Eda Gregr
25.09.2016 um 10:41

Es gibt wirklich Leute, die glauben, die Sintflut und die Arche hätte es tatsächlich genau so gegeben, wie in der Bibel beschrieben. Und solche Leute gibt es nicht nur in Amerika.

Die Tausenden von Fragen, die diese Geschichte aufwirft1, bringt sie nicht ins wanken. Woher kam all das Wasser? Wie konnte so viel Wasser so schnell fallen ohne die Arche zu zerstören? Wann gingen die Faultiere los um sich rechtzeitig einschiffen zu können? Wie überlebten Süsswasserfische, wenn es Salzwasser regnete, und wie Salzwasserfische, wenn es Süsswasser regnete? Haben die Tiere gekackt? Womit wurden die Fleischfresser gefüttert? Wie konnten sich aus den wenigen Grundarten, die mitgenommen wurden, so schnell wieder so viele Arten entwickeln? Wann erreichten die Faultiere wieder ihre Heimat in Südamerika? War das nach so vielen Generationen noch ihre Heimat? Und nahmen Kängurus die Überreste der verstorbenen Gefährten in den Beuteln mit?

Natürlich haben besagte Leute auf jede einzelne Frage eine Antwort parat. In der Regel lautet sie, dass Gott ein klitzekleines Bisschen nachgeholfen hat.
Dass das alles durchaus im Rahmen der Fähigkeiten eines allmächtigen Gottes liegt, will ich gar nicht bestreiten.
Bloss, was sollen wir damit anfangen? Wenn Wundersames getan wurde und weiteres Wundersames getan wurde um das Wundersame wieder unkenntlich zu machen, dann ist da am Ende nichts Wundersames mehr, was als Beleg für das Wundersame dienen könnte. Ausser einer wundersamen Anekdote.

Gestern zwischen 13:35 Uhr und 14:17 Uhr habe ich die ganze Welt blau angemalt. Und dann habe ich alles wieder geputzt und alle Menschen und Tiere, die darüber verständlicherweise ziemlich erstaunt waren, das ganze wieder vergessen lassen. Was für ein Spass das war!

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Eda Gregr
24.06.2015 um 11:49

und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Markus 1,15

Wenn ü2000 Jahre nah sein soll, dann kann doch nur von geologischen Zeiträumen die Rede sein, oder? Mitnichten, die Vertreter des Junge-Erde-Kreationismus1 sind überzeugt, dass etwas bereits dann nah ist, wenn etwas anderes (ich schätze mal gleichwertiges) doppelt so weit weg ist:

(1) A&E…………………………………J………………..H

J stellt übrigens die oben zitierte Verkündung von Jesus dar. A&E steht für Adam und Eva, die gelebt haben als die Welt2 erschaffen wurde, und H symbolisiert heute, den frühest möglichen Zeitpunkt des prophezeiten Endes E. Und jeder einzelne Punkt dazwischen ist ein ganzes Jahrhundert.

J ist nach dem Verständnis der Kreationisten also nicht nur näher an H, sondern auch nah an H. Natürlich nur unter der sehr plausiblen Bedingung, dass die Welt noch bis Ende der Woche untergeht (H ≅ E). Andernfalls könnte die Sache irgendwann einmal so aussehen:

(2) A&E _ _ _ _ J _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ E

Ein Strich ist ein Jahrtausend und J zwar nicht mehr näher an E,  nach dem Verständnis der Kreationisten nichtsdestotrotz aber immer noch nahe an E. Wie das sein kann? Weil Bibel!

Aber vielleicht erspart Gott seinen Anhängern ja die Schmach solchen Blödsinn noch länger glauben zu müssen und beruft bereits nächsten Donnerstag das Jüngste Gericht ein. Lassen wir daher die Geschichte der Menschheit lieber noch ein letztes mal Revue passieren. Aufs wesentliche reduziert3. In einer anschaulichen Form:

Um 7 Uhr weckte Gott Adam und Eva.
Adam und Eva toben rum.
Um 12 Uhr versuchte Gott sie zu ersäufen.
Adam und Eva toben rum.
Ab 13 Uhr verstehen sich Adam und Eva nicht mehr.
Adam und Eva toben trotzdem weiter rum.
Um 17 Uhr ermahnte Gott Adam und Eva sich die Zähne zu putzen, weil die Schlafenszeit schon nahe sei.
Adam und Eva toben rum.
Ab 21 Uhr steigt ne Party.
Die Party ufert ein bisschen aus.
Um 22 Uhr werden Adam und Eva eingeschlaft.

