Offene Frage an den Bundesrat

Wenn ein Schweizer in einem fernen Land aufgrund skurriler Vorwürfe verhaftet und angeklagt wird, inwiefern unterscheiden sich eure Bemühungen um die Freilassung, wenn keiner, einer oder zehntausend Leute diesbezüglich eine Petition an euch unterschreiben?

Dass der Aufwand bei medial sehr präsenten Themen der politischen Popularität zugute kommt und dass das sehr verlockend ist, ist mir schon klar. Doch wie kommen da all jene armen Schweine dazu, deren Geschichte es nicht in die Medien geschafft hat?
Vor allem wenn man bedenkt, dass wenn internationale Medien sich auf etwas einschiessen, dass dies durchaus eine psychologische Durchschlagkraft haben haben kann, die der eines Staatsmann in nichts nachsteht.
Mir ist aber auch klar, dass Verhandlungen hinter verschlossenen Türen wesentlich erfolgversprechender sein können als wenn ein Staatsmann öffentlich gegen ein anderes Land die moralische Keule schwingt. Sich also öffentlich in einem populären Fall zu äussern kann dem Politiker zuhause sehr wohl einiges an Prestige einbringen, dem Betroffenen in der Ferne aber das Leben erheblich erschweren, weil er damit zu einem politischen Spielball gemacht wurde. Wie gern gibt man schliesslich öffentlich fremden Fötzeln klein bei?
Und natürlich hat auch der Bundesrat nur eine begrenzte Menge an Zeit und Ressourcen zu Verfügung. Wie also soll er handeln? Wie ist der Sache am besten gedient?

Und was ist, wenn wie im Fall der Greenpeace Aktivisten die Anklage ihrer Sache weit mehr dient als eine von der Öffentlichkeit unbemerkte Aktion? Wenn sich hier die Politik auf Druck der Öffentlichkeit einschaltet, dann wurde sie doch gewissermassen von Greenpeace instrumentalisiert. Was auch irgendwie einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

Ich denke, ich würde mir wünschen, dass der Bundesrat sich in allen Fällen gleich viel Mühe gibt. Doch wenn er Prioritäten setzen muss, dann soll er sich lieber der unspektakulären Fälle annehmen.

 

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