Sie ist mir ähnlich

A: Heute habe ich eine Skulptur gemacht.
B: Ach, was du nicht sagst, was denn für eine?
A: Eine, die mir ziemlich ähnlich ist.
B: Also sieht sie aus wie du?
A: Ne, nicht vom aussehen her, aber sonst eben.
B: Aha, dann also vom Material her? Aus Knochen und Fleisch und so?
A: Ne, das auch nicht, aber sonst ist sie mir schon sehr ähnlich.
B: Ach, du meinst, dass sie so wie du denkt und und sich verhält?
A: Nene, das natürlich auch nicht.
B: Sondern?
A: Wie ich schon sagte, sie ist mir einfach ähnlich.

Ressourcenmanagement

Wenn man sich das anschaut, fragt man sich schon, ob Gott nicht ein bisschen viel Zeit mit den Sternen verplempert hat, die er besser für die Krönung der Schöpfung hätte einsetzen können um ihnen zumindest eine Blinddarmentzündung zu ersparen?

Warum gibt es die Vergewaltigung?

Es ist schon sehr traurig, dass weder Evolution noch Gott den Menschen so geschaffen haben, dass der Paarungsakt nur dann funktioniert, wenn beide Parteien damit einverstanden sind. (Fragt mich nicht, wie sich eine gewaltsame Besteigung anatomisch verunmöglichen liesse, doch wer es schafft, dass sich eine homosexuelle Wanze der Art Xylocoris maculipennis fortpflanzt, indem sie einem bisexuellen Wanzerich ihren Samen in den Samenleiter legt, damit er mit diesem ein heterosexuelles Weibchen befruchtet, der wird doch wohl auch noch sowas irgendwie hinkriegen.)
Ausser natürlich, wenn die Vergewaltigung – wie bei unserem Freund Xylocoris – bewusst als praktikable Fortpflanzungsstrategie in Kauf genommen wird.
Während dies bei der Evolution durchaus Sinn machen kann, weil es in dieser keine Moral gibt, würde das ein äusserst schlechtes Leumundszeugnis für den Herrn Gott darstellen. Dass ein Wüstling an seiner Versuchung scheitert und sich damit ein One Way Ticket in die Hölle löst, mag für diesen quasi als Numerus clausus ja noch okay sein, doch wie kommt das unschuldige Mädchen dazu als Testobjekt geopfert worden zu sein? Dass sie im Gegenzug (evetuell) eine Option auf den Himmel erhält, ist ein schwacher Trost – und darüber hinaus ziemlich unfair all jenen gegenüber, die sich ein Leben lang abgequält haben um ein gottesfürchtiges Leben zu führen, die aber nicht das Glück gehabt haben, von einem Perversen eine Abkürzung offeriert zu bekommen.
Ich wage zu behaupten, dass ein gewisser Herr, dessen Name hier nicht genannt werden soll, sich mit seiner Schöpfung nicht so ganz an den Kategorischen Imperativ hält.

Das Argument der Versuchung ist ohnehin ein bisschen dürftig, denn von allen möglichen Verlockungen, denen man zur Demonstration seiner religiösen Standfestigkeit widerstehen sollen könnte, wurde nur ein klitzekleiner Bruchteil umgesetzt:
Man hätte uns Flügel geben und uns dann verbieten können, diese zu benutzen.
Dem biblischen Gebot keinen Spitzbuckligen Orangenschleierling zu essen zu gehorchen, wäre eine wesentlich grössere Herausforderung, wenn es kein tödlich giftiger Pilz wäre.
Und wenn man schon das Widerstehen fremde, pralle Brüsten zu begrabschen zur Tugend erklärt, wäre es dann nicht eine viel grössere Tugend, wenn man sie beweisen würde, wenn es mehr als nur ein Paar pro Frau gäbe? Oder wenn sie nicht direkt in ihrem strengen Blickfeld lägen?

