Wieso soll töten schlecht sein?

Die Frage ist provokativ, das stimmt schon.
Und die Antwort darauf scheint auf der Hand zu liegen. Aufgrund unserer Empathie verurteilen wir instinktiv jegliches Zufügen von Schaden. Und der Tod ist wohl der ultimative Schaden, den man jemanden zufügen kann.

Töten zu müssen, ist traurig. Doch hie und da überwiegen die Vorteile.

Den Ebolavirus zu töten ist okay. Hier wäre sogar ein Genozid durchaus im allgemeinen Interesse.
Tiere zum Verzehr zu töten ist okay. Okay, für Veganer nicht. Für die ist aber das Töten von Pflanzen okay. Okay, für Frutarier nicht. Für die ist der Verzehr von Früchten (=Embryos?) okay. Okay, für Lichtesser nicht.
Sterbehilfe ist okay.
Abtreibung ist okay.

Nun ja, nicht notwendigerweise okay, doch es gibt unbestritten Aspekte, die dafür sprechen. Ob diese die Nachteile wirklich überwiegen sei mal dahin gestellt. Fest steht, dass obgleich alle Menschen diese Dinge als bedauerlich betrachten, es doch viele gibt, die sie für leider unumgänglich halten. Und diese Menschen sind keineswegs ein unmoralisches Pack, als welches sie die Gegner gern bezeichnen.

Man kann die Liste noch etwas weiter ins Absurde erweitern:

Todesstrafe ist okay
Krieg ist okay.
Terrorismus ist okay.

Ob die Vorteile die Nachteile überwiegen, muss diskutiert werden. Allein, dass der Tod enthalten ist, entscheidet aber noch nichts – obwohl uns vor allem Religionen dies gern weismachen wollen.
Wenn etwas zur Diskussion steht, so fürchten sie, ist das Ergebnis beliebig. Doch in solchen Angelegenheiten sollte man lieber soliden Grund unter den Füssen haben. Und da in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Nachteile die Vorteile deutlich überwiegen, liegt es auch nicht fern, die Sache einfach mal fest zu nageln: Töten ist schlecht. Punkt.
Damit läuft man tatsächlich fast immer richtig. Und stets im Einklang mit der Empathie. Und man braucht sich nicht vor Demagogen zu fürchten, die alles verdrehen könnten. Alles schön und guf, doch man begeht damit eben auch Unrecht.

Interessanterweise sind aber gerade jene Leute, die allzu gern vor der Beliebigkeit warnen, ausgerechnet die, die die etwas weniger absurden Punkte der Liste absurder finden als die absurderen.

Und wie steht es eigentlich hiermit:

 Organspende ist okay. (ich meine jene im Sinne von Monty Python)

 

* Danke an die gbs für den Gedankenanstoss

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