Starbucks und das liebe Geld

Dass Starbucks, Amazon, Apple und Co. trotz ihres Erfolgs es einfach nicht schaffen genug Gewinn zu erwirtschaften um ihn in der Schweiz versteuern zu dürfen, sollte inzwischen eigentlich hinlänglich bekannt sein.

Dass die genialen buchhalterischen Tricks legal sind, ist mir klar, ich frage mich aber, wieso sie es noch immer sind? Ich meine, wenn ein Radrennfahrer mit einer neuen, noch nicht explizit verbotenen, leistungsverstärkenden Substanz erwischt wird, dauert es nicht lange und die Substanz ist sehr explizit verboten.
Wieso also werden die Schlupflöcher bei den Steuern nicht gestopft, sobald sie entdeckt werden?

Die Antwort liegt natürlich auf der Hand: Lobbyismus und Korruption!!!
Doch ich frage mich, ob das tatsächlich die ganze Antwort ist? Vielleicht gibt es ja wirklich gute Gründe, die Schlupflöcher nicht zu stopfen, und das, was aussieht wie ein grosser Haufen Scheisse, ist das meisterlich geglückte Werk intelligenter, geschickter und herzensguter Entscheidungsträger. Vielleicht wäre die Alternative ja eine Katastrophe epochalen Ausmasses gewesen. Oder vielleicht auch nur ein mimim grösserer Haufen Scheisse.
Doch welche Gründe mögen das wohl sein, die uns davor bewahrten, die schlimmere Variante zu wählen?

Und selbst wenn die Politiker doch korrupt sind und sich den Wünschen bösartiger, multinationaler Konzerne freudig beugen, so gehört es doch zum gute Stil zumindest zu versuchen den Eindruck von Redlichkeit zu erwecken, oder etwa nicht? In diesem Fall sollten Politiker also wenigstens vorgeben gute Gründe für ihr Entscheidungen zu haben.
Und auch hier: Welche Gründe mögen das wohl sein?

Ich vermute also, erstens dass es durchaus Gründe gibt, welche gegen das Stopfen der Steuerlöcher sprechen – ob sie wirklich valide sind, sei mal dahin gestellt -, und zweitens, dass die, die diese haben, nicht zu Wort kommen (wollen) – aus welchen Gründen auch immer.

In der Regel sind Arbeitsplätze bedroht. In der Politik sind immer Arbeitsplätze bedroht. Das wird sicher auch hier der Fall sein.
Und in der Politik verzichtet man lieber auf Steuern als auf die Beschäftigung seiner Bürger! Aus einem politischem Kalkül ist das sicher eine vernünftige Strategie und bis zu einem gewissen Grad, den ich nicht wirklich abzuschätzen vermag, vermutlich auch aus einem wirtschaftlichen.

Doch es sind nicht nur Arbeitsplätze bedroht, wenn die Firmen zu viel Steuern bezahlen müssen – auch das Fehlen von Steuereinnahmen und damit die mangelnde Zurverfügungstellung der nötigen Infrastruktur ist riskant. Das engt den Spielraum schon ein bisschen ein. Ungeschoren kommt da leider keiner davon – ganz nach dem Motto: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Deshalb dürfen, nein, sollen Steuern auch ein bisschen weh tun.

Interessanterweise ist geteiltes Leid aber nur dann halbes Leid, wenn man sieht, dass der andere auch leidet. Und im Fall von Starbucks, Amazon, Apple und Co. ist das offensichtlich nicht der Fall. Schön möglich, dass sie insgeheim gar fürchterlich leiden, doch als echte Indianer zeigen sie keinen Schmerz. Und das ist blöd, denn wenn sie es täten, würde sich die Frage, warum die Löcher nicht gestopft werden, gar nicht erst stellen12.

Vielleicht ist der Grund für das stille Leid der Firmen, dass so gut wie der ganze erwirtschaftete Gewinn für die Lizenzgebühren drauf geht?
Dann wäre es doch eigentlich im Interesse sowohl der Unternehmer wie auch des Staates sich mal anzuschauen, ob da mit den Lizenzen nicht vielleicht Wucher betrieben wird? Ich meine, wie viel kann ich dafür verlangen, wenn jemand Kaffee in Bechern mit meinem Wappen drauf verkaufen will? Dass der andere bereit ist mir dafür jede Summe hinzublättern, sollte die Sache genauso wenig legal machen, wie man bereit ist einem Kredithai jeden beliebigen Zins zu zahlen. Hier wird die Not der Menschen ausgenutzt.
Allerdings sehe ich – ehrlich gesagt – nicht ein, wieso man die Unternehmen zwingen sollte Gewinn zu machen. Wenn sie sich mit Lizenzabgaben um ihren ganzen Gewinn bringen wollen, dann sollen sie nicht daran gehindert werden, doch leer ausgehen sollte der Staat deswegen trotzdem nicht.

