Eda Gregr
09.07.2017 um 23:00

Da sind diese drei Mädchen, Cleo, Emma und Rikki, die sich nach einem astrologischen Zwischenfalls in einem Kratersee, jedesmal wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen, in Meerjungfrauen verwandeln. Abgesehen von dieser Eigenschaft, die es ihnen verunmöglicht je wieder Geschirr zu spülen, verfügt jede von ihnen neu auch über eine besondere Fähigkeit: Cleo kann Wasser verformen, Emma es gefrieren und Rikki es erhitzen.
Und nun verbringen sie ihre Zeit damit in Anwesenheit anderer Wasser zu meiden, zu pubertieren und hie und da eine Schildkröte zu retten1.

Und das, während sie mit ihren Fähigkeiten genau so gut Dürren beenden, Energieengpässe beheben und den Klimawandel abwenden könnten! Was für eine grausame Verschwendung…

Ihre grösste und einzige Sorge gilt dem nicht entdeckt werden. Klar, für Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten besteht immer die Gefahr, dass sie sich irgendwann auf einem Sezier-Tisch wiederfinden und irgendwelche Behörden, Konzerne, Verbrechersyndikate oder traditionelle chinesische Mediziner dabei ertappen, wie sie aus ihren Eingeweiden Profit zu schlagen versuchen. Schliesslich vermögen diese Meerjungfrauen Dinge zu tun, für die eigentlich Unmengen an teurer Energie nötig wären.
Doch selbst in diesem Worst-Case-Szenario werden die Erkenntnisse mit der Zeit durchsickern2 und der Welt damit einen wesentlich grösseren Dienst erweisen, als wenn die Fähigkeiten geheim gehalten und lediglich zur Vertuschung eben jener Fähigkeiten eingesetzt werden. Vielleicht mal abgesehen von der TMC, denn die ist weniger daran interessiert, sich die zugrundeliegenden Mechanismen zunutze zu machen, als viel mehr die Mädels zu Pillen zu verwursten und als Potenzmittel zu verkaufen3.
Für viel wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass solche „Mutanten“ von Instituten untersucht werden würden, die ihre Vorgehensweisen von Ethikkommissionen absegnen lassen müssen. Und dass diese Ethikkommissionen ihren Namen auch wirklich verdienen. Das heisst nicht, dass am Ende nicht irgendwelche skrupellosen Geschäftsleute durch windige Tricks sich die ganzen Patente unter den Nagel reissen, doch das hindert uns zumindest nicht daran – im Austausch gegen horrende Lizenzgebühren – die Welt dennoch zu retten.

Ein Gedanke am Rande: Diese optimistische Einschätzung, nämlich dass das Studium der Mädels ihnen kein Leid zufügen würde, leite ich übrigens aus folgender Überlegung ab: Seinen Profit steigern kann man nicht nur damit, dass man die Konkurrenz madig macht, sondern noch viel mehr, indem man sich deren Know how einverleibt. Wenn die Magie (=Esoterik) also tatsächlich funktioniert, dann liesse sich die Wirkung eines schulmedizinischen Medikaments in jeder beliebige Richtung enorm optimieren, wenn man am Ende der Produktionskette einen Alternativmediziner (gern auch gegen dessen Willen) die Präparate segnen (oder was auch immer) liesse. Eine „Investition“, der die Pöse Pharma unmöglich widerstehen könnte. Dass dies aber offenbar nicht gemacht wird, schliesse ich aus der Abwesenheit von Verschwörungstheorien, die das mysteriöse Verschwinden von Wunderheilern, Wahrsagern und Wünschelrutengängern thematisieren.
Okay, das Fehlen der entsprechenden Verschwörungstheorien könnte natürlich auch daran liegen, dass jene, die Verschwörungstheorien verbreiten, die das thematisieren, von geheimen Organisationen mundtot gemacht werden – was dann allerdings wohl auch zur Folge hätte, dass dieser Artikel hier nie von irgendwem gelesen wird…

