Eda Gregr
07.07.2006 um 13:12

Die Hippiebewegung stellte sich doch anno dazumal gegen die sinnentlehnten Wohlstandsideale und wenn man eine einzelne Institution als Repräsentant all dessen bestimmen müsste, was den Idealen des Flower Powers entgegenstand, so wären es sicherlich die Bank.
Heute feiert die CREDIT SUISSE sich selbst im Strandbad Tiefenbrunnen. Der Anlass ist das 150 Jahr Jubiläum und das Motto „Let ’em Roll“ – mögen die 60er und 70er wieder aufleben. Wir sollen uns in unsere beste Hippie-Kluft schmeissen und ein Ambiente geniessen, wie es in jener Zeit en Vogue war. Die besten Kostüme und die überzeugendsten Doppelgänger werden prämiert.

Ich will ja nicht ausschliessen, dass der eine oder andere damals wirklich ein Hippie war oder zumindest ein Ergebnis der freien Liebe. Und sicherlich lässt sich auch nicht ausschliessen, dass es den einen oder anderen Freigeist in die CS verschlagen hat, der insgeheim noch immer an der Utopie einer humaneren und friedlicheren Welt hängt. Doch wenn wir uns im Auftrag des Managements von den Zwängen und bürgerlichen Tabus befreien sollen, während uns selbst bei der grössten Hitze der Dress Code die kurzen Hosen verbietet, so riecht das verdächtig nach der Kunst des Krieges: „Zieh dir die Kleider deines Feindes an und du führst nur noch Krieg gegen ihn, er jedoch nicht mehr gegen dich. (Sun Tsu)“
Was Sun Tsu damit sagen wollte, wird wohl ungefähr folgendes sein: Die Uniform stiftet Identität und dadurch, dass du die Uniform deines Feindes anziehst, zerstörst du das, was ihn von dir unterscheidet. Da sich aber deine Identität in etwas anderem gründet, wirst du ihn auch weiterhin als Feind erkennen. Oder mit anderen Worten: Bei einer Assimilation müssen nicht notgedrungen alle Aspekte verinnerlicht werden – die Kleider und die Musik reichen voll auf.

Wie dem auch sei, ich freue mich, wenn sich die CREDIT SUISSE bei ihrer 200 Jahr Feier ihrer frauendiskriminierenden Vergangenheit in Frauenkleidern stellen wird.

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Eda Gregr
27.06.2006 um 13:05

Ich hätte da einen Vorschlag, wie man Fussball vielleicht etwas interessanter gestalten könnte: Bei einem Eigentor wird der Spielstand umgedreht!
Inspiriert zu dieser Regeländerung wurde ich durch meine Studien der modernen Kriegsführung, wo „friendly fire“ durchaus zu einem Umschlagen des Kriegsglücks führen kann. Sei es nun, dass die Bevölkerung zuhause die Lust am Krieg verliert und einen Rückzug erwirkt, oder dass man die Soldaten mit ein bisschen Blei im Hintern zu gloriosen Heldentaten motiviert. Ein pädagogisch wertvoller Nebeneffekt dieser neuen Regel wäre übrigens die humanitäre Sorge beider Parteien, den Opponenten von dem moralisch bedenklichen „friendly fire“ abzuhalten.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung dieses neuen Fussballs wäre jedoch die vorgängige Ratifizierung der Genfer Konventionen durch die Fifa. Das wäre ohnehin längst fällig, weil damit beispielsweise auch das ewige Ärgernis des Abseits endlich ein Ende finden würde. Denn laut der Genfer Konvention gelten die Regeln für den Schutz von Personen, die an Kampfhandlungen beteiligt sind, nur in sehr bescheidenem Masse – wenn überhaupt – für Spione, die hinter den feindlichen Linien (im Fussballjargon auch „im Abseits“ genannt) aufgegriffen wurden.

Dass ich mir aber mit der Einführung dieser Regelung mehr Spiele anschauen würde (oder überhaupt eins), wage ich zu bezweifeln.

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Eda Gregr
19.06.2006 um 12:41

Ist das nicht fast ein bisschen gespenstisch? Mein WM-Tipp war Spitzbergen! Auf den ersten Blick mag das vielleicht etwas unrealistisch erscheinen, vor allem da Spitzbergen gar keine Mannschaft nach Deutschland geschickt hat, aber wenn man bedenkt, dass ein Krieg nicht nur auf dem Schlacht-, resp. Fussballfeld geführt wird, war noch nie alles verloren.
Nun wurde aber auf Spitzbergen der Grundstein gelegt für ein Projekt, dessen Ziel es ist, in einer Eishöhle drei Millionen Samen aller derzeit gängigen Getreidesorten einzulagern. Bei den dort herrschenden Temperaturen, sollte die Saat über tausende von Jahren anbaufähig bleiben.
Auf diese Weise sollen diese Getreidesorten für die Menschheit erhalten bleiben im Fall einer globalen Katastrophe – zum Beispiel wenn Deutschland Weltmeister wird.
Aus dem Getreide lässt sich nämlich Bier brauen und damit lässt sich das Ergebnis vergessen. Es fehlt zwar der Hopfen mit seinem psychoaktiven Phytoöstrogen, da dieser aber dem weiblichen Östrogen ziemlich ähnlich ist, könnte man nötigenfalls auch die Frauen anzapfen (Soylent Green lässt grüssen – aber was bleibt einem in einer postapokalyptischen Welt schon anderes übrig?).
Die Kunst ist nicht Weltmeister zu werden, sondern es zu bleiben. Und wie wir sehen ist Hopfen und Malz noch nicht verloren.

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Eda Gregr
09.02.2006 um 14:40

Es gibt so viele Gründe jemanden in die Luft zu jagen, aus seinen Gedärmen Strapse zu knüpfen oder ihn sonst wie um die Ecke zu bringen, aber auf dem cosmopolitischen Parkett scheint es meist im Auftrag des einen oder anderen Gottes zu geschehen.
Manche zählen Mammon auch zu den Göttern, doch das will ich hier nicht tun. Denn eine ganze Kultur zu zerstören, nur weil diese mehr Geld hat als meine, finde ich einen vergleichsweise guten Grund. Auch ein Land auszuhungern, weil ich finde, es beachtet nicht genügend die international anerkannten Menschenrechte, liegt trotz gewisser paradoxer Aspekte durchaus drin.
Doch wenn ich es im Auftrag Gottes tue, einer Instanz, zu der zufälligerweise nur ich die Telefonnummer habe, finde ich absolut nicht akzeptabel. Und ich gehe sogar so weit, dass jeglicher Kult, der um diese Telefonnummer ein Traritrara macht, potentiell menschenverachtend ist und daher prinzipiell verboten werden soll.

Der Klerus einer jeden Religion gibt vor, existentielle Fragen zu thematisieren und den Leuten eine Stütze zu sein. Doch mit dem Monopol auf die eine WAHRHEIT bekommen sie ein unheimlich diesseitiges Machtinstrument in die Hand, das mit den den existentiellen Fragen eigentlich nichts mehr am Hut hat.
Natürlich beunruhigt die Menschen die Frage danach, was wohl nach dem Tod aus ihnen wird. Und natürlich muss jeder sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Doch wenn jemand behauptet, die WAHRHEIT aus einer Erleuchtung oder Schrift oder Wasauchimmer zu kennen, so lügt diese Person schlicht und ergreifend. Sie weiss es vielleicht nicht, doch Unwissenheit macht nix wahrer oder gar grossbuchstabiger.

Ich plädiere hiermit also für die globale Abschaffung aller Religionen (nicht der persönlichen Spiritualität, wohlgemerkt) und die Inhaftsetzung all ihrer offiziellen Repräsentanten. Darüber hinaus fordere ich, dass jeder Kriegsgrund auf einer für alle überprüfbaren Basis steht und dass auch hier die Kriegstreiber im Nachhinein inhaftiert werden. Obwohl, vielleicht lieber schon vorher.

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Eda Gregr
29.01.2006 um 17:01

Was Star Wars ein bisschen die Glaubwürdigkeit nimmt, ist der Umstand, dass Technologien wie beispielsweise die, die hinter dem Lichtschwert steckt, offenbar allein in der Waffenidustrie Verwendung findet. In einer normalen Gesellschaft diffundieren solche Sachen zwar langsam aber stetig in den zivilen Sektor.

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Eda Gregr
11.12.2005 um 19:17

In einer Diskussion wurde die These aufgeworfen, dass die Kriegslust bei den Europäern ungefähr in der Zeit aufkam, als sie anfingen die Friedhöfe innerhalb der Stadtmauern anzulegen. Diese Idee, dass der Umgang mit den Toten in gewissem Sinne mit dem Umgang mit den Lebenden im Hinblick auf das Erreichen des Zustandes der ersteren im Zusammenhang steht, ist sicherlich originell, aber wahrscheinlich auch genau so falsch.

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Eda Gregr
09.11.2005 um 11:43

Die Quitschemissionen meiner Wanderschuhe erreichten mittlerweile eine Pegel, der selbst die Geräuschkulisse der Langstrasse in den Schatten stellt. Ich entschloss mich daher auf psychologische Kriegsführung zurückzugreifen und mit ihnen neue, leise Wanderschuhe anschauen zu gehen. Das quengelnde Quietschen verschwand zwar erwartungsgemäss, doch leider stellte sich stattdessen ein plumpes Pfeifen ein, mit dem meine Wandergaloschen dem anderen Schuhwerk auf die Pelle rückten.
Also kaufte ich mir ein neues Paar! Doch die Rache folgte auf den Fuss: Ich habe schon die ersten Blasen. Nicht jedoch an den Fersen, sondern an den Fingern vom Zubinden. Und als ob das nicht schon reichen würde, verpasste ich deswegen heute sogar noch den Zug.

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