Wo ist die evolutionskritische Comedy?

Ein netter Versuch, doch er baut auf einem naiven und völlig verzerrten Wissenschaftsbild auf, bei dem nur etwas als verstanden erklärt werden darf, wenn es auch nachgebaut wurde.
Insofern ist dieser Witz symptomatisch dafür, dass man etwas ablehnt, was man gar nicht verstanden hat.

Gibt es christliche Comedy, die sich über Atheisten, Evolution und die naturalistische Wissenschaft lustig macht?
In der die Themen, auf die gezielt wird, auch richtig und nicht nur als verzerrte Karikaturen dargestellt werden?

Da haben es die religionskritischen Comedians natürlich wesentlich einfacher, denn da die Ansichten der Christen alles andere als einheitlich sind, gibt es tatsächlich für jeden denkbaren Blödsinn eine Gruppe, die genau diesen glaubt (und aus der Bibel begründet).

Da bieten die Atheisten wesentlich weniger Angriffsfläche. Sie glauben einfach nicht an die Existenz Gottes und alles andere, was sie womöglich vielleicht doch glauben, ist allein ihrer persönlichen Beklopptheit geschuldet und hat mit dem Atheismus per se nichts zu tun. Und man kann sich ja nicht über eine Gruppe lustig machen allein aufgrund einer individuellen Idiotie eines ihrer Mitglieder.
Die Evolution gibt da schon wesentlich mehr her, denn hier gibt es durchaus einen positiv formulierbaren Grundkern, dem alle „Evolutionisten“ zustimmen würden. Also quasi sowas wie Dogmen. Beispielsweise, dass sich die Arten im Laufe der Zeit ändern, dass dies über sehr lange Zeiträume geschieht oder dass Menschen und Affen einen  gemeinsamen Vorfahren hatten. Dies als Dogmen zu bezeichnen ist aber insofern etwas problematisch, zum einen, weil diese Ansichten durch zahlreiche Belege gestützt werden, und zum anderen, weil man im Grunde augenblicklich bereit wäre, sie über den Haufen zu werfen, wenn die Evidenzen dies verlangen würden.
Dass man sich in Detailfragen, also beispielsweise ob der erwähnte Vorfahre eher auf blonde oder brünette Vorfahrinnen gestanden hat, nicht einig ist, schmälert in keinster Weise den inneren Zusammenhalt dieser Community. Denn obgleich man die These seines Gegenübers für löchrig hält, wird man nicht zögern, seine Position zu übernehmen, wenn die Löcher erst gestopft sind.

Wie will man sich über die Evolution lustig machen, wenn ein „Evolutionist“ seine These nur als einen kleinen Puzzlestein versteht, der – sollte er sich als falsch erweisen – am grossen Bild nichts ändern wird.
In der Religion verhält es sich etwas anders, womöglich weil es ein Puzzle mit wesentlich weniger Teilen ist. Details wiegen hier entsprechend schwerer und selbst die Antwort auf die Frage, ob Noah Blondinen oder Brünette bevorzugt hat, kann ohne weiteres moralische Konsequenzen in Form von Scheiterhaufen haben.

Ich sage nicht, dass das Christentum mit dem Humor auf Kriegsfuss stehen würde. Es gibt wunderbare Witze und Cartoons, die sich über die Tücken des christlichen Lebens lustig machen. Doch man begegnet kaum dem Humor als Waffe um fundamentale Überzeugungen zu hinterfragen.

Seltsam, dass Religionen umso mehr den Humor als Waffe verpönen, je weniger sie Hemmungen haben wirkliche Waffen in die Hand zu nehmen.

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