Eda Gregr
03.07.2006 um 15:42

Dass alle Interrogativpronomen im Deutschen mit einem „w“ beginnen ist mir ein Mysterium. Doch damit kann ich leben. Was mir aber regelrecht den Schlaf raubt, ist das Auseinanderdriften der Bedeutung bei der Bildung der Fragewörter „wer“, „wie“ und „was“ aus den bestimmten Artikeln „der“, „die“ und „das“.
Dass aus „der“ „wer“ wird, scheint mir noch halbwegs einzuleuchten, denn auf der einen Seite steht „der (Mann)“ und auf der anderen die Frage nach diesem als Urheber, also „wer“.
Dagegen wird aus „die (Frau)“ das modale Adverb „wie“, welches nach der Art und Weise fragt. Fast ist man geneigt zu denken, dass man bei Maskulinum nach der Person fragt, beim Femininum jedoch nach dem Äusseren.
Der konservativ patriarchalische Charakter der deutschen Grammatik zeigt sich jedoch auch bei der Bildung von „was“ aus „das (Kind)“, wo der Frager offenbar verdutzt zu fragen scheint: „Was ist den das?“ Das Neutrum ist in gewissem Sinne ja ohnehin nur ein Zwischenstadium des Neuen und Unbekannten, von dem man das Schnäbbi noch nicht gefunden hat.

Es stellt sich auch die Frage, weshalb von den Artikeln nur die bestimmten zu Fragenwörtern werden können? Es hindert mich natürlich niemand daran, vor das „ein“ einfach ein „w“ zu setzen, doch statt einer Antwort erhalte ich in diesem Fall meist nur einen vergorenen Beerensaft. Zumindest hilft dieser die Ungerechtigkeit der Syntax zu vergessen.

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