Wenn die Eltern um 17 Uhr das Haus verlassen und die Kinder für den Rest des Abends sich selbst überlassen, dann ist es im Hinblick auf die Zahnhygiene vielleicht gar keine so schlechte Idee die Kinder sich die Zähen putzen zu lassen. Zu erwarten, dass sie es den ganzen Abend über tun und dadurch keinen Unsinn anstellen werden, halte ich jedoch für ziemlich blauäugig. Insbesondere wo die Kinder in der gleichen Zeitspanne am Morgen die Eltern dermassen zur Weissglut brachten, dass diese keine andere Lösung sahen, als das Kinderzimmer zu fluten, und sich auch am frühen Nachmittag nicht wirklich vorbildlich benommen haben.
Überhaupt frage ich mich, ob es eine gute Idee ist, solche Kinder so lange allein zu lassen…
Ob Gott tatsächlich das Haus verliess, darüber lässt sich natürlich streiten. Fest steht aber, dass er ab 17 Uhr keine öffentlichen Auftritte mehr hatte, während es diese vorher immer mal wieder gab. Er mag hie und da zu diesem oder jenem gesprochen haben, doch entspricht das eher einem kurzen Telefon-Anruf, welcher den Betroffenen zwar schon, die Umstehenden allerdings so gut wie gar nicht beeindruckte. Eine wilde Bande lässt sich damit sicher nicht zähmen.

Die Party steht übrigens für die Bevölkerungsexplosion der letzten zweihundert Jahre, die – in Anbetracht Gottes Allwissenheit – gewissermassen für diesen durchaus sichtbar auf Facebook angekündigt wurde und die Hoffnung, dass sich die Kinder stattdessen weiter die Zähne putzen werden, wie eine Schneeflocke in der Wüste schmelzen lassen sollte.

 

Damit will ich nicht behaupten, dass man Kindern nicht vertrauen könne. Ich denke einfach, dass sie sich das Vertrauen langsam verdienen müssen. Und ich wüsste kein Ereignis in der Bibel, wo sich die Menschheit als vertrauenswürdig und verantwortungsbewusst erwiesen hätte. Gott gehorcht haben sie eigentlich nur dann, wenn er ihnen befahl irgendein Volk auszurotten.

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Eda Gregr
16.02.2015 um 20:48

godGott ahnte von vornherein, dass das mit den Menschen nicht gut kommen würde, und so hat er schon mal vorgesorgt und für sie eine Welt erschaffen, die allein durch ihre Form die Menschen umbringen würde.
Eine Kugel lässt sich nämlich nicht kämmen. Da bleibt immer irgendwo ein Wirbelsturm übrig…

Ich frage mich, was passiert wäre, wenn Adam und Eva die Sache nicht verbockt hätten?
Sie hätten sich fortgepflanzt und früher oder später wäre das Paradies aus allen Nähten geplatzt. Vielleicht wäre es aber auch schon vorher zu Hungersnöten gekommen, weil die Nachfrage der sich exponentiell mehrenden Fauna irgendwann das Angebot der Flora überstiegen hätte. Und wenn sich während einer solchen einer der Bewohner Edens an der Frucht der Erkenntnis vergriffen hätte – als wegen Hunger und nicht aus Neugier – wie hätte Gott da wohl reagiert?
Hätte er ihn trotzdem mit Tod und Verbannung bestraft?
Oder hätte er gleich alle Menschen so bestraft? Von jemandem, der die Erbsünde erfunden hat, würde einen das gar nicht mal überraschen.
Und wären Tod und Verbannung unter solchen Umständen nicht vielleicht sogar eine willkommene Erlösung von der paradiesischen Sardinenbüchse?