Meine Idee: Wenn irgendwo ein Geldstrom fliesst, soll ein bisschen davon an den Fiskus versickern. Bei Elektrizität, Erdöl und Nahrungsmitteln funktioniert das ja auch: verlustfreien Transport gibt es nicht. Wieso soll das dann bei Geld anders sein? Seit wann erwarten wir vom Staat effizienter zu sein als die Physik?
Und wen das nicht überzeugt, soll sich mal einen Geldschein anschauen: Wessen Wappen findet man da drauf? Wenn Starbucks Geld verlangt für das Benutzen von Bechern mit ihrem Wappen, wieso dann nicht auch der Staat für das Benutzen von Geld mit ihrem Siegel drauf?

Peer-Reviewed Journals

2014-02-10 10.31.37Ich fürchte, den verlässlichsten Indikator für den Zustand der Wissenschaft innerhalb einer Gesellschaft findet man in der Auswahl der Publikationen in der Sparte Wissenschaft am Kiosk.

Die Frage ist nämlich nicht einmal so sehr, was die Wissenschaft wirklich leistet, sondern was man für Wissenschaft hält – und folglich auch für deren Leistungen.
Und die Ironie an der Sache ist, dass bei der Meinungsbildung die „Kiosk-Frauen“ (man möge mir die plumpe Pauschalisierung verzeihen) mit der Zeitschriften-Triage an vorderster Front stehen. Indem sie die Zeitschrift diesem oder jenem Genre zuordnen, entscheiden sie ob etwas Astrologie oder Wissenschaft, Lifestyle oder Medizin, Literatur oder Sport ist.

In gewissem Sinne übernehmen die „Kiosk-Frauen“ demzufolge die Funktion des Peer-Reviews. Bloss dass sie nicht über die Qualität der Artikel entscheiden, sondern über die Qualität der Zeitschriften.

Ich plädiere daher dafür, dass „Kiosk-Frauen“ einen Abschluss in Bibliothekologie und ein Fähigkeitszeugnis in Vergleichender Bibliotheksklassifikation haben müssen.
Das mag auf den ersten Blick etwas übertrieben erscheinen, denn in der Regel braucht es nur eine minimale Recherche um über den Grad an wissenschaftlicher Unterstützung einer „Theorie“ aufgeklärt zu werden. Doch wieso sollte man sich überhaupt die Mühe machen zu überprüfen, ob beispielsweise die Homöopathie nicht vielleicht Scharlatanerie ist, wenn Hausärzte sie verschreiben, Apotheken sie verkaufen und wissenschaftliche Zeitschriften – so wissenschaftliche Zeitschriften jene sind, die unter der Rubrik Wissenschaft im Kiosk verkauft werden – über intelligentes Wasser berichten?

Hausärzte „verkaufen“ sie, weil es dem Patienten hilft (das bestreitet keiner – man bestreitet bloss, dass es die Globuli sind, die helfen), und Apotheker verkaufen sie aus dem genau gleichen Grund. Sie nicht zu verkaufen, bedeutet für beide eine Einbusse .
Ich denke aber nicht, dass es Einbussen für die „Kiosk-Frauen“ hätte, wenn die Kunden ihre Zeitschriften aus anderen Regalen nehmen würden. Oder – so die Kunden eher den Regalen als den Zeitschriften treu sind – wenn sie andere Zeitschriften aus ihren Regalen nehmen würden.
Genau deshalb setze ich den Hebel im Kiosk an und nicht bei den Ärzten und Apothekern, die es ohnehin schon besser wissen müssten.


Hat nicht direkt was mit der Sache zu tun, aber ein bisschen schon:

plus Science Journalism and Not Science Journalism and Naming Names von Joe Hanson

Wall Street

Meine Theorie: Die Gelfrisur hielt mit dem Film Wall Street (1987) Einzug in die Wall Street und die Chefetagen rund um den Globus.