Ich finde es schade, dass in so vielen Geschichten die Wissenschaft als eine Gefahr für Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten betrachtet wird. Und im Fall von H2O ganz besonders, weil die einzige Person, welche die Meerjungfrau in ihr Geheimnis einweihen, der Klassenkamerad und Wissenschafts-Nerd Lewis ist, welcher die Verwandlung mit wissenschaftlichen Methoden4 zu ergründen und behandeln versucht – man wäre als theoretisch in der richtigen Richtung unterwegs gewesen.
Man könnte den Drehbuchautoren anrechnen, dass sie die Mädels erst gar nie in den Fokus von Wissenschaftlern und skrupellosen Geheimbehörden und Verbrechensyndikaten kommen lassen und sich damit die unweigerlichen Verfolgungsjagden und grausame unterirdischen Laboratorien ersparen, schliesslich ist es ja eine Teenie-Serie mit weiblichem Zielpublikum. Andererseits passieren durchaus Dinge, die jeden vernünftigen Menschen stutzig machen und die Polizei alarmieren lassen würden: Ich will hier nicht spoilern, aber wenn ein Mädchen (sich in einer Juice-Bar mit Wasser bekleckert und dann – um die sich 10 Sekunden später erfolgende Verwandlung zu verheimlichen -) vom Balkon ins Hafenbecken stürzt, dann sollte es die Gäste doch eigentlich schon stutzig machen, wenn das Mädchen nicht mehr auftaucht.

Ich verlange ja nicht, dass alle Bücher und Serien wissenschaftlich sauber sein sollen, alles was ich mir wünsche, ist, dass sie es verdammt nochmal sind! Wenn sie Kindern vorgesetzt werden, dann müssen  sie genauso qualitativen Mindestanforderungen erfüllen wie Nahrungsmittel und Spielzeuge. Wir schützen sie vor der Darstellung von Sex und Gewalt, die es in unserer Welt durchaus gibt, stören uns aber nicht daran, wenn man einen auf die Erde zustürzenden Kometen (eine durchaus reale Gefahr) mit Magie abwendet? Was nehmen die Kinder davon mit? Auf jeden Fall nicht, dass sie Ingenieure werden sollen, die an der Asteroidenabwehr arbeiten sollen.

Das heisst natürlich nicht, dass man nicht wissenschaftlich unplausible Elemente in die Abenteuer integrieren darf. Nur zu. Doch diese sollten spezifisch, als solche erkennbar und quasi die Prämissen der Geschichten sein und nicht lediglich ein Hilfsmittel, das man aus dem Ärmel zieht, um einer brenzligen Situation zu entkommen.

Ein paar Beispiele zur Illustration:
In „Star Trek“ ist eine der Prämissen das Beamen. Man anerkennt deren physikalische Problematik und löst sie mit dem Heisenbergkompensator. Umgekehrt stellt man sich aber auch allen Konsequenzen, die sich daraus voraussichtlich ergeben werden5. Das ist okay.
In „Harry Potter“ dagegen benutzt Hermine im dritten Buch/Film einen Zeitumkehrer. Zweifellos eine originelle Idee, doch wurde vorher oder nachher nie irgendwo erwähnt, dass nicht nur die Wahrnehmung der Zeit durch Magie manipulierbar ist, sondern auch die Richtung. Was insofern wichtig gewesen wäre, weil man mit einem solchen Apparat in der Zeit zurück hätte reisen und Tom Riddle daran hindern können, mit dem Unfug überhaupt erst anzufangen. Klar, geklappt hätte das natürlich nicht, was aber nicht heisst, dass man es nicht dennoch versucht haben würde. Unter dem Strich hätte die Geschichte ganz anders aussehen müssen. Denn Zeitreisen, wenn es sich dabei nicht zum ein zufälliges, nicht reproduzierbares Phänomen handelt, spielen IMMER die Hauptrolle. Von daher ist der Zeitumkehrer in Harry Potter ganz und gar nicht okay.
Im „Per Anhalter durch die Galaxis“ verstehen sich alle Spezies im Universum dank des Babelfisches. Das ist okay.
In „Game of Thrones“ ist die Mauer so gross, dass sie ihr eigenes Gewicht unmöglich tragen kann. Es ist Magie im Spiel, welche aber irgendwie niemand so richtig im Griff hat. Das ist zwar keine befriedigende Erklärung, aber zumindest ist die Frage noch irgendwie offen und es ist möglich, dass sie noch beantwortet wird. Das ist zumindest solala.