Wenn ich mal ne Zeitmaschine habe, reise ich zurück an den Anfang und erkläre der Schlange, dass sie wesentlich mehr Unheil anrichtet, wenn sie Eva nicht verführt. Was hätte sie zu verlieren? Wenn sich meine Prognosen nicht bestätigen, kann der Teufel es ja noch immer auf seine Art durchziehen. Ist ja nicht so, dass es eine Dead-Line geben würde.

 

Okay, ich weiss, oberste temporale Direktive und so.
Aber ist es nicht eine noch heiligere Pflicht der Sternenflotte, wann immer es geht, den Qs eins auszuwischen?

Hat sich schon mal ein Mathematiker die Mühe gemacht zu berechnen, wie gross die Unwahrscheinlichkeit ist, dass ein intelligentes Wesen einen Schöpfungsprozess wie jenen in der Bibel beschriebenen entwickelt1?

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Eda Gregr
16.11.2014 um 10:44

Das Alternative News Network WorldTruth.TV hat auf seiner Facebook Seite  unter dem Titel If The Theory of Evolution Were True das folgende Bild auf Facebook gepostet:

Der Leitgedanke zum Beitrag war der folgende:

 To be intelligent means,… one has to ask intelligent questions!!!

Ich ringe nun schon seit mehren Tagen mit der Frage, ob WorldTruth.TV und damit auch dieser Beitrag Satire ist – auf der Webseite stehe ein paar dermassen absurde Verschwörungstheorien, dass man kaum glauben mag, dass das wirklich jemand ernst nehmen kann. Doch zumindest die Kommentarschreiber scheinen dies tatsächlich zu tun.

Für mich ist der Leitgedanke mit der im Bild aufgeworfenen Frage ein eindeutiges Ironie-Signal, denn obgleich es angeblich keine dummen Fragen gibt, kommt diese doch sehr, sehr nahe dran.
Es leben derzeit zwar durchaus Millionen von Menschen auf der Welt, doch von den affenähnlichen Wesen ganz links nicht einer – genauso wenig wie (richtig erkannt) von den vier Herren dazwischen.
Das Wesen ganz links, das wie ein Schimpanse aussieht und vor 5-7 Millionen Jahren lebte, ist laut der dem Bild zugrunde liegenden Theorie – der Evolution – , vom Schimpansen genetisch ungefähr gleich weit entfernt wie vom Menschen. Dass die äusserliche Ähnlichkeit zwischen Schimpanse und dem gemeinsamen Vorfahren grösser ist als zwischen dem Menschen und dem gemeinsamen Vorfahren, verdankt sich allein der gleichen Lebensweise und sollte uns dabei nicht täuschen.

Wenn also jemand behauptet, dass es vom Gesellen links heute noch Millionen gibt, dann weiss er nicht wovon er spricht. Und das ist ist in der Regel keine sehr gute Voraussetzung für intelligente Fragen.

Aber eben, vielleicht ist das auch nur Satire.
Hoffentlich.
Allerdings wirft das die Frage auf, was Satire alles darf?
Natürlich alles.
Gehört zu allem auch das argumentative Arsenal der Gegner zu füllen?

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Eda Gregr
15.10.2014 um 13:03

Stellt euch mal die Enttäuschung jener Tiere vor, welche auf der Arche feststellen mussten, dass sie nur als Raubtierfutter mit an Bord genommen wurden…
Ian Hazelwood

Atheisten sorgen sich gern um das Wohl all der Raubtiere auf der Arche und fragen sich, womit wie sie bloss während des Jahres auf Noahs Kahn gefüttert wurden.
Als ob nach der Sintflut nicht genug Fleisch in Form von Leichen auf dem Wasser herumgetrieben wäre… Und was die Haltbarkeit betrifft, wenn die Menschen damals wirklich so verrucht waren, vielleicht hat’s da auch ein paar Zombies unter ihnen gegeben und die halten doch – glaube ich – sicher länger frisch…

Das wirft allerdings ein paar brisante Fragen auf: Können Zombies überhaupt ertrinken? Die Ansichten in der einschlägigen Literatur gehen in diesem Punkt deutlich auseinander auseinander.
Sollten sich Zombies nicht ersäufen lassen, dann hat Gott bei seiner Säuberung ein wichtiges Detail übersehen, welches den gewünschten Effekt der ganzen Aktion gänzlich vereiteln könnte.
Die Sintflut war schon ein gewaltiges Ereignis, doch sollte es wirklich die Macht Satans übersteigen da den einen oder anderen seiner Böcke mehr oder weniger unbeschadet durch zu bringen?