Wenn das Leben schon eine Ausscheidungsrunde für das himmlische Jenseits ist, so hätten die Aufgaben doch leicht etwas spektakulärer gestaltet werden können, oder etwa nicht?
Und wenn ich darüber hinaus ganz genau weiss, dass jemand an einer Aufgabe scheitern wird (und ich spreche hier aus notariell beglaubigter Allwissenheit!), wäre es dann diesem gegenüber nicht fair, ihm die Schmach des Scheiterns zu ersparen und ihn gleich zu den Losern zu stecken? Oder wird das ganze nur inszeniert um die Rachegelüste von dessen Opfern zu befriedigen?

Liebe deinen nächsten

Als Jesus von den Pharisäern nach dem höchsten Gebot gefragt wurde (Mth 22,39 & Mrk. 12,31), so entgegnete er, dass man Gott lieben solle (Ref. auf Deut. 6,5). Diesem Gebot jedoch an Wichtigkeit gleichgestellt, fuhr er fort, sei, dass man seinen Nächsten lieben solle wie sich selbst (Ref. auf Lev.19,18). Ich will Jesus nichts Böses unterstellen, doch denke ich, dass er sich bestenfalls stümperhaft ausgedrückt hat, was dem Begriffsumfang des Wortes „Nächsten“ betrifft. Wenn Jesus damit hat andeuten wollen, dass man Alle lieben solle wie sich selbst, so hätte er dies ohne weiteres durch das Wort „Alle“ deutlich zum Ausdruck bringen können. Tatsächlich lässt die Stelle im alten Testament, auf die er sich bezieht (Lev. 19,18: „Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.“), kaum Fragen offen und jede andere Interpretation, als dass mit den Nächsten lediglich die Kinder des eigenen Volkes gemeint sein könnten, scheint mir an den Haaren herbeigezogen. (Versucht gar nicht erst damit durchzukommen, dass wir doch im Grunde alle die Kinder des gleichen Volkes seien, denn „Volk“ ist in der Bibel ein geradezu überdurchschnittlich präzise verwendeter Begriff!)
Doch sei’s drum. Der zynische Punkt am Gebot der christlichen Nächstenliebe ist nicht wem, sondern was man angedeihen lässt! Mit der Selbstliebe ist es in der Bibel bekanntlich nicht weit her. Ich darf schliesslich nicht masturbieren und wenn mir ein schöne Frau über den Weg läuft, soll ich mir kurzerhand das Auge rausreissen und – wenn es mich wie so oft gelüstet ihr einen Klaps auf den Hintern zu geben -, dann soll ich mir auch gleich noch die Hand abhacken. Wenn auf diese Weise der Nächste geliebt werden soll, dann möchte ich lieber keinem zu nahe kommen.

Und wenn man sich die Sache so ansieht, dann hat von allen Menschen Nietzsche, indem er ihn tötete, Gott am meisten geliebt.

in dubio pro angelo

Ein teuflisches Spiel hat sich Gott da ausgedacht. Unter all seinen Engeln erklärte er einen zum Satan, doch gesagt hat er dies weder diesem noch den anderen Engeln. Er liess nur den Menschen kryptische Hinweise zukommen, auf dass sie gemeinsam mit den Engeln ihre Liebe zu ihm durch den Kampf gegen den Dämon beweisen.
Nun sind Bockfuss, Schwanz und Hörner, entgegen der festen Überzeugung einer Gruppe von Männern, die sich als Spezialisten im Deuten von göttlichen Zeichen verstehen, alles andere als besondere Merkmale bei den himmlischen Heerscharen. Und so wird es niemanden überraschen, dass die erwähnten Experten mal diesen und mal jenen Engel für den Höllenfürst hielten und getreu der Überzeugung, dass dieser doch sicherlich ununterbrochen Lügen würde, das exakte Gegenteil all dessen für die reine Wahrheit hielten, was dieser ihnen an Botschaften brachte.