Dagegen, dass es in H20 Meerjungfrauen gibt, die über Wasserkräfte verfügen, habe ich nichts. Das ist die Prämisse der Geschichte. Dass sie sich weigern damit zum Arzt zu gehen, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben, was dieser mit ihnen anstellen will, kann ich auch noch akzeptieren – wünschte mir aber, dass diese verzerrte Weltbild thematisiert würde. Was jedoch nicht geht, ist, dass die Menschen um die Mädchen herum so bescheuert sind und nicht merken, dass die Gesetze der Physik gerade komplett ausser Kraft sind. Das heisst nicht, dass es nicht eine plausible Erklärung für die um sich greifende Bescheuertheit in der Nähe von magischen Wesen im Allgemeinen und Meerjungfrauen im speziellen geben könnte, doch die müsste genau die präsentiert werden.
Und wenn man das nicht tut, sollte man nicht senden dürfen.

Das ist keine Zensur.
Zumindest genausowenig, wie es Zensur gegenüber der Spielzeugindustrie ist, wenn man ihnen nicht erlaubt selbstentzündbare Babyspielzeuge auf den Markt zu bringen.

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Eda Gregr
04.09.2016 um 11:43

Hier werden manche Christen einwenden, dass Gott ALLE Menschen liebt und damit die Sache als erledigt betrachten. Dabei übersehen sie aber völlig, dass Gottes Liebe tatsächlich wertlos ist, er sich wie eine verzogene High School Tussie benimmt und die Bibel ein beschämendes Zeugnis darüber ist, dass er im Unterricht nicht aufgepasst hat. (Daraus, dass eine Prämisse falsch ist, folgt nicht, dass die Konklusion nicht wahr sein kann. vgl. Fehlschluss-Fehlschluss)

Liebt Gott alle Menschen gleich fest? Und auf die gleich Art?

Wenn er manche Menschen mehr liebt als andere (und die Vorstellung, dass er ein auserwähltes Volk hatte, legt diese Schlussfolgerung zumindest für einen Grossteil der biblischen Menschheitsgeschichte durchaus nahe), dann macht man den Schnitt einfach zwischen mehr lieben und weniger lieber statt zwischen lieben und nicht lieben und schon funktioniert das Argument wieder.

Wenn er aber manche liebt wie ich Erdbeerknödel und andere wie ich die Bücher von Douglas Adams und wieder andere wie ich meinen Bruder und wieder andere wie ich meine Frau und wieder andere wie ich meine Tochter, dann funktioniert das Argument noch immer. Insbesondere, wenn die Entscheidung auf welche Art an Bedingungen geknüpft ist, wie in meinem Fall bei den Erbeerknödeln in deren Knödeligkeit oder bei Douglas Adams an seiner einzigartigen Fantasie.
Wichtig ist hierbei vor allem auch, dass die Liebe es mir im einen Fall erlaubt das Objekt meiner „Begierde“ zu kochen und zu essen, in den anderen Fällen jedoch explizit nicht1. Und selbst wenn mich die Liebe schweren Herzens zwingt, der geliebten Person, weil sie es sich wünscht, Leid zuzufügen, dann werde ich es mir nicht nehmen lassen, immer mal wieder nachzufragen, ob sie es sich inzwischen nicht anders überlegt hat2.
(Hat sich übrigens schon mal einer überlegt, ob Himmel und Hölle nicht einfach nur Zubereitungsarten sind für ein göttliches Gelage, an dem wir nicht als Gäste teilnehmen?)

Oder aber Gott liebt uns in einer allein Gott möglichen Art, die ALLEN Menschen (und Tieren? und Pflanzen? und Pilzen? und Stramenopile? und Protozoen? und Bakterien? und Ausserirdische?) auf die gleiche Weise und mit der gleichen Inbrunst zuteil wird. Eine Art von Liebe, die es ihm ermöglicht die Ewigkeit manchen zum Paradies und anderen zur Hölle zu machen.
Allerdings ist auch hier die Liebe wertlos. Vielleicht sogar noch viel weniger, weil Liebe gewissermassen eine Art von Priorität darstellt3. Und wenn ich allem die gleiche Priorität gebe, dann gibt es keine Prioritäten.

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Eda Gregr
06.08.2014 um 16:36

I’m not an atheist by choice, I am a seeker of truth. Being an atheist is a side effect of that endeavour.
JD Stockman

Das Problem mit dem Suchen nach der Wahrheit ist, dass man dabei eigentlich nur Unwahrheiten finden kann.
Das gilt auch und insbesondere für persönliche Erfahrungen, weil man nie mit letzter Gewissheit ausschliessen kann, dass man getäuscht wurde.
Wenn man aber raus gefunden hat, dass man getäuscht wurde, dann hat man tatsächlich eine Wahrheit gefunden.

Das stellt Gott aber vor eine denkbar blöde Situation.
Es gibt nämlich keinen Grund ihm zu glauben.
(Was lustigerweise nicht das gleiche ist wie an ihn zu glauben.)

Wenn Gott sich aus heiterem Himmel aufs Matterhorn setzt und das ganze Wallis mit notariell beglaubigten Wundern überflutet, dann überzeugt er uns zwar durchaus davon, dass er im Vergleich zu uns eine Menge auf dem Kasten hat, doch ist das noch kein Beweis dafür, dass er auch unser Universum erschaffen hat.
Und selbst wenn er  uns an den Anfang der Zeit mitnimmt und uns dabei zusehen lässt, wie er es tut, ist es keiner. Es könnte nämlich alles auch einfach nur ein Trick sein.

Allerdings muss man auch beachten, dass der Nachweis einer möglichen Funktionsweise des Tricks noch kein Beweis dafür ist, dass es auch wirklich ein Trick war. Das Vorhandensein von Motiv, Mitteln und Gelegenheit sind lediglich ein Beweis dafür, dass der angebliche Beweis als Beweis für die Wahrheit nicht ausreicht.

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Klemistenes (deutet auf Gott) : „Er war es!“
Sokrates: „Einspruch! Beeinflussung des Gerichts.“
Richter: „Stattgegeben. Herr Staatsanwalt, konzentrieren sie sich auf die Beweisaufnahme und überlassen sie das Urteilen den Geschworenen.“
Klemistenes: „Gott hat für die Tatzeit kein Alibi!“
Richter: „Herr Verteidiger?“
Sokrates: „Darf ich das Gericht darauf aufmerksam machen, dass Gott gar nicht unter Verdacht steht. Er mag die Mittel haben und auch ein Motiv, doch nichts deutet darauf hin, dass die Welt auf unnatürliche Weise ins Leben kam. Keine unerklärlichen Spuren am Tatort, keine mysteriösen Umstände, keine skrupellosen Profiteure. Dass Gott kein Alibi hat, ändert nichts daran, dass er nicht unter Anklage steht. Auch ich habe für die Tatzeit kein Alibi. Macht mich das zum Täter?“
aus dem verschollenen Dialog „Klemistenes, die grosse Enttäuschung“

Es heisst, Klemistenes habe später noch auf Dinge hingewiesen, die ihm am Tatort unerklärlich und mysteriös vorkämen, worauf das Gericht Fachverständige einlud und sie um ihre Expertise bat. Die fanden an den Dingen nichts unerklärliches und mysteriöses.

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Eda Gregr
20.02.2014 um 09:28

Gott erschuf den Menschen nach seinem Abbild. Wenn man nun aber sagt, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, heisst das, dass Gott ein Tier ist?
irgendein Kreationist

Nein, es würde heissen, dass er auch die Tiere nach seinem Abbild erschaffen hat. Genau so wenig wie offenbar Details wie Brüste oder Pimmel oder Hautfarbe bei der „Nachbildung“ eine Rolle spielten, würden auch auch Rüssel oder Flosse oder Flügel keine Rolle spielen.
Sollte jedoch die Schlussfolgerung, dass dann Gott ein Tier sein müsste, stimmen, dann müsste er konsequenterweise auch ein Mensch sein, wenn der Mensch sein Abbild ist.

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Eda Gregr
26.09.2013 um 00:47

Wissenschaft ist wie Springreiten. Wenn was runterfällt, hat man verloren. Wenn nichts runterfällt, dann vergleicht man die Eleganz.
Das Problem ist, dass viele sich nur an die Eleganz klammern und völlig ignorieren, wie viele Hindernisse umgehauen wurden.

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Eda Gregr
11.09.2013 um 14:24

via Can atheists hate God? – YouTube.

Ich werde immer mal wieder gefragt, warum ich denn Gott so hasse. Und bisher habe ich immer gesagt, dass dem gar nicht so ist, weil man eine nicht existierende Person gar nicht wirklich hassen kann. Doch wie mich Hemant Mehta mit diesem Video überzeugt hat, stimmt das so gar nicht.
Gott ist eine sehr unangenehme Persönlichkeit in der Bibel und das kann ich auch erklären. Doch genauso wie ich den Charakter Dolores Umbridge hassen kann, so kann ich auch den Charakter Gott hassen. Und zwar ohne diesem damit auch nur ein Fitzelchen reale Existenz zu zusprechen.
Damit sage ich nur, dass mir die beschriebene literarische Person unsympathisch ist, und dass, wenn sie real hier oder ich fiktiv dort wäre, ich wohl gegen sie rebellieren würde. Aber ein Tor zwischen den Welten wie in der unendlichen Geschichte wird dadurch nicht geöffnet.

Offenbar unterscheidet der Affekt nicht zwischen Fiktion und Realität. Lieben und Hassen können wir Reales wie Fiktives und alles was , wodurch er dem, was wir lieben oder hassen, Realität unterstellt. Und tatsächlich leiten viele Gläubige aus den Gefühlen, die sie gegenüber dem fiktiven Gott und dem historischen Jesus hegen, auf deren wirkliche und gegenwärtige Präsenz, was aber das Beispiel mit Dolores Umbridge als Fehlschluss entlarvt.

Wenn man es romantisch betrachtet, könnte man sagen, dass die Liebe sowohl die Barriere der Existenz als auch jene der Zeit zu überbrücken vermag. Eine Theologie mit all ihren moralisch fragwürdigen Einflüssen würde ich aber nicht aus der Romantik heraus begründen wollen.

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Eda Gregr
07.09.2013 um 13:31

Seit mir der Papst für ein Twitter-Follow einen Ablass vom Fegefeuer offeriert hat, führe ich von Zeit zu Zeit kleinere Dialoge mit dem Pontifex. Dies ist ein weiterer davon:

7. September

Papst Franziskus @Pontifex_de
Betet um Frieden!

Eda Gregr @meskinaw
@Pontifex_de Wie genau soll das Beten für Frieden Frieden machen? Beeinflusst mein Beten das Denken eines anderen? Lässt es Gott was tun?

Die Situation um Syrien spitzt sich mehr und mehr zu und der Papst ruft per Twitter dazu auf für Frieden zu beten. Das ist ja eigentlich nett gemeint, doch wieviel mag das helfen? Selbst wenn alle Katholiken simultan für Frieden beten, wird das wohl kaum die Kriegsparteien in Syrien zum Umdenken bringen und wohl auch nicht die ausländischen Mächte, die über das für und wider einer militärischen Intervention nachdenken – ist ja nicht so, dass sie es um jeden Preis wollen würden. Und selbst wenn sie doch wollen würden, wieso sollte sie der Fakt, dass 1.2 Milliarden Katholiken synchron miteinander beten,  sie die Meinung ändern lassen?
Oder wird da etwa eine höhere Macht heraufbeschworen? Wird Gott endlich aktiv? Wird er den Freien Willen ignorieren und im Denken von ein paar Leuten herumpfuschen? Oder wird er vom Himmel herunterkommen und sich zwischen die Kriegsparteien stellen?

Wie gesagt, dazu aufzurufen, dass alle gemeinsam für den Frieden beten, ist eine nette Geste. Und ich würde ein 7-jähriges Mädchen zu einer solchen Idee auch beglückwünschen. Doch der Papst? Das Oberhaupt einer der grössten Glaubensgemeinschaften?
Klingt für mich, ehrlich gesagt, eher nach Trittbrettfahren. Wenn die Sitation sich beruhigt, dann dank den Gebeten. Und wenn sie eskaliert, dann hat man wenigstens das möglichste getan.

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Eda Gregr
09.02.2007 um 21:20

U1_Dali_TeufelalsLogikerWenn sich zwei über ein komplexes Thema streiten und der eine kann logisch* herleiten, wie der andere zu seiner Position gekommen ist, welchem der beiden Kontrahenten würdest du dann, selbst ohne die Argumente zu kennen, eher die vernünftigere Position attestieren?

*Eine Erklärung für den Irrglauben des anderen, die sich auf den Einfluss des Satans beruft, sollte sollte im Interesse der Rationalität nicht guten Gewissens als logisch bezeichnet werden.

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