Was wiederum eine brisante Frage aufwirft: Warum hat Gott bei der Gelegenheit nicht auch gleich Satan und all die bösem Dämonen beseitigt? Es was schliesslich Satans Einfluss, der die Menschen so werden liess, dass Gott sich genötigt sah, sie zu vernichten.
Das ist ja so, als ob man alle Pestkranken töten würde, aber die Raten, die die Krankheit übertragen, unbeschadet liesse.

Oder vielleicht wurden Eidechsen, resp. Teile von ihnen, verfüttert. Die „Spender“ hätten sich dann regenerieren können, bevor sie erneut als Steak-Spender fungieren konnten…

Oder vielleicht ernährte Noah den ganzen Stall mit Prometheus Leber, die ihm der Adler Ethos – der dieser wohl inzwischen überdrüssig geworden war – jeden Tag brachte…

Auch das würde ein interessante Fragen aufwerfen: Demzufolge wäre Alkmene, die Mutter von Herakles, der Prometheus ja am Ende befreite, eine direkte Nachfahrin Noahs?
Oder aber Herakles hat die Sintflut irgendwie unbeschadet überstanden – nun ja, wenn das eine schafft, dann sicher Herakles!

Oder aber die Sintflut war gar nicht Gottes Werk, sondern das von Herakles: Das Ausmisten des Stalles von Augias! Für ein an Dürre gewohntes Hirtenvolk wie die Juden seinerzeit mussten die Wassermassen, die Herakles durch das Umlenken der beiden Flüsse  Alpheios und Peneios durch den verdreckten Stall leitete, mächtig beeindruckend gewesen sein. Und die Arche war ja auch sowas wie ein Stall. Und wenn man noch Noahs vorgerücktes Alter und seine Leidenschaft für Wein bedenkt, dann fängt das ganze auf einmal an Sinn zu machen…

Wie dem auch sei, Hollywood plant jetzt offensichtlich ein Sequel zum Film Noah mit Ricky Gervais als Bruder von Russel Crow:

Wie sähe die Welt heute wohl aus, wenn Noah doppelt so viele Tiere (und Menschen) gerettet hätte?

wohl nicht noahs kätzchenOkay, all die währnd der Sintflut ertrunkenen Kätzchen waren ein bedauerlicher Kollateralschaden, doch waren Noah und die Angehörigen seiner Familie wirklich die einzigen Menschen auf der ganzen Welt, die nicht verdorben waren?

Hätte Gott nicht ein paar Generation früher einschreiten können? In seiner Allwissenheit wusste er ja, wohin das führt. Dann hätten sich mehr Menschen und wohl auch Tiere retten können.

Wieso waren eigentlich alle verdorben und Noah nicht? Falsche Erziehung? Üble genetische Voraussetzung?

Wäre Ham, Noahs Sohn, im Spital aus versehen mit Han, dem Sohn der Nachbaren, vertauscht worden, was wäre aus aus Ham und Han geworden? Wäre Ham trotz des schleichen Einflusses seiner falschen Eltern ein lieber Junge und Han trotz des guten Einflusses Noahs ein Schmuggler geworden?
Wenn es die Erziehung war, welche Noah und seine Familie gerettet hat, dann hätte Noah durchaus noch ein paar Babies und Kinder stehlen und zu guten Menschen erziehen können.
Und wenn es die genetische Voraussetzung war, wie schafften es die guten Gene in der Familie zu bleiben? Sind die guten Gene gegenüber den schlechten dominant oder rezessiv? Wie wirkten sich im Vorfeld nichtinzestuöse Ehen auf den Genpool der Familie Noah und den ihrer Nachbaren aus?