Okay, was den Einfluss von Wall Street Filmen betrifft, gibt es noch ganz andere Theorien.
Beispielsweise die, dass mit diesen unmittelbar ein Kurssturz bevor steht:


oder eben auch nicht (Quelle: bespokeinvest.com)

Oder dass solche Filme das kriminelle Verhalten von Brokern glorifizieren

Das finde ich indessen eine interessante Frage. Denn natürlich wird die Fratze eines solchen Lebens in seiner ganzen abstossenden Hässlichkeit dargestellt, und doch übt es irgendwie eine die Urinstinkte ansprechende, makabre Faszination aus. Vielleicht weil man insgeheim glaubt, man könne das Geile ohne das Niederträchtige haben.
Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich mal irgendwo von Marines gelesen habe, die sich jeweils unmittelbar vor den Kampfeinsätzen den Film  Apokalypse Now (1979) reingezogen haben um sich mit dem, was einem eigentlich den Krieg ein für alle Mal verleiden sollte, in eine Art Blutrausch zu versetzen.

Offenbar reagieren Menschen in Extremsituationen anders als man und auch man selbst es für möglich halten würde. Und offenbar sind Krieg und Wall Street Extremsituationen.
Und entsprechend liegt es nicht fern, dass man sich in solchen Jobs beim Betrachten dieser Filme – wenn schon nicht an konkreten Strategien – so doch zumindest am Style orientiert. Und an der Gelfrisur…

Okay, meine Theorie steht auf wackligen Füssen. Doch was wird wohl in nächster Zeit Einzug halten in die Wall Street und die Chefetagen rund um den Globus, wenn ich doch recht haben sollte?

Bald bin ich noch reicher…

Heute ist mir um 19:21 über Skype ein weiteres unglaubliches Angebot reingeflattert. Diesmal sogar von einem General.


 

Assalam alakum

With warm heart I write you this mail in confidential and in respect of my interest to invest my funds under your care.

I am Gen.Ahmed Yarba Sieda, I have served the Syria Army for 24years. During these years I served under different categories in many government agencies. I was the Assistant Sec. of the General Peoples’ Committee for Petroleum and Natural Resources before the agitation for the removal of leader President Bashar Assad started and the coming of the anti-government coalition forces. In this portfolio I made a lot of money through overdrafts and some minor contracts which I was given by the President Bashar Assad led government..

I intend to buy some properties and invest the rest in other businesses when I reach my retirement age. Unfortunately, my limbs are about to be amputated.

I am writing you this so that you can be of assistance and help me invest this money in your country in real estate or any profitable business of your interest. The said money is US$15 million, plus my spared salaries.This deal is 100% legal, so there is nothing to worry about.

Furthermore, in respect of the investment shall be offered a negotiable percentage endorsed by signatures for future references. All i need is your approval and trust.

Presently, I am in a private hospital in Saudi Arabia recovering from a serious injury I sustained during an air strike raid five kilometers south-east of the Syria capital city. If you are interested you can notify me through my e-mail for more details:
gen.ahmed_yarbasieda@yahoo.com


 

Ich werde also in absehbarer Zeit noch viel reicher sein (ich meine zusätzlich zum Geld von Herrn Ma­kram Azar, das schon in den nächsten Tagen eintreffen sollte).
Ihr lieben DisOrganizer-Leser könnt euch also gleich nochmal eine Wunschliste zusammenstellen und sie hier posten.

Wieviel kostet der Bau des Todessterns?

todessternEin paar Studenten von der Lehigh University haben sich mal überlegt, wie viel es wohl kosten würde den Todesstern aus Star Wars zu bauen. Sie kamen dabei auf ungefähr 852,000,000,000,000,000 Dollar. Doch das ist nur der Preis für den benötigten Stahl, hochgerechnet aus den heutigen Produktionskosten. Was sie nicht bedachten, ist, dass sich bei einer solchen Grosslieferung sicher ein paar Prozente Mengenrabatt rausholen liesse.
Was sie auch nicht mit einkalkulierten, ist der ganze High Tech Schnickschnack. Schliesslich stellt die Aufgabe einen ganzen Planeten in die Luft zu sprengen (wie wir wissen) eine nicht zu unterschätzende Herausforderung an die Ingenieurskunst dar. Was aber die Energiekosten für das Rumballern betrifft, so wird man das sicherlich  zu den Unterhaltskosten rechnen dürfen.

