Massnahmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit

Kommt es nur mir seltsam vor, dass Kurse zur Optimierung der Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsgesprächstrainings als Massnahmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit verstanden werden wollen?
Wenn ich bessere Bewerbungsunterlagen habe und mich besser verkaufen kann als ein anderer, dann kriege ich statt ihm den Job. Für mich ist das toll, für den anderen weniger. Doch ein Arbeitnehmer und ein Arbeitsloser sind es nach wie vor.

Gesenkt werden kann die Arbeitslosigkeit allein durch das Aufstocken von Arbeitsplätzen.
Und wenn man für die Kurse zur Optimierung von Bewerbungsunterlagen und für die Bewerbungsgesprächstrainings keine neuen Lehrer einstellt, dann bleibt die Bilanz die gleiche.

Die durchaus noble Idee solcher Massnahmen ist, dass man den Arbeitssuchenden genau das zu verkaufen lehrt, was er zu leisten fähig ist. Doch was geschieht, wenn er sich noch besser zu verkaufen lernt? Was, wenn diesen durch solche Bootcamps gestählten Arbeitssuchende Stellen angeboten werden, für die sie gar nicht mehr qualifiziert sind?
Ist es für eine Wirtschaft besser, wenn die Stellen mit unter- oder überforderten Mitarbeitern besetzt sind?

Liegt es wirklich in unserem Interesse ein Wettrüsten unter den Stellensuchenden zu betreiben?

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