Wieviele unserer Probleme heute gründen sich in der Degeneration, die durch einen zu kleinen Genpool auf der Arche vor ca. 4500 Jahren bedingt wird?

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Eda Gregr
31.08.2014 um 14:46

Auch wenn es die christlichen Apologeten inbrünstig verkünden und ihre Schäfchen es begeistert wiederholen: das Akzeptieren der Evolution ist nicht gleich Atheismus.

  • Die Mehrheit der Christen vertritt die Evolution.
  • Die Mehrheit jener, die die Evolution vertreten, sind Christen.
  • Die Mehrheit jener, die die Evolution ablehnen, sind Anhänger anderer Religionen.

 
Unter Christen verstehe ich hier all jene, die an Jesus glauben. Also alle Anhänger der über 40’000 christlichen Denominationen.
Und zu jenen, die die Evolution ablehnen, zähle ich abgesehen von den Junge-Erde-Kreationisten auch die Anhänger des Intelligent Designs.

Nun werden die „richtigen“ Christen natürlich einwenden, dass meine Definition eines Christen völlig falsch sei, weil – nun ja – man beispielsweise die Katholiken nicht ernsthaft als Christen bezeichnen könne. Und die machen tatsächlich einen grossen Teil (ca. 1.1 Milliarden) der von mir erwähnten Christen (ca. 2.1 Milliarden) aus. Man könnte natürlich statt dessen die Definition durch eine ersetzen, die den „richtigen“ Christen behagt, doch würde man damit das ganze Christentum auf die relativ kleine Gruppe der Kreationisten beschränken und mir zu allem Überfluss die Pointe vermasseln.
Damit könnte ich wohl leben, wenn nicht gleichzeitig die anderen „richtigen“ Christen einwenden würden, dass sie in Tat und Wahrheit die „richtigen“ Christen sein und die angeblich „richtigen“ Christen bloss eine Horde von verblendeten Idioten sei, die die Bibel nicht richtig zu lesen verstünde, was aber selbstverständlich nicht heisst, dass sie sie nicht von ganzen Herzen lieben würden!

Natürlich würde sich kein Christ darauf festnageln lassen, dass seine Interpretation garantiert richtig ist. Er wird es für durchaus möglich halten, dass er sich im einen oder anderen Punkt irrt und dass eine andere Gruppe diesen vielleicht besser verstanden hat. Keiner von uns ist schliesslich frei von Fehlern… Aber das sind ja nur Details, im Grossen und Ganzen sind sich alle Christen ja einig… Ausser natürlich mit den Katholiken!

Doch das Problem ist, je versöhnlicher man gegenüber den Häretikern ist und es toleriert, dass sie sich selbst Christen nennen, umso dreister lügen die Apologeten, wenn sie behaupten, dass Evolution = Atheismus sei.

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Eda Gregr
29.07.2014 um 17:06

Der grandiose Evangelist, Ray Comfort, der seinerzeit die Evolution allein mit einer Banane widerlegte (nicht zu verwechseln mit Ali G, der mit einer Banane die Evolution bewies), ist nun begeistert vom Umstand, dass tausende Jahre nach der biblischen Offenbarung, dass die Erde an nichts hängt (Hiob 26:7), die Wissenschaft zum gleichen Ergebnis kam, als sie herausfand, dass es keine Gravitation im Weltraum gibt.

Tatsächlich können genau solche Offenbarungen, die erst sehr viel später mit weit forgeschrittenen technischen Hilfsmitteln bestätigt werden können, theoretisch die übernatürliche Urheberschaft der Bibel bestätigen. Man muss einfach vorsichtig sein, dass man nicht Sachen irgendwo hineininterpretiert, wo sie gar nicht drin zu sein brauchen. Sprich, wenn es eine Interpretation des Textes gibt, die damals durchaus Sinn machte, dann ist es fragwürdig anzunehmen, dass statt dessen etwas gemeint war, was erst heute Sinn macht.
Abgesehen davon sollte man aber auch sicher stellen, dass das, was die Bibel angeblich damals schon sagte und die Wissenschaft heute bestätigt, die Wissenschaft auch tatsächlich bestätigt. Und das tut sie im Fall der fehlenden Gravitation im Weltraum nicht wirklich.

