-Liste sind verursacht in der einen oder anderen Form durch einen Mangel an Effizienz. Sei es ein Herstellungsprozess, ein Filter oder eine Kontrollinstanz. Mit Superman ist das alles aber überhaupt kein Problem mehr, denn Effizenz = Ertrag / Aufwand & AufwandSuperman = 0.

Einschränkung

Das einzige Problem ist, dass sich so zwar durchaus eine schöne neue Welt aufbauen lässt, doch ist das Ganze nicht wirklich nachhaltig. Denn alles ist allein auf Superman aufbaut und selbst seine Ressourcen sind voraussichtlich nicht unerschöpflich. Es bleibt aber zu hoffen, dass seine Werke lediglich eine Starthilfe sind und die Sachen dann selbst laufen.

Supermans Verteidiger wird wohl nach dem Verbleib der Superschurken fragen. Die Frage ist berechtigt, doch ich denke, dass diese sich nicht weiter von einem Supermüllman bedroht fühlen würden und ihn daher nicht weiter bei der Arbeit behindern würden. Und ich bin auch überzeugt, dass der Schaden, den sie anrichten, trotz allem kleiner sein würde, als der Schaden, den Superman in der gleichen Zeit beheben kann.

Konklusion

Selbstverständlich sind die hier erwähnten Lösungen wohl selbst für einen Superman zu viel, geschweige denn von all den anderen Möglichkeiten, an die ich bisher noch gar nicht gedacht habe, doch allein schon das Umsetzen einer davon ist ohne Zweifel besser als nur eine einzige Stadt von der Kriminalität zu säubern.
Das heisst, der Moment, in dem sich Clark Kent dagegen entscheidet ein Bauer zu werden, ist der Moment, in dem der Welt ein Schritt in eine bessere Zukunft entgangen ist.

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Eda Gregr
07.09.2013 um 13:31

Seit mir der Papst für ein Twitter-Follow einen Ablass vom Fegefeuer offeriert hat, führe ich von Zeit zu Zeit kleinere Dialoge mit dem Pontifex. Dies ist ein weiterer davon:

7. September

Papst Franziskus @Pontifex_de
Betet um Frieden!

Eda Gregr @meskinaw
@Pontifex_de Wie genau soll das Beten für Frieden Frieden machen? Beeinflusst mein Beten das Denken eines anderen? Lässt es Gott was tun?

Die Situation um Syrien spitzt sich mehr und mehr zu und der Papst ruft per Twitter dazu auf für Frieden zu beten. Das ist ja eigentlich nett gemeint, doch wieviel mag das helfen? Selbst wenn alle Katholiken simultan für Frieden beten, wird das wohl kaum die Kriegsparteien in Syrien zum Umdenken bringen und wohl auch nicht die ausländischen Mächte, die über das für und wider einer militärischen Intervention nachdenken – ist ja nicht so, dass sie es um jeden Preis wollen würden. Und selbst wenn sie doch wollen würden, wieso sollte sie der Fakt, dass 1.2 Milliarden Katholiken synchron miteinander beten,  sie die Meinung ändern lassen?
Oder wird da etwa eine höhere Macht heraufbeschworen? Wird Gott endlich aktiv? Wird er den Freien Willen ignorieren und im Denken von ein paar Leuten herumpfuschen? Oder wird er vom Himmel herunterkommen und sich zwischen die Kriegsparteien stellen?

Wie gesagt, dazu aufzurufen, dass alle gemeinsam für den Frieden beten, ist eine nette Geste. Und ich würde ein 7-jähriges Mädchen zu einer solchen Idee auch beglückwünschen. Doch der Papst? Das Oberhaupt einer der grössten Glaubensgemeinschaften?
Klingt für mich, ehrlich gesagt, eher nach Trittbrettfahren. Wenn die Sitation sich beruhigt, dann dank den Gebeten. Und wenn sie eskaliert, dann hat man wenigstens das möglichste getan.

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Eda Gregr
02.09.2013 um 17:51

Seit mir der Papst für ein Twitter-Follow einen Ablass vom Fegefeuer offeriert hat, führe ich von Zeit zu Zeit kleinere Dialoge mit dem Pontifex. Dies ist ein weiterer davon:

2. September

Pope Francis ‏@Pontifex
We want a peaceful world, we want to be men and women of peace.

Eda Gregr @meskinaw
@Pontifex Couldn’t god tell us this BEFORE the war against the canaanites?

Da fragt man sich natürlich, ob da der Papst für Gott oder nur für sich selbst spricht. Wer weiss, vielleicht hat er neue Instruktionen von oben bekommen. Andernfalls wären die Massaker, welche Jehowa sein auserwähltes Volk im alten Testament ganz explizit an ihren Nachbaren verüben liess, nicht ganz im Sinne dieser ewig gültigen Botschaft.
Die Bibel erklärt zwar lang und breit, dass die Agressoren jeweils die anderen waren, nichtsdestotrotz scheint es Gott wichtiger gewesen zu sein, dass die Menschen an den richtigen Gott glauben, als dass sie im Frieden miteinander leben.

Frieden zu haben, verlangt Opfer und Gott lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er durchaus bereit ist diese zu entrichten. Wieviel sind wir bereit zu opfern?

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Eda Gregr
13.06.2005 um 13:49

Wie allgemein bekannt – so fangen bekanntlich alle guten Diet-Rezepte an – verbraucht das menschliche Gehirn überproportional viel Energie: bei Erwachsenen gut einen drittel und bei Kindern sogar fast die hälfte.
Ich schlage im Einklang mit dieser Erkenntnis eine Denk-Dich-Schlank-Diet vor. Ich setze aber nicht auf Autosuggestion, wie andere Dieten es tun, sondern auf moral-politische Knacknüsse.
Und das coole daran ist, man nimmt nicht nur ab, sondern leistet auch seinen Beitrag zum Weltfrieden.

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