Fast noch interessanter als die Frage nach den Kosten ist meines Erachtens die Frage, wie man das politisch realisieren könnte? Das Parlament würde den Bau dank der Lobbyarbeit von Militär und Stahlindustrie ohne Zweifel schnell durchwinken. Doch ich bin sicher, dass die SVP ein Referendum ergreifen würde. Der Todesstern dient zwar der heiligen Kuh Landesverteidigung und durch das Zerstören der richtigen Planeten liesse sich sicher auch die Flut der Asylanten eindämmen, doch 771.7 Billiarden Franken (Umrechnungskurs vom 28.9.2013)  reissen schon ein merklichen Loch in die Haushaltskasse.
Andererseits, dass die SVP mal mit der GSoA zusammenspannen, erscheint mir fast noch unwahrscheinlicher als der Gedanke, dass die SVP gegen sowas nicht das Referendum ergreift.

Eine offene Frage bleibt: Wie hätte wohl das Schicksal des Todessterns ausgesehen, wenn die Rebellen von der SVP regiert würden?

Bald bin ich reich…

Heute ist mir um 10:35 über Skype das folgende unglaubliche Angebot von einem Herrn Makram Azar reingeflattert.


 

Dear Greg

It’s my urgent need For a foreign partner that made me to contact you for this transaction.I am Azar Makram working with Barclays Bank here in Dubai(U.A.E) I write to contact you over a very important business transaction which will be of our interest and benefit to our both families.

In 2007,one Mr. Khan Greg , whose surname is same as yours and has your country in his file as his place of origin, made a fixed deposit for 36 months, valued at $26,700,000.00 with my bank. I was his account officer before I rose to the position of Managing Director. The maturity date for this deposit contract was 27th of September 2010.Sadly Mr.Khan was among the death victims in the September 2009 earthquake in Indonesia that left over 1,200 people dead while he was there on business trip.

Since the last quarter of 2010 until today, the management of my bank have been finding means to reach him so as ascertain if he will roll over the Deposit or have the contract sum withdrawn. When I discovered that this will happen, I have tried to think up a procedure to preserve this fund and use the proceeds for business.

Some directors here have been trying to find out from me the information about this account and the owner, but I have kept it closed because, I know that if they become aware that Mr Khan is late, they will corner the funds for themselves. Therefore, am seeking your co-operation to present you as the one to benefit from his fund at his death since you have the same name, so that my bank head quarters will pay the funds to you. I have done enough inside bank arrangement and you only have to put in your details into the information network in the bank computers and reflect you as his next of kin.

If you concur with this proposal, I intend for you to retain 40% of the funds while 60% shall be for me. Kindly forward your response to me immediately through email below:

Mr. Azar Makram
Barclays Bank of Dubai
Email: shazardine@gmail.com


 

Ich werde also in absehbarer Zeit unheimlich reich sein. (Da ich diese Nachricht innerhalb weniger Minuten bekommen habe, gehe ich davon aus, dass ich auch den versprochenen Betrag zweimal erhalte:)
Ihr lieben DisOrganizer-Leser könnt euch also schon mal eine Wunschliste zusammenstellen und sie hier posten. Es wird mir eine Freue sein, eure Treue grosszügig zu entschädigen.

Gummibärchenwirtschaft

Ich bin dafür, dass man das Währungssystem auf Gummibärchen umstellt.

Zum einen werden damit die Cree und ihr pathetisches „Erst wenn der letzte Baum gerodet, …“ lügen gestraft.
Doch viel wichtiger ist, dass man nie wissen wird, wenn man eine Million Gummibärchen Schulden an die Bank zurück zahlt, ob man es genau getroffen hat oder ob sie einem was raus geben müssen.

Diese Unsicherheit, die natürlich noch irgendwie benannt werden müsste, beispielsweise nach ihrem Entdecker, hätte ohne Zweifel weitreichende und heute sicherlich kaum abzuschätzende Konsequenzen. Positive sicherlich. Der Quantenphysik haben sie ja auch nicht geschadet.

Die Diskussion ist eröffnet.