Wenige Stunden nach dem obigen Post hat sich  Ray Comfort für seinen Irrtum entschuldigt: „My apologies. I was wrong about gravity not existing in space (…) Up until today I was one of the many who believed that there is zero gravity in space. We live and learn — thanks to the many atheists who kindly corrected me.“

Ein denkwürdiger Moment! Ein Kreationist liess sich von Wissenschaftlern/Atheisten belehren.

Ein Narr der nun aber denkt, dass Comforts Eingeständnis, dass die Erde offenbar doch an etwas hängt, nämlich der  Gravitation, ihn den faktischen Gültigkeitsanspruch jenes Bibelzitats hinterfragen lässt. Denn das tut es ganz und gar nicht. Da die Gravitation bekanntlich unsichtbar und unsichtbar quasi nichts ist, hängt die Erde eben gewissermassen doch an nichts. Ergo hat die Bibel doch recht.

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Eda Gregr
20.02.2014 um 09:28

Gott erschuf den Menschen nach seinem Abbild. Wenn man nun aber sagt, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, heisst das, dass Gott ein Tier ist?
irgendein Kreationist

Nein, es würde heissen, dass er auch die Tiere nach seinem Abbild erschaffen hat. Genau so wenig wie offenbar Details wie Brüste oder Pimmel oder Hautfarbe bei der „Nachbildung“ eine Rolle spielten, würden auch auch Rüssel oder Flosse oder Flügel keine Rolle spielen.
Sollte jedoch die Schlussfolgerung, dass dann Gott ein Tier sein müsste, stimmen, dann müsste er konsequenterweise auch ein Mensch sein, wenn der Mensch sein Abbild ist.

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Eda Gregr
11.02.2014 um 15:05

If all we are is a product of this random mutation process, then where does morality come from? Where does hope come from? Where does love come from? Where does anything that makes us a human being really come from?
irgendwo aus den Tiefen des Netzes

Dormaalocyon latouri

Selbst die hartnäckigsten Kreationisten akzeptieren Wandel. Sie haben kein Problem damit, dass der Afghanische Windhund und der Prager Rattler einen gemeinsamen Vorfahren haben (Bello, Noahs Hund) und dass auch die Schottische Faltohrkatze und die Ägyptische Mau einen gemeinsamen Vorfahren haben (Muezza, Mohammeds Katze). Was sie jedoch einfach nicht wahr haben wollen, ist, dass auch Bello und Muezza einen gemeinsamen Vorfahren haben (Dormaalocyon latouri).
Doch aus dem Selbstverständnis einer Ägyptischen Mau besteht ein fundamentaler Unterschied zur Schottischen Faltohrkatze und obgleich sie die gemeinsame Herkunft durchaus akzeptieren wird, wird sie sich fragen, woher all das kommt, was eine Ägyptische Mau zu einer Ägyptischen Mau macht.

Die Antwort ist verblüffend einfach: Es entstand nach und nach! Die Ur-Ur-Urgrossmutter der Ägyptischen Mau war noch eine Ägyptisches Miau (?).
Moral kommt von einer etwas schwächeren Moralfähigkeit. Hoffnung von einer etwas schwächeren Hoffungfähigkeit. Liebe von einer etwas schwächeren Liebesfähigkeit. Alles, was uns zu Menschen macht, von etwas, was uns noch nicht ganz so gut zu Menschen machte.

Vielleicht fusst das fundamentale Missverständnis der Kreationisten darin, dass sie einen fortwährenden Zerfall dessen sehen, was uns zu Menschen macht. Wir verlieren unsere Liebes-, Hoffung- und Moralfähigkeit. Adam und Eva waren perfekt und seither geht es einfach bachab mit der Menschheit – wie man es angeblich sehr gut in der Tagespresse beobachten kann.
Tatsächlich deutet viel mehr darauf hin, dass der Trend genau in die entgegengesetzte Richtung läuft und wir als Gesellschaft – trotz vieler bedauernswerter Rückschläge – es doch irgendwie richtig angestellt haben und offensichtlich unsere Moral-, Hoffung- und Liebesfähigkeit nach und nach verbessert haben.