Und die Moral von der Geschichte ist, dass noch gefährlicher als eine Lüge die nicht akzeptierte Wahrheit ist.

Homorecykling

Gott erschuf den Menschen und prüfte, ob er gut war.
Sollte er der Versuchung widerstehen, war es eine gute Schöpfung.
Sollte er ihr jedoch nicht widerstehen, dann ab in die in die örtliche Kehrrichtverbrennungsanlage, auch Hölle genannt.
Während PET-Flaschen nur 450 Jahre brauchen um komplett abgebaut zu werden, muss man für die menschliche Seele eine ganze Ewigkeit im Höllenfeuer einsetzen um sie in ihre Bestandteil aufzulösen. Erfüllt nicht unbedingt das Kriterium der Nachhaltigkeit, finde ich…

Was geht ab in der Chefetage?

Ist das wirklich der gleiche Gott, der so grausam und selbstsüchtig im alten Testament gewütet und der so mild und beinahe schon sadomasochistisch sich im neuen Testament für die Menschen geopfert hat? Könnte es nicht sein, dass da ein neuer Gott heimlich die Macht übernommen hat und die Menschen einfach im Glauben lässt, da oben sei alles beim alten?

Keine Selbsttäuschungen

Lesen ist eindimensional. Ein Wort kommt nach dem anderen und ein Satz folgt dem nächsten. Fernsehen hingegen, so platt es auch sein mag, ist zweidimensional. Da können Dinge nebeneinander, übereinander und diagonal zu einander geschehen. Und wenn man sich optischer Tricks bedient, lässt sich mit dem suggerierten Hintereinander noch eine weitere Dimension hinzufügen. Und noch eine, wenn man den Ton einstellt.
Natürlich gibt es auch Möglichkeiten dem Buch die eine oder andere weitere Dimension abzuringen. Zum Beispiel, wenn man es illustriert. Oder wenn es vom Buchdruck handelt.
Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich auch die Seiten in Bier zu tunken. Dann hat man neben dem literarischen auch ein olfaktorisches Vergnügen.
So geschehen mit meinem Buch „The God Delusion“, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Flasche Petra befand als diese sich anschickte in meinem Rucksatz zu zerbrechen. Dies ist einer der Momente, wo man zu argwöhnen beginnt, ob es da nicht vielleicht doch eine höhere Macht gibt, die dir auf diese Weise ein Zeichen zu geben versucht. Ironischerweise handelt das getränkte Buch aber gerade davon, wie leicht sich Menschen auf diese Weise in die Irre führen lassen. Zack, eine zusätzliche Dimension.
Tja, ich nehme es pragmatisch und halte es getreu dem Motto „In pivo veritas“ für ein Zeichen dafür, dass in Dawkins Buch die Wahrheit steht: Es mag zwar durchaus winkende Schicksen geben, doch das winkende Schicksal ist bloss ne Chimäre.

Wie alt ist die Welt nochmal?

Wenn man eine Geschichte der Welt schreiben und für jedes Jahrhundert nur eine Seite brauchen würde, so wäre die Weltgeschichte der Kreationisten ein relativ schmales Büchlein. Die Anhänger der wissenschaftlichen Erkenntnisse hätten es dagegen mit einer Bibliothek mit mehr als einer Million fetter Schinken zu tun.

Es mag schon sein, dass Gott die Welt vor 6000 Jahren erschaffen hat, doch er hat sich sehr, sehr, sehr viel Mühe gemacht ihr einen Lebenslauf zusammenzustellen, der nach wesentlich mehr aussieht.

Ist es nicht Gotteslästerung, wenn man Fossilien, die er alt aussehen liess, jung nennt? Er hatte ja sicher einen guten Grund dafür und wer sind wir, dass wir uns ein Urteil darüber bilden dürften?

Lang lebe der König!

