Was genau hat eigentlich die Theologie an der Universität zu suchen?

Theologische Fakultät der Universität Zürich

Ich will der Theologie keineswegs ihre Existenzberechtigung absprechen. Wenn Leute Lust haben, sich mit dieser zu beschäftigen, sollen sie es gerne tun. An der Universität hat sie als eigenständige Disziplin aber ebenso wenig etwas verloren wie die Astrologie.

Sich mit den Texten des Alten und Neuen Testaments befassen, um die in den biblischen Texten enthaltenen Konzeptionen in literarischer, religions-geschichtlicher und theologisch-hermeneutischer Hinsicht präzise beschreiben und analysieren zu können1, kann man auch in den Sprach- und Literaturwissenschaften. Wenn die es mit dem Gilgamesch Epos, Homer, der Aeneis, dem Nibelungenlied, der Edda,  den Canterbury Tales, Gargantua und Patagruel, Don Quijote, Willhelm Tell und und Game of Thrones hinkriegen, dann sollten sie es auch mit der Bibel schaffen2.

Nach der Geschichte des Christentums in seinen unterschiedlichen Kontexten, nach der Geschichte von Denken, Glauben und Frömmigkeit und dem Niederschlag der christlichen Tradition in Politik, Ethik, Kunst, usw.3 kann man auch in der Geschichte, Soziologie, Politologie, Ethik und Kunstgeschichte fragen.

Die dogmatischen Zusammenhänge und die ethischen Implikationen der in der Tradition vertretenen Theologien und ihre gegenwärtige Relevanz in ökumenischer und gesellschaftlicher Verantwortung4 können auch die Sozialwissenschaften und die Philosophie untersuchen. Es ist schliesslich der Job dieser Disziplinen nach der Relevanz von allem möglichen Ideen für die Gegenwart zu fragen.

Mit den Mustern rationaler Argumentation, die sich im Laufe der Geschichte der Philosophie in Auseinandersetzung mit anderen Bereichen der Kultur entwickelt haben5, befasst sich die Philosophie.

All die in diesen Fächern angebotenen Veranstaltungen hätten genauso gut auch in den Fächern anderer Fakultäten angeboten werden können. Und viele dieser Fächer werden auch tatsächlich von anderen Faktultäten crossgelistet – von daher ist es tatsächlich nur eine administrative Frage, wer für sie zuständig ist.

Die Praktische Theologie kann demgegenüber nicht anderswo angesiedelt werden. Denn ihre Kernaufgabe ist die Reflexion einer zeitgemässen und sachgerechten Kommunikation des Evangeliums in der Gegenwartskultur6.
Genauso wie in der Medizin durchaus ebenfalls viele Fächer anderswo aufgehängt sein könnten – ich denke da beispielsweise an die Pharmakologie, die auch in der Chemie, oder die Anatomie, die in der Biologie angeboten werden könnte -, bleibt die Fragestellung, wie man die Erkenntnisse der Medizin konkret auf den Menschen anwendet, das, was die Medizin ausmacht. Analog eben auch bei der Theologie, wie man das Evangelium an den Mann bringt. Oder bei der Astrologie, wie man dem Kunden etwas verkauft.

Allerdings ist die Astrologie inzwischen ja kein Disziplin mehr, die an der Universität angeboten wird. Weil die Grundlage, dass es einen Zusammenhang zwischen astronomischen Ereignissen und irdischen Vorgängen gibt, schlicht und ergreifend wissenschaftlich nicht haltbar ist.

Demgegenüber hilft Aspirin gegen Kopfweh. Und bei einer Blinddarmoperation ist die Sterblichkeit unter 0.1%. Das bedeutet, dass die Grundlagen der Medizin offenbar zumindet halbwegs solide sind.

Wie steht es um die Basis des Evangeliums? Weder die Existenz des dort beschriebenen Gottes, noch die des dort in Aussicht gestellten gloriosen Lebens nach dem Tod konnte bewiesen werden, geschweige denn dass das akzeptieren des einen tatsächlich zum Eintritt ins andere führt.
Dass das Evangelium einen wertvollen Beitrag für das Wohl der Menschen leisten kann, mag schon stimmen7, doch das könnte auch für die Astrologie gelten. Kurz, das ist irrelevant.

Wie es jetzt also aussieht, finanzieren wir mit der Theologie einer Organisation die Ausbildung ihres Personals und die Entwicklung einer Strategie die Weltherrschaft zu übernehmen. Eine sehr hübschen und lieben Weltherrschaft, wohlgemerkt. Eine frei von Zwang und Angst und Homosexualität.

Dennoch, irgendwie geht es nicht auf. Eine säkulare Gemeinschaft kann nicht guten Gewissens eine Theologische Fakultät unterhalten.

Was also stellen wir mit der Theologie an?

Ich habe eine Lösung.
Eine wirklich gute.
Und die werde ich hier bald vorstellen.

Sternbilder von anderswo

Die Sonne könnte sich von einer anderen Welt aus gesehen im Sternbild „Pimmel“ befinden befinden.

(Das würde dann wohl auch erklären, wieso Gott es so wichtig ist, was man(n) so alles mit diesem anstellt.)

Gibt es eine Möglichkeit die Orte im Universum zu berechnen, von denen aus signifikant seltsame Sternkonstellationen zu beobachten sind? Resp. wie seltsam dürften die seltsamsten Sternkonstellationen in einem natürlichen Universum wohl sein?

(Und hätten die Bewohner dieser Orte nicht eher das Recht für sich die Krone der Schöpfung zu beanspruchen?)

Carl Sagan über Astrologie

Damit hat er schon recht, wenn inzwischen auch viele Zeitungen eine Wissens-Seite haben.

Eine Wissen-Seite, die jedoch die Themen weiterhin journalistisch behandelt, sprich reisserisch und ausgewogen, was in diesem Zusammenhang leider kein Widerspruch ist. Reisserisch indem sie aus unspektakulären Studien sensationelle Erkenntnisse herausholt, die da gar nicht drin sind. Und ausgewogen indem sie der Gegenposition, ungeachtet deren tatsächlicher wissenschaftlicher Relevanz, genau gleich viel Platz einräumt.

Die Ironie aber ist, dass die Zeitungs-Horoskope von „seriösen“ Astrologen genauso belächelt werden, wie die wissenschaftliche Berichterstattung von den „seriösen“ Forschern. Beide werfen den Zeitungen vor, ihrer Sache nicht die nötige Sorgfalt zu schenken.

Leider schadet das der Wissenschaft genau so viel, wie es der Astrologie und allen anderen Pseudowissenschaften nutzt.
Die Wissenschaft kann dadurch Versprechen nicht halten, die sie gar nicht gegeben hat, während die Pseudowissenschaft sich der Überprüfbarkeit entzieht und die Wahrheit dem interessierten Suchenden in einem mysteriösen Anderswo verspricht.

Horoskope – 20min

Ihr Horoskop: Jungfrau
Überstürzte Reaktionen müssen sie heute unbedingt meiden. Merkur hilft ihnen, besonnen an Dinge heranzugehen. Und überlegen sie eine grössere Geldausgabe nochmals. Rechnen sie genau.

Mein Horrorskop: Krebs
Ihre Laune steigt zusehens. Jemand kommt endlich stärker auf sie zu, als sie es gedacht hätten. Allerdings müssen sie auch offen über Dinge reden, die sie gerne verbergen möchten.

Im Klartext:
Sie hat sich heute ein Flugticket nach Prag für sich und ihre Freundin gekauft. Mit meiner Kreditkarte. Tja, Merkur ist nun mal der Gott des Handelns, der Reisenden und der Diebe.