 

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Eda Gregr
01.01.2014 um 15:00

Ein netter Versuch, doch er baut auf einem naiven und völlig verzerrten Wissenschaftsbild auf, bei dem nur etwas als verstanden erklärt werden darf, wenn es auch nachgebaut wurde.
Insofern ist dieser Witz symptomatisch dafür, dass man etwas ablehnt, was man gar nicht verstanden hat.

Gibt es christliche Comedy, die sich über Atheisten, Evolution und die naturalistische Wissenschaft lustig macht?
In der die Themen, auf die gezielt wird, auch richtig und nicht nur als verzerrte Karikaturen dargestellt werden?

Da haben es die religionskritischen Comedians natürlich wesentlich einfacher, denn da die Ansichten der Christen alles andere als einheitlich sind, gibt es tatsächlich für jeden denkbaren Blödsinn eine Gruppe, die genau diesen glaubt (und aus der Bibel begründet).

Da bieten die Atheisten wesentlich weniger Angriffsfläche. Sie glauben einfach nicht an die Existenz Gottes und alles andere, was sie womöglich vielleicht doch glauben, ist allein ihrer persönlichen Beklopptheit geschuldet und hat mit dem Atheismus per se nichts zu tun. Und man kann sich ja nicht über eine Gruppe lustig machen allein aufgrund einer individuellen Idiotie eines ihrer Mitglieder.
Die Evolution gibt da schon wesentlich mehr her, denn hier gibt es durchaus einen positiv formulierbaren Grundkern, dem alle „Evolutionisten“ zustimmen würden. Also quasi sowas wie Dogmen. Beispielsweise, dass sich die Arten im Laufe der Zeit ändern, dass dies über sehr lange Zeiträume geschieht oder dass Menschen und Affen einen  gemeinsamen Vorfahren hatten. Dies als Dogmen zu bezeichnen ist aber insofern etwas problematisch, zum einen, weil diese Ansichten durch zahlreiche Belege gestützt werden, und zum anderen, weil man im Grunde augenblicklich bereit wäre, sie über den Haufen zu werfen, wenn die Evidenzen dies verlangen würden.
Dass man sich in Detailfragen, also beispielsweise ob der erwähnte Vorfahre eher auf blonde oder brünette Vorfahrinnen gestanden hat, nicht einig ist, schmälert in keinster Weise den inneren Zusammenhalt dieser Community. Denn obgleich man die These seines Gegenübers für löchrig hält, wird man nicht zögern, seine Position zu übernehmen, wenn die Löcher erst gestopft sind.

Wie will man sich über die Evolution lustig machen, wenn ein „Evolutionist“ seine These nur als einen kleinen Puzzlestein versteht, der – sollte er sich als falsch erweisen – am grossen Bild nichts ändern wird.
In der Religion verhält es sich etwas anders, womöglich weil es ein Puzzle mit wesentlich weniger Teilen ist. Details wiegen hier entsprechend schwerer und selbst die Antwort auf die Frage, ob Noah Blondinen oder Brünette bevorzugt hat, kann ohne weiteres moralische Konsequenzen in Form von Scheiterhaufen haben.

Ich sage nicht, dass das Christentum mit dem Humor auf Kriegsfuss stehen würde. Es gibt wunderbare Witze und Cartoons, die sich über die Tücken des christlichen Lebens lustig machen. Doch man begegnet kaum dem Humor als Waffe um fundamentale Überzeugungen zu hinterfragen.

Seltsam, dass Religionen umso mehr den Humor als Waffe verpönen, je weniger sie Hemmungen haben wirkliche Waffen in die Hand zu nehmen.