Skilehrer zu sein ist Klasse, doch Dreikönigskuchenkönig zu sein ist noch viel, viel geiler. Respekt hatten die Skischüler zwar schon vorher, doch wandelte sich dieser durch die Krönung vom Akzeptieren des Rechts des Stärkeren in eine Art Ehrfurcht vor der Glorie von Gottes Gnaden. Ja, die Knirpse verneigen sich vor mir – natürlich immer noch unter der Androhung, dass ich ihnen andernfalls Schnee in die Unterhosen stecken würde, doch nun ahnen sie, dass mir mit der Krone auf dem Haupt Gott persönlich zur Seite steht und sich in seinem Zorn durchaus dazu hinreissen lassen könnte, den Schnee extra noch um ein paar Grade kälter zu machen.
Etwas später assen wir dann noch einen zweiten Dreikönigskuchen. Bei diesem wurde Pascal der Dreikönigskuchenkönig. So setzten wir uns also hin und überlegten uns, welche Gesetze wir erlassen wollen.

So höret und befolget, ihr Untertanen, was das Königspaar für gut befunden hat:

  • Der Linksverkehr wird eingeführt.
  • Die Schule fängt um 10 Uhr an. Prüfungen um 8 Uhr – weil dann aber keine Schüler da sind, müssen die Lehrer ihre Test wohl oder übel selber lösen.
  • Krieg wird weltweit bei einer Gefängnisstrafe nicht unter 10 Jahren verboten.
  • Diebstahl, mit Ausnahme von Bankraub, wird verboten.
  • Alle Frauen müssen in den Ballettunterricht.
  • Alle Männer müssen an jeden dritten Dienstag ein Tutu tragen.
  • Es gilt eine allgemeine Schneepflicht im Winter.
  • Alle Militärbudgets werden in Raumflottenbudgets umgewandelt.
  • Alle Bücher müssen Bilder enthalten.
  • Telefonbücher werden nach Schuhgrösse sortiert.
  • Tiere bekommen das Wahlrecht und Melkbecher müssen auf 38 – 39° C vorgewärmt werden.

Die Schöpfung nach Franz Hohler

Am Anfang war nichts außer Gott. Eines Tages bekam er eine Gemüsekiste voller Erbsen. Er fragte sich, woher sie kommen könnte, denn er kannte niemanden außer sich.
Er traute der Sache nicht ganz und ließ die Kiste einfach stehen, oder eher schweben. Nach sieben Tagen zerplatzten die Hülsen, und die Erbsenkugeln schossen mit großer Gewalt ins Nichts hinaus.
Oft blieben dieselben Erbsen, die in einer Hülse gewesen waren, zusammen und umkreisten sich gegenseitig. Sie begannen zu wachsen und zu leuchten, und so wurde aus dem Nichts das Weltall.
Gott wunderte sich sehr darüber. Auf einer der Erbsen entwickelten sich später alle möglichen Lebewesen, darunter auch Menschen, die ihn kannten.
Sie schrieben ihm die Erschaffung des Weltalls zu und verehrten ihn dafür. Gott wehrte sich nicht dagegen, aber grübelt bis heute darüber nach, wer zum Teufel ihm wohl die Erbsen geschickt haben könnte.

Macht und der Wille Gottes

Wenn man Präsident der Vereinigten Staaten wird, dann hat man Macht und zwar eine ganze Menge. Und man wird von ihr korrumpiert, da führt kein Weg dran vorbei. Bloss auf welche Weise man korrumpiert wird, ist offen. Entweder man nutzt die Macht persönlich und legt die Assistentin flach oder man nutzt sie zum Wohl der Menschheit und tut Gottes Werk. Ich glaube, ich ziehe einen Präsidenten der ersten Sorte vor. Da hat man wenigstens was zu lachen und muss sich nicht fürchten Freiheit, McDonalds und die Demokratie im Auftrag des Allmächtigen um die Ohren gehauen zu bekommen.

Unbeantwortbar aber bleibt die Frage, wenn Macht korrumpiert, was macht dann Allmacht?