Eda Gregr
09.01.2017 um 00:10

Eine Brasilianerin betete jeden Tag inbrünstig zu einer kleinen Elrond-Figur, in der Annahme sie stelle Sankt Antonius dar, den Schutzheiliger der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, der Pferde und Esel.

Eine gewisse Ähnlichkeit ist tatsächlich nicht zu leugnen. Ist sie aber gross genug, dass der heilige Antonius über der Irrtum hinwegsehen und ihre Gebete erhören kann?
Wie tolerant sind die Schutzheiligen eigentlich?
Wie viel Unähnlichkeit lassen sie gerade noch durchgehen?
Ab wann werden sie muffig?

Wäre Pippin auch noch drin gelegen? Ist ja aus dem gleichen Epos und zumindest kein Ork.
Oder Bob Marley? Die Oma war doch Brasilianerin, vielleicht eine Dunkelhäutige, und die Götter und Heiligen werden schliesslich gern hautfarblich angepasst.

Oder dürfte man vielleicht sogar eine Esel-Figur für den heiligen Antonius halten? Immerhin ist er ja auch der Schutzheilige der Esel.

Wenn man sich mit seinen Sorgen an den Antonius wendet, dann sollte es eigentlich egal sein, wessen Bildnis einem dabei hilft sich voll und ganz auf ihn einzustimmen. Sollte er sich durch solche Äusserlichkeiten beleidigt fühlen, dann hat er definitiv Hybris-Issues und wäre wohl kaum des Heiligenscheins würdig.

Wenn es aber die Heiligen den Betenden nicht übel nehmen, dass sie falsche Heiligenfigürchen verwenden, wieso schafft es dann Gott nicht, das Gebet zu einem anderen Gott grosszügig als eigentlich an ihn gerichtet zu verstehen? Genau wie im einen Fall die Betenden Opfer von einem dilettantischen Künstlers wurden, sind sie es im anderen von falsch informierten Erziehern. Man kann den Leuten doch nicht etwas übel nehmen, was sie nicht besser wissen konnten.

 

Ist euch übrigens schon mal aufgefallen, dass der heilige Antonius (von Padua) (* ca. 1195, † 13. Juni 1231) auf Abbildungen oft neben dem Jesuskind auch oft einen Rosenkranz mit einem Kreuz trägt? Ist das nicht makaber? Einem Baby das Werkzeug vor die Nase zu halten, mit dem es dann mal zu Tode gefoltern wird?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...
+ + + + + + + + + + + + + + +   d i s o r g a n i z e r   + + + + + + + + + + + + + + +
Eda Gregr
23.12.2013 um 10:16

Ich habe gestern abend den Film Agora mit Rachel Weisz über Hypatia gesehen und dort einige fragwürdige Details über den später heilig gesprochenen Kyrill von Alexandria erfahren.
Klar wurde der Charakter von Kyrill für den Film dramaturgisch aufgemotzt, doch bleibt die Frage, ob unter den Heerscharen von Heiligen (laut dem Martyrologium Romanum gibt es mehr als 6’650 Heilige und Seelige) nicht auch ein paar Ärsche zu finden sein werden?

Wäre es nicht angebracht, deren Heiligsprechung zu annullieren?
Sie mögen aus der Sicht der Kirche ja viel für das Christentum getan haben, doch die Frage ist zu welchem Preis?

Kriegsverbrecher sollten schliesslich auch dann verurteilt gehören, wenn man ihren Verbrechen den Sieg verdankt.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...
+ + + + + + + + + + + + + + +   d i s o r g a n i z e r   + + + + + + + + + + + + + + +
+ + + + + + + + + + + + + + +   d i s o r g a n i z e r   + + + + + + + + + + + + + + +