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Eda Gregr
23.12.2013 um 23:17

In science it often happens that scientists say, ‚You know that’s a really good argument; my position is mistaken,‘ and then they would actually change their minds and you never hear that old view from them again. They really do it. It doesn’t happen as often as it should, because scientists are human and change is sometimes painful. But it happens every day. I cannot recall the last time something like that happened in politics or religion.
Carl Sagan, 1987

Da hat Sagan mal ausnahmsweise nicht ganz recht. Bei überzeugten Kreationisten, die fast ausnahmslos wiedergeborene Christen sind, ist es so gut wie jedes mal so, dass sie dir erklären: „Weisst du, früher war ich auch ein Atheist und glaubte an die Evolution. Ich war an genau dem Punkt, an dem du dich jetzt befindest, doch dann erkannte ich die Wahrheit und fand zu Gott.
Man kann also nicht sagen, dass die christlichen Fundamentalisten nicht einen Paradigmenwechsel durchgemacht hätten. Im Gegenteil, dieser ist beinahe schon eine Grundvoraussetzung für die Wiedergeburt, bei der sie alte Überzeugungen über Bord werfen und sich für Jesus entscheiden. Wobei sie diesen Gesinnungswandel jedoch nicht, wie Sagan es bei Wissenschaftlern beschriebt, von da an unerwähnt hinter sich lassen, sondern sie reiben es jedem bei jeder Gelegenheit unter die Nase.
Am liebsten sind mir indessen jene, die diesen Schritt im zarten Alter von 12 ± 3 Jahren vollzogen haben.

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Eda Gregr
02.06.2013 um 15:25

„Zombie Theorie“ trifft die Sache ausgesprochen gut, denn diese treibt tatsächlich einfach weiter ihr Unwesen, obwohl sie schon längst widerlegt wurde.
Im Bezug auf den Kreationismus, der mir bekanntlich besonders am Herzen liegt, funktioniert diese Zombie-Metapher ironischerweise sogar noch besser, dreht sich doch die ganze Religion, die hinter diesem steckt, um einen Zombie und dessen Vater mit Allmachtsfantasien.

Wie macht man nun aber einem Anhänger einer Zombie-Theorie klar, dass seine Theorie schon ziemlich müffelt? Ein Lackmustest wäre nicht schlecht. Anbieten würde sich beispielsweise die von Marshall Shepherd angesprochene Differenz zwischen den Ansichtend der Fachwelt und jenen der Laien. Je grösser der Unterschied, desto beissender der Verwesungsduft. Dies sollte eigentlich ziemlich überzeugend sein.

Doch für die Unbeirrbaren gibt es stets eine Hintertür: Man postuliert eine grosse, böse Verschwörung durch irgendwelche Leute oder Organisationen mit Allmachtsfantasien. Und auch das kennen wir von den Zombiefilmen…

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Eda Gregr
31.05.2013 um 18:07

Auf den erst Blick möchte man meinen, dass man sich damit über das Konzept eines liebenden, persönlichen Gottes lustig macht, doch wenn man sich klar macht, dass Gott tatsächlich eine Schwäche für die geistig Armen hat (Matthäus 5:3), dann wird aus der von den Kreationisten gern gegen die Evolution angeführten Degeneration, die die gesamte Schöpfung seit dem Sündenfall durchdringt, nicht etwa ein Fluch sondern ein Segen. Man könnte es schon fast als einen liebenswürdigen Plan bezeichnen, mehr und mehr Menschen den Eintritt in den Himmel zu erleichtern. Dazu würde auch passen, dass die Gewalt in der Welt – auch es vielleicht nicht den Eindruck erweckt – stetig auf dem Rückmarsch ist. Dummheit scheint also den Frieden zu fördern. So lasst uns die Schulen niederreissen!
Ist es nicht etwas irreführend den biologischen und psychologischen Heilsweg des Herren als Degeneration zu bezeichnen?

Nicht ganz klar wird mir allerdings, wieso in Ländern und Gesellschaftsschichten mit schlechterer Bildung, was ja im Allgemeinen gern als Förderer der geistigen Armut betrachtet wird, die Gewalt höher ist? Hm… pfff… wieso zerbreche ich mir den Kopf… Gottes Wege sind unergründlich.

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Eda Gregr
07.02.2013 um 21:40

Kreationisten frage ich gern, auf wessen Seite sie sich wohl geschlagen hätten, die von Lorenzo de Medicis oder die von Girolamo Savonarola?

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