Die Zukunft der Banken

Ich habe einen grossen Klumpen Gold und wenn ich ihn unter die Matratze lege, dann drückt es. Daher bringe ich ihn einfach in eine Bank, wo ich ihn dann jederzeit wieder abholen kann, wenn ich mal wieder unbequem schlafen will.
Wenn ich mehr Samen habe als Frauen, dann bringe ich ihn in eine Samenbank. Ob man sich diesen wieder holen kann, wenn man seine Frauenvorräte aufgestockt hat, weiss ich nicht, doch ich gehe doch stark davon aus.
Wenn ich einen müden Hintern habe, setze ich mich auf eine Parkbank. Und wenn er wieder fit ist, setze ich meine Reise fort.
Eine Bank ist also nichts anderes als ein Aufbewahrungsort. Punkt. So einfach ist das.
Doch ist dieser Aufbewahrungsort nicht nur halbwegs sicher, er ist auch – und das ist das faszinierende daran – zeitinvariant. Sprich, es spielt keine Rolle, ob ich den Klumpen Gold erst dorthin bringe und später wieder abhole oder erst abhole und später wieder hinbringe. Hauptsache ist, dass die Bank am Ende genauso leer ist, wie sie es am Anfang war.
Nun ja, zumindest fast, denn erstaunlicherweise ist bei der zweiten Aktion (also dem Abholden nach dem Hinbringen, resp. dem Hinbringen nach dem Abholen) immer mehr vorhanden als bei der ersten Aktion (also dem Hinbringen vor dem Abholden, resp. dem Abholen vor dem Hinbringen). Das gilt für den Klumpen Gold, wohl auch für den Samen und ganz besonders für den Hintern. Muss wohl an der Expansion des Universums liegen.

Wir stecken, wie es heisst, im Moment in einer Bankenkrise (wenn mich nicht alles täuscht vor allem in Goldklumpen-Segment).
Vielleicht liegt es einfach daran, dass die Banken irgendwie vergessen haben, was sie sind: ein Aufbewahrungsort und nichts weiter. Dass es heute wegen all der Plastik-Karten viel weniger Klumpen Gold zum Hinbringen und Abholen, resp. Abholen und Hinbringen gibt, braucht sie aber nicht in Panik zu versetzen. Es gibt nämlich noch immer mehr als genug Sachen, die man sicher und zeitinvariant aufbewahren möchte. Zur Zeit besonders aktuell zum Beispiel Information!
Mein Vorschlag daher an die Banken, bewahrt für eure Kunden Informationen auf. Und nicht vergessen, beim Herausgeben nach dem Annehmen, resp. beim Annehmen nach dem Herausgeben, darf’s gern ein bisschen mehr sein.

Bumeranggeld

Pflichtbewusst habe ich heute am Postschalter gemeldet, dass der Briefmarkenautomat zwar fleissig Geldstücke entgegen nimmt, sich jedoch beharrlich weigert im Gegenzug irgendwelche Briefmarken rauszurücken. Und getreu der alten Zinggi-Regel scheinbar auch vom Umegäh nichts hält.
Die Schalterdame empfahl mir, es nochmals zu versuchen und einfach etwas länger zu warten. Geflickt könne der Automat ohnehin erst am Montag werden.
Ich habe ihren Rat nicht befolgt und überlege stattdessen, wie ich die 1.20 Fr wohl von den Steuern abzusetzen schaffe. Ich fürchte jedoch, das ist verlorene Liebesmüh. Typisch! Das einzige, was ich als vernünftigerweise absetzberechtigt empfinde, ist wohl das einzige, was nicht absetzberechtigt ist.

Der eine oder andere wird sich wohl fragen, weshalb ich da 1.20 Fr. rein geworfen habe, wo doch dies nicht unbedingt einer der üblichen Markenwerte ist. Nun, nachdem er den Franken geschluckt hat und davon scheinbar nichts mitgekriegt hat, versuchte ich den Automaten mit einem weiteren Zehnräppler „aufzuwecken“. Und als auch das nicht fruchtete, schickte ich einen zweiten Zehnräppler los, das andere Geld zurück zu holen. Irrer Gedanke, das ist mir schon klar, aber zu dem Zeitpunkt erschienen mir die Erfolgschancen durchaus passabel.
Stand oder stehe ich (und mit mir vielleicht die ganze Menschheit) womöglich unter einem Bann, der mich völlig irres Zeug machen lässt, wenn es ums Geld geht? Ich bin schliesslich auch fähig 50 Franken für absoluten Nonsens auszugeben, während es mich reut 4.50 Fr. in das Experiment zu investieren, wie viel Schaum in einer Rasierschaumdose steckt. Da darf es uns dann wohl auch nicht wundern, dass der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Martin Bangemann nicht so genau wusste, wie viele Nullen eine Milliarde hat.

Der wahre Wert

Es gibt Geschäfte, deren Preispolitik sich in etwa mit der folgenden herablassenden Feststellung umschreiben lässt: „Wenn Sie nach dem Preis fragen müssen, Sir, dann können Sie es sich nicht leisten.“
Was ist nun aber, wenn ich mit 1.50 Franken, 1.37 Euro und 1 Jen in der Brieftasche in dieses Geschäft komme und nicht nach dem Preis frage? Müssen sie es mir dann nicht für einen Bruchteil dieses Betrages überlassen? (Kommt mir jetzt nicht mit der Aussagenlogik! Wenn sich die Kassiererin in unserer Kantine weigert das „oder“ in „Tagessuppe oder 1 dl Orangenjus“ aussagenlogisch zu interpretieren, weshalb sollte es dann der Snob im Geschäft anders halten?)
Der Clou an der Geschichte ist ja, dass ich gemäss dem genannten Prinzip allein durch mein Verhalten den Preis bestimme. Doch das ist gar nicht so einfach, denn an die Kasse zu gehen und sich den zu bezahlenden Betrag sagen zu lassen, ist de facto identisch mit dem Fragen nach dem Preis. Man muss daher davon ausgehen, dass jemand, der etwas kauft, nach dessen Preis er nicht fragt, den Wert dieses Dings sehr wohl kennt. Also legt man den präzisen Betrag auf den Tresen und verlässt den Laden ohne ein Wort fallen gelassen zu haben. Der Verkäufer wird weder zustimmend noch ablehnend etwas sagen noch murmeln, denn auch das entspricht in gewisser Weise dem Fragen nach dem Preis. In Tat und Wahrheit kennt er den Preis gar nicht und es ist einfach nur sein Job jeden, der ihn irgendeiner Weise auf den Preis referiert, elegant aber bestimmend aus dem Geschäft geleiten.

Das Problem ist nur… man sollte sich schon sicher sein, dass es sich bei einem bestimmten Geschäft um eins exakt von dieser Art handelt. Sonst kann man echt in Teufels Küche kommen.

Helvetische Dungeons

Die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) hat gestern eine Petition mit 49’000 Unterschriften gegen DJ Bobos Vampirsong eingereicht. Er verletze ihre religiösen Gefühle und wirke sich durch Textzeilen wie „Verkauf deine Seele“ negativ auf die Gesellschaft aus.
Fürchtet die EDU etwa die Konkurrenz?
Droht der Vampirismus das Monopol der Religion auf den schlechten Einfluss zu sprengen?
Mal abgesehen von dem Mangel an Respekt vor etwas, das den Respekt gar nicht verdient, würde mich interessieren, wie dieses Lied konkret dem Schweizer Image schaden sollte? Befürchtet die EDU tatsächlich, dass die Abermillionen von Zuschauern nach der Eurovision Song Contests ihre Schweizer Konti auflösen werden?
Ist es nicht viel eher so, dass Vampire geradezu prädestiniert dafür sind die Finanzblutsauger zu representieren? Man würde sein Geld doch nicht ernsthaft bei Elfen anlegen wollen, oder?

Aus dem Leben eines Angestellten

Irgendwie haben sie es verpasst, mir den Lohn auszuzahlen. Das kann passieren, da muss man schon mal ein Auge zudrücken können. Einigermassen verwirrt hat mich jedoch die Weigerung den Sold noch vor der nächsten Lohnrunde in einem Monat auszuzahlen – ist ja nicht so, dass sie zur Bank weit laufen müssten. Vorschüsse so hiess es, würden nur in dringenden und begründeten Fällen ausbezahlt. Das ist zweifellos eine sehr vernünftige Einstellung, doch will ich keinen Vorschuss, sondern, wenn man es unbedingt ballistisch ausdrücken will, den Hauptschuss, welcher doch eigentlich analog nur in dringenden und begründeten Fällen nicht ausbezahlt werden sollte.
Ich glaube ich werde diese Strategie bei den Steuern versuchen: Ups, jetzt habe ich doch tatsächlich vergessen, die Steuererklärung abzugeben. Dann mach ich das – vorausgesetzt die Schweiz geht deswegen in der Zwischenzeit nicht bankrott – eben erst nächstes Jahr.

Das Nachspiel: Ich habe ihnen gesagt, dass das schon okay sein und dass sie die in diesem Monat aufgelaufenen Zinsen doch Greenpeace spenden sollen. Am nächsten Tag war das Geld auf meinem Konto.

E.T.

Man weiss ja nie, was einem alles passieren kann. Für den Fall aber, dass ich von Ausserirdischen verschleppt werde, bin ich vorbereitet. Zumindest für den Teil, wo sie mich reuevoll wieder zurück auf die Erde bringen.
Da man nicht davon ausgehen kann, dass sie mich an der genau gleichen Stelle absetzen, von der sie mich aufgelesen haben, habe ich stets Kleingeld der verschiedensten Landeswährungen bei mir. So bin ich von überall her in der Lage nach Hause zu telefonieren.
Bisweilen wurde zwar schon kritisiert, dass die eine oder andere Währung mittlerweile gar nicht mehr gültig sei, doch wäre es meiner Ansicht etwas leichtsinnig einfach anzunehmen, dass die Aliens nicht auch mit der Zeit was durcheinanderbringen können. Bekanntlich reagieren Leute auf Banknoten, welche erst in ein paar Jahren erscheinen sollen, meist skeptischer als auf abgelaufene Noten, die zumindest noch einen sentimentalen Sammlerwert haben können.
Völlig unproblematisch ist eine solche Entführung durch Ausserirdische aber doch nicht. Weil mittlerweile die meisten Leute nur noch über ihr Handy zu erreichen sind und ich die Erinnerung an deren Nummern an mein eigenes Natel outgesourct habe, werde ich mich womöglich nicht an die richtige Telefonnummer erinnern können – selbst dann nicht, wenn ich nicht lobotomisiert wurde.

Speck & Süssigkeiten

In einer Ära, wo der Bonus von Gröspel & Konsorten zu einer Kunstform erhoben wurde, darf man von einem engagierten Mitarbeiter durchaus eine eigene Note darin erwarten, wie er seinen Bonus ausbezahlt bekommen möchte. Und da es sich um den Bonus für eine geleistete Arbeit handelt, darf sich auch durchaus ein Bezug zu eben jener Arbeit erkennen lassen. Dass sich Grübel und Ospel mit Geld eindecken, passt daher durchaus. Aber Vasella? Der sollte statt des Mamons lieber Ritalin nehmen.
Die Idee eines objektorientierten Bonussystems ist indessen nicht neu. Sissa ibn Dahir (ca. 300 n.Chr.) gilt der Legende nach als der Erfinder des Schach-Spiels. Weil der indische Herrscher Shihram von dem Spiel so begeistert war, gewährte er diesem einen Bonus der folgenden Form: Für das erste Feld des Schachbrettes schenkte er ihm ein Reiskorn, für das zweite Feld zwei, für das dritte Feld vier, usw. bis zum 64. Feld immer die doppelte Anzahl des vorhergehenden Feldes. Das waren dann immerhin 18´446´744´073´709´551´615 Reiskörner, also ungefähr viel mehr als in der ganzen Geschichte der Menschheit insgesamt geerntet wurde. Doch Sessa, wie er von Freunden auch genannt wurde, war nichtsdestotrotz bescheiden. Ich an seiner Stelle hätte mir die Elementanzahl der Potenzmenge der Schachbrettfelder in Reiskörnern auszahlen lassen. Damit hätte ich immerhin ein Reiskorn mehr bekommen als er.
Ich arbeite aber nicht mit Schachbrettern, obwohl eine gewisse Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, sondern hauptsächlich mit Excel. In diesem gibt es auf einem Sheet exakt 16’777’216 Zellen. Die könnte ich mir doch als Bonus mit Smarties füllen lassen. Oder – wenn das zu ordinär ist – wie wäre es hiermit: ein Excel-Sheet hat 2^8 Spalten, 2^16 Zeilen, warum dann nicht der mathematischen Folge folgend 2^32 Smarties? (Warum ausgerechnet Smarties? Es soll doch auch etwas mit mir zu tun haben, oder. Smart